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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CHRIS CAFFERY

CHRIS CAFFERY
Jetlagged here...awake as usual
Dies war die erste Aussage, die Chris bei unserem Online-Interview äußerte. Da haben wir gleich einen klassischen Nachteil mit dieser Art von Kommunikation. So schnell wie Chris auch geantwortet hat, bleibt natürlich keine Möglichkeit etwaige Aussagen zu hinterfragen. Es sei denn man nervt den Vermittler, in diesem Fall den Promoter von CMM, etliche Male mit weiteren Emails. Chris Caffery, seit längerer Zeit bei Savatage auf der Lohnliste, stellt sein Können auch des öfteren anderen Projekten und Freunden zur Verfügung. So kann man seine Riffs u.a. auf „Watching The Silence“ (2003) von Circle II Circle, „Earthmaker“ (2002) von John West oder „Beethoven`s Last Night" (2000) vom Trans-Siberian-Orchestra bewundern. Angefangen hat der Sechssaiter bei Dirty Looks („Turn Of The Screw“, 1988), landete erstmals 1991 bei Savatage (für „Gutter Ballet“), verschwand dann für vier Jahre um sich Doctor Butcher („Doctor Butcher“, 1994) zu widmen, nur um 1995 wieder bei Savatage zu landen. Das zweite Standbein beim Trans-Siberian-Orchestra, die es mittlerweile auf drei Alben gebracht haben, läuft ebenfalls sehr erfolgreich. Der Zwischenstopp bei Metalium lief auf persönlicher Ebene anscheinend nicht so lustig ab, aber das soll jetzt hier nichts zur Sache tun, denn es geht um das erste Solo-Debüt-Album, den Doppelhammer „Faces“, inklusive Bonuswerk „God Damn War“.
Warum hast du dich dafür entschieden das Album selbst einzusingen, anstatt einen bekannten Sänger einzustellen? Und wann hast du festgestellt, dass deine Stimme ziemlich brauchbar ist?
>> Ich hatte schon darüber nachgedacht mit anderen Vokalisten zu arbeiten. Abgesehen davon hatte ich für dieses Album eine Menge Freizeit zur Verfügung, da terminlich andere Sachen total in Konflikt miteinander gerieten. Während des Komponierens sang ich einige Tracks selbst. Ich entdeckte einige einzigartige Nuancen in meiner Stimme und war deshalb sehr überzeugt, dass mein Gesang funktionieren würde. <<
Mit einer Stimme wie deiner, die der Stimme von Mr. Oliva sehr nahe kommt, hättest du doch die Vocals übernehmen können, nachdem Zak die Band Savatage verlassen hat (für „Poets And Madmen“ (2001) stand Sänger Zak Stevens nicht mehr zur Verfügung). Oder?
>> Ich war mir nicht bewusst wie gut meine Stimme klingen könnte, bis ich mir die Zeit nahm mich mit dem Gesang zu befassen. Eigentlich wollte ich schon immer singen, aber ich hätte nie im Traum daran gedacht, wie viel Zeit und Arbeit es bedarf seine stimmliche Leistung zu steigern. Aber es ist nur ein Muskel, und je länger ich übte, desto besser wurde ich. Zur Zeit bin ich sogar noch besser als zum Zeitpunkt der Aufnahmen, Tendenz steigend. <<
Wie viel Savatage ist in deinen Kompositionen und was ist typisch Chris Caffery?
>> Well, ich denke dass Savatage einen Einfluss auf meine Arbeit genommen hat. Paul O`Neill schreibt geniale Texte, Jon Oliva ein großartiger Sänger und für Zak gilt das auch. Da ich lange mit allen gearbeitet hatte, bleibt natürlich etwas hängen. Dennoch verarbeite ich tonnenweise Einflüsse von anderen Sängern, Songwritern und Gitarristen. Diese Veröffentlichung ist eine Zusammenfassung verschiedener Rockstile, mit denen ich im Laufe der Jahre konfrontiert war. Typisch Chris Caffery ist jede Menge verschiedener Sounds, deshalb ist das Album so facettenreich. Aber immer Gitarren-Rock und Metal-lastig. <<
Du hast schon mit so vielen Bands und Musikern gespielt, und die Anzahl der Beiträge auf verschiedenen Alben ist unglaublich. Wann gab es die Notwendigkeit ein Solo-Album herauszubringen?
>> Ich wollte den Fans die Möglichkeit geben, ihnen zu zeigen wie es musikalisch und persönlich in mir aussieht. Das letzte Mal, dass ich komplett die Kontrolle über eine Produktion hatte, war bei Doctor Butcher. Damals mussten wir uns schon schwer entscheiden, welche Tracks auf dem Album landen. Diesmal schrieb ich 65 Songs. Deshalb sind es zwei CD`s geworden. Es wären locker drei oder vier geworden, wenn man mich nicht bremst. <<
Was konntest du dir mit diesem Solo-Werk ermöglichen, dass bei den anderen Verpflichtungen nicht erreichbar war?
>> Die Möglichkeit das zu schreiben und vor allem das zu spielen was immer ich wollte. Als Künstler und als Person finde ich, dass diese Zeit für einen jeden Musiker irgendwann mal kommt. <<
Warum hast du mit Menschen wie Dave Z und Jeff Plate (beide Trans-Siberian Orchestra), die dir beide nahe stehen, gearbeitet, anstatt die Gelegenheit zu nutzen berühmte Musiker, Leute mit denen du schon immer arbeiten wolltest oder völlig unbekannte, aber begabte Instrumentalisten anzuheuern?
>> Dafür gibt es einige Gründe. Dieses Album zu produzieren kostete jede Menge harte Arbeit. Als Solo-Künstler lastet eine große Menge Druck auf dir. Ich wollte einfach ein paar Freunde um mich haben, damit alles funktioniert. Sie haben sich nie über die Arbeit oder die Anzahl der Tracks beschwert, sie fragten niemals nach Geld. Ich kenne sie als Menschen und als Freunde und fühlte mich ihnen sehr nahe. Eine komfortable und sichere Angelegenheit. Wir haben live schon so viel auf der Bühne gestanden, dass ich froh war ein Bandfeeling in der Runde zu haben, obwohl es eine völlig neue Konstellation war. <<
Du benutzt des öfteren ausfallende Wörter in deinem Sprachgebrauch. Pisses, Fuck, etc., das ist keine Seltenheit. Wie begründest du diese Wortwahl?
>> Well, wenn du die Strasse in New York City, in der ich wohne, lang läufst, wirst du jede Menge mehr Sachen zu Ohren bekommen. Manchmal ist eine gute Komödie nur halb so lustig, wenn man das Fluchen weglässt. Ich habe eine Menge Wut und Frustrationen in mir. Ich zerstörte mich selber, nur weil ich wollte dass Savatage funktioniert. Das Fluchen nutze ich wie eine Art Verzerrer an der Klampfe. Sie untermalen einen Standpunkt....und es macht Spaß. <<
Wieso bewegst du dich im gleichen Genre wie vorher?
>> Diese CD ist Chris Caffery pur. Jede andere Musikrichtung wäre nicht ich gewesen. In der Zukunft habe ich noch genug Zeit mich anderen Stilen zu widmen. Zur Zeit sollen die Leute „mich“ hören. <<
Kannst du den Kontext der Bonus-CD in mehreren kurzen Sätzen zusammenfassen?
>> Die USA und die Welt wurden am 11.09.2001 angegriffen. Es gibt cirka vier Millionen Einwohner in New York, die in anderen Ländern der Welt geboren wurden. Ein Angriff auf New York ist ein Angriff auf die ganze Welt. Es gab bei uns etliche Menschen, die nach dem Angriff bei uns randalierten. Viele unserer Einwohner sind mit dem Irakkrieg nicht einverstanden. Ich finde der Terrorismus sollte gestoppt werden, bevor er nukleare Ausmaße annimmt. Sadam Hussein hätte schon 1990 entmachtet werden sollen. Bin Laden hätte nach seinen ersten Angriffe gestoppt werden müssen. Ich finde dass Cockpit-Türen in den Flugzeugen schon vor Jahren, während des Fluges, hätten geschlossen bleiben sollten. Es gibt eine Menge Fragen auf meiner CD. Was genau passiert mit uns? Weiß es überhaupt irgendjemand? Es gibt Kriege die notwendig sind, aber ich frage mich ob es dieser ist. Ich bin kein Antikriegs-Anhänger, wenn es einen triftigen Grund gibt, aber es gibt nichts Abscheulicheres als sinnlose Tote. Krieg hat Spaß am Krieg, die Menschen nicht. <<
Inwieweit unterschied sich die Arbeit zu deinem Solo-Werk im Vergleich zur Arbeit für ein Savatage-Album?
>> Meine Sachen sind ein bisschen aggressiver als es zuletzt Savatage war. Bei Savatage wird seit „Streets“ viel auf das Keyboard gesetzt. Meine CD ist ein Gitarren-Metal-Album. <<
Antwort leicht verfehlt, aber egal. Welche Inspiration bewegte dich zu dem Song „Music Man“?
>> Ich habe eine Menge Einflüsse verarbeitet. Die Ballade „Music Man“ ist nur ein weiteres Gesicht. Davon wird es in Zukunft noch viele weitere geben. Als ich ein bisschen auf einer Akustik-Gitarre übte, kam dieser Track zustande. Ich ergänzte jede Menge Harmonien und hatte richtig Spaß als der Song stand. Ich hatte eine schwere Zeit und die Musik half mir das Meiste zu überwinden. <<
Du hörst dich stimmlich oft wie Alice Cooper an, Absicht oder Zufall?
>> Beides. Ich bin ein absoluter Alice-Fan. Er hat viele von uns beeinflusst. Dennoch ist es sicherlich nur Zufall, dass unsere Stimmen so ähnlich sind. Ganz schön evil, dieser Aspekt. <<
Warum hast du kein Instrumental-Album gemacht, oder wenigstens ein paar instrumentale Lieder mehr?
>> Die typischen Gitarristen-Solo-Recordings sind sich ziemlich ähnlich. Das langweilt. Die Leute kennen mein Gitarren-Spiel. Aber sie kennen nicht meine intime Seite. Ich nahm dreißig Lieder, mit insgesamt vierzig Minuten Gitarren-Soli. Praktisch ein ganzes Werk. Vielleicht mache ich mal ein Instrumental-Album, aber jetzt war es an der Zeit dieses Opus zu vollenden. Zu diesem Zeitpunkt fehlte die Inspiration für etwas anderes. Irgendwann mal. Ich kann ja schließlich nicht für immer Heavy Metal spielen. <<
Warum ist das Material der Extra-CD so viel härter?
>> Die komplette Musik wurde im gleichen Zeitraum komponiert. Krieg ist mein Heavy Metal-Gesicht (äh, ja, genau, mal wieder ein sehr gelungenes, sinnvolles Statement. - CL). Als ich die ganzen Lieder aussortierte um eine CD zu erstellen, wurde das Unterfangen unmöglich. Es gab etliche Songs über mich und jede Menge Heavy-Tracks über den Krieg. Also entschied ich mich für zwei Alben. Nächstes Jahr wird es eine 16-Track-Warsound-CD geben. Die Kriegsthemen sind halt härter im Sound bearbeitet worden. <<
Man sagt dir nach, dass du Visitenkarten mit allen witzigen Berufen aushändigst: Nackt-Fotograf, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Walt Disney-Süchtiger oder Erotik-Politiker. Was steckt hinter dieser lustigen Idee?
>> Ich war schon immer ein bisschen sarkastisch. Matthias Breusch vom Rock Hard war viel mit Savatage unterwegs. Er schrieb das Infoblatt für die CD-Promotion und erinnerte sich an diese Anekdoten. Natürlich hatte ich auch Gitarrist draufstehen, haha. <<
Hast du Live-Aktivitäten geplant, oder andere wichtige Sachen von denen unsere Leser erfahren sollten?
>> Das wird alles im Moment geplant. Ich denke, dass ich im Januar 2005 auf Europas Bühnen stehen werde. Zusätzlich werden ich zu verschiedenen europäischen Sommerfestivals wiederkehren. Ich möchte diese CD gebührend promoten. Ich will überall hin, alles was möglich ist. Zur Zukunft kann ich nur sagen, dass es irgendwann ein Video geben wird. Ich habe mich noch nicht für das Tracklisting entschieden. Ich beende die Aufnahmen an den restlichen „War“-Songs im Winter und werde eine komplette Fassung auf den Markt werfen, mit eine Update-Story, Artwork und einigen Computer-Animationen. <<
http://www.chriscaffery.com
Steve Burdelak


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