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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DOOMSHINE

DOOMSHINE
König Doom komme...
Mit lediglich zwei nur online feilgebotenen Songs konnten die Schwaben von DOOMSHINE bereits weite Teile des doomigen Untergrunds in freudige Erregung versetzen und ohne auch nur ein offizielles Demo eingespielt oder die Klinken von Labels geputzt zu haben, sackte das Quartett gleich noch einen Deal ein, um nun mit "Thy Kingdoom Come" ein intensives, äußerst edles Power-Doom-Schnittchen mit köstlichen Querverweisen in Richtung Memory Garden, Solitude Aeturnus, Thunderstorm, While Heaven Wept und Candlemass herauszuhauen. Im immer noch anhaltenden Sog der Begeisterung kontaktierte ich den sympathischen Frontmann und "Bierhalter am Mikrofonständer"-Fetischist Timmy Holz, der - wie es sich für eine noch recht frische Band halt gehört :) - zu Beginn des Interviews erst einmal den Werdegang seiner Combo beleuchtete.
>> Wir kennen uns alle schon ziemlich lang, so ungefähr seit 1990. In dieser Besetzung sind wir allerdings erst zehn Jahre später in den Proberaum gestiefelt. Wir sind relativ konzeptlos an unser Songwriting herangegangen, es war also nicht von Anfang an klar, dass wir beim Doom Metal landen würden. Da haben wir einfach eine gemeinsame Stärke entdeckt, deren Resultat nun unser erstes Album ist. Erste Reaktionen auf unsere Musik bekamen wir, als wir "Shine On Sad Angel" auf unsere Webseite gestellt haben. Der Oli Weinsheimer vom "Heavy oder was"-Magazin ist auf uns aufmerksam geworden und hat uns auf den "Metal Crusade"-Sampler geholt. Das war unser Weihnachtsgeschenk 2002. Zwei Monate später durften wir das erste "Doom Shall Rise"-Festival eröffnen (und das war GEIL! - CL) und im Herbst 2003 kam über "Metal Supremacy" eine 7"-Single namens "Shining In Solitude" raus. Zwischenzeitlich haben wir bei Iron Glory Records unterschrieben und die restlichen Songs für´s Album geschrieben. Aufgenommen haben wir alles in einem kleinen Studio, das sich unser Bassist Carsten Fisch mit einem Freund eingerichtet hat. Carsten hat also die Produktion, den Mix und sogar das Coverartwork verbrochen! Wenn jemand also was zu meckern hat, bitte an Carsten wenden, haha. Unser Gitarrero Sven Podgurski war früher bei VARIETY OF ARTS, später TRAGEDY DIVINE, die 1996 eine ziemlich geile Scheibe namens ´Visions Of Power´ gemacht haben. Die Band ist dann leider auseinander gebrochen, woraus sich in der Folge SACRED STEEL und SPIRAL TOWER bildeten. Mit letztgenannten hat er 1999 das Album ´Mindkiller´ veröffentlicht, aber die Band liegt zur Zeit leider etwas auf Eis. An den Drums sitzt der Schlaps, der mit mir wohl die trockenste Zeit im Proberaum erlebt hat. Aus Verzweiflung haben wir dann wieder den Carsten, der zwischenzeitlich ausgestiegen war, und den Sven in die Band geholt. Seitdem müssen wir nicht mehr so allein unser Bier trinken... <<
Aber nicht nur das, denn neben dem Konsum von Gerstenkaltschalen habt ihr diverse Songs geschrieben, die man wohl gemeinhin als Power Doom oder halt schlicht und einfach Doom Metal bezeichnen würde. Oder wie seht ihr das?
>> Es gibt ja unzählige von diesen ewig langen und zum Teil unfreiwillig komischen Bezeichnungen wie ´Black Christripping Metzgercore´ und solche Sachen (derartige stilistischen Auswüchse gibt´s wahrscheinlich nur im Schwabenland...:) - CL). Passend zu diesem Spielchen ist unserem Gitarrist Sven ein richtungsweisendes ´Melodic Doomed Metal´ in den Sinn gekommen. Ich finde, das passt hervorragend und muss auch nicht weiter kommentiert werden. <<
Stimmt, passt auch locker. Offensichtlich ist jedoch, dass ihr nicht nur dem puren Doom frönt, sondern euch auch über die stilistischen Grenzen hinwegsetzt und einige Einflüsse anderer Metal-Spielarten integriert. Die Strophe von "The Cross (Still Stands For Pain)" könnte zum Beispiel meines Erachtens nach auch vom Nevermore-Debüt stammen oder auf "In Memory" stehen.
>> Das mit den musikalischen Einflüssen ist nicht ganz so einfach, da wirklich sehr viel unterschiedliche Musik in acht Ohren fließt. Wer oder was sich da in einen DOOMSHINE-Song einschleicht, erkennen Außenstehende wohl am besten. Offensichtliche Einflüsse, die auch in Reviews fast immer genant werden, sind CANDLEMASS und SOLITUDE AETURNUS. Damit können wir natürlich sehr gut leben, allerdings finde ich, dass wir schon ziemlich anders klingen als diese Bands. Aber auf Eigenständigkeit bestehen natürlich nicht nur wir, das ist bei anderen Bands genauso... Es kann sein, dass wir uns mit unserem Bandnamen selbst in eine Schublade gesteckt haben, aber ich denke wir beweisen auf musikalischem Weg, dass wir relativ vielseitig sind. Vielleicht wird das schon auf der nächsten Scheibe deutlicher. Versteh´ mich nicht falsch, wir sind sehr gern im Doom verwurzelt, das wird man in Zukunft auch weiterhin hören, aber wir möchten uns selbst keine Steine in den Weg legen. <<
Ok, dann aber noch mal klipp und klar: wer sind deine - sagen wir mal fünf - Doom-Favoriten und welche Künstler außerhalb der SlowMotion-Szene hauen dich bzw. euch so richtig um?
>> Ganz klar natürlich CANDLEMASS, SOLITUDE AETURNUS und WHILE HEAVEN WEPT, das muss ich wohl nicht ausführlich begründen. Dann logischerweise BLACK SABBATH, da sich der Doom ohne SABBATH wohl kaum so entwickelt hätte wie er heute zu hören ist. Und für mich persönlich sind DAWN OF WINTER sehr wichtig, da ich ohne diese Band die Faszination Doom Metal vielleicht verpasst hätte. Ach ja, TROUBLE darf man auch nicht vergessen, aber das waren jetzt schon sechs, oder?! Außerhalb des Dooms gibt es auch jede Menge alte und neue Helden, die uns in den Wahnsinn treiben und uns vielleicht auch beeinflussen. FATES WARNING, HELSTAR, DREAM THEATER, PSYCHOTIC WALTZ, SANCTUARY, EVERGREY, DEAD SOUL TRIBE, NEVERMORE und viele mehr. Meine zwei absoluten Lieblingsbands sind THIN LIZZY und SAGA, außerdem hab´ ich auch ´ne Schwäche für sanftere Klänge wie MAGNUM und DARE. <<
Eine nette Auswahl, auch wenn ich deine Vorliebe für diese Art von sanfteren Klängen nicht gerade teile. Wie würdest Du eigentlich - auch wenn ihr nun nicht unbedingt die absolute "Hardliner Doom-Band" seid, "Nicht-Eingeweihten" die Magie des Doom Metal beschreiben und wie reagierst Du auf den Vorwurf, Doom sei langsame, monotone und langweilige Mucke?
>> Diesen Vorwurf habe ich dem Doom in den Anfangstagen von CATHEDRAL selbst gemacht! <<
Frevler!
>> Aber da war ich ja auch noch ein junger Scheuklappenthrasher, haha. Die Begriffe ´langsam´ und ´monoton´ muss man ja auch nicht unbedingt negativ sehen. Das entspricht bei vielen Doom-Bands ja schließlich der Wahrheit. Ob man das dann langweilig findet oder nicht, ist eine ganz andere Baustelle. Ich weiß nicht, ob man die Magie vom Doom beschreiben kann. Black Metal hat sicher auch seine bestimmte Magie, die mich aber noch nicht erreicht hat. Man wird halt verzaubert oder auch nicht, so ist das doch bei jeder Art von Musik. Allerdings bedeutet Doom für viele etwas ganz Besonderes, eine spezielle Dimension des Metal. Ich finde, dass im Doom besonders gefühlvoll gerockt wird, das vermisse ich in manchen, beinahe schon fastfoodmäßigen Metal-Veröffentlichungen. <<
Wie wahr, wie wahr!!! Wie ist überhaupt der Kontakt mit Eurem jetzigen Label Iron Glory zustande gekommen?
>> Das war eine total unkomplizierte Geschichte. Wir kennen den Andi Preisig und den Jörg Knittel von Iron Glory Records schon eine ganze Weile. Ich hab´ dann einfach mal den Andi gefragt, was er von unseren Songs hält. Seine Antwort war: "Der Jörg meldet sich demnächst wegen dem Vertrag bei euch!". Cool, oder?!
Da Iron Glory unser Wunschlabel war und ist, haben wir uns auch erst gar nicht woanders umgeschaut, es kamen auch keine Anfragen. Wir wissen, dass wir bei einem kleinen Label sind und die Möglichkeiten im finanziellen Bereich, welcher auch die Promotion beinhaltet, eingeschränkt sind. Wir halten aber ganz einfache Punkte für viel wichtiger. Iron Glory können unser Album schnell und gezielt unter die Leute bringen, da die Jungs ja schon seit so vielen Jahren in der Metal-Szene aktiv sind. Das merken wir z.B. daran, dass man die CD bei den meisten Mailordern erhält und vor allem an den ganzen Reaktionen aus dem Ausland. Wir bekamen in letzter Zeit nette Mails und Interviewanfragen aus Norwegen, Portugal, Ungarn, Griechenland, Italien, USA, Dänemark und gar aus Vietnam, das zählt doch viel mehr als in einem großen Heft eine teure Anzeige zu sehen, die dann eh kaum ´ne Sau interessiert.
<<
Der Titel eures Debüts - "Thy Kingdoom Come" - dürfte doch bestimmt schon mehr als einmal Verwechslungen und Schreibfehler provoziert haben.
>> Oh ja, es ist tatsächlich so, dass der Albumtitel selten richtig geschrieben wird. Dabei ist es doch gerade dieses kleine "o", das den Titel erst interessant macht. Die Idee dazu hatte unser Sven nach einem großen Schluck proberaumwarmen Bier. Wir haben darüber erst nur gelacht, aber irgendwie sind wir dabei hängen geblieben. <<
Auch bei seinen lyrischen Inspirationen schreckt Timmy vor rein gar nichts zurück, noch nicht einmal vor der Lindenstraße. Ich hoffe übrigens, dass diese journalistische Aufdeckung weltexklusiv ist....
>> Ich lasse mich täglich von allem Möglichen inspirieren und sammle dementsprechend ständig Stichwörter oder Sätze, auf die ich später zurückgreifen kann. Dieses Sammeln findet überall statt. In Zeitschriften, in Filmen, in den Nachrichten, in der S-Bahn oder in der Lindenstraße. Kein Witz! Ohne die Lindenstraße hätten wir heute keinen Song, der "Where Nothing Hurts But Solitude´ heißt. Prinzipiell handeln die Texte von allen möglichen Bereichen, die das Leben bestimmen. Liebe, Tod und Teufel eben. Mir wurde auch schon nachgesagt, dass meine Texte etwas abstrakt und nicht so leicht zu verstehen sind, das habe ich natürlich als Kompliment aufgefasst. <<
Wird es denn eine kleine Tour zum Album geben? Oder nur Einzelgigs an Wochenenden? Und welcher Act wäre Euer "Wunschpartner on the road"?
>> Nein, eine Tour wird es aus finanziellen, zeitlichen und familiären Gründen ganz sicher nicht geben. Angenommen wir hätten die Möglichkeit zu touren, würde ich mich natürlich erst mal nach einer Zeitmaschine umschauen und 20 oder 25 Jahre in die Vergangenheit reisen, um auf eine Tour mit THIN LIZZY, RAINBOW oder BLACK SABBATH aufzuspringen. Wir haben aber trotzdem noch ein paar echt coole Gigs für 2004 in Planung. Am 2.9. spielen wir in der Ludwigsburger Rockfabrik mit COUNT RAVEN und MIRROR OF DECEPTION, die dort ihre Tour starten. Am 19.9. sind wir beim dritten DUTCH DOOM DAY in Rotterdam dabei und am 30.10. nehmen SACRED STEEL in Ludwigsburg eine Live-DVD auf, wo wir neben TANKARD und LUNAFIELD als Gäste eingeladen sind. Am 18.12. sind wir noch zusammen mit MY DARKEST HATE, ABANDONED und DELIRIOUS beim ´Banging the X-Mas-Tree´ in Stuttgart auf dem Billing. <<
Wo wir gerade bei Gigs sind: Böse Zungen behaupten, dass du ein Elefantengedächtnis hast und die abfällige Äußerung des ominösen Obliveon-Redakteur CL über deinen - beim "Doom Sall Rise"-Festival 2003 benutzten - Bierhalter am Mikrofon immer noch nicht überwunden hast. Aber sei doch mal ehrlich, sieht so ein Teil nicht wirklich scheiße aus?:)
>> Oh ja, so eine verfluchte Frechheit! Meinen geliebten Bierhalter zu kritisieren, das hab´ ich mir natürlich gemerkt!! Wenn ich diesen Fiesling vom Obliveon in die Finger kriege, dann... dann sauf´ ich ihm sein Bier weg!!! Was soll die Frage, ob das Teil scheiße aussieht? Bierhalter statt Büstenhalter, DAS ist Metal!!! <<
Hehe, ok, dann werde ich mich hüten den Bierhalter-Vorfall ab heute auch nur noch einmal zu erwähnen (außer im Vorwort, hehe). Lass uns zum Abschluss noch einen Ausblick auf Eure nächsten Pläne und Hoffnungen hinsichtlich Doomshine wagen.
>> Wir sind ja keine Jungspunde mehr, deshalb schauen wir nicht sooo weit in die Zukunft und lassen alles ganz gemütlich auf uns zukommen. Alles nur kein Stress ist unser Motto, deswegen nennen wir unsere wöchentliche Probe auch ´Entthing´. Du weißt schon, das Treffen der Bäume bei ´Herr der Ringe´, dort geht es auch so gemütlich und langsam zu wie in unserem Proberaum. Wir haben aber gerade angefangen ein paar Ideen für die zweite DOOMSHINE-CD zu sortieren, stecken also mitten im Songwriting. Wie gesagt stehen auch ein paar Gigs an und im Herbst soll "Thy Kingdoom Come" als Vinyl-Doppel-LP mit einem Bonustrack erscheinen. Ich denke, unsere größte Hoffnung ist, dass wir in dieser Besetzung so lange wie möglich zusammen bleiben, denn nur so funktioniert diese Band. Ganz im Ernst, sollte einer von uns vier DOOMSHINE verlassen, ist das sicherlich das Ende der Band! <<
Wir kommen zum Finale. Möchtest Du noch was loswerden?
Ja, klar! Kann mir von den Obliveon-Lesern vielleicht jemand noch ein paar Bierhalter verkaufen? Am Mikroständer ist noch so viel Platz und ich bin ein sehr durstiger Mann!
Chris, ich danke Dir für die Fragerei. Vielleicht können wir ja mal miteinander anstoßen. Prost! <<
Yep, denn vielleicht sieht man sich ja schon im Auditorium des "Autumn Of Doom"-Festivals?
Schade übrigens, dass Doomshine dort nicht aufrocken werden, die Mannen wären noch ein dicker Pluspunkt für das Line-up gewesen....
http://www.doomshine.de
Christoph Lücker


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