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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ALTARIA

ALTARIA
Der Tanz auf verschiedenen Hochzeiten
Heutzutage ist es aus verschiedenen Gründen gang und gebe, dass die Musiker in einer Band auf verschiedenen Hochzeiten tanzen. Will meinen, dass sie Mitglieder in mindestens einer weiteren Band sind oder an diversen Projekten mitwirken. Die Ursachen liegen meist im Geldmangel, im Interesse andere Musikrichtungen zu verfolgen, oder einfach nur um einem Freund auszuhelfen. So entstand zumindest der abwertende Ausdruck „Musikerhure“. Ein bestes Beispiel für viele Metal-Fans ist Drummer Mike Terrana, der es im Laufe der Jahre auf etliche Produktionen gebracht hat. Spielt er doch bei Rage, Axel Rudi Pell, Zillion, Artension, Taraxacum und vielen mehr. Kompliziert wird es erst, wenn die Zweitband erfolgreicher wird. Selbst Altaria hatten mit diesem Problem zu kämpfen, als ihr zweiter Gitarrist Emppu Vuorinen sich letztendlich für Nightwish entschied. Doch es gibt auch Vorteile, auch wenn diese geleugnet werden. So spielt Gitarrist Jani Liimatainen ebenfalls bei den erfolgreichen Finnen Sonata Arctica. Ob dieser Erfolg Altaria einen kleinen Kick bezüglich der Verkaufszahlen gab, ist kaum von der Hand zu weisen, selbst wenn Altaria angeblich, laut Aussage von Basser Marko Pukkila, zuerst Erfolg hatte. Das sehe ich zwar anders, doch Marko blieb bei seiner Meinung. Lest selbst.
Marko, erzähl uns mal die Background-Story von Altaria.
>> Altaria wurden im Jahr 2000 gegründet. Ich zog zurück in meine Heimatstadt und arbeitete mit unserem Drummer Tony Smedjebacka an einigen Songs, die ich geschrieben hatte. <<
Eine schöne Antwort, denn auf dem Album steht, dass du Bassist und Drummer bist. Das verwirrte mich ein bisschen.
>> Kann ich glauben, haha. Nein, ich bin nur der Bassist. Als die Arbeit an den Songs fertig war, wollten wir ins Studio, um sie nur zum Spaß als Demo einzuspielen. Jetzt benötigten wir einen Sänger und einen Gitarristen. Also rief ich Jani an, der zu der Zeit nicht viel zu tun hatte. Er war gerade mit der Arbeit zum Sonata Arctica-Album „Ecliptica“ fertig. Jani war sofort Feuer und Flamme. Dann kontaktierte ich unseren ersten Sänger Johann, der sofort aktiv wurde. Das Demo ging in der Szene rum und wir wurden gefragt mehrere Gigs zu spielen, was wir dann auch taten. Da diese Auftritte erfolgreich waren, beschlossen wir weiter zu machen. Johann hatte alsbald kaum Zeit sich weiter um die Belange der Band zu kümmern und so endete ein neuer Sänger bei uns, der auf den Namen Jouni Nikula hörte. Da er völlig anders sang als sein Vorgänger, entschieden wir uns für eine neue Demoaufnahme. Die neuen Recordings erregten das Interesse bei einem deutschen Management. Sie arrangierten den Vertrag mit dem Label Metal Heaven. Wir veröffentlichten unser erstes Album „Invitation“. Kurz darauf entschied sich Jouni dafür die Band zu verlassen. <<
Gab es für diesen Schritt besondere Gründe?
>> Er hat eine weitere Band namens Requiem (siehe Interview; natürlich auf unserer Homepage, Anmk. d. Verf.), und sie spielen eher die Musik, die er verfolgen möchte. Er steht mehr auf Neo-Classical Musik und wir sind eher 80er-Jahre orientiert. Also ging die Suche nach einem Shouter von neuem los. Ich kontaktierte einen Freund, der uns mit Taage Laiho zusammenbrachte. Ich sandte ihm eine Kopie unseres Albums und das reichte als Überzeugung. Er kam ein paar Tage zu uns und wurde der neue Sänger, mit dem wir jetzt unser zweites Album „Divinity“ veröffentlichten. <<
Ist die Mitgliedschaft von Jani ein wichtiger Grund für den Erfolg des ersten Albums?
>> Als Jani zu uns stieß waren die Aufnahmen von Sonata Arctica zu „Ecliptica“ gerade fertig. Er war zu diesem Zeitpunkt noch nicht berühmt. Sicherlich lieferte das Label die richtigen Slogans, aber das war aus unserer Sicht nicht beabsichtigt. Wir haben schließlich als Projekt angefangen. Jani hat seinen Teil mit seinem Ruf geleistet, aber Sonata Arctica waren noch keine bekannte Band, wie sie es zum jetzigen Zeitpunkt sind. Im Nachhinein sieht es natürlich nach Namedropping aus, aber ich distanziere mich davon. <<
Ihr sprecht in eurem Info vom Erfolg eures Debüt-Albums. Wie geht das, wenn ihr noch nicht mal in Finnland in den Charts ward, und ich noch nie von euch gehört habe? Und du kannst mir glauben, wir Schreiberlinge müssen einen Haufen von Bands kennen, da wir einen sehr großen Markt hier haben. Wie definiert ihr Erfolg?
>> Wir haben sehr bekannte Bands in Finnland, wie Stratovarius, HIM, Nightwish und Children Of Bodom. Dazu gesellen sich ständig weitere kraftvolle Truppen. Die Konkurrenz ist enorm und wir waren einfach erstaunt, wie groß das Feedback auf unseren Release war. In unserer Heimat verkaufte sich „Invitation“ so gut, dass wir fast in den Charts gelandet wären. Das sehe ich als Erfolg. Es ist so schwer hier in den Charts zu landen und es war für uns quasi nur eine Haaresbreite. <<
Nun, bei uns wird es für euch sicherlich nicht leichter. Ich habe bemerkt, dass euer Sänger Taage kaum Akzente mit seiner Stimme setzt. Seine Vocals heben sich zwischen Strophe und Refrain kaum ab. Man muss schon genau hinhören um eine Steigerung zu erkennen. Was ist der Sinn hinter dieser Herangehensweise?
>> Ich bin mir nicht sicher. Ich war bei den Aufnahmen zu den Gesangsspuren nicht anwesend. Vielleicht liegt es daran, dass wir das Material für unser Album fertig hatten, als Taage in die Band einstieg. Er hatte nicht sehr viel Zeit sich mit den Gesangsparts anzufreunden. <<
Einigen Songs fehlt wirklich dieser bestimmte Ohrwurmcharakter, das fällt schon auf.
>> Da magst du recht haben, und wir haben auch schon darüber debattiert. Beim dritten Album ist Taage von Anfang an am Entstehungsprozess der Songs beteiligt und dann wird dieses Problem eliminiert sein. Er kann uns dann seinen Stil aufdrücken. Einige der Tracks wurden eingespielt als Jouni noch unser Sänger war. Das gab natürlich später einige Schwierigkeiten für Taage. Da Jouni wirklich sehr hoch sang, mussten wir für Taage etliches ändern. Taage ist halt mehr der „Basic-Hard-Rock-Singer“. <<
So viel zu der Frage, welche Unterschiede zwischen beiden Sängern bestehen, haha.
>> Hah, ich wusste, dass diese Frage kommen würde. <<
Nun ja, wenn man eine bekannte Band wie Iron Maiden oder Black Sabbath interviewt, hat man eintausend Fragen. Bei einer neuen Combo kümmert man sich oft um den Standardfragenkatalog. Macht ja auch Sinn.
>> Das ist richtig. Deshalb beantworte ich auch wahrscheinlich oft die selben Fragen. <<
Unser drittes Interview wird bestimmt anders. Versprochen. Dann reden wir über deine sexuellen Neigungen, und so weiter, haha.
>> Haha, ich hoffe du hast dann genug Zeit. <<
Eine weitere Kuriosität, die mir auffiel, ist dass der erste Track „Unchain The Rain“, obwohl vier Minuten lang, einem gar nicht so lang vorkommt. Ich habe ihn mehrmals gehört und er wird einfach ausgeblendet. Du kannst sagen was du willst, aber jedes Mal blieb etwas offen. Irgendetwas fehlt. Ganz komisch.
>> Als wir diesen Song schrieben, spielten wir mit verschiedenen Endungen. Ausblenden war das Beste, was übrig blieb. Eigentlich sollte „Unchain The Rain“ nicht der Opener werden. Vielleicht passt er an dieser Stelle nicht. Wir wollten die Gitarrenmelodie nicht noch mal wiederholen. <<
Welchen Sinn siehst du darin, dich mit berühmten Musikern aus anderen Bands zu umgeben, die sich sowieso irgendwann aufgrund des Zeitmangels für eine Gruppe entscheiden müssen. Gitarrist Emppu Vuorinen hatte später ja zu viele Verpflichtungen bei Nightwish. Wenn Sonata Arctica berühmter werden, muss Jani vielleicht ebenfalls die Segel streichen.
>> Ich glaube nicht, dass Jani Altaria jemals verlassen wird. Darüber haben wir schon gesprochen. Er ist mit seinem ganzen Herzen bei der Sache. Er hat Altaria bis jetzt 110 % gegeben. Es gab niemals Probleme mit ihm in Bezug auf Auftritte oder sonstiges. Da gibt es keine Überschneidungen. Sonata Arctica ist jetzt bekannter als vorher, aber das war nicht abzusehen als Jani zu uns kam. Emppu war eine andere Geschichte. Er war der Tour-Gitarrist. Das haute irgendwann halt nicht mehr hin. <<
Euer Cover ist exzellent. Wer ist dafür verantwortlich und wo steht diese Statue?
>> Der Künstler heißt Jason Juta. Er ist Engländer. Als es die Gespräche zum Artwork gab, wollte ich etwas total Ausgefallenes. Ich hatte ein paar Arbeiten von Jason gesehen und war sprachlos. Ich schickte ihm eine Email und er war gleich bereit mit uns zu arbeiten. Er bekam den Albumtitel und eine Tracklist der neuen Songs, sowie das Artwork des ersten Albums. Nach drei oder vier Wochen kam er mit zwei verschiedenen Versionen zu uns. Ich war von beiden begeistert und kombinierte sie. Wo dieses Statue steht kann ich dir aber leider nicht sagen. <<
Eure Texte sind völlig anders als die der anderen Melodic-Metal-Bands. Habt ihr irgendwelche konkreten Aussagen, die ihr machen wollt?
>> Ich denke nicht, dass ich zur Beantwortung dieser Frage die richtige Person bin. Ich schreibe die Lyrics nicht. Das ist der Job unseres Drummers. Wenn ich komponiere, habe ich manchmal ein paar Zeilen parat, von denen sich Tony inspirieren lässt. Manchmal schreibt er jedoch alles neu. Nur so viel, die Texte auf „Divinity“ sind einfach ernster als die auf dem Debütalbum. <<
So wie bei „Stain On The Switchblade“?
>> Das ist ein sehr düsterer Song. Es geht um ein Girl, das Suizid begeht. <<
Eure Limited Edition hat einen Bonus-Track, „Balls To The Wall“, im Original von Accept. Du singst ihn zusammen mit Lion`s Share Shouter Andy Engberg. Erzähl doch mal die Geschichte dazu.
>> Unser Label Metal Heaven fragte nach, ob wir daran interessiert seien einen Cover-Track zu spielen. Eigentlich ist so etwas nicht meine Sache. Wir entschieden uns darauf einzugehen, wenn dieser Song als Bonus-Track eingesetzt wird. „Balls To The Wall“ gehörte vom ersten Altaria-Live-Gig an zu unserer Setlist. Es ist ein fantastischer Song, gerade live, und jeder scheint ihn zu mögen. Es war eine natürliche Entscheidung, dass wir auf diesen Titel zurückgriffen. <<
Inwieweit ist eure Version anders?
>> Well, es ist schwer den Song nach Accept klingen zu lassen, da Udo Dirkschneider ein einzigartiger Sänger ist. Wir versuchten ihn also auf die Altari-Weise zu spielen. Aber man kann den Song nicht wirklich verändern. Es war kein einfaches Unterfangen den Song zu covern. Wir haben etwas mehr Melodie in die Strophe gepackt. Eigentlich sollte Joachim Caans von Hammerfall die zweite Stimme übernehmen, aber er hatte eine Halsinfektion und der Arzt gab ihm für einige Wochen Gesangsverbot. <<
Außer für sein Solo-Album, haha.
>> Ja, verstehe. Andy ist ein Kollege von mir, dessen Stimme ich wirklich schätze. Ich rief ihn an und sagte ihm, dass er zwei Tage für die Aufnahmen hätte. Es gab etwas Zeitdruck, da Joachims Absage ziemlich spät kam, aber Andy hat zu Hause ein Studio und so klappte doch noch alles reibungslos. Zudem hat Andy den Track selbst schon circa 200 Mal live gesungen. Kein Problem also. <<
Wie geht es jetzt weiter?
>> Das ist schwer zu beantworten. Im Moment ist rein gar nichts geplant. Die Verkäufe der CD werden entscheiden.
http://www.altariamusic.com
Steve Burdelak


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