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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ASRAI

ASRAI
Ein Hauch von Dunkelheit
Seit 1988 ist die holländische Gothic-Band Asrai mittlerweile aktiv, doch ausser einer Reihe von Demos und zwei veröffentlichten CDs ist das Quintett bislang zumindest in Deutschland kaum in Erscheinung getreten. Dabei hält zumindest das neue Album “Touch In The Dark” wirklich das, was es verspricht. Traditioneller Gothic Rock, der von der kraftvollen Stimme Margriet Mols geprägt wird und sehr gefühlsbetont und mit einer gehörigen Portion Melancholie versehen auch Zuhörer von seiner Qualität überzeugen sollte, die sonst nicht viel mit der Gothicszene zu tun haben. So klingt “Touch In The Dark” im Gegensatz zum Debüt “As Voices Speak”, das in gerade mal drei Tagen eingespielt wurde und dementsprechend roh und ungeschliffen klang, sehr zeitgemäss.
Mehr über Asrai und “Touch In The Dark” galt es im gemeinsamen Gespräch mit der Band in Erfahrung zu bringen, wobei sich natürlich zunächst die Frage aufdrängte, warum Asrai es in sechzehn Jahren Bandgeschichte gerade mal auf zwei offizielle CD-Veröffentlichungen gebracht habe.
>> Zugegeben, zwei CDs in sechzehn Jahren ist nicht das meiste, aber uns selbst kommt es auch nicht wie sechzehn Jahre vor. Allerdings sind dies nicht die einzigen Aufnahmen von Asrai. Vor „As Voices Speak“ gab es noch ein paar Demos. Die Aufnahmen zu „As Voices Speak“ verzögerten sich damals, weil sowohl unser Gitarrist Bert und unsere Bassistin sich zwei Wochen vor dem Studiotermin dafür entschieden die Band zu verlassen. Zum Glück fanden wir in Serge schnell Ersatz, der uns mit Leah in Verbindung brachte, die Bass spielte. Mit diesem Line Up spielten wir unsere erste CD ein und veröffentlichten sie aus einer „Do It Yourself“-Mentalität auch selbst, was zu dieser Zeit typisch für die Szene war. Auch wenn wir dieses Konzept vom Grundsatz her befürworten, so waren wir auch der Meinung, dass es unsere Möglichkeiten zu sehr einschränkte. Also verschickten wir Promos auf der Suche nach einem Label und Michael Zöller von Poison Ivy antwortete umgehend. Die CD wurde remastered und in Deutschland veröffentlicht. Danach haben wir viele Konzerte gespielt und viel Zeit darauf verwendet neues Material zu schreiben. Wir haben neben der Band alle noch reguläre Jobs, was natürlich zusätzlich von unserer Zeit für die Band abgeht. Damit nicht genug verliess Serge nach vier Jahren aus Karrieregründen die Band und ihn zu ersetzen erwies sich als recht schwierig, denn wir wollten mehr experimentieren, einen zweiten Gitarristen hinzunehmen und Keyboards ergänzen. Jos von Grendel kam als neuer Gitarrist hinzu und brachte gleich Rik mit, der nun unser ständiger Gitarrist ist. Es war uns sehr wichtig erst ein festes Line Up zu haben um dann ein neues Album einzuspielen, aber als Grendel immer erfolgreicher wurden verliess Jos wieder die Band um sich ganz auf Grendel zu konzentrieren. Als wir dann endlich soweit waren unsere zweite CD einzuspielen bekam Leah gesundheitliche Probleme und wir mussten sie in letzter Minute durch Martin ersetzen, einen guten Freund von und und brillianten Bassisten. So nahmen wir dann die Demo CD in Aichtal auf bei Roman. Nachdem wir das Demo verschickt hatten wurde es offensichtlich, dass Leah nicht mehr in der Lage sein würde über eine längere Zeit Bass zu spielen. Also verliess sie die Band und Martin blieb. Dieses Demo spielten wir dann noch unserer Freundin Mano vor und ehe wir es uns versahen standen wir zu fünft auf der Bühne. Margriets Freund Beer nahm mit seiner eigenen Band im Excess-Studio in Rotterdam auf und Hans Pieters vom Studio gab uns den Tip das Demo zu Hans van Vuuren von Transmission zu schicken. Er ermöglichte es uns dann die CD mit einem Produzenten und viel mehr Studiozeit neu einzuspielen. Es gab also während dieser ganzen Zeit viele Höhen und Tiefen, und Transmission schafften es dann dem noch die Krone aufzusetzen, indem sie die Veröffentlichung noch verschoben. <<
Habt ihr bei all den Line Up-Problemen, zeitlichen Verzögerungen und der Pleite von Poison Ivy, eurer ersten Plattenfirma, jemals daran gedacht Asrai aufzulösen und die Band sterben zu lassen?
>> Nein, Margriet und Karin haben sich immer sehr für die Band eingesetzt, auch wenn das nicht immer ganz einfach war. Vor allem als Bert und Elfriede zeitgleich die Band verliessen. Das machte uns aber auch deutlich, wie sehr uns die Band ans Herz gewachsen war. <<
Seid ihr trotz der Umstände dennoch damit zufrieden gewesen, wie Michael Zöller die Band unterstützt und promotet hat?
>> Michael Zöller war sehr enthusiastisch und ich bin mir sicher, hätte er mehr Rücklagen gehabt, hätte es nicht so enden müssen. Wir haben uns natürlich mehr von diesem Deal erhofft, aber die Umstände waren gegen uns. Ursprünglich haben wir „As Voices Speak“ auf eigene Verantwortung veröffentlicht und Michael wollte das Album remastered und mit neuem Artwork versehen für den deutschen Markt wiederveröffentlichen, doch kurz nachdem wir unterschrieben haben ging Poison Ivy pleite. Es ist schade, dass damals nicht mehr Zeit zur Verfügung stand, die Band, die bei ihm unter Vertrag standen, zu promoten. Ausserdem tut es uns für Michael leid. <<
Auch wenn “As Voices Speak” in Deutschalnd durch Poison Ivy lizensiert wurde, so kann ich micht nicht daran erinnern, das ihr je in Deutschland gespielt hättet.
>> Wir haben schon in Deutschland gespielt und sollten eigentlich auch auf dem Wave Gotik treffen 2000 spielen, aber wie das geendet hat, wissen wir ja alle. Wir planen aber eine Reihe von Shows in Deutschland. <<
“Touch In The Dark” wird über Transmission Records veröffentlicht, die sich bislang in erster Linie einen Namen durch Veröffentlichungen von Metal-Bands gemacht haben. Fühlt ihr euch als Gothic Band im herkömmlichen Sinne zwischen all diesen Metal-Bands überhaupt wohl?
>> Wir fühlen uns dort sehr wohl, weil Hans von Transmission wirklich an die Bands glaubt und voll unterstützt, die er unter Vertrag nimmt. Er weiss was er will und ist Vorschlägen anderer gegenüber sehr offen. <<
“Touch In The Dark” habt ihr mit der Hilfe von Roman Schönsee (The Dreamside), seiner Frau Kemi und Sascha Paeth hier in Deutschland eingespielt, wobei Sascha bislang vornehmlich mit Metal-Bands wie Rhapsody oder Kamelot gearbeitet hat. Habt ihr keine Angst gehabt, er würde Asrai einen musikalischen Stempel aufdrücken, der nicht zur Band passen würde?
>> Kemi hat an den Aufnahmen nicht mitgewirkt. Wir kennen sie und Dreamside schon sehr lange und seit Roman in der Band ist, sind sie durch seinen musikalischen Input unglaublich gewachsen. Ich habe Kemi getroffen als wir gerade im Begriff waren eine neue Demo CD einzuspielen. Sie hat uns dann mit Roman bekannt gemacht. Wir haben dieses Demo bei ihm im Studio eingespielt, was so gut ausgefallen ist, dass Transmission uns aufgrund dessen unter Vertrag genommen haben. Transmission stellten uns ein grösseres Budget für die Aufnahmen des Albums zur Verfügung und wir schlugen Roman als Produzenten vor. Um das Budget nicht zu sprengen, entschieden wir uns dann dafür, den Bass und die Keyboards im „Beautiful Lake”-Studio in Aichtal zusammen mit Roman aufzunehmen, und den Rest in Rotterdam im Excess-Studio zusammen mit Hans Pieters und Dennis Leijdelmeijer. Als Margriet das Studio besuchte, arbeitete Sascha gerade an der Metal-Oper Aina und sie war sehr beeindruckt von seiner Art des Komponierens. Wir hatten somit hohe Erwartungen an seine Fähigkeiten, was er mit den Songs machen würde und wir wurden nicht im mindesten enttäuscht. Sascha hat, vom Metal abgesehen, ein sehr grosses Interesse an den unterschiedlichsten Musikstilen. Es war demnach also auch für ihn eine grosse Herausforderung unsere Musik zu produzieren und zu mischen. Er ist sehr talentiert und hat die Intention und die Bedeutung jedes einzelnen Songs sofort erkannt. Sascha besitzt sehr viel Integrität und Respekt. Mit ihm zu arbeiten war sehr angenehm und das „I“-Tüpfelchen auf unserem Album. Ich hoffe, wir werden auch zukünftig wieder mit ihm zusammen arbeiten können. <<
Wir bereits angedeutet dauerte es eine halbe Ewigkeit, sieben Jahre, um genau zu sein, bevor “Touch In The Dark” endlich erscheinen konnte. Wie alt sind demnach die Songs, die es auf das Album geschafft haben und gibt es eurerseits Pläne auch die Demos eines Tages auf CD zu veröffentlichen?

>> „Touch In The Dark“ beinhaltet Songs, die wir im Laufe der letzten Jahre geschrieben haben. Die Songs wurden immer stärker und erreichten eine immer grössere Intensität je mehr die Band im aktuellen Line Up zusammenwuchs. Für eine Wiederveröffentlichung der Demos haben wir keine Pläne, auch wenn wir sie sehr mögen. Sie auf Tape zu belassen hat seinen Charme und erinnert uns an die gute alte Zeit im Underground. <<
Wo sind aus eurer Sicht die grössten musikalischen Unterschiede zwischen “As Voices Speak” und “Touch In The Dark”? Mir scheint, als ob euer neues Album lange nicht mehr so roh und ungeschliffen klingt und viel mehr elektronische Elemente aufweist.
>> Die Line Up-Wechsel, die Arbeit mit einem Produzenten und die zur Verfügung stehende Zeit, die wir für die Aufnahmen hatten, sind sicher einige der Gründe für die musikalischen Unterschiede zwischen den Alben. Das zunehmende Alter und unsere zunehmende musikalische Reife sicher weitere. Unser erstes Album haben wir innerhalb von drei Tagen eingespielt, wo wir keine Zeit und keine Möglichkeit hatten musikalisch zu experimentieren. Es ist aber nach wie vor ein sehr intensives Album, das die Zeit und die Emotionen jener Zeit sehr gut widergibt. Für „Touch In The Dark“ hatten wir vier Wochen Zeit, unsere musikalische Meinung, die von Roman, unseren Toningeneuren Hans Pieters und Dennis, die von Hans van Vuuren von Transmission und natürlich die von Sascha. Durch all diese unterschiedlichen Sichtweisen und Einflüsse hatten wir die Möglichkeit unsere Songs zu vertiefen und unser ganzes Potential auszuschöpfen. <<
Woher bezieht ihr die Inspiration für eure Texte?
>> Wir leben unser Leben mit all der Leidenschaft und der Intensität die möglich ist. Die Emotionen, die wir dabei erfahren, sind eine Inspiration für unseren musikalischen Ausdruck und unsere Texte. Ich denke, jeder verarbeitet das auf seine Weise. <<
Für “Pale Light” habt ihr einen Video-Clip gedreht. Mit wem habt ihr zusammengearbeitet und gibt es in Holland überhaupt Shows, in denen Videos von Gothic-Bands ausgestrahlt werden?
>> Wir sind gerade mit den Dreharbeiten fertig geworden, für die Marcel de Jong und Jelle Swetter verantwortlich waren. Vom ersten Moment an, als wir eine von Marcels Arbeiten sahen, waren wir scharf darauf mit ihm zusammenzuarbeiten. Daraus resultierte zunächst ein Bandposter. Während unserer Vertragsverhandlungen mit Transmission haben wir Marcel ins Spiel gebracht, was direkt dazu führte, dass er den Videoclip für „The Beast Within“ für Aina gemacht hat. Marcel hatte für unsere Single „Pale Light“ eine brilliante Idee, sehr düster und sehr kalt, aber leider hat das unseren finanziellen Rahmen gesprengt. Unter http://www.marceldejong.com ist diese Idee aber als Screensaver nachzusehen. Marcel hat zum Glück viele grossartige Ideen, von denen wir uns für eine entschieden. Wir hoffen, dass der Clip in „The Box“ oder auf MTV gezeigt wird. <<
Eure musikalischen Wurzeln liegen, wie man unschwer erkennen kann, klar in den achtziger Jahren. Was waren eure ursprünglichen Einflüsse und wie denkt ihr, die die Szene aufgrund des Alters ja über Jahre mitverfolgt haben, über die heutige Gothicszene?
>> Der grosse Vorteil der 80er war die Möglichkeit, dass jeder aus einer Punk-Mentalität heraus eine Band starten konnte. Diese Mentalität war damals sehr lebendig und führte dazu, dass Bands, die gerade mal ein paar Wochen existierten und ihre Instrumente genau so lange spielen konnten, sofort Konzerte gaben. Die Ideen und Erwartungen waren ganz andere, als sie heutzutage sind. Das Alter spielt dabei eine ganz wichtige Rolle. Margriet und Karin spielen schon seit Jahren zusammen, während Martin und Rik sehr viel Erfahrung aus ihrer Zeit in Punk-, Hardcore und Wave-Bands mitbringen. Unser grösstes Plus ist, dass wir zwar gemeinsame Wurzeln aber doch sehr unterschiedliche Sichtweisen auf Musik haben. Wir alle haben mit Bands wie Dead Kennedy’s, Joy Division, The Cure, Stranglers. Birthday Party, The Ramones und vielen mehr begonnen. Die holländische Goth-Szene ist momentan sehr industrialorientiert, aus musikalischer Sicht daher nicht gerade sehr geeignet für Asrai. Aber jeder soll das hören, was er mag. <<
Es scheint, als ob die holländische Szene ohnehin viel stärker von Death und Gothic Metal-Bands gekennzeichnet ist. Bands wie The Gathering, Within Temptation oder Epica scheinen ungleich populärer als Vertreter des klassischen Goth und Bands wie Clan of Xymox, Götterdämmerung oder eben auch Asrai.
>> Ja, da stimme ich dir zu. In Holland gibt es eine starke Metalszene. Viele holländische Goths sind eher am Industrial interessiert, aber wir haben den Eindruck, dass es ein neues Interesse an einem 80er Wave Revival gibt. <<
Was können wir in den nächsten Wochen ausser der Veröffentlichung von “Touch In The Dark” noch von Asrai erwarten?
>> Die Zeit für Einzelshows ist aufgrund der Festivalsaison eigentlich vorbei. Um bei diesen Festivals dabei zu sein hätten wir uns eher um das Booking kümmern müssen. Aufgrund der CD-Veröffentlichung werden wir uns auf die nächste Festivalsaison konzentrieren. Momentan arbeiten wir mit Marcel und Jelle in Kooperation mit Maud Mulder, der für das Artwork unseres Band Merchandises verantwortlich ist, bereits am einem zweiten Videoclip für in „Front Of Me“. <<
http://www.asrai.net
Michael Kuhlen


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