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MAGAZIN :: Index: 'A' :: AINA

AINA
Das Gute, das Böse und die Leidenschaft zur Klassik
Eigentlich war heute nicht mein Tag. Auf die Umstände gehe ich jetzt lieber nicht näher ein, denn hier geht es schließlich um Musik. Nur so viel: meine Laune war auf dem Nullpunkt. Dennoch stand ein Interview mit Amanda Somerville an, eine der vier Hauptbeteiligten (die anderen drei sind Produzent Sascha Paeth, Robert Hunecke-Rizzo, der alle Gitarren und sämtliche Basslines eingespielt sowie produziert hat, und Miro, der für die Keyboards und die Orchester Arrangements zuständig war) der hervorragenden Metal-Oper „Aina“, die mir unser Chefredakteur so schmackhaft gemacht hat. Abgesehen davon, dass dies das längste und interessanteste Interview meines Lebens wurde, ist Amanda eine Seele von Mensch, die mit ihrem sonnigen Charme und dem süßesten Lachen, das eine Frau haben kann, einen alles um sich herum vergessen lässt. Mein Gemüt war im Nu auf dem Höhepunkt und am Ende wusste ich gar nicht mehr warum ich überhaupt so sauer war. Amanda stammt aus Detroit, spricht aber gutes Deutsch, was mir die Arbeit sehr erleichtert, da ich das lange Gespräch nicht übersetzen brauche. Das ganze Interview war geprägt von einer Euphorie, Spaß und Hingabe die Miss Somerville an den Tag legt, wenn sie von ihrer Arbeit erzählt, dass alle anderen Musiker vor Neid erblassen sollten. Welcher Aufwand und welche Aufopferung dieses opulente Werk gekostet hat wird im Laufe des Gesprächs einige Leser und Musiker in Erstaunen versetzten. Unter dem Motto: geht nicht, gibt es nicht, schufen vier Freunde eines der bislang besten Metal-Werke die man sich vorstellen kann. Auf zwei CD`s und einer DVD kann man sich satt hören und sehen. Es wurden kaum Kosten gescheut und der Zeitaufwand war immens. Bevor mich Amandas ansteckende Euphorie ins überlange Schwärmen bringt und die Gefahr besteht, dass ich im Vorwort alles vorwegnehme, gehe ich lieber direkt zum Interview über.
Herzlichen Glückwunsch zu zehn von zehn erreichbaren Punkten beim Obliveon für euer Meisterwerk.
>> Thanks, das ist eine Ehre. <<
Ich hoffe, dass ich nicht die obligatorische halbe Stunde zur Verfügung habe, denn ich würde gerne 1387 Fragen stellen.
>> Haha, das ist dein Bühnenauftritt. Nach dir haben ich keinen Interviewpartner mehr. Tob dich aus. <<
Cool, so mag ich das. Wer legte den Grundstein für Aina und wie entwickelte sich die ganze Geschichte?
>> Es begann als Traum eines verrückten Typen aus Holland. Er ist der Chef von Transmission Records und heißt Hans van Vuuren. Sascha Paeth hat schon ein paar Sachen für Hans gemacht und er war sehr beeindruckt. Hans sah in Sascha den Mann, der seinen musikalischen Traum umsetzten kann. Als Hans anrief ob Sascha sich das Projekt der Metal Oper zutrauen würde, hat er sofort ja gesagt. Aber Sascha ist auch ein Mensch, der selten nein sagt. Er hat so viele Dinge gleichzeitig laufen, dass ich da gar nicht mehr mitkomme, haha. Er hat sich schon gedacht, dass er mit der Arbeit alleine überfordert sein würde und hat mich wegen der Texte kontaktiert. Deswegen hat er mich angerufen und gefragt, ob ich die kompletten Texte übernehme. Ich sollte auch ein ganzes Konzept für die Geschichte erstellen. Später hat er dann Robert und Miro hinzugezogen. Die drei arbeiten eh öfter zusammen. Mittlerweile gehöre ich ebenfalls zu dem Team. Für mich war es das erste Mal, dass ich mich in dieser Richtung engagiere und wir betrachten das ganze als Rock-Oper. Als ich fragte, um was es sich generell thematisch handeln sollte, sagte Sascha, dass das auch mein Job sein sollte. Das wurde eine ganz schön heftige Arbeit für mich. Hoffentlich habe ich das gut hingekriegt. <<
Das hast du. Respekt. Meine Band schreibt ebenfalls gerade ein Konzeptalbum und wenn Sascha nicht absagt, wissen wir ja an wen wir uns wenden, haha.
>> Sascha hat gerade mit After Forever die Arbeiten zum neuen Album abgeschlossen. <<
Hab ich reingehört, aber denen fehlen irgendwie die Hits. Zudem ist das Thema in dieser Richtung schon recht überlaufen mit Nightwish, Edenbridge und Epica.
>> Ich finden trotzdem, dass Floor Jansen (After Forever) eine klasse Sängerin ist. Und sie ist riesengroß. Noch größer als mein Mann. Ich glaube zwei Meter. Ihr Freund spielt auch in der Band (Sander Gommans, Gitarre) und der ist über zwei Meter groß. Die beiden sind ein Paar für sich. <<
Ich habe einiges über deinen Mann gelesen, dem wir es zu verdanken haben, dass du hier bist. Was macht er denn genau?
>> Er heißt Felix und kommt aus Wolfsburg. Er ist selbstständiger Künstler (www.artischocken.com) als Fotograf. Nebenbei macht er Videofilme und wir managen uns gegenseitig. <<
Als ich die vier Namen der kreativen Geister dieses Werks gelesen habe, war deiner der einzige, der mir völlig unbekannt war. Was hast du in der Vergangenheit gemacht?
>> Haha. Ich bin eigentlich Singer/Songwriter in Richtung Folk, Pop-Rock und Jazz. Man kann es ganz einfach als eine Mischung zwischen Nora Jones und Tori Amos beschreiben. Ich habe im Jahre 2000 ein Solo-Album gemacht, das „Blue Nothing“ heißt und daraufhin eine EP. Ein weiteres Album nehme ich gerade mit Miro auf. In den letzten drei Jahren habe ich Studio-Sachen für andere Künstler gemacht. Ich habe die Background-Vocals für das Epica-Album „The Phantom Agony“ eingesungen.<<
Wie bist du mit Sascha zusammengestoßen?
>> Sascha hat meine EP gemischt und einen Song mit einem Re-Mix bearbeitet. Wir verstanden uns sehr gut und ihm gefiel meine Stimme, und so kam es dazu, dass ich für eins seiner Projekte die Background-Vocals übernahm. Seitdem arbeiten wir ständig zusammen. Ich habe sogar für Rhapsody, Luca Turilli und für Shaman (die neue Band von Andre Matos), Backings eingesungen. <<
Was war denn der schwierigste Teil der Produktion?
>> Aus meiner Sicht war es, sich das Konzept auszudenken. Das hat mich ein bisschen überrumpelt. Dazu kam die Koordination untereinander. Ich war die meiste Zeit in den USA und alle anderen waren hier in Deutschland. Für die anderen war es sicherlich Arbeit die ganzen Künstler zusammen zu kriegen. Das war sauschwer, haha. Die Bänder gingen in die ganze Welt und es wurde in verschiedenen Ländern aufgenommen. <<
Warum hast du die vorgelesene Aina-Story nicht als Textvorlage genommen, anstatt nochmals weitere Lyrics zu schreiben?
>> Ich wollte eine Übersicht für die Geschichte haben und das ist genau das, was im Booklet steht und auf CD nochmals vorgetragen wird. Doch zwischendrin passieren noch so viele Sachen, so dass ich einfach zwei abhängige Teile brauchte. Ich musste immer im Gedächtnis behalten, dass ich eine Rock-Oper schreibe und kein Buch. Natürlich durfte ich den Rahmen eines CD-Booklets nicht überspannen. Obwohl es schon riesige Ausmaße angenommen hat. <<
Ich habe im Review das Werk als Buch bezeichnet, haha.
>> Haha, echt? Na ja, es sollte auf jeden Fall eine Zusammenfassung geben, die leicht zu verstehen ist und die einzelnen Liederdie Löcher der Story füllen. Sie geben Details und eine andere Seite oder Perspektive der Geschichte. <<
Was ist denn jetzt das Faszinierende an der Aina-Story, denn der Kampf zwischen Gut und Böse wurde doch schon tausendmal erzählt? In welcher Form ist deine Erzählung anders?
>> Ich weiß nicht, ob meine Geschichte anders oder interessanter ist, für mich war es nur wichtig eine Liebesgeschichte zu schreiben. Und die ist es letztendlich geworden. Gut gegen Böse ist nun mal ein ewiges Thema, und der Ursprung des Bösen ist immer eine Frau, haha. Bei meiner Story ist es auch nicht anders. <<
Du sprichst mir aus der Seele, da ich mich mitten in der Scheidung befinde.
>> Oh schade. Aber ich habe das mit einem fünfzigprozentigem Witzanteil ausgesprochen. <<
Und das von einer Frau!
>> Ich wollte besonders interessante Elemente mit einbringen. Ich habe eigens für Aina eine neue Sprache erfunden. Das gab es, so weit ich weiß, noch nie. Der Knabenchor aus England, „The Trinity School Boys Choir”, war auch meine Idee. <<
Wenn du eine Liebesgeschichte schreiben wolltest, warum sind die Ausführungen der Sprache und die Art und Weise der Handlungen so extrem brutal?
>> Jaaa....hahaha! Bevor ich mit den Texten angefangen habe, musste ich Hans die Story vorstellen. Ich schickte also alles per Post nach Holland um grünes Licht zu kriegen. Ihm und seiner Frau gefiel, was ich niedergeschrieben hatte, und er hat mich direkt angerufen. Nur war er der Meinung, dass man sofort merkt, das eine Frau die Geschichte verfasst hat. Und ich : „Waaaassss??? Was soll denn das heißen?“ Er sagte nur, dass in der Metal-Szene alles ein bisschen härter ist mit der Gewalt und ich es sehr weich geschrieben hätte, so“ lovie-lovie“ (niedlich, Anmk. d. Verf.). Das konnte ich nicht fassen, was ich da hörte. Ich setzte mich hin und schrieb die Lieder wie „The Siege Of Aina“, mit Sätzen wie „Rip Through The Maiden“ und „Slay The Men“ und so weiter. Und ich fragte Hans nur: „Ha, wie das jetzt für eine Frau, hahaha?“ Na ja, er meinte dass es jetzt ein bisschen blutiger geworden wäre, was mich natürlich weiter antrieb ihm zu zeigen, was ich wirklich noch drauf hatte. Somit ist es eine recht harte Version geworden. <<
Warum habt ihr euch für eine zweite CD mit den Single-Versionen entschieden, wobei sie doch nicht so anders sind, als die Original-Tracks?
>> Für uns sind die Songs schon unterschiedlich, außer die Single-Version von „The Beast Within“ vielleicht. Sie ist halt etwas länger. Wir haben die ursprünglichen Lieder parat gestellt, die wir als Vorlagen an die Gastsänger weitergaben. Glenn Hughes hat die originale Idee total verändert. „Rape Of Oria“ wurde komplett in der Sprache von Aina gesungen und hat den Titel „Ve Toùra Sol“ auf der zweiten CD. Das war mir sehr wichtig. Als Bonus gibt es dann noch „The Story Of Aina“, einmal als Erzählung und nochmals als Instrumental. <<
Da habe ich wohl nicht richtig aufgepasst. Ihr habt euch eine tierische Arbeit mit der Verpackung des Gesamtproduktes gemacht. Ein echtes Kunstwerk. Spielte der Gedanke eine Rolle, den Leuten, die etliche Silberlinge selbst brennen, eins auszuwischen?
>> Ja natürlich, das war schon ein Teil unserer Gedanken. Ich finde des Preis sowieso unschlagbar. 18,00 Euro für zwei CD`s, eine DVD und das großartige Booklet mit all dem Artwork, bietet kaum eine Gelegenheit „nein“ zu sagen. All diese Ideen stammen von Hans und Transmission Records. Und ich finde, sie haben sich selbst übertroffen. Wir waren sehr erstaunt. Es hat zwei Jahre gedauert bis wir das fertige Produkt in den Händen hielten. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl gewesen. Immerhin sind das zwei Jahre meines Lebens, die ich investiert habe, haha. Das ist ein tolles Gefühl. <<
Warum hast du unbedingt auf die Aufnahmen mit dem „Trinity School Of Boys Choir“ bestanden? Gab es keinen geeigneten Chor der in Deutschland beheimatet ist? Und wie sind die Kinder mit der Arbeit umgegangen?
>> Die Kinder waren klasse. Wie ich schon auf der DVD im Interview gesagt habe, war diese Erfahrung ein absolutes Highlight für mich. Außerdem ist es seit Jahren ein Traum von mir mit einem englischen Knabenchor zu arbeiten. Sie sind sehr bekannt und haben jede Menge schöne Dinge geleistet auf verschiedenen Soundtracks und anderen ungewöhnlichen Projekten. Ihre puren Stimmen sind einfach faszinierend für mich. Ich habe bei so vielen verschiedenen Chören angerufen und es war sehr schwierig einen zu bekommen, denn entweder waren sie ausgebucht, oder haben überhaupt nichts außer kirchlicher Musik gemacht, oder sie waren zu teuer. Dann habe ich den Intendanten des Trinitiy School Boys Choir gesprochen und er war sehr interessiert, wollte alles wissen und fragte viel nach. Sie hatten zwar auch viel zu tun, wollten diese Gelegenheit dennoch annehmen. Wenn man alle Aspekte betrachtet, war dieser Chor die beste Möglichkeit, unsere Vorstellungen zu verwirklichen. Die Kinder hatten schon international gearbeitet, so dass es keine Berührungsängste gab. Das war wichtig für uns. Natürlich hätten wir es ebenso mit einem deutschen Chor machen können, aber die waren sehr teuer. Von der Trinity School haben wir ein faires Angebot bekommen, da die Eltern schon enorm viel zahlen müssen.
Damit die Jungs die Schule besuchen dürfen, war der Preis für die Verantwortlichen zweitrangig, haha. Das war auch toll. Eine andere witzige Sache ist, dass Robert, Miro und Sascha so viele Schwierigkeiten mit der Aussprache in Englisch haben, haha. Das kannst du dir nicht vorstellen. Robert sang seine Demo so richtig männermäßig ein. Er sprach aber auch alles falsch aus und, typisch Mann, fragte er gar nicht erst nach, ob irgendetwas falsch war. Die Kinder sind jede Menge Fremdsprachen wie Latein oder Deutsch gewohnt und hatten die erfundene Sprache Ainas schnell drauf und sangen sie im Chor. Ich habe alles nur kurz erklären müssen. Die Kids sind einfach unglaublich. <<
Wie kamt ihr auf T.M. Stevens, da er doch eher als bekannter Bassist für eine gänzlich andere Musikrichtung gilt, denn wir haben doch einen guten Querschnitt an hervorragenden Metal-Bassisten?
>> Das ist keine Frage für mich. Mit der Auswahl der verschiedenen Musikern und Sängern hatte ich so gut wie nichts zu tun. Das hat hauptsachlich Sascha oder Robert in die Hand genommen. <<
Kein Thema. Wenn du eine von vierundzwanzig Fragen nicht beantworten kannst, geht das in Ordnung.
>> Haha, Danke <<
Mark Klinnert (Rhapsody, Gun Barrel, Axel Rudi Pell) ist bekannt für seine farbenfreudigen und kraftvollen Coverbildern. Warum ist die Frontseite von „Aina“ so schlicht ausgefallen?
>> Weil wir uns gegen seine üblichen Arbeiten gewehrt haben, haha. Nein mal ehrlich, wir haben extra nachgefragt, ob wir etwas anderes bekommen können, denn wir wollten kein Cover im Stile von Rhapsody haben. Es kann sein, dass dies keine gute Verkaufstaktik ist, denn das Auge ißt mit, aber wir wollten uns anders darstellen. Für den üblichen Klinnert-Fan ist aber genug Action-Art im Booklet. Das Bild in der Mitte hatte Mark eigentlich als Cover vorgesehen (das bunte Monster-Bild, Anm. d. Verf.). Damit waren wir nicht einverstanden. Das hätte nur Vergleiche mit anderen Bands gegeben. Wir wollten ein richtiges Buch-Cover. Es sollte alt, mystisch und mächtig wirken. Mark ist ein unheimlich begabter Künstler, und das betrifft nicht nur seine Bilder, sondern auch seine restlichen Arbeiten wie die Fantasy-Figuren. <<
Tja die Frage warum das Album bei Transmission Records erscheint und nicht bei LMP Music, für die Sascha und Miro ständig tätig sind, können wir uns sparen. Also auf zum nächsten Thema. Ihr habt euch für einen 3D-Animation Computer-Clip als Video entschieden. Wobei ich eher eine komplette Zeichentrick-Serie in Disney-Niveau erwartet hätte. Wer hatte die Fäden in der Hand?
>> Das hat gar nichts mit uns zu tun, denn das war die Idee von Hans. Er ist unheimlich begeistert von dieser Kunstform und wollte es unbedingt so haben. Hans hatte vorher Filme von den beiden Machern Marcel de Jong (www.marceldejong.com) und Jelle Swetter gesehen und war richtig hin und weg. <<
Wie lange hast du denn gebraucht um diese eigene Sprache für „Aina“ zu entwickeln und was ist so besonders an dieser Sprache?
>> Es dauerte ziemlich lange, denn mittlerweile habe ich ein richtiges Wörterbuch entwickelt. <<
Und was heißt „Ich liebe dich“ in Ainan, falls ich mal eine Frau von dort kennen lerne, höhö?
>> Haha! Sorry, das habe ich jetzt nicht auswendig, habe es aber schon aufgeschrieben. Das kann man bald alles auf der Homepage http://www.thestoryofaina.com nachlesen. Schließlich geht es um ein Land, das sehr mystisch ist und in dem ein Volk lebt, das wunderschön ist. Das Land ist geheimnisvoll und magisch. Deshalb benötigte ich eine Sprache, die das reflektiert. Ich kann das Wort Liebe mal als Beispiel nehmen. In Ainan heißt es Amêr, ähnlich wie Amore aus dem Italienischen. Liebe hat von der Bedeutung her einen ganz bestimmten Klang und eine bestimmte Farbe... (Amanda wechselt wieder in die Muttersprache um sich besser zu artikulieren) ... ich habe versucht den Emotionen, die das Wort "lieber" hervorruft, mit bestimmten Tönen und Worten in dieser anderen Sprache zu assoziieren. <<
Du warst, als du sie das erste Mal gehört hast, enttäuscht von den Gesangslinien, die Glenn Hughes beigesteuert hat, die ich nebenbei gesagt auch am schlechtesten finde. Was hat die gestört und was hat deine Meinung mittlerweile revidiert?
>> Ich war ein bisschen schockiert, weil die Gesangslinien sich total von der Grundidee verändert hatten. Er hat den Song völlig umgekrempelt. Wir konnten selbst die eigentliche Melodie kaum erkennen. Am Anfang waren wir überhaupt nicht sicher ob das klappen würde, aber je mehr wir reinhörten, desto interessanter wurde die Chose. Glenn hat den Charakter, den er verkörpern soll, König Talon, so richtig zum leben gebracht. Aber wie gesagt, am Anfang war es nicht so passend, irgendwie einfach zu bluesig. <<
Was war denn der interessanteste Teil, wenn man mit so vielen verschiedenen Talenten zusammenarbeitet?
>> Nun, es gibt einfach wahnsinnig viele Interpretationen zu dem selben Song. Das ist unglaublich, was da alles möglich ist. Das Projekt hat dadurch sehr viele neue Erfahrungen ermöglicht. Es ist insgesamt eine sehr bunte Leinwand geworden. Die Perspektiven änderten sich auch laufend. Es war einfach interessant und verwunderlich, was die verschiedenen Künstler aus unserer Grundidee veranstaltet haben. Manche Sachen, so wie das Video, sind total anders geworden, als ich sie mir am Anfang vorgestellt habe. Es ist wie in einer Evolution geworden. <<
Sass Jordan ist eine meiner absoluten Lieblingssängerinnen. Wo habt ihr sie ausgegraben?
>> Jaaa, haha. Robert oder Sascha haben sie aufgespürt und sie hat die Oriana übernommen. Jedoch leider nur auf einem Lied, „Oriana`s Wrath“. Sie kommt zwar aus einem anderen Metier, aber sie hat richtig toll geschrieen. Eine wunderschöne Frau. <<
Hört, hört! Ich hatte ja das Glück diesmal die Limited Edition zu bekommen. Was hat die reguläre Ausgabe denn nicht?
>> Haha, das kann ich dir nicht beantworten (und bricht vor lauter Lachen am Telefon zusammen, Anm. d. Verf.), denn es gibt gar keine weitere Version des Albums. <<
Haha, voll beim Bescheißen erwischt. Die echte Wahrheit nur hier bei Obliveon. Wer ist für den Schmu verantwortlich?
>> Das war die Idee von Hans. Ich habe keine Ahnung, ob es je eine reguläre Ausgabe geben wird, ich denke nicht. <<
Zumindest hat jeder Käufer die Möglichkeit das komplette Package zu ergattern. Hat auch Vorteile.
>> Das ist einfach die Art von Hans, auf dicke Hose machen, hahaha! <<
Axel Naschke (spielt die Orgel auf „Son Of Sorvahr“) ist der einzigste Musiker in eurem Billing, den ich überhaupt nicht kenne. Was treibt er sonst so?
>> Es ist ein ganz hervorragender Musiker hier aus Wolfsburg. Er hat mit Sascha in verschiedenen Formationen zusammen gespielt. Einen Bandnamen habe ich jetzt leider nicht parat. Irgendwie haben hier alle schon mal zusammen gezockt. Mein Gitarrist, Michael Fischer, ist der ex-Schwager von Sascha. So trafen wir zusammen. Sascha nimmt gerade die Soloplatte von Axel auf. <<
Wer ist denn M. Rodenberg, der die Musik für „The Story Of Aina“ komponiert hat?
>> Das ist Miro. <<
Das habe ich mir zwar schon gedacht, aber einmal steht in den Credits Miro, und dann wieder M. Rodenberg.
>> Genau. Eigentlich heißt er Michael. <<
Am Ende der geschriebenen Erzählung vom Booklet steht: „To be continued“. Eine Fortführung der Geschichte ist folglich in Planung oder ist das genau so ein Witz wie die Limited Edition?
>> Haha, nein. Das war wieder unser Hans und ich war sehr überrascht als ich das gelesen habe. Ich habe ihn direkt gefragt was es damit auf sich hat. Er wiederum fragte mich, ob ich interessiert sei eine Fortsetzung zu schreiben. Ich war zwar einverstanden, aber sagte gleich, dass wir vielleicht erst mal die erste Produktion an den Mann bringen sollten. <<
Er muss euch doch letzt schon knebeln, bevor ihr zu teuer werdet, haha.
>> Nein, haha, aber das hat mich sofort inspiriert und ich habe tatsächlich schon eine zweite Story verfasst. <<
Dann schicke ich schon mal sofort eine Bewerbung als Backgroundsänger ab.
>> Mach das. Du kannst auf jeden Fall Triangle spielen. <<
Geil, ich verzichte auch auf Gage. Gab es irgendetwas das ihr nicht realisieren oder verwirklichen konntet? Vielleicht jemanden, der nicht mitmachen konnte oder wollte?
>> Natürlich gab es ein paar Leute die keine Zeit oder wegen des Geldes Schwierigkeiten hatten. Wir haben Ronnie James Dio gefragt, aber der war gerade auf Tour und hatte überhaupt keine Zeit in irgendein Studio zu gehen. Luca Turilli hat ein neues Management und die hatten, na ja, sagen wir mal, einfach abgesagt. Aber im Großen und Ganzen lief alles glatt. Das war der Traum vom Hans, er ging so gut wie keine Kompromisse ein und hat kaum mit Geld gegeizt. Ich bin schon am überlegen, wen ich das nächste Mal dabei haben möchte. <<
Luciano Pavarotti.
<< Nein, so weit würde ich nicht gehen. Ein bisschen muss der Preis gewahrt werden. Aber es gibt in Finnland einen schreienden Männerchor und das wäre schon eine Möglichkeit. Die sind echt geil. <<
Eine Tour steht jedoch nicht zur Debatte, oder?
>> Ich kann das noch nicht bestätigen, aber ich arbeite an dieser Ausarbeitung. Ich habe vor zwei Stunden mit Hans telefoniert und habe ihm den Bühnenplan und eine kleine Überarbeitung unterbreitet. Die letzten Wochen habe ich nur damit verbracht die Rock-Oper auf die Bühne zu bringen. Wir haben es vor, nur wird es sich in Zukunft zeigen, wie weit alles realisierbar wird. Das wird allerdings sehr teuer sein, denn wir möchten schon fünfzig Prozent Konzert und fünfzig ProzentTheater aufführen. Ich hoffe, dass wir es in den nächsten sechs Monaten schaffen. <<
Dann darf ich dich jetzt entlassen.
>> Steve, es war ein Vergnügen, haha. <<
Für mich erstmal. Dann danke ich dir für dieses Ausnahme-Interview und dem Verbreiten von absolut guter Laune. Der Tag ist mein Freund.
>> Gern geschehen. Ich bin ja öfter in Essen, dann komme ich auf deine Einladung von vorhin zurück. <<
Das schmiere ich meinem Chef direkt unter die Nase, haha.

http://www.thestoryofaina.nl
Steve Burdelak


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