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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DREAMSCAPE

DREAMSCAPE
Neulich flatterte mir ein Scheibchen in den CD-Player, dass mich zunächst aufhorchen ließ und nach mehrmaligem Durchhören den Grad des Entzückens stetig erhöhte. Es handelte sich dabei um den Drittling von Dreamscape, "End Of Silence", einem Klassealbum im Progmetalbereich, dass internationale Vergleiche mit wirklichen Größen nicht scheuen muss.
Klar auch, dass ich mich umgehend mit Keyboarder und Producer Jan Vacik über das Album und andere Dinge unterhalten musste und erfreulich, gleich eingangs zu erfahren, dass die sympathischen Bayern bisher recht zufrieden mit ihrer derzeitigen Situation sind.
>>Ja, das Album läuft wirklich gut. Über Zahlen kann ich natürlich noch nichts sagen, außer dass die ersten viertausend wohl weg sind, aber die Reaktionen der Fands sind durchweg gut. Schlimmstenfalls finden es einige Leute ok. Einige finden unser Vorgängeralbum "Very" etwas besser, eingängiger, aber wir stehen voll hinter "End Of Silence".<<
Ich auch ! Nun ist die Entstehungsgeschichte zum Album eine durchaus abendfüllende Angelegenheit, mit Besetzungswechseln und Business-Problemen; wie aber sieht Jan die Entwicklung der Band ?
>>Der Plan war von vornherein, etwas härter zu werden. Dieser Plan ließ sich jedoch mit unserem alten Sänger nicht umsetzen, denn der wollte noch softer und poppiger werden. So kam´s dann also zum Split und wir setzten unser Vorhaben in die Tat um. Wolfgang (Kerinnis-g.) schaffte sich eine siebensaitige Gitarre an, wodurch sein Gitarrenspiel variabler wurde und so einen leicht bösen Touch bekam. Insgesamt haben wir versucht, die Songs kompakter zu gestalten und für jeden etwas hineinzupacken. Vor allem auch für diejenigen, die nicht nur auf diesen Technikkram stehen, ist´s jetzt leichter, weil nicht zu viel virtuoses Gefrickel hineingepackt wurde.<<
Wobei jedoch auch dieser Bereich keineswegs zu kurz kommt. Die Entstehung der Songs wich ein wenig vom üblichen Weg ab, denn es gab zunächst keine Gesangsparts. Ohne Sänger keine Melodien...
>>Ja, das war schon schwierig, denn am Anfang war kein Sänger dabei und du wusstest nie genau, ob die Songs dann auch noch klingen, wenn du eine Stimme drauf hast. Wir mussten dann auch schon noch einiges verändern, nachdem Roland (Stoll-voc.) zu uns gestoßen war.<<
Stilistisch gesehen drängen sich bei "End Of Silence" durchaus Parallelen zu älteren Dream Theater-Epen auf. Stört die Band diese Schubladeneinordnung ? Jan bleibt da eher gelassen.
>>Das kommt schon darauf an. Manche verdächtigen uns ja schon, nur weil wir auch ein Dream im Namen haben, dabei existierten Dreamscape schon unter diesem Namen, bevor die erste Dream Theater-LP herauskam. Andererseits wirst du natürlich, wenn du etwas in der Progrichtung machst, immer mit Dream Theater verglichen, denn sie sind in diesem Bereich einfach das Maß aller Dinge. So ist´s also auch eine Ehre, verglichen zu werden. Hauptsache man gilt nicht als billige Kopie.<<
Ich denke, da können sie beruhigt sein. Zumal "End Of Silence" sicherlich in einigen Fachveröffentlichungen im direkten Vergleich mehr Lob eingeheimst haben dürfte, als das neue DT-Opus.
>>Das ist unsere Chance, << bemerkt ein lachender Keyboarder, >> denn diejenigen, die sich mit dem neuen DT-Stil nicht recht anfreunden können, können sich dann ja vielleicht mit unserem Sound identifizieren.<<
Dazu müsste man aber wohl noch ein klein wenig bekannter werden, was natürlich unter anderem Ziel dieser Unterhaltung ist. Aber von Dream Theater zurück zu Dreamscape. Letztere konnten im Jahre 2002 das Sangesjuwel Roland Stoll für sich gewinnen. Zu dieser Zeit standen zwar die Songs schon, aber noch nicht die Gesangslinien. Inwieweit konnte sich der neue Sänger in die Songs einbringen, inwieweit existiert ein textlicher roter Faden auf "End Of Silence" ?
>>Die Texte wurden komplett von Roland neu geschrieben. Wir anderen haben davon keine Ahnung. Wo Änderungen in den Songs notwendig waren, haben wir zusammen daran gearbeitet. Roland hat aber wie gesagt alle Gesangslines mitgebracht. Er ist da sehr ambitioniert und ehrgeizig und legt auch besonderen Wert auf die Refrains, da die für ihn einfach besonders wichtig sind. Wobei aber an den eigentlichen Songstrukturen nichts mehr geändert wurde, weil das auch technisch gar nicht mehr möglich gewesen wäre.<<
Und textlich?
>>Au ja, der zweite Teil der Frage. Tja, da macht sich Roland schon so seine Gedanken, wobei die Texte aber nicht zusammen hängen. In "Short Time News" geht´s zum Beispiel um die Ereignisse am 11. September, der Titelsong beschreibt das Gefühl, sein Leben selbstbestimmt leben zu wollen. So gibt´s also immer einen speziellen Kerngedanken. Aber eigentlich bin ich da auch nicht so sehr der richtige Ansprechpartner, denn ich achte ja mehr auf die Musik <<
bekennt ein verschmitzt lachender Keyboarder. Trotzdem ist es natürlich durchaus von Interesse, inwieweit aktuelle Ereignisse, wie z. B. die unerträglichen terroristischen Attacken und die damit einhergehenden in der Diskussion stehenden Einschränkungen von Bürgerrechten in die Musik einfließen.
>>Sicher beeinflusst einen das schon etwas, aber nicht zu sehr. Denn momentan wäre man dann ja gezwungen, nur noch düstere Sachen zu schreiben. Textlich fließt das aber schon ein, wie auch in "Infected Ground", das wir am Tag der Terroranschläge von Madrid auch live gespielt haben. Wir gehen jetzt aber nicht mit der Absicht heran, einen Song speziell über ein bestimmtes Thema zu schreiben; das entwickelt sich so.<<
Zurück zum neuen Album. Dieses war schon Ende 2002 fertig, eine Plattenfirma konnte hingegen erst Ende 2003 gefunden werden. Wie kann das sein ?
>>Viele haben im Jahr 2002/2003 enorme Schwierigkeiten gehabt. Von einigen bekamen wir Standardabsagen, wie auch anfangs von Massacre, einige meinten, sie wollten keine Bands in der Dream Theater-Richtung unter Vertrag nehmen. Das führte natürlich zu enormem Frust und gegen Mitte des Jahres standen wir teiweise davor alles hinzuschmeißen. Tja, und plötzlich hatten wir im Oktober drei Angebote von Locomotive, Limb und eben von Massacre, die durch einen Bekannten, der dort Mailorder macht, nochmal aufmerksam wurden. Wir haben uns dann für Massacre entschieden, auch weil unsere Bekannten von Lanfear, deren letzte CD ich produziert habe ("The Art Effect" - absoluter Kauftipp - TKN), dort ebenfalls unter Vertrag sind und gute Erfahrungen gemacht haben. Bei Massacre kannst du jederzeit anrufen, wenn´s Probleme gibt, alles geht sehr familiär zu - echt angenehm. Von unseren ersten beiden CD´s haben wir hingegen bis heute noch keine Abrechnungen erhalten.<<
Nun schreit eine so erfolgreich angelaufene Zusammenarbeit ja geradezu nach einer livehaftigen Fortsetzung. Diesbezüglich sind die Planungen aber eher mau.
>>Gerade gestern haben wir in Stuttgart mit einigen anderen Bands, darunter vier Massacre-Bands gespielt. Ansonsten machen wir sukzessive weitere Gigs klar. Am 17. September dürfen wir übrigens in Atlanta auf dem "ProgPower USA V" spielen und ansonsten suchen wir momentan eine professionelle Booking-Agentur. Wir würden gern auch mal in Frankreich spielen, wo Prog-Bands, wie z.B. Vanden Plas, einen ganz anderen Stellenwert haben. Dort spielen sie vor 3000 Leuten, während hier gerade mal 300 kommen. Trotzdem würden wir natürlich auch gerne im Sommer mal eine kleine Tour machen, aber das steht noch in den Sternen.<<
Als Nebenprojekt mit Priorität ist Jan im eigenen "Dreamscape-Studio" als Producer tätig.
>>Ja, vor ein paar Jahren haben wir natürlich für Equipment zusammengeworfen und auch alles, was für die "Very" kam, investiert. In 2000 habe ich dann mein eigenes Studio aufgebaut, was jetzt eigentlich mein Hauptaufgabenfeld ist. Ich mache dort aber nicht nur Aufnahmen mit Progbands oder Powermetallern wie Lanfear, sondern alles quer Beet. Gegen Mitte/Ende des Jahres werde ich auch wieder mit Lanfear arbeiten. Mit denen spielen wir übrigens auch live und zwar am 29.05. glaube ich, in der Livearena in Münster (bei Frankfurt-TKN). Vielleicht können wir ja auch mal mit Lanfear zusammen touren. <<
Das wäre schön. Wie schaut´s denn ansonsten mit Zukunftsplänen aus ? >>Sicher haben wir schon wieder begonnen, neue Songs zu schreiben. Aber wir sind nicht so weit, wie man denken könnte, weil die letzten Songs schon 2002 fertig waren. Wir hatten halt 2003 mehr mit unerfreulichen Dingen zu tun.<<
Bleibt zu hoffen , dass ihr dafür sorgt, diese unangenehmen Sachen für die Zukunft auszuschließen.
http://www.dreamscape.de
Torsten Knafla


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