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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ANYONE´S DAUG ....

ANYONE´S DAUGHTER & MAX.RADIO, 25.3.2004, Aschaffenburg, Colos-Saal


Aschaffenburg, Colos-Saal

25.3.2004
max.radio? Ich kannte bisher nur Max Power alias Homer J. Simpson in ungewohnt fitter körperlicher Verfassung. Vollkommen ahnungslos was mich als Support-Act erwartete, stand ich da also mit einer Hand voll weiterer Besucher im Colos-Saal, der mit einer Reihe von kleinen Tischchen nebst zugehöriger Sitzgelegenheiten bestückt war. So wirkte die ganze Szenerie so ein bisschen wie in einer schummrigen Kaschemme, die den weit verteilt sitzenden Hoffnungslos-Singles und Pärchen im fortgeschritteneren Alter ein eher zweifelhaftes Live-Programm bieten würde. Es kam dann punktgenau aber kein abgehalfterter Möchtegernkomiker, sondern eine holde Blonde auf die Bühne, zusammen mit ihrem Kumpanen, der am Keyboard Platz nahm. Mit sanften Piano-Klängen unterlegt gab die Grazie nun eine mächtig unter die Haut gehende Ballade zum Besten, wobei ihre grandiose Sangeskunst sofort ziemlich Eindruck schinden konnte. Leider wurde diese intensive Atmosphäre im weiteren Verlauf durch umfangreiche Samples gnadenlos zerstört, denn die meisten folgenden Stücke gingen mehr in eine vollinstrumentierte Richtung. Dazu scheint aber die entsprechende Band gefehlt zu haben, weswegen man sich dann schon fast an eine Karaoke-Darbietung erinnert fühlte, so fett war das Playback. Schade eigentlich, denn das Material klang an sich recht stark, wenn für meinen Geschmack auch etwas zu poppig. Ziemlich unpassend auch die ausdauernden Aufforderungen der Chanteuse ans Publikum mitzuklatschen - schließlich befand sie sich vor ein paar Dutzend alten Säcken in ihren Dreißigern und Vierzigern und nicht bei ´The Dome 28´! Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass mit max.radio weiter zu rechnen ist, zumal der letzte Song "Out Of My Head" auf dem "Abgefahren"-Soundtrack zu Ehren gekommen ist und einiges an Hitpotenzial aufweist. Die eigentlich obligatorische Umbaupause ist dann praktisch mangels Anlass ersatzlos ausgefallen, so dass Anyone´s Daughter kurz nach dem Abgang ihrer Vor"band" schon am Start waren. Die bange Frage war, ob die Jungs immer so klasse sind, wie ich sie einst beim Burg Herzberg-Festival kennen und lieben gelernt hatte. Sie machten es mir leicht, indem sie mit drei Hits ihres "Danger World"-Albums anfingen, die noch geschmeidiger reingelaufen sind als die zwei auch schon leckeren Hefeweizen. Mit perfektem Sound und voller Spielfreude zelebrierten A.D. ihre magischen Sounds zwischen edelstem Pop und proggigem Rock, so dass man sich unweigerlich fragen musste, warum zum Deibel nicht mehr als vielleicht hundert geschmackssichere Menschen diesem Event beiwohnten. Die Band scheint dies allerdings nicht gestört zu haben, denn sie hatte durchweg Spaß inne Backen. Vor allem Sänger André ist ein absolutes Juwel, da er singt wie ein junger Gott und der geborene Frontsympath ist. Seine Mischmasch-Ansagen auf Englisch/Deutsch sind zum Teil sehr stimmungsfördernd, wenn er wie vor "I´ll Never Walk That Road Again" putzig nach den passenden Worten sucht und ihm Bass-Kollege Raoul noch putzigere Hilfestellung leistet. Mit dem älteren Material der Combo bin ich ja noch nicht so umfassend vertraut, aber was ich an diesem Abend davon zu hören bekam, hat wirklich Lust auf eine nähere Auseinandersetzung gemacht. Im Mittelpunkt der Show stand aber die brandneue Scheibe "Wrong", die ich mir übrigens im Anschluss kaufen sollte, um sofort süchtig danach zu werden. Auch beim ersten Genuss der frischen Stücke war ich schon sehr angetan bzw. begeistert. Der Stoff windet sich mit Sofortwirkung in die Gehörgänge, ohne dabei irgendwie anbiedernd zu wirken. Ich sag´ mal, die Jungs haben es einfach raus, richtig geile Songs zu schreiben. Wenn ich dann sehe, dass sie anscheinend keinen Plattenvertrag haben, überkommt mich das unbändige Verlangen, mal eben ein Label zu gründen... Alleiniger Durchhänger im Set war aus meiner Sicht das einzige Stück mit deutschem Text, was qualitativ mit dem Rest nicht mithalten konnte. Doch das war zu verschmerzen, denn ansonsten gab es gut hundert Minuten lang ein wahres Fest für die Ohren (die sich auch für den hammerhaft ausgewogenen Sound bedankten, der noch nicht mal nach dem obligatorischen wattierten Schutz verlangen ließ). Zugeben muss ich ja, dass mich die neue Ballade "Without You", die ironischerweise als Tribut an das weibliche Publikum angekündigt wurde, mit am stärksten berührte. Aber es gibt halt auch romantische Kerle, und deswegen schäme ich mich meiner fetten Gänsehaut keineswegs. Hoffentlich spielen Anyone´s Daughter in Zukunft auch mal nördlich des Mains, obwohl ich einhundertfünfzig Kilometer Anfahrtsweg für solch´ magische Abende auch öfter zurück legen würde. Hauptsache es merken noch ganz viel mehr Leute, wie begnadet diese Band ist.
Carsten Buchhold - Pics: http://www.maxradio.org, http://www.anyonesdaughter.de


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