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MAGAZIN :: Index: 'A' :: AXEL RUDI PEL ....

AXEL RUDI PELL
Ein Jubiläum ohne großes Aufsehen
Der bekannteste Gitarren-Wizard aus Deutschland feiert mit seinem aktuellen Album „Kings And Queens“ ein erstes Jubiläum. Auf mittlerweile zehn reguläre Studio-Alben kann der am Anfang belächelte Ritchie Blackmore Fan zurückblicken. Doch wer sich gedacht hat, dass er mit seiner seit Jahren steten Besetzung, Vokalist Johnny Gioeli, Keyboarder Ferdy Doernberg, Drummer Mike Terrana und Basser Volker Krawczak etwas besonderes in Sachen Limited Edition oder Bonus CD`s auf das Parkett zaubert, wird leider enttäuscht. Das ist seine Sache nicht. Aber ein handfestes, solides und für alle Fans mehr als zufrieden stellendes Werk ist der neue Silberling allemal. Das ist für den Veröffentlichungsrhythmus, den der Bandchef aufrecht erhält, im Vergleich zu anderen Formationen, nicht immer selbstverständlich. Axel, der 1989 mit seinem Debüt-Album „Wild Obsessions“ das erste mal solo von sich hören ließ, erntete erste Lorbeeren in der deutschen Formation Steeler, die es auf vier Alben brachten. Aus dieser Truppe nahm er seinen Langzeit-Bassisten Volker gleich mit. Im Laufe der Jahre konnte er noch etliche namhafte Musiker und vor allem Sänger zu einer Mitarbeit begeistern. Sang in den Anfangstagen noch Charlie Huhn (Victory) in der Band, wechselte alsbald der geniale Jeff Scott Soto ein und veredelte die nächsten Werke bis er nach drei Alben von Johnny Gioeli (Hardline) abgelöst wurde. Drummer Jörg Michael ging nach „Oceans Of Time“ (1998) zu Stratovarius, die er in diesem noch jungen Jahr wieder verließ, und der erste Basser, Jörg Deisinger, lieh der Maestro sich damals von Bonfire aus. Die Leistung im powervollen Melodic-Rock dankt man ihm mit einem enorm treuen Fankreis, der die Konzerte zu einem Erlebnis werden lässt. Und da Axel seit einigen Jahren auf ausufernde Soloeskapaden während seiner Gigs verzichtet und lieber ein paar Songs mehr ins Programm aufnimmt sollten die alten Nörgler sich mal wieder blicken lassen, denn bei ihm gibt es live noch Value for Money.
Mit welchen Projekten hast du dich seit deinem letzten Release „Shadow Zone“ beschäftigt?
>> Projekte mache ich keine und abgesehen von der Tournee zu „Shadow Zone“ und der Arbeit an der DVD die im letzten Jahr erschien, habe ich meine ganze Konzentration auf das zehnte Album gelegt. <<
Wie lief der Verkauf der DVD und was war für dich das Besondere an dieser Arbeit?
>> Die DVD war eigentlich ganz erfolgreich. Genaue Zahlen kann ich dir aber nicht nennen. Die Aufnahmen stammen von dem Konzert in der Bochumer Zeche vom 05.05.2002 (ein Live-Review ist auf unserer Homepage zu finden, Anm. d. Verf.) mit Soul Doctor im Vorprogramm. Das Schwierige und gleichzeitig Interessante an unserer DVD ist, dass wir ein Konzert gefilmt haben und die Songs nicht aus mehreren Gigs zusammen gestellt wurden. Das ist es natürlich großartig wenn alles vom Sound her und vom spielerischen geklappt hat. Dass vielleicht mal etwas schief läuft muss man akzeptieren und bestmöglich darauf reagieren. <<
Ihr habt ja einen Song komplett neu aufgenommen, indem ihr ihn am Ende des Sets zur Freude der Fans noch mal gespielt habt.
>> Den Aufnahmeleuten ist das Tonband während des Drehs ausgegangen und das Lied sollte unbedingt Bestandteil der DVD werden, also wurde das ohne wesentliche Nachteile wieder an der richtigen Stelle eingesetzt. Es war halt so, dass die Videoabteilung eine Pause wollte und wir auch, aber in der Absprache kam irgendetwas mit dem Zeitpunkt durcheinander und hinterher war es allen egal. Nichts passiert. <<
Dein neues Album ist sehr solide. Allerdings fehlen für meinen Geschmack ein paar kleinere Überraschungen. Fordern dich keine Experimente heraus und hast du das Interesse verloren andere Akzente zu setzten?
>> Ich sehe das völlig anders. Ein Song wie „Strong As A Rock“ hatte ich vom Groove und vom Rhythmus nie dabei. Der hört sich relativ modern an. Das haben mir schon ein paar Leute bestätigt. Du jetzt nicht, ok, aber ich finde doch, dass ich einiges mehr und anders gemacht habe und was so sonst nicht zu hören war. Experimente gibt es sowieso nicht. Das ist überhaupt nicht mein Ding. Ich habe mein Spiel gefunden und das werde ich immer durchziehen. Natürlich kommt mal hier und da ein Einfluss dazu, obwohl ich muss zugeben, dass ich bei „Shadow Zone“ weitaus mehr probiert habe. Das ist aber nach hinten losgegangen. Das neue Album ist als Einheit gesehen aggressiver und trotzdem melodischer und stellt mehr „Pell“ dar als der Vorgänger. <<
Du hast dich als Gitarrist mit deinen Riffs und Kompositionen allerdings in eine Nische gestellt, in der auch Bands wie Status Quo, oder AC/DC stehen, die, obwohl sie starke Alben am Start haben, mit wenig Überraschungsmomenten aufwarten und einen gewissen Rahmen von Selbstkopie in sich bergen. Das gibt selbstverständlich einen großen Wiedererkennungswert.
>> Genau. <<
Aha. Seit Jahren seid ihr mit dem Line-Up eine feste Konstante. Was ist anders im Vergleich zu deinen anderen Besetzungen?
>> Wir haben alle viel mehr Spaß miteinander. Das war in den anderen Formationen nicht unbedingt so. Diesmal freut sich jeder, wenn er den anderen wiedersieht. Es gibt auch wesentlich weniger Reibereien als früher. Wir sind wie ein gutes befreundetes Fußballteam, außer dass wir fünf Mann sind. Egal wo wir sind, im Studio oder auf der Bühne, wir pflegen unser Miteinander. Es liegt sicherlich mitunter daran, dass wir uns nicht jede Woche sehen und somit auch nicht immer proben. Wenn man so wie früher regelmäßig im Bunker agieren würde, sähe das nach einer gewissen Zeit bestimmt anders aus. <<
Die anderen haben schließlich genug zu tun. Diese diversen Neben-und Hauptbands von Johnny, Ferdy (Rough Silk, Taraxacum) und Mike (Rage) halten sie kräftig auf Trab. Wo liegen denn da die Prioritäten der einzelnen Mitstreiter und wie kriegt ihr alles unter einen Hut?
>> Den ersten Teil kann ich dir nicht beantworten, da muss die anderen schon selber fragen. Wenn meinerseits irgendetwas geplant werden muss, sei es Studioarbeit oder eine Tour, muss ich mich Monate im Voraus absichern und mit den anderen planen. Bis jetzt haben wir immer einen gemeinsamen Zeitpunkt finden können um die Arbeit zu ermöglichen. Das geht aber in Ordnung, schließlich schreibe ich neues Material nicht in zwei Wochen. Bis jetzt lief alles cool. Nur Mike hatte letztes Mal eine enge Situation, wo er gleich wieder verschwand, um mit Rage für die Helloween-Tour zu proben. Doch Mike ist so gut und schnell im Studio, dass es überhaupt keinen Stress gab. <<
Jetzt habt ihr das zehnte Studio-Album auf den Markt gebracht. Ein Jubiläum, das nicht jede Band erreicht und das es sicherlich gebührend zu feiern gilt. Hast du dir etwas Besonderes für die Fans einfallen lassen? Vielleicht ein limitiertes Digi-Pack, tonnenweise Bonus-Tracks oder dergleichen?
>> Heuer gibt es das erste Mal überhaupt keine Limited Edition. Da bin ich überhaupt kein Freund von und ich kann dir sagen warum. Meine Plattenfirma ist natürlich wieder an mich rangetreten und hat nach etwas Besonderem gefragt. Die wollten ein fettes Mega-Pack mit tonnenweise Fotos oder eine Videoaufzeichnung, die die Entstehung der Veröffentlichung von „Kings And Queens“ zeigt. Die Auflage sollte höchstens auf zehntausend Einheiten limitiert sein. Damit war ich partout nicht einverstanden. Das musste ich begründen und so sagte ich ihnen, dass jeder die Sonderausgabe kaufen wird und die restlichen Silberlinge in den Regalen verstauben würden. Ich wollte die gesamten CDs als hochwertiges Produkt erstellen, oder gar keine. Das war ihnen zu teuer, da die Scheibe in einen anderen Preiscode gerutscht wäre und so ließen wir die Geschichte sterben. <<
Sehr konsequent von dir. Außerdem wird der Rest sowieso gebrannt.
>> So sehe ich das auch. <<
Wieso hast du diesmal auf die Hilfe von Charlie Bauerfeind zurückgegriffen, anstatt Ulli Poesselt wie gewohnt die Regler zu überlassen? Wie arbeitet es sich mit jemandem, der schon so lange dabei ist und einen renommierten Status hat?
>> Mit Charlie habe ich natürlich ganz andere Erfahrungen gemacht als mit Ulli, obwohl sich meine Arbeitsweise überhaupt nicht geändert hat. Ulli Poesselt hat sich etwas aus der Musikszene abgesetzt und ist jetzt mehr im Filmbereich tätig. Er war während unserer Aufnahmen nur dreimal kurz anwesend um zu gucken ob alles in Ordnung ist. Mit Charlie kann man super zusammenarbeiten. Er hat ja diesmal ebenfalls von Anfang an „engineered“. Das war echt cool, obwohl für einige von uns sicherlich eine Umstellung war. Johnny macht seinen Kram lieber selber und ihm ist es letztendlich egal, ob Ulli oder Charlie ihm sagen, wie die Knöpfe bedient werden. Charlie ist aber auch vom Sound her mehr das, was ich mir unter eine „Pell“-Scheibe vorgestellt habe. In der Vergangenheit waren schon ein paar Sachen dabei wo ich heute mit dem Kopf schüttel und mir hundertprozentig sicher bin, das in der Form nicht wieder zu machen. <<
Und was im besonderen? Ich fand zumindest die letzten drei Alben vom Sound her ziemlich gut.
>> Ja, das ist sicherlich Geschmacksache. Ich fand "The Masquerade Ball“ einfach nur katastrophal. Meine alte Scheibe, „Wild Osessions“, hört sich ebenfalls furchtbar an, aber das war auch ein anderes Budget. <<
Was bedeuten dir die vielen Balladen die du komponierst?
>> Weiß ich nicht genau. Vielleicht kann ich so einfach besser die Emotionen ausdrücken. Sie gehören für mich einfach mit dazu. Bei mir sind zwar alle Songs auf Melodien gebaut, aber eine Ballade verkörpert sie besser. <<
Gibt es heute noch andere Musikrichtungen oder Bands die dich begeistern, außer die von dir favorisierten Klassiker Rainbow, DIO, oder Deep Purple?
>> Ich bin eher songorientiert. Das heißt Bands interessieren mich eigentlich nicht so. Wenn mir ein Song gefällt, egal aus welchem Bereich der kommt, höre ich mir das an. Ich kaufe mir dann auch die CD. Was ich überhaupt nicht mag ist der ganze Nu-Metal-Kram. Was mir dabei tierisch auf den Zeiger geht, ist dass niemand mehr in diesem Metier Solo-Gitarre spielt, keine drei oder vier richtig schöne Akkorde zockt, sondern es wird nur geschrubbt. Das kotzt mich echt an. Sicherlich gibt es bei diesen Bands Ausnahmen, aber bitte frag mich jetzt nicht nach Namen. Neue Sachen finde ich zur Zeit gar nicht gut. Was mich nervt ist, wenn irgendwelche Leute auf mir rumhacken, dass ich mich nicht weiterentwickele, da ich die gleiche Musik wie vor zehn Jahren mache, aber auf der anderen Seite eine Band hochloben, die total die 80er Jahre kopiert und sich ebenfalls nicht weiterentwickelt. <<
Das liegt halt daran, dass deine Veröffentlichungen stilistisch nicht weit auseinanderliegen. Und wer eine Axel Rudi Pell-CD nicht mag, findet die anderen genauso zum fürchten. Das ist diese Sparte von der ich eben sprach in die du dich hineinbugsiert hast. Wer das typische Axel-Riff nicht mag, kommt mit der neuen Scheibe wieder nicht klar, denn man hört Ähnlichkeiten zu vielen Tracks der vorherigen Alben. Du wirst einsehen, dass es Leute gibt, die der Meinung sind, dass du vehement von dir selber klaust.
>> Logisch. Verstehe. <<
Ich habe vor kurzem eine Anekdote von dir gehört. Du hast auf einer Party zum Tode von Bon Scott (AC/DC) Streichholzschachteln mit goldener Inschrift (Name und Sterbedatum) verschenkt. Hast du damals den Metal richtig gelebt und wie stehst du heute in deinem Privatleben dazu?
>> Da muss mich jemand verwechselt haben. Ich war das nicht. Ich kann mich vage daran erinnern ein Heftchen bekommen zu haben, aber ich habe sie nicht verteilt. Ansonsten bin ich eher der normale Typ. Ich schreibe weder jeden Tag Songs, noch haue ich mir über Wochen mit Alkohol die Birne voll. Ich bin allerdings auch mittlerweile etwas älter geworden. Ich bin aber auf keinen Fall eine Couch-Potatoe. Jedoch sind die ganz extremen Zeiten vorbei. <<
Welcher Song ist dir der wichtigste vom neuen ganzen Album?
>> Das kann ich dir nicht sagen. <<
Was liegt in der nächsten Zeit an?
>> So circa zwei Wochen bin ich noch mit Interviews beschäftigt und dann gibt es das Warm-Up für die Tour. Wir sind auf jeden Fall dieses Jahr auf dem Sweden-Rock-Festival. <<
Wer wird auf Tour für euch eröffnen?
>> Es sind zwei Bands im Gespräch, aber so lange nichts definitiv feststeht möchte ich mich diesbezüglich nicht äußern. Wenn etwas schief läuft gibt das nur unnötiges Gerede. <<
Recht hat er.
http://www.axel-rudi-pell.de
Steve Burdelak


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