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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DESPOND

DESPOND
Doom Supreme
Doom Metal war und ist, von Bands wie Black Sabbath oder Candlemass einmal abgesehen, ein reines Undergroundphänomen. Doch selbst in diesen metallischen Niederungen finden sich Bands, die kaum über den Status des absoluten Geheimtipps hinaus kommen. Despond sich solch eine Band. Seit fast zehn Jahren im französischen Doom-Underground aktiv wissen selbst eingefleischte Underground-Experten kaum etwas von der Existenz dieser Band. Angesichts all der unglaublich schlechten Veröffentlichungen, die tagtäglich über uns hereinbrechen, eine Schande. Richard Loudin, kreativer Kopf Desponds, begibt sich mit seinem offiziellen Debüt „Supreme Funeral Oration“ sowohl lyrisch wie auch musikalisch auf die Suche nach der Macht des Todes, dem Unausweichlichen, dem was nach „danach“ kommt, ohne dabei in Stereotype oder klischeehafte Darstellungen zu verfallen. Musikalisch lassen sich Despond dabei grob zwischen die beiden Pole Candlemass und alte Katatonia einordnen, wobei Melodien und Emotionen das beherrschende Stilmittel des Franzosen sind, der mittlerweile leider wieder einmal, und wie es scheint auch zum letzten Male, ohne Band da steht und der ewigen Line Up-Wechsel überdrüssig geworden ist. Doch lassen wir im Rückblick auf die Geschichte der Band lieber Richard selbst zu Wort kommen.
>> Ich habe Despond 1995 aus den Überresten einer Death Metal-Band namens Perished gegründet. Noch im gleichen Jahr haben wir ein Demo mit dem Titel “As my Soul Reaches Infinity” veröffentlicht. Wir haben dann etwas getourt und auf einigen Festivals gespielt. Im Herbst 1996 haben wir Impaled Nazarene in Paris supported und dabei das Konzert aufgezeichnet. Die Soundqualität war so gut, dass wir dieses Konzert als Live Tape unter dem Titel “Beheaded and Sanctified – Live in St. Denis” veröffentlicht haben. Nach diesen beiden Tapes begannen wir Songs für unser Debüt zu schreiben, das 1998 erscheinen sollte, doch leider löste sich die Band aufgrund unterschiedlicher musikalischer Vorstellungen 1999 auf. Zwischen 1999 und 2002 war Despond in der Hauptsache dann mein Soloprojekt, ohne dass sich irgend etwas tat, da ich mit zwei anderen Projekten, Bran Barr und Nydvind, beides Pagan Metal-Bands, beschäftigt war. Im Herbst 2002 fand ich dann neue Musiker und reformierte Despond. Während dessen nahm ich das Debüt “Supreme Funeral Oration” auf und wir spielten eine Reihe von Festivals wie „Doomination Of Europe“, „Belgian Doom Night“ und „Doom Over London“. Das Debüt erschien dann im Sommer 2003 und Despond lösten sich wieder auf. Heute ist Despond mein alleiniges Projekt. <<
Wirst du diese beiden Demos noch einmal in offizieller Form wiederveröffentlichen?
>> Eigentlich habe ich unser Demo bereits zweimal wiederveröffentlicht. Zunächst als remasterte Tape-Version und dann 2002 als CD-R. Was unser Live Tape-Album angeht, das sowohl für Promozwecke wie auch eine offzielle Veröffentlichung war, so habe ich da noch einige Kopien von und werde es daher auch nicht wiederveröffentlichen. Nächstes Jahr werden Despond zehn Jahre alt und da werde ich vielleicht ein spezielles Package mit rarem und unveröffentlichtem Material sowie Live- und alten Demotracks herausbringen. Das könnte ein echtes Killeralbum werden. <<
Gibt es musikalische Unterschiede zwischen diesen frühen Aufnahmen der Band und dem, was auf “Supreme Funeral Oration” zu hören ist?
>> Ja, es gibt grosse Unterschiede. Despond haben sich gerade in den letzten Jahren sehr weiter entwickelt. Nachdem alle Musiker Despond verlassen hatten, beschloss ich wieder zu den Wurzeln der Band zurückzukehren, und sogar noch weit darüber hinaus. In der Vergangenheit haben Despond typischen Doom/Death Metal mit vielen melodischen Parts gespielt und mit der Zeit sind wir immer melodischer geworden. Heute ist Desponds Musik viel düsterer und sehr extrem für den Bereich des Doom, manchmal schon sehr nahe am Funeral Doom. <<
Was waren die musikalischen Einflüsse, als Despond gegründet wurden? Neben den offensichtlichen muSikalischen Einflüssen der Metalszene lassen sich auch Einflüsse aus dem Gothicbereich und solcher Bands wie Fields of the Nephilim ausmachen. Haben diese Einflüsse im Laufe der Jahre an Gewicht zugenommen?
>> Ganz am Anfang, 1995, standen wir sehr auf Bands wie Amorphis, Tiamat, Moonspell und so weiter. Sicher keine reinen Doom Metal-Bands, bis ich etwas später mit My Dying Bride und Anathema in Berührung kam Wir haben also Doom/Death Metal-Songs geschrieben, ohne überhaupt Doom Metal zu hören. Daher finde ich auch heute noch, dass unsere alten Songs sehr originelle und persönliche Songs sind. Irgendwann danach begannen wir Bands wie Unholy, Tristitia und andere englische Doom-Bands für uns zu entdecken, aber die anderen Mitglieder der Band waren nicht so sehr auf Doom fixiert und wollten lieber weitere Einflüsse aus dem Heavy Metal, Gothic, Thrash und Death Metal einbringen. Da wir uns nicht auf eine gemeinsame Richtung für die Zukunft einigen konnten, haben wir uns getrennt. Ich habe dann alleine weiter gemacht und Bands wie Skepticism, Morgion, Evoken oder Thergothon, also sehr extreme Doom Metal-Bands, für mich entdeckt, die eine sehr grosse Rolle für das neue Songwriting gespielt haben. Fields of the Nephilim verehre ich in der Tat und ich wollte auf jeden Fall diese geflüsterten Stimmen auf dem Album haben, wie sie auch Carl McCoy immer wieder verwendet hat. <<
Die Musik Desponds, auch wenn sie sehr extrem ist, spiegelt die unterschiedlichsten Emotionen wider. Melancholie, Kummer, Trauer aber auch Schönheit. Was ist für die besondere Herausforderung solch atmosphärisches und emotionell bewegendes Songmaterial zu schreiben? Wie viel deiner eigenen inneren Ängste finden sich in Despond und den Texten des Albums wieder?
>> Die Musik Desponds ist in der Tat eine Kombination verschiedener Gefühlszustände wie Trauer, Verzweiflung, Kummer, Melancholie und Schönheit. Ich würde aber auch noch Weisheit, Mystik und Seelenreisen hinzuzählen. All dies durch meine Musik zum Ausdruck zu bringen ist mir extrem wichtig. Meine Texte spiegeln jedoch nicht das wider, was ich wirklich empfinde. Vieles an ihnen basiert auf Fantasie, so dass Despond für mich kein Mittel ist, meine Ängste zu verarbeiten. Ich würde da eher von Träumen und von Erhabenheit sprechen. <<
Hast du je versucht zu ergründen, woher diese Melancholie und dieses intensive Gefühl der Trauer und des Kummers herkommt, das sich in deiner Musik wiederfindet? Denkst, du als Zuhörer bedarf eines eines bestimmten Charakter- oder Wesenszuges, um die emotionelle Tiefe der Musik Desponds zu verstehen?
>> Ja, es ist interessant zu erfahren, woher diese Gefühle stammen, aber die Antwort auf diese Frage fällt schwer, denn ich denke, vieles davon spielt sich im Unterbewusstsein ab. Vom Grundsatz her bin ich eigentlich kein trauriger Mensch, und schon gar nicht depressiv. Ich habe sicher eine melancholische Ader, das ist offensichtlich, aber nicht so düster ausgeprägt und Selbstzerstörung gehört sicher überhaupt nicht zu meiner Persönlichkeit. Ich mag abstrakte Dinge, Träume, Mysterien und die unerklärliche Macht des Todes. Diese Themen finden sich immer wieder in meinen Texten, ohne Frage. Was den Hörer angeht, so glaube ich schon, dass man, um Doom Metal und Despond zu hören, bestimmte Charakterzüge und einen Hauch von Melancholie und einer emotionellen Persönlichkeit aufweisen muss. <<
Was verbindest du mit dem Titel des Albums und warum hat es solch eine lange Zeit gedauert um das Album einzuspielen?
>> Diesen Titel habe gefunden, lange bevor wir ins Studio gegangen sind. Ich glaube, die Entscheidung fiel bereits 1999, repräsentiert dieser Titel doch genau das, was ich mit dem Album zum Ausdruck bringen wollte. Das Wort „supreme“ beinhaltet eine gewisse Pracht und Herrlichkeit, während „Funeral Oration“ die künstlerische Seite treffend beschreibt. Die Aufnahmen begannen im Jahr 2001, was somit schon lange zurückliegt. Als Despond sich 1999 auflösten, habe ich mich erstmal auf Bran Barr, meine andere Band konzentriert, die sich damals auf ihr Debüt vorbereitet haben. Dieses Album erschien 2000 und im gleichen Jahr gründete ich ein weiteres Projekt, Nydvind, das zu jener Zeit meine absolute Priorität hatte. In der Zwischenzeit habe ich immer wieder Songs für Despond komponiert, nur fehlte mir die Zeit, diese Sachen einzuspielen. Im Oktober 2001 habe ich mich dann endlich dazu entschieden, die Sachen einzuspielen, was dann nochmal anderthalb Jahre dauerte, um das komplette „Supreme Funeral Oration“-Album einzuspielen. <<
Das Gros der Texte zu “Supreme Funeral Oration” scheint sich mit dem Tod und einer gewissen Todessehnsucht auseinanderzusetzen, stets danach strebend die menschliche Existenz hinter sich zu lassen und auf eine bessere Zukunft im Leben danach zu hoffen.
>> Das ist richtig. Ich war immer sehr am Tod interessiert und fürchte mich keinesfalls vor meinem Ableben. Die Texte beschäftigen sich mit der Erhebung der Seele, denn der Tod wird häufig als eine Art Passage in eine andere, möglicherweise bessere Welt beschrieben. Das Leben danach ist für mich beinahe zu einer Besessenheit geworden. Ich bin sehr daran interessiert, was uns danach erwarten könnte, und mit dieser Frage befasse ich mich mit Despond. <<
Was inspiriert deine Lieder und deine Texte und wie versuchst du, Text und Musik zu einer festen Einheit zu verbinden?
>> Bezogen auf die Musik ist meine Inspiration sehr persönlicher Natur und ich kann dir gar nicht so genau sagen, woher ich diese immer beziehe. Was die Songs angeht, so achte ich sehr auf Atmosphäre und auf Melodien. Ich tue mein Bestes, Ästhetik und Tiefe miteinander zu kombinieren und Melodien mit dunklen Passagen und düsteren Atmosphären zu vermischen. <<
Die Homepage der Band wurde zum letzten Male im August letzten Jahres upgedated. Hast du kein sonderlich grosses Interesse an diesem Medium oder ist seitdem bei Despond einfach nichts passiert?
>> Die Homepage wird in der Tat nicht sehr oft upgedated. Seit letztem Sommer ist ausser dem Split kaum etwas passiert. Ich habe an der Promotion und dem Vertrieb des Albums gearbeitet und war sehr mit Nydvind beschäftigt. 2004 wird für Despond also ein sehr ruhiges Jahr werden. 2005 werde ich zum Jubiläum die bereits angesprochene Zusammenstellung sowie das zweite offizielle Despond-Album veröffentlichen. <<
Frankreich ist nicht gerade für eine ausgeprägte Metalszene bekannt, und sicher noch viel weniger für eine lebendige Doom Metal-Szene. Gibt es, neben Despond und Ataraxie, überhaupt noch weitere interessante Doom Metal-Bands?
>> Doom Metal ist in Frankreich kaum angesagt. Im Grunde waren Despond über Jahre hinweg die einzige Doom/Death-Band. Es gab traditionelle Doom Metal-Bands wie Nightwinds oder Dark White, und ich glaube, Nightwinds sind sogar noch aktiv. Was den extremen Doom angeht waren Despond aber die einzige Band. Im neuen Jahrzehnt kamen andere Bands hinzu, von denen Worship und Ataraxie am belanntesten sind. Worship gibt es nicht mehr, da ihr Sänger Mad Max verstorben ist und Ataraxie sind sicher eine der besten französischen Doom-Bands. Andere Bands kenne ich nicht, aber ich bin auch nicht mehr so sehr im Underground aktiv. <<
Denkst du, dass es trotz all dieser Besetzungswechsel eine Chance gibt, Despond eines Tages soch nochmal live zu erleben?
>> Ich bin mir sicher, dass Despond nie wieder live auftreten werden. Ich habe einfach zuviele Line Up-Wechsel erdulden müssen, um als wirkliche Band weiter zu machen. Ausserdem, um ehrlich zu sein, kümmere ich mich mehr darum eines Tages mit Nydvind bei euch in Deutschland aufzutreten. <<
http://despond.free.fr/
Michael Kuhlen


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