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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DOMINE

DOMINE
Was lange währt setzt sich endlich durch
Eigentlich habe ich eine gute Einleitung zum Domine-Interview schon in deren Rezension zum neuen Album „Emperor Of The Black Runes“ verballert, aber da die italienischen Power-Metaller nicht unbedingt die berühmteste Formation aus dem Stiefel-Land sind, kann eine knappe Wiederholung nicht schaden. Für den weiteren Informationsfluss ist mein Gesprächspartner und Gitarrist Enrico Paoli verantwortlich, der teilweise so ausschweifend geantwortet hat, dass schon das Band auf dem Diktiergerät ausging. Das heutige Line-Up von Domine bestehend, abgesehen von Enrico, aus Morby, seines Zeichens Sänger, Bassist Riccardo Paoli, dem Keyboarder Riccardo Iacono und dem Felldrescher Stefano Bonini. Seit 1983 bearbeitet man die italienische Szene, aber erst 1997 wurde man auf die Formation aufmerksam, als sie mit „Champion Eternal“ ihre erste CD veröffentlichten. Dennoch gelten sie als eine der ersten Power-Metal-Bands aus Italien, lange bevor dieses Genre sich etabliert hatte. Natürlich gab es einige Besetzungswechsel, die lediglich die beiden Brüder Enrico und Riccardo überlebten. Weitere Mitstreiter kamen aus so illustren Bands wie Death SS, Masterstroke und Sabotage. Das brachte einen leichte Stilumbruch mit sich in mehr epischere Gefilde, doch lassen wir Enrico mal den Rest der Bandgeschichte auftischen.
>> Das wichtigste war für uns aus dem Underground herauszukommen. Seit 1986 waren wir mit Demoaufnahmen zugange, die zwar Zuspruch fanden, aber nie den großen Durchbruch einbrachten. Sicherlich lag es daran, dass damals die italienische Szene noch sehr schwer zu handhaben war. Mit unserem Debüt-Album ging es so langsam los, obwohl es eine Low-Budget-Produktion war. Aber zumindest erregte sich etwas Aufsehen. Mit unserem nächsten Album sah die Sache schon anders aus. Wir bekamen mehr Vorschuss und gönnten uns ein besseres Studio. Riccardo stieg in die Band ein und wir nahmen 1999 „Dragonlord“ auf. Das Album erschien in den USA (Metal Blade), in Japan (Soundholic) und in vielen anderen Ländern. Wir gingen das erstemal mal auf Europa-Tournee im Vorprogramm von Agent Steel und Riot. Später konnten wir noch auf einigen Festivals Gas geben, was uns besonders begeisterte. Dort kamen wir in Kontakt mit Iron Maiden, Gamma Ray, Grave Digger und Rage. Vor den Konzerten kam der Drummerwechsel zustande und Stefano löste Mimmo Palmiotta (ex-Death SS) ab. Wieder stand ein Album an und im Jahr 2001 erblickte „Stormbringer Ruler-The Legend Of The Power Supreme“ das Licht der Welt. Das war ein weiterer Schritt nach vorne, denn diesmal gab es mehrere Konzertmöglichkeiten und berühmtere Festivals wie das Wacken Open Air. Dazu kam das Gods Of Metal Festival in Italien mit Manowar. Mit diesem Werk schafften wir sogar das Album des Monats im Metal Hammer zu werden. Und ehe wir uns versahen waren wir auch schon mit den Vorbereitungen zu diesem Album beschäftigt. <<
Ihr seid jetzt schon wahnsinnig lange dabei und eurem Stil im großen und ganzen treu geblieben. Wieso hat es so lange gedauert dem Underground zu entfleuchen, wo doch andere Bands in eurem Genre an der Pole Position stehen?
>> Von außen betrachtet sieht es so aus, als wäre Italien mit einer ausgeprägten Metal-Szene bestückt. Das ist jedoch nicht der Fall. Im Gegenteil, sie ist sehr klein. Obwohl wir so lange dabei sind, heißt es für uns nicht, das wir etwas nicht geschafft haben, Wir haben immer unser Bestes gegeben. Aber die Zeiten waren sehr schwer. Wenn andere Band mehr Erfolg einheimsen muss man das einfach akzeptieren. Das erleben wir schließlich seit Jahren und haben gelernt damit umzugehen. Wir sind glücklich, dass wir eine Band haben, die so lange durchhält und von stetig steigenden Erfolg gekrönt ist. In Italien tut sich für uns jetzt so einiges und wir sind eine Band die eine Menge Respekt bekommt, gerade im Hinblick auf das neue Album. Aber wir sehen die Situation nicht als Rockstars und spielen einfach was uns gefällt, ohne auf irgendwelche Trends zu achten oder den Erfolg zu strapazieren. <<
Gesteht man sich denn ein, dass die Konkurrenz teilweise besser ist?
>> Well, das ist ein Punkt den jeder Musiker erfährt. Wenn du anfängst die ersten Akkorde auf der Gitarre zu lernen, hältst du dich für besser als Metallica. Und dann muss du die Realität erleben. Du musst lernen die Füße auf dem Boden zu lassen. Selbst wenn du mehr drauf hast als viele erfolgreichere Truppen muss du die Launen des Spiels akzeptieren. Wenn man bei einem großen Label unterschreibt und mehr Support erhält, kann der Ruhm schneller kommen, als wenn man alleine oder bei einem Independent-Laben rumkrebst. Irgendwann stellt sich der Erfolg ein, und wenn nicht, gibt es sicherlich genug Gründe dafür. Man ist nicht gut genug oder nicht kommerziell genug und so weiter. Dass wir so lange dabei sind liegt einfach daran, dass wir unsere Musik lieben. Wir haben eine professionelle Attitüde. Außerdem haben wir auf eine Art und Weise nichts zu verlieren. Wenn der Erfolg der jeweiligen Alben uns die Möglichkeit gibt am Ball zu bleiben, hofft man immer, dass der nächste Streich dich weiter bringt. Man sollte dem Ruhm anderer Bands nicht mit Neid begegnen, denn das wird dich auffressen. Immer geradeaus gucken aber nicht zu sehr den Gewinn anstreben. Wenn du frustriert bist hörst du auf zu spielen. <<
Sexy Cover oder hochgradige Fantasybilder erzielen gute Verkäufe. Warum habt ihr euch eher für ein biederes Cover entschieden?
>> Wir identifizieren uns komplett mit den klassischen Heavy Metal Sachen. So sind wir alle aufgewachsen. Für uns ist es natürlich sich mit Ideen aus den alten Anfangstagen zu befassen. Wir haben ein besonderes Verhältnis zu dem Autor Michael Moorcock und seinen Büchern über die Charaktere Elric von Melnibonè. Deswegen benutzten wir diese umgesetzten Bilder auf unseren Veröffentlichungen. Wir haben eine Künstlerin, Giovanna Koscini, die normalerweise diese Art von Bilder nicht malt, aber extra für uns die Arbeit in Angriff nahm. Ich stehe sowieso auf die klassischen Fantasy-Maler wie Frank Frazetta, Boris Vallejo oder Rodney Matthews. Dieses Cover besagt genau was der Käufer erhält. Heavy Metal. <<
Wieso kommt gerade aus Italien so viel Power-Metal?
>> Es gibt zwar jede Menge Releases, aber du musst mir glauben, dass die meisten Bands gar nicht aktiv sind. Sie gibt es nur auf Konserve. Diese Frage habe ich schon so oft beantwortet. Ihr seht nur das hunderte von Produktionen erscheinen und meint, dass man sich hier gegenseitig auf die Füße tritt. So ist es auf gar keinen Fall. In Italien basieren die Roots der meisten Musiker eher auf dem klassischen Heavy Metal. Die Melodic-Ausrichtung spielt bei uns eine große Rolle. Die Band fokussieren sich auf diesen Stil, weil sie ihn wirklich mögen und leben. Die jungen Bands wollen einfach auf den Trend-Zug mit aufspringen und über Nacht die nächsten Rhapsody werden, hahaha. Das passiert natürlich nicht, denn die jungen Burschen vergessen immer die harte Schule der Strasse die man durchmachen muss und die Arbeit, die dahinter steckt. Diese jungen Bands werfen mal eben ein Album auf den Markt, spielen aber nie in den Clubs um ihre Arbeit publik zu machen. Sogenannte Couch-Musiker. <<
Inwieweit habt ihr euch weiterentwickelt und wo liegen die Unterschiede zu euren ersten Werken im Vergleich zu „Emperor Of The Black Runes“?
>> Große Unterschiede kann ich die nicht unterbreiten, da bin ich ehrlich. Es gibt bei jedem neuen Werk selbstverständlich kleinere, neuere Nuancen, aber nichts Gravierendes. Das ist klar anders zu sehen, wenn ich das erste Werk mit dem aktuellen Album vergleiche. Jetzt sind wir deutlich epischer als früher. Abgesehen davon ist das neue Werk im Vergleich zum letzten Album mit einem besseren Sound bestückt. Wir konnten die Musik dadurch in den schnelleren Stücken aggressiver und powervoller gestalten. Auch die melodischen Anteile konnten wir besser hervorheben. Die neuen Dinge bestechen durch den Akustik-Song und wir versuchten diesmal noch klassischer zu klingen, indem wir oft die Keyboards weggelassen haben. Wir haben eine natürliche Weiterentwicklung, aber wir entfernen uns nicht von unserem allgemeinen Konsens. Der Grund dafür ist sehr einfach, denn wir stehen noch zu allen unseren alten Werken, besonders unser drittes Opus ist immer noch grandios. Wenn du dich mit den meisten Musikern unterhältst haben sie immer irgendetwas an den vorherigen Alben auszusetzen oder sind gänzlich unzufrieden mit ihrem Produkt. Von uns wirst du solche Statements nicht hören. Bei größeren Bands mag dies anders sein, und ich rede hier vom großen Markt, denn sie haben dementsprechende Verträge und man erwartet, dass sie Alben in Millionen absetzen. Da gibt es Trendanbiederungen, die Bands wie Iron Maiden, Kiss oder Judas Priest vielleicht später bereuen. Für uns ist ein altes Werk immer ein Foto aus der damaligen Zeit. So waren wir, so haben wir uns gefühlt, das wollten wir mit unserer Musik ausdrücken. Nichts, was man später entschuldigen muss. <<
Was macht euch anders als die vielen anderen Bands im Power-Metal-Genre?
>> Wir sind stark in den 80er Jahren verwurzelt während die anderen Bands oft neueren Ideen hinterher jagen. Klassischer Metal ist, wie eben schon erwähnt, das was auf unserer Flagge steht. Bei uns stehen die Gitarren absolut im Vordergrund, denn wir kleistern den Sound nicht mit Keyboardteppichen voll wie viele andere Bands. Etliche Gruppen gehen mit einem äußerst cleanen Sound auf die sichere Seite, während wir uns Ecken und Kanten offen halten. Wir wollen uns auch nicht in den Klischees wiederholen, die wir selbstverständlich auch benutzen und die immer Bestandteil des klassischen Heavy Metal sein werden. Ich kann dir nicht sagen, dass ich nicht Iron Maiden oder Manowar höre, denn das wäre eine glatte Lüge. Diese Einflüsse sind ebenfalls vorhanden und sollen nicht geleugnet werden. Wir versuchen durch Akustik-Parts und unseren Harmonien interessanter zu sein. Unser Mix an Songs stellt uns in die Mitte vom alten und neuen typischen Heavy Metal. <<
Wer ist für die weibliche Stimme auf eurem Silberling verantwortlich?
>> Die talentierte Dame heißt Leanan Sidhe und ist die Sängerin der Band Beholder. Sie stammen ebenfalls aus Italien. Die Band bringt bald ein neues Album raus und kennen gelernt haben wir uns auf Tour, wo Beholder als Support für uns auftraten. Sie sind noch sehr jung, freundlich und enthusiastisch. Leanan ist zur Zeit auch an einem Projekt beschäftigt, bei dem ihre keltische Loreena McKennitt-Stimme zur Geltung kommen soll. Es war sehr natürlich sie zu fragen. Als sie ins Studio kam passierte alles ziemlich schnell und es war sehr gut mit ihr zu arbeiten. Wahrscheinlich werden wir auf dem nächsten Album wieder zusammen arbeiten. <<
Hattet ihr euer neues Album „Emperor Of The Black Runes“ als eine Art Konzept konzipiert?
>> Nein. Das macht so ziemlich jeder in Italien und ist übrigens ein weiterer Aspekt, der uns von der Masse trennt. Wir haben selbstredend Einflüsse von gewissen literarischen Werken, da ich sehr viel lese, gerade im heroischen Fantasy-Bereich. Dazu kam ich eher als zur Musik. Um ehrlich zu sein, kann ich mir nicht vorstellen, ein wirklich gutes Konzept-Album auf die Reihe zu kriegen. Das ist ziemlich schwierig wenn es Niveau haben soll. Du musst wirklich eine gute Geschichte erzählen, ansonsten wiederholst du nur den Müll der anderen. Der gute Held schlägt das böse Monster. Au Mann, das habe ich doch schon tausendmal gehört. Das Thema ist langweilig. Wir haben lieber Songs die für sich alleine sprechen oder ein Buch kurz in einem Song abgehakt. Ich schreibe aber auch gerne persönliche Texte, Sachen die einem jeden Tag passieren können. <<
Warum sind dann die Songs „The Aquilonia Suite“ und The Sun Of The New Season“ in so viele Chapter aufgeteilt?
>> Das ist eine Sache, die ich schon immer an Bands der 70er Jahre wie Yes , Genesis und Jethro Tull mochte. Sie schrieben öfter ellenlange Stücke die sie in Subthemen unterteilten. Das ist sehr interessant, denn der Track wandelt sich im Laufe der Minuten und die Texte müssen dementsprechend folgen. Hier kann man die Dynamik zwischen Musik und Lyrics spielen lassen. Nicht wirklich ein großes Konzept, aber doch mehr als ein regulärer Song. Wir hatten die langen Songs aber schon von Anfang an. Und wenn ein Thema sich anbietet in angenehmer Länge auszuschlachten, „The Aquilonia Suite“ handelt da vom ersten Conan-Film, dann legen wir einfach los und schauen was draus wird, Grenzen offen. Der Soundtrack des Conan-Films hat sehr powervolle epische Momente, mitunter die Besten, die ich je gehört habe, und „The Aquilonia Suite“ ist eine passende Hommage. <<
Was ist das wichtigste, dass dir in deiner Karriere wiederfahren ist, und warum?
>> Für mich war es immer eine extreme Erfahrung wenn der letzte Tag im Studio eingeläutet wurde. Das ist immer sehr berauschend und zufriedenstellend. Jedes Album stellt so viel Energie und Arbeit dar, die man im Laufe der Jahre verpowert hat, dass es nichts schöneres gibt, als mit einem soliden Endprodukt belohnt zu werden. Aber auch etliche Festivals waren eine außergewöhnliche Erfahrung für die Seele. Die Emotionen, die dort freigesetzt werden, sind kaum zu umschreiben. Die erste Europa-Tour im Vorprogramm von Riot, die wir alle sehr verehren, war ein ganz besonderer Kick. Vor zwei Wochen waren wir auf dem Cover des italienischen Metal Hammer. Das war echt geil und belohnt dich für die ganzen Mühen und Schwierigkeiten der letzten Jahre. <<
Wie sieht es denn zur Zeit mit einer Tour in unseren Gefilden aus?
>> Um ehrlich zu sein, stehen wir zwar mit einigen Agenturen in Kontakt, aber Konkretes hat sich noch nicht ergeben. Wir werden auf jeden Fall hier in Italien spielen und wir wurden ebenfalls gefragt, ob wir in Griechenlang abrocken. Natürlich gehört eine kleine Support-Tour dazu und einige Festivals. Wir sind jetzt schon so lange dabei, dass wir gerne mal in anderen Ländern auftreten würden, aber auch wenn alles gecancelt wird, machen wir einfach weiter. <<
Wir drücken euch die Daumen!

http://www.dominetruemetal.com
Steve Burdelak


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