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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CRIMINAL

CRIMINAL
...und warum sich ein kriminelles Leben auch in Europa lohnen kann
Vier Jahre sind vergangen, seit die chilenische Band Criminal ihr drittes Album "Cancer" eingeprügelt hat. Eine gekonnte Mixtur aus (Neo)Thrash und einigen Death Versatzstücken sowie einem ziemlich räudigen (aber eher thrash- als death-lastigem) Gesang von Frontmann Anton Reisenegger. Weitere zwei Jahre sind vergangen, seit die beiden Bandgründer und Gitarristen Anton Reisenegger und Rodrigo Contreras beschlossen, Südamerika den Rücken zu kehren um ihr (musikalisches) Glück in der alten Welt zu suchen.
Anton, seit eurem letzten Album “Cancer” sind vier Jahre vergangen. Warum hat es so lange gedauert „No Gods No Masters“ aufzunehmen?
>> Weißt du, in dieser Zeit zogen Rodrigo und ich nach England und wir mußten neue Musiker finden um die Band wieder zu reformieren und am Laufen zu halten. Wir schrieben neue Songs und gleichzeitig mußten wir uns Jobs suchen und arbeiten um zu überleben. Dann hatten wir einen weiteren Line-up Wechsel (Anm.: Robin Eaglestone, ex-Cradle Of Filth, war kurzfristig Bassist bei Criminal, ehe er aufgrund gravierender Meinungsunterschiede die Band wieder verlassen mußte)...alles kleine Rückschläge, die den Zeitpunkt des Releases wieder und wieder verschoben. <<
Zwischen jedem eurer Releases „Victimized“ (1994), „Dead Soul“ (1997), „Cancer“ (2000) und „No Gods No Masters“ (2004) lagen 3-4 jährige Pausen. Glaubst du nicht, das diese langen Ruhepausen eurem Fortkommen als Band geschadet haben? Ich denke da z.B. auch an Verkaufszahlen etc.
>> Es hat uns als Band definitiv behindert, aber es gibt nichts was wir jetzt noch daran ändern könnten, außer unseren Kram jetzt möglichst schnell zusammenzukriegen und zu versuchen die vergeudete Zeit irgendwie wett zu machen. Ich habe keine Lust die Leser mit armseligen Entschuldigungen und Ausflüchten zu langweilen, stattdessen möchte ich lieber ein weiteres Album für die nahe Zukunft versprechen. <<
Ihr – das heißt du und Rodrigo (der andere Gitarrist) - seid bereits vor einigen Jahren nach England umgesiedelt, da ihr euch mit diesem Bandstandort bessere Chancen für den europäischen Markt ausgerechnet habt. Da drängen sich geradezu einige Fragen auf: Hat sich dieser Umzug bislang für die Band ausgezahlt? Und könnte dieser Umzug für euch nicht evtl. auch negative Folgen in Südamerika haben aufgrund mangelnder Präsenz dort? Schließlich hattet ihr in Südamerika bereits fünfstellige Verkaufszahlen erreicht.
>> Wenn ich diese Band immer nur aus dem Blickwinkel einer möglichen Karriere und mit Parametern wie Verkaufszahlen oder Gewinn betrachtet hätte, dann hätte ich schon vor langer Zeit die Brocken in die Ecke schmeissen müssen. Ich bin noch immer im Musikbusiness, weil ich liebe was ich tue. Das ich nach England gezogen bin hatte noch andere Gründe als nur die Band, demzufolge kann ich also nicht sagen, ob es sich ausgezahlt hat oder nicht. Ansonsten haben wir ein neues Album herausgebracht und wir werden auf Tour gehen. Das ist in meinen Augen großartig!
Was Südamerika angeht, so denke ich, das die Fans dort es zu schätzen wissen, dass wir auch hier in Europa auftreten und Alben herausbringen. Und wir werden natürlich auch so oft wie möglich dort live spielen. <<

Warum seid ihr ausgerechnet nach England gezogen? Hätten sich nicht die USA – wie auch seinerzeit für Sepultura - angeboten?
>> Es gibt eine ganz einfache Antwort auf diese Frage. Ich wäre niemals in der Lage gewesen eine Visa für die USA zu bekommen um in den Staaten zu leben und zu arbeiten. Aber ich bevorzuge Europa sowieso, London ist eine großartige Stadt. Nicht nur was die Metal Szene angeht. Also alles in allem bereue ich den Umzug nicht. <<
Erläutere uns doch bitte mal die musikalischen Unterschiede zwischen "No Gods No Masters" und "Cancer" aus deiner Sicht.
>> "NGNM" ist wesentlich extremer will ich meinen. Aber nicht nur im Hinblick auf Heavyness und Schnelligkeit. Der ganze Prozess des Songwritings ist sehr viel extremer geworden. Wir machen einfach das, wo wir gerade Lust zu haben und scheren uns nicht darum, ob wir nun als Thrash oder als Death Metal Band gesehen werden. In gewisser Weise sind wir aus den Grenzen eines einzigen Stiles geflüchtet und versuchen etwas Neuartiges zu kreieren. <<
Leider liegen mir keine Songcredits zu "No Gods..." vor. Hatten eure beiden "Neuzugänge" Zac O`Neil (Drums, Extreme Noise Terror) und Mark Royce (Keyboards, Ex-Entwined) großen Einfluss auf das Songwriting und die musikalische Ausrichtung des Albums? Beide haben ja schon Erfahrungen in extremen Bands sammeln können und die Hinzunahme von Keyboards eröffnet euch doch neue soundtechnische Perspektiven.
>> Der größte Teil der Musik wird immer noch von Rodrigo und mir geschrieben, aber die beiden neuen Jungs haben einen großen Einfluß was Arrangements und ähnliches angeht. Und ja, ich denke schon, dass ihre Sicht der Dinge mit dem anderen Backgro und die Art und Weise unserer (Band)Arbeit sehr bereichert hat. Die Hinzunahme von Keyboards war dagegen schon ein Spiel mit ungewissem Ausgang. Aber im Endeffekt hat es unserem Sound ein neues cooles Element hinzugefügt. Es macht ihn reicher und farbenfroher. Ein Einfluß und eine Facette die vorher nicht vorhanden waren. <<
Euer Albumtitel "No Gods No Masters" ist durch ein Leitwort der Anarchistischen Bewegung inspiriert. Wie sieht es mit den Texten aus.? Kannst du uns etwas zu den Inhalten bzw. Kernaussagen verraten?
>> Die Texte haben sehr verschiedene Themen zum Gegenstand. Einige von ihnen sind sehr persönlich, wie z.B. "Heresy" oder "Idol", andere sind sehr viel anschaulicher und realer wie z.B. "Consumed". Wenn es Kernaussagen oder Themen gibt, die sich durch alle Songs ziehen, dann ist das sicherlich die Behauptung der persönlichen Freiheit. Die Freiheit der Wahl, der Rede etc. <<
Das Album weist ein sehr interessantes und gelungenes Cover auf. War dies eure eigene Wahl oder inwieweit hatte euer Label Metal Blade hier mit die Finger im Spiel? Und was genau soll mit dem Cover ausgedrückt werden?
>> Nein, ich denke nicht das es eine konkrete Aussage hat. Das ist das Schöne daran. Es wurde von einem chilenischen Künstler geschaffen der mittlerweile in Italien lebt. Sein Name ist Claudio Bergamin. Wir haben ihn selbst ausgesucht, Metal Blade hatte damit nichts zu tun. Wir haben uns viel über den Prozeß des Songwritings und solche Dinge unterhalten und ich glaube, dass er das Design des Covers grundsätzlich an den Ideen ausgerichtet hat, die ich ihm vermittelt habe, aber halt in einer sehr abstrakten Art und Weise. Es bleibt offen für Interpretationen und das ist großartig. <<
Ist eine Tour zu "No Gods" geplant?
>> Wir werden Six Feet Under für ein paar Wochen supporten. Danach werden wir für ein paar Shows nach Südamerika fliegen und im Sommer haben wir Pläne für einige europäische Festivals. <<
Wann werdet ihr die Fans voraussichtlich mit Album Nummer Fünf beglücken?
>> Ich habe absolut keine Lust sie wieder drei Jahre warten zu lassen. Voraussichtlich werden wir nach unserer Tour mit SFU mit dem Songwriting beginnen, da ich gerne Ende des Jahres Material für ein neues Album hätte, so das wir im Winter 2005 ins Studio gehen können mit einem möglichen Release im Frühjahr 2005. Aber wer weiß schon, was diesmal passieren wird... <<
Stephan Becker


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