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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ALCHEMIST

ALCHEMIST
Fremde im eigenen Land
Längst schon abgeschrieben hatte ich mein Interview mit den Australiern Alchemist, denn selbst mehrfaches Nachfragen beim Label förderte die Antworten nicht zutage. Doch gemäss dem Titel des Albums, "Austral Aliens", überraschte mich Gitarrist Adam Agius unverhofft und Monate nach Übermittlung der Fragen nach Down Under mit den erwarteten Antworten. Etwas einsilbig vielleicht, aber immerhin. So lassen Alchemist lieber die Musik für sich sprechen, und die hat es in sich, stellen Alchemist mit ihrem einzigartigen Stilgemisch doch eine Band mit hohem Wiedererkennungswert dar, die trotz einer Vielzahl von Veröffentlichungen in ihrem Heimatland ausserhalb Australiens bislang kaum wahr genommen wurde. "Austral Aliens" stellt somit die konsequente Fortsetzung dessen dar, was Alchemist mit Alben wie "Lunasphere" oder der EP "Eve Of The War" eingeläutet haben, aufgrund derer die Band mit so unterschiedlichen Acts wie Neurosis, Opeth oder Fear Factory verglichen wurde.
Die dringendste Frage aber vorweg, denn Alchemist eilt der Ruf einer exzellenten Live-Band voraus. Mit Relapse, ihrem neuen Label im Rücken, und der Veröffentlichung von "Austral Aliens" in Europa scheinen die Chancen für eine Tournee gestiegen zu sein. Gibt es bereits konkrete Pläne für eine Tour in Europa?
Adam: >> Gerade jetzt, wo wir uns unterhalten, sind wir mitten in den Verhandlungen für eine Europa-Tour. Das grösste Hindernis für eine australische Band sind natürlich die Kosten. Aber sowohl die Band als auch Relapse sind sehr bemüht und mit ein wenig Glück könnte es im Frühjahr 2004 klappen. <<
Vergleiche mit dem Stil von Alchemist reichen von Neurosis bis Fear Factory, von Faith No More bis Killing Joke bis hin zu Opeth, aber keiner dieser Vergleiche trifft den Kern der Sache. Was also ist das Geheimnis des einzigartigen Sounds der Band? Wie würdest du den Stil von Alchemist beschreiben?
Adam: >> Hm, selbst ich habe Probleme damit, unseren Stil zu definieren. Wie wär´s damit: Alchemist spielen aggressiven, psychedelischen Metal mit progessiven und Einflüssen aus der Weltmusik? <<
Vor ein paar Jahren erschien in Australien eine EP mit einer gnadenlos geilen Version von "Eve Of The War", das vielen von Jeff Wayns Klassiker "War Of The Worlds" ein Begriff sein müsste. Hinzu kamen Alben wie "Lunasphere" oder "Spiritech", die nur in Australien erschienen sind und wenn überhaupt nur als Import in Europa erhältlich waren. Gibt es Pläne, diese Alben in Europa wiederzuveröffentlichen?
Adam: >> In der Zukunft, mit Sicherheit. Das Problem ist, dass die Rechte an unseren Alben für zehn Jahre bei unserem australischen Label Shock Records liegen. Wenn die Rechte an uns zurückgefallen sind werden wir die Songs an Relapse lizensieren. Shock könnten das zwar auch bereits heute schon, scheinen aber nicht sonderlich daran interessiert. <<
Kommen wir auf "Austral Alien", im übrigen ein nettes Wortspiel, zu sprechen. In wie weit fühlt ihr euch selbst als Fremde in Australien? Denkst du, dass Alchemist und eure Musik von den australischen Fans und der Gesellschaft akzeptiert werden?
Adam: >> Ich denke, dass "Austral Alien" sehr gut aufgenommen wurde, vor allem von unseren Fans ausserhalb Australiens. Darüber haben wir uns im Vorfeld schon ein wenig Sorgen gemacht. <<
Rodney: >> Alchemist haben ihre Einflüsse für "Austral Alien" aus den vielen unterschiedlichen Aspekten des Lebens bezogen. Neben diesem Wortspiel bezeichnet der Titel des Albums natürlich auch das kollektive Gefühl unserer Emotionen, Visionen, aber auch Ängste für die Zukunft. "Austral" steht für den Süden, und "Alien" steht für den Unterschied und ein gewisses Gefühl des Unwohlseins sowohl in Bezug auf die Musik als auch unsere Position in der Welt. <<
Musikalisch verarbeitet ihr viele unterschiedliche Einflüsse. Gibt es musikalische Grenzen, die ihr nicht überschreiten würdet?
Adam: >> Ich denke, mit Ausnahme von Rap und Breakbeats gibt es keine Grenzen für uns. Wir versuchen Musik zu schreiben, die gut klingt, ihne uns dabei über die musikalischen Einflüssen Gedanken zu machen. <<
Legt man die Texte zugrunde, so scheint "Austral Alien" ein Konzeptalbum zu sein, die Erforschung neuer und fremder Planeten betreffend, auf denen der Mensch die Saat seiner selbstzerstörerischen Tendenzen hinterlässt. Wie entstand dieses Konzept?
Adam: >> Diese Idee für ein generelles Thema hatten wir, als Roy mit dem Titel für das Album ankam. Aber das ist kein konzeptionelles Album im eigentlichen Sinne, eher ein loses Thema, basierend auf diesem Wortspiel des Titels. <<
Alchemist haben immer ein Interesse an Science Fiction und dem Weltraum zur Schau gestellt, so dass es den Eindruck hat, dass dieses Interesse fest zum Konezpt der Band gehört. Habt ihr euch daher je die Frage gestellt, was danach kommt?
Adam: >> Ja, diese Frage beschäftigt uns immer wieder in unseren Texten. Als wir die Band gegründet haben, war unser Ziel jedoch originelle und gute Musik zu schreiben, ohne uns Gedanken über die Rätsel der Welt im Allgemeinen und des Kosmos zu machen. Irgendwie liegen uns diese Themen aber anscheinend. <<
Bezugnehmend auf meine letzte Frage, denkst du, dass es eine übergeordnete Instanz, einen Gott gibt, der die Menschheit erschaffen hat, oder ist der Mensch nur das Ergebnis eines Unfalls der Natur?
Adam: >> Ich mag die Idee, dass das Leben und die menschliche Rasse initiiert wurden. Ob dies nun ein Gott war, in dem Sinne, wie viele Menschen an ihn glauben, oder etwas anderes, weiss ich nicht. Wahrscheinlich war das jedoch eher ein unglücklicher Zufall. <<
Alchemist haben mit so unterschiedlichen Bands wie Fear Factory, Opeth oder auch den Young Gods getourt, werden also von vielen unterschiedlichen Fangruppen akzeptiert. Wie ist euer Status in Australien und wie populär ist die Band?
Adam: >> Wir zählen zu den drei grö ssten Bands des Landes und ziehen an einem guten Abend schon mal bis zu tausend Fans. Wir verkaufen jeweils ca. viertausend Kopien unserer Alben, was für Australien richtig gut ist. Der durchschnittliche Besuch unserer Konzerte liegt irgendwo zwischen zwei- bis fünfhundert Fans. <<
Wie sieht die australische Metalszene heutzutage so aus? Habt ihr Konatkte zu anderen Bands wie beispielsweise Catwitch? Was ist aus Kohllapse geworden?
Adam: >> Ich habe keinen Kontakt zu Catwitch. Die spielen keine Tourneen und sind meinen Augen eine ziemlich armselige Band, vor allem live. Von Kohllapse habe ich noch nie etwas gehört, aber wir haben eine Reihe wirklich guter anderer Bands wie: Damaged, Blood Duster, Pod People, Astriaal, Dungeon, Cog oder Sadistic Execution. <<
http://www.alchemist.com.au
Michael Kuhlen


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