Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'D' :: DEAD SOUL TRI ....

DEAD SOUL TRIBE
Emotionale Quellen
Wie soll man sich kurz fassen, wenn es um tiefgreifende Kunst geht, die einen emotional stark berührt? Wie soll man sich kurz fassen, wenn man die Gelegenheit hat mit einer Person zu sprechen, die einen mit diversen genialen Songs, intensiver Performance und unnachahmlichen Gesangsmelodien zahllose Stunden vor glühenden Boxen und zitternden Bühnenbrettern gefesselt hat? Und warum sollte man sich überhaupt kurz fassen? Vorhang auf für eine intensive, ausführliche Talkshow mit Devon Graves, seines Zeichens magischer Motor und Schöpfer des Dead Soul Tribe, und bekanntermaßen vormals unter dem Namen Buddy Lackey mit den mehr als genialen Psychotic Waltz kreativ tätig.
Devon, euer Line-up hat sich vom Debütalbum "Dead Soul Tribe" zum Nachfolger "A Murder Of Crows" gewandelt. Gitarrist Volker Wilschko ist nicht mehr dabei, stattdessen zeigst Du deine Riffs jetzt Roland "Rollz" Kerschbaumer.
>> Die Dinge klappten mit Volker einfach nicht mehr so recht. Bei Gesprächen über zukünftige Aktivitäten war er sehr enthusiastisch, aber als dann wirklich was passierte und wir zum Beispiel im Ausland auftraten, schien er auf einmal nicht mehr so begeistert. Das war auch bei den Gigs meiner Meinung nach offensichtlich. Volker ist ohne Zweifel ein überzeugender Gitarrist und auch ein guter Freund, aber er war wohl einfach nicht glücklich damit Gigs zu spielen, daher brauchte ich jemanden, der auf den Bühnenbrettern stehen will. <<
Das neue Album "A Murder Of Crows" ist meiner Meinung nach ein großer Schritt nach vorne und übertrifft das gutklassige Debüt um Längen. Wie beurteilst Du diese Entwicklung?
>> Ich glaube der Hauptunterschied ist nicht unbedingt einer großartige Veränderung, es hat vielmehr mit Wachstum zu tun, sowohl musikalisch als auch produktionstechnisch. Mit dem ersten Album habe ich begonnen meinen eigenen Stil und meine persönliche musikalische Richtung zu definieren, diese Mischung aus ruhigen Versatzstücken und Aggression, aus metallischen und akustisch geprägten Parts. Und mit "A Murder Of Crows" habe ich wohl eine bessere Balance zwischen diesen Elementen gefunden. <<
Die Vocals klangen auf der ersten CD sehr viel pathetischer, weinerlicher, softer, während Deine Stimme bei den neuen Kompositionen wieder kraftvoller erscheint.
>> Für mich ist das ebenfalls eine Frage der Balance. Ich habe doch auch auf dem "Dead Soul Tribe"-Debütalbum zum Teil relativ aggressiv gesungen, allerdings halt nicht unbedingt sehr oft. Auf "Murder..." gibt es schon einige Gesangspassagen, bei denen ich aggressiver klinge als jemals zuvor, meine Arbeit mit Psychotic Waltz eingeschlossen. Ich bin auf einem guten Weg alles so anzugehen, dass der Sound und das Endergebnis letztlich mir persönlich gefällt. Wenn ich früher bei Waltz mehr Aggressivität in meine Linien legte, mochte ich den Klang meiner Stimme nicht mehr, vielleicht habe ich deshalb bei unserem Debüt wenige Passagen dieser Art verwendet. Aber jetzt scheine ich das Geheimnis für mich gefunden zu haben, daher kann man in Zukunft noch einiges in dieser Hinsicht erwarten. Gleichzeitig ist dieser ruhige Klang ein echtes ´Trademark´ meines Stils und sicherlich singe ich auch bei "A Murder Of Crows" etliche besinnliche Passagen. Wie gesagt, es geht um die Balance, um Licht und Schatten. <<
Einige der brandaktuellen Tracks erinnern mich stilistisch stark an jene Songs, die Du damals für das Psychotic Waltz-Jahrhundertwerk "Bleeding" verfasst hast, obwohl deine Arbeit heutzutage auch Einflüsse wie Tool offenbart.
>> Irgendwie scheint nahezu jedem das neue Album besser zu gefallen als der Erstling, witzigerweise allerdings aus gänzlich unterschiedlichen Motiven. Einige mögen es weil es mehr nach Psychotic klänge, andere wiederum weil es weniger an meine alte Band erinnere. Fakt ist jedoch, dass man die Arbeit der selben Person hört, ob es nun Kompositionen sind, die ich für Waltz verfasst habe oder Songs von meinen beiden Dead Soul Tribe-Veröffentlichungen. Mehr oder weniger nach meiner vorherigen Combo zu klingen, das gehört nicht zu meiner Denkweise. Ich mache einfach was ich mache, ich versuche einfach die Musik zu schreiben, die ich hören möchte, so einfach ist das. <<
Stört es Dich eigentlich, wenn Deine neuen Veröffentlichungen ständig mit den alten Waltz-Sachen in Verbindung gebracht und verglichen werden?
>> Warum sollten die Leute es nicht tun? Wenn ein Baum über die Jahre wächst, wird er größer und reicht weiter, aber es ist immer noch der gleiche Baum. Einige Elemente meines Songwritings sollten Dich an Psychotic Waltz erinnern, andere Aspekte dürften sich hoffentlich von meiner Vergangenheit unterscheiden. <<
Die Zeitspanne, die zwischen beiden Alben liegt, ist nicht gerade lang, das zweite Teil folgt dem Erstling ja quasi im Jahrestakt. Wie lange hast Du denn tatsächlich an "A Murder..." gearbeitet?
>> Einige Grundideen datieren zurück bis in das Jahr als ich Waltz verließ, doch den Großteil des Materials schrieb ich von August 2002 bis hin zum Beginn dieses Jahres. Da das Songwriting ja in meinem Studio stattfindet, kann man den ganzen Prozess eigentlich als Studiozeit betrachten, die Songs formen sich vom embryonalen Stadium bis hin zum finalen Master. Insgesamt habe ich neun Monate gebraucht um das Teil zu schreiben, aufzunehmen und zu mischen. Wie bei jeder normalen Schwangerschaft halt.... <<
Du hast das Album ja nicht nur in deinem Studio eingespielt, sondern auch eigenhändig produziert, wobei das Endresultat sehr viel überzeugender ausgefallen ist als beim Debüt und eine sehr positive Entwicklung hörbar ist. Hat sich deine Arbeitsweise als Produzent verändert oder wie kann man diesen Sprung erklären?
>> Vielen Dank, es ist erst mal schön ein solches Kompliment zu hören. Was die Produktion angeht, so hat sich tatsächlich einiges verändert, schließlich war die erste Dead Soul Tribe-CD meine erste Produktion überhaupt. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich eine Drum-Produktion gemacht und auch hinsichtlich des ganzen digitalen Equipment befand ich mich in einem Lernprozess. Ich habe zwar seit vielen Jahren Demos in meinem ´home studio´ aufgenommen, habe dafür aber eine analoge 16-Spur-Bandmaschine benutzt, weswegen sich der Aufnahmeprozess deutlich unterschieden hat. Ich habe also quasi den Sprung ins kalte Wasser gewagt, Mikrophone aufgestellt und die Aufnahmetaste gedrückt. Wenn man diese Umstände betrachtet, ist das Endergebnis wirklich gut ausgefallen. In der Zwischenzeit habe ich allerdings einiges über die Platzierung von Mikrophonen und andere Aufnahmeverfahren gelernt, weswegen das neue Album wesentlich besser klingt. Zu dem habe ich auch neues Equipment angeschafft, bessere Mikros, bessere Monitore und weitere Schätzchen, die zum verbesserten Resultat beitrugen und die Limits vom Debüt anhoben. <<
Hast Du im Vorfeld auch mal darüber nachgedacht einen externen Produzenten zu Rate zu ziehen?
>> Nicht ein einziges Mal, aus einem ganz simplen Grund: Ich wollte einfach produzieren. Ich wollte schon immer mein eigenes Studio haben, in dem ich meine Ideen zum Leben erwecken kann. Mit Psychotic haben wir mit einigen Produzenten kooperiert, aber der Sound, den ich suchte, entstand dabei niemals. Produzenten sollen eine Brücke zwischen der Vision und der Verwirklichung sein, aber mir erschienen sie oftmals wie ein Hindernis, denn sie haben oft starre eigene Vorstellungen, wie der Sound klingen soll. Aber ich weiß genau wie meine Musik klingen soll, und wer kann den Klang, der in meinem Kopf existiert, besser kennen als ich? <<
Wie kann ich mir die Arbeit in deinem Studio, dem "Dead Soul Temple", vorstellen? Den Credits nach zu urteilen erledigst Du ja beinahe die gesamte Arbeit alleine und rekrutierst die Band eigentlich eher nur für Gigs?
>> Im Prinzip mache ich wirklich fast alles alleine! Ich arbeite die Arrangements aus, in dem ich zur Orientierung Pilotspuren von Bass und Gitarre erstelle und mit einem Drumcomputer Rhythmusparts programmiere. Wenn ich mit diesem ´basic arrangement´ glücklich bin, kommt mein Drummer Adel ins Spiel und ersetzt die elektronischen Parts mit seinem Schlagzeugspiel. Ich habe ein klares Bild des Songs vor mir und arbeite sehr hart mit Adel, um sicherzugehen, dass alle wichtigen Elemente enthalten sind, der exkate Bassdrum-Kick, die Snaredrum-Figur und der Groove der Hi-Hat. Die Fills obliegen seinen Ideen, es sei denn ich benötige etwas ganz Spezielles, normalerweise sage ich aber einfach "put a fill there". Wir arbeiten das alles sehr genau aus, und erst wenn es exakt unseren Vorstellungen entspricht, ist die Session vorbei. Dann begebe ich mich zurück in die Einsamkeit und ersetze die Demo-Spuren, die zur Orientierung gedacht waren, durch die finalen Aufnahmen. Ich spiele zuerst die Bassparts nochmals ein, damit sie mit Adels Drum-Takes harmonieren, dann kommen alle Gitarrenparts an die Reihe, ich addiere einen zweiten Klampfenpart und arbeite quasi am letzten Feinschliff der Klampfen, in dem ich Solos ergänze oder was halt an dieser oder jener Stelle meines Erachtens nach sein soll. Anschließend begebe ich mich an die Gesangsaufnahmen und wenn ich am Mix sitze, denke ich schon wieder über neue Details nach, die ich hinzufügen möchte, vielleicht noch eine Gitarrenergänzung, einen Flöteneinsatz, ein Sample oder eine zweite Gesangsharmonie. In solchen Momenten ist es natürlich ein Segen sich selber zu produzieren, denn es ist fast niemals zu spät noch etwas zu ändern oder zu ergänzen. Wenn ich mir dann das Resultat anhöre und kein Verlangen spüre noch daran arbeiten zu müssen, ist der Zeitpunkt gekommen, es der Band zu vorzuführen. Wenn es zur Präsentation kommt, sind sie in den meisten Fällen ziemlich begeistert und glücklich mit dem Ergebnis. <<
Also ist die Arbeit des zweiten Gitarristen und des Bassisten Roland auf die Auftritte beschränkt, während Adel eine zentrale Rolle für deine künstlerischen Visionen einnimmt?
>> Nun ja, ich schreibe schon die ganzen Songs alleine, aber Adel hat ein untrügliches Gespür Melodien zu beurteilen. Ist es eine gute Melodie, so wird er sie lieben, wenn sie ihn nicht umhaut, weiß ich, dass ich noch Arbeit vor mir habe. Roland hat dagegen eine wichtige Rolle, wenn es um Dead Soul Tribe als Live-Act geht. Er ist in das Booking involviert, kümmert sich um die ganzen Konzertdetails, checkt ob wir alles haben was wir brauchen, er mietet ein Fahrzeug für den Transport, ist für das Merchandise und diese ganzen Sachen verantwortlich. Unser Klampfer Rollz bringt dagegen beispielsweise neue Elemente in unser Live-Set ein, zum Beispiel ein zusätzliches Gitarren-Intro, außerdem tritt er ordentlich Arsch auf der Bühne. ´These guys all kick ass on stage´. <<
Was ich leider noch nicht ´livehaftig´ erleben durfte, denn es gab im letzten Jahr leider keine Tour zur Promo des ersten Albums, sondern lediglich einige Einzelshows, unter anderem in Griechenland und in Holland beim ProgPower-Festival, welches eigentlich ein Obliveon-Pflichttermin ist, der jedoch 2002 nicht wahrgenommen werden konnte. Wie liefen die Shows denn - im Nachhinein betrachtet - für Euch?
>> Die ersten Gigs waren vielleicht ein wenig roh, ich brauchte ein bisschen Anlaufzeit um mich wieder an meine Rolle als Performer zu gewöhnen, nachdem ich mehr als fünf Jahre nicht mehr als Live-Musiker unterwegs war. Die gesamte Band brauchte im Prinzip diese Erfahrung, aber jetzt läuft es wieder und ich glaube, dass wir speziell auf der Bühne eine starke Truppe sind, sowohl musikalisch als auch die visuellen Aspekte betreffend. Wenn Du ein Dead Soul Tribe-Konzert siehst, wirst Du etwas Spezielles erleben, eine tiefe Leidenschaft der Band und der Fans, nicht nur eine Band die ihre Songs darbietet, da geht noch etwas anderes vor sich. <<
So hätte man jedenfalls eines der zahlreichen magischen Waltz-Happenings auch nicht besser beschreiben können. Dann hoffe ich doch mal, dass man den ´Tribe´ bald auf einigen Clubbrettern erleben kann?
>> Nun, Anfang November spielen wir wieder zwei Shows in Griechenland, und für die letzten beiden Novemberwochen ist eine kleine Europatour geplant, Roland ist gerade dabei die Dates zu buchen (Anmerkung des Verfassers: mittlerweile sind auch drei Deutschland-Shows für den Oktober angekündigt, checkt hierfür am besten die Webseite der Band! - CL). Im Moment schreibe ich auch schon am Material des nächsten Albums. <<
Was wiederum auf einen Knaller im Jahrestakt schließen lässt. In einem älteren Interview sprachst Du davon, dass Dich zeitgenössische Acts wie Korn oder Marilyn Manson stark beeindrucken würden, das Songwriting von "A Murder Of Crows" offenbart jedoch auch viele Elemente Deiner Alltime-Faves wie Black Sabbath oder Jethro Tull. Ian Anderson wäre jedenfalls wahrscheinlich froh mal wieder einen solchen Killer wie "Black Smoke And Mirrors" aus den kreativen Zellen zu schütteln.
>> Eigentlich inspirieren mich momentan immer noch die gleichen Acts, die ich seit meiner Jugend höre! Ich habe gelernt Gitarre zu spielen, in dem ich mir Hendrix, Zeppelin, Sabbath oder Ritchie Blackmore reingezogen habe. LP´s abspielen und Riffs lernen, das war´s einfach. Das Flötenspiel habe ich mir durch Jethro Tull-Platten beigebracht und ein großer Teil meines Gesangsstils basiert unter anderem tatsächlich auf alten Tull-Tonträgern, ganz zu schweigen von meinem Akustikgitarrenspiel. Als Sänger habe ich mich stark von Freddy Mercury inspirieren lassen. Diese ganzen, älteren Künstler sind auch heute noch meine Favoriten, obwohl ich auch einige modernere Einflüsse wie Tori Amos oder Chris Cornell habe. Tool mag ich ebenfalls sehr, aber wenn ich zu Hause Musik höre, lege ich meistens ein paar Klassiker aus meiner Kollektion auf. <<
Wo wir gerade beim Songwriting sind, gibt es generelle Muster nach denen Du vorgehst oder was steht am Anfang eines Graves-Songs: eine Melodie, ein Riff oder vielleicht sogar ein Groove?
>> Ich benutze alle Muster, die Du genannt hast. Einige Songs starten mit einer Gesangsmelodie, normalerweise entpuppen sich diese Tracks später meistens als meine persönlichen Favoriten. Andere Kompositionen basieren dagegen eher auf Riffs oder beginnen mit einem Groove. Im Prinzip benutze ich jede Methode aus unterschiedlichen Gründen. Wenn ich einen ´heavy song´ möchte, schnappe ich mir meine Gitarre. Soll der Track eher schneller und rhythmisch betonter ausfallen, geht es mit einem Drum-Groove los. Die allerbesten Nummern schreiben sich allerdings nahezu von selber. Eine Melodie schwirrt mir im Kopf herum und ich höre einfach nur zu. Ich lasse sie ihre eigene Form finden, lasse mir vorgeben wo sie hin möchte und dann lerne ich einfach die Harmonie. <<
Auf meine Frage nach den - im Falle Graves eigentlich fast immer emotional stark berührenden - Lyrics möchte Devon nicht auf einzelne Fragmente eingehen, stattdessen liefert er in einem kleinen Monolog einen sehr spirituell anmutenden Überblick über den lyrischen Ansatz von "A Murder Of Crows".
>> Ich benutze das Bild der ermordeten Krähe als ein Symbol für den Verlust des Paradieses. Den Menschen wurde quasi ein Paradies gegeben, jedes Beispiel aus der Natur ist für mich ein Beweis für eine himmlische Güte und eine spezielle Kraft. Uns wurde alles gegeben, nicht nur um zu existieren, sondern auch um uns zu erfreuen. Aber irgendwie schien uns das nicht genug zu sein und in all´ den Bestrebungen die Welt zu verändern, haben wir sie nur schlechter gemacht. In Anbetracht der Dinge, nach denen wir verlangen, sehen wir nicht mehr, was uns gegeben wurde und was wir bereits haben. Nichts von alldem, wofür der moderne Mensch arbeitet, hat irgendetwas mit unserer grundlegenden Existenz zu tun und doch denken wir, dass wir arm wären, wenn wir bestimmte Sachen nicht besitzen. Die Menschen leiden, sie fühlen sich leer und verloren, sie hoffen auf eine Antwort in der Zukunft, durch die technologische Entwicklung oder die nächste Wahl. Die Wahrheit ist aber, dass wir uns immer nur weiter vom Paradies entfernen. Jeder Song des "A Murder Of Crows"-Albums betrachtet dieses Problem aus einer speziellen Sichtweise. "Feed" oder "In A Garden Made Of Stones" sprechen allgemein über diese von Menschenhand geschaffene Welt, andere Texte gehen weiter hinein, in die Häuser, in die Kirchen oder in das menschliche Selbst und versuchen den Beweis für meine Ansichten anzuführen. <<
Wenn man schon mal wieder mit dem Sänger einer leider verblichenen Götterband, der immer noch zahlreiche Freaks fanatisch hinterher trauern und die auch unumstößlich zu den Alltime-Faves meiner Wenigkeit zählt, sprechen kann, muss man zwangsläufig auch irgendwann auf das Thema Psychotic Waltz stoßen, wobei viele Hintergründe der Auflösung ja bereits seinerzeit im Rahmen unseres seligen Oblivion-Print-Magazins bzw. in einem wirklich mal exklusiven Interview mit Devon Graves geklärt wurden (by the way, Schulterklopfen ist angesagt und es muss mal gesagt werden: es war das wahrscheinlich erste Intie mit einem deutschen Print-Magazin, das nach dem Split des Mikromagiers von seinen kongenialen Kollegen erfolgte!). Dennoch ist der momentane Stand der Dinge keineswegs uninteressant und Devon bezog auch bereitwillig Stellung, zum Beispiel zur Frage, ob heutzutage noch Kontakt zu seinen Kollegen bestehe oder er diesen durch seinen Ausstieg, den Umzug nach Wien und den zeitlichen Lauf der Dinge verloren habe.
>> Ab und an schicke ich Dan Rock eine e-Mail. Wir haben auch sogar schon darüber gesprochen vielleicht mal wieder zusammenzuarbeiten, aber Dead Soul Tribe hat ganz klar oberste Priorität. Dan erzählte mir, dass er nach dem zweiten Darkstar-Album und nach dem Tod seines Vaters irgendwie das Verlangen verloren hat Musik zu machen. Er ist zufrieden damit ein Teil der Szene gewesen zu sein, einige gute Alben gemacht und viele großartige Shows gespielt zu haben. Für ihn ist es wohl okay es dabei zu belassen. <<
Bist Du denn an den Projekten interessiert, die Deine ehemaligen Bandkumpels ins Leben gerufen haben? Ich denke da zum Beispiel an Norm Leggio und Steve Cox bzw. ihre Combo Teabag (siehe auch Obliveon-Importreview).
>> Ich war schon immer ein Fan von Steve. Er sticht als einziger Gitarrist einer Band mit seinen ganzen voll aufgedrehten HiWatt-Verstärkern wirklich hervor und er ist ein ´Monster Performer´, ein Anblick den man nicht so schnell vergessen wird. Ich bin zwar nicht mit der Wahl seiner Sänger einverstanden, da er sehr auf diese Aggro-Typen am Mikro steht, und daher würde ich mir seine Alben nicht kaufen, aber zu einer seiner Shows würde ich jeden Tag pilgern. <<
Du warst ja als Gastsänger beim Debüt der österreichischen Newcomer Schneiderberg und beim letzten Evenfall-Album zu hören. Können wir in Zukunft noch etwas in dieser Hinsicht erwarten?
>> Ja, ich werde auf jeden Fall mit Arjen Lucassen arbeiten und auf der nächsten Ayreon-CD zu hören sein. Er kontaktierte mich, erzählte mir von den Ideen für sein kommendes Projekt und fragte mich ob ich Interesse hätte zu singen und vielleicht sogar Flöte zu spielen. Er möchte sogar, dass ich die Lyrics und Melodien für meinen angedachten Part selber schreibe und ich habe bereits eine Studio-Session für Mitte Oktober bestätigt. <<
Na, wenn das mal keine Neuigkeiten sind! Interessierst Du Dich eigentlich auch dafür andere Acts zu produzieren? Das könnte doch ein möglicher Schritt sein, da Du ja speziell für Deine aktuelle Produktion viele lobende Worte eingesackt hast und zu dem - wie erwähnt - mit Deinem Studio die Möglichkeit dazu hättest.
>> Das hängt erst einmal von der jeweiligen Band ab. Ich habe darüber nachgedacht vielleicht ein oder zwei Projekte pro Jahr anzugehen und mir wurden tatsächlich schon Demos von Interessenten geschickt, aber es müsste etwas sein, das mich persönlich anspricht, schließlich habe ich außerhalb des ´Tribes´ nicht so viel Zeit. Ich würde es auch vorziehen ins Studio zu gehen und an meinem nächsten Album zu arbeiten, anstatt das Werk einer anderen Band anzugehen, aber vielleicht wäre eine Pause von meinen Ideen von Zeit zu Zeit auch sehr erfrischend. <<
Hauptsache die Wartezeit auf weitere Hammer-Alben vom Kaliber "A Murder Of Crows" wird dadurch nicht zu lang! In diesem Sinne: join the tribe und unterstützt einen nach wie vor einzigartigen Künstler!
http://www.deadsoultribe.com
Christoph Lücker


[ Zurück zum Index: 'D' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler