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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BANG YOUR HEA ....

BANG YOUR HEAD DAY 2
Balingen

Samstag, 28. Juni 03
Die Formation Hirax als auch den größten Teil des Auftrittes der reformierten Band Angel Witch mussten wir uns leider aufgrund chronischer Erschöpfung knicken.
Man konnte nur staunen das Angel Witch im Laufe der Jahre kaum Fans eingebüßt hat, denn vor der Bühne stand schon die halbe Miete der Festival-Anwesenden und spendete mächtig Beifall. Vielleicht lag es aber auch daran, dass im Anschluss der wohl meistgefragteste Newcomer des Jahres, Masterplan, ihr Programm präsentierte.
. Die Star-Bestzung mit Ausnahme-Sänger Jorn Lande, Gitarrist Roland Grapow und Drummer Uli Kusch (beide ex-Helloween) schoss ihre Granaten vom aktuellen Debüt-Album meisterhaft in die headbangende Schar. Die Band war in Top Form, allen voran Jorn Lande der alles von sich abverlangte und auch mit Bühnenpräsens überzeugte, was damals in kleineren Clubs mit anderen Formation öfters mal in die Hose ging. Technisch versiert aber etwas verhaltener gab sich Roland Grapow für den es wahrscheinlich etwas ungewöhnlich war den frühen Mit-Opener-Posten zu übernehmen. Sollte diese Besetzung Bestand haben, werden wir noch Großartiges von Masterplan zu erwarten haben.
Brainstorm sind einfach nur cool. Sie haben fantastische Songs im Gepäck, die mit jedem Album an Format gewinnen. Sänger Andy B. Franck besitzt eine sagenhafte Ausstrahlung und ein exzellentes Organ. Er ist so dominant, dass seine Band oftmals Probleme hat überhaupt wahrgenommen zu werden. Dennoch spielten sie tadellos tight. Abgesehen von den Tracks vergangener Alben feuerte man den Song „Shiva`s Tears“ vom demnächst erhältlichen neuen Album „Soul Temptation“ ins Publikum, dass aus dem Staunen nicht mehr rauskam als drei indische Tempeltänzerinnen in voller Kostümierung, mit ihrem Ausdruckstanz den baldigen Klassiker untermalten. Das riss die Stimmung zu ihrem ersten Höhepunkt des Tages. Als großes Bonbon verteilte Andy pausenlos Band-T-Shirts in die stampfende Menge und gab sich mit seinem Baseball-Arm beim Werfen mächtig Mühe, dass auch in den weitentfernten Fan-Reihen einige ankamen. Diese Aktion sollten sich etliche weitere Bands ebenfalls auf die Fahne schreiben.
Selbst heute sollten die anwesenden nicht ohne eine Enttäuschung auskommen. Die internationale Besetzung von Pink Cream 69 könnte nur musikalisch überzeugen. Ihr Manko war ausschließlich der etwas dicklich gewordene und gestern noch angetrunkene Sänger David Readman. Besonders das Songmaterial seines Vorgängers Andi Deris („Livin`My Life For You“ oder „Welcome The Night“) macht dem Engländer der mittlerweile etliche deutschsprachige Ansagen parat hat, schwer zu schaffen. Zu oft brach die Stimme ab, verfehlte den Ton oder wurde gleich freiwillig eine Oktave nach unten gedrückt. Das war früher wesentlich anders. Dennoch schien der Großteil der feiernden Zuschauer unbeeindruckt von solchen Mängeln und feierte die Band mit Neuzugang Uwe Reitenauer an der zweiten Klampfe mächtig ab. Als David sich beim Publikum über die aktuelle Chart-Musik mokierte und ganz besonders unser aller Darling Britney Spears verarschte, konnte ich mir einen lauthalsen Zuruf: „Ich liebe Britney“, nicht verkneifen. Könnt ihr euch vorstellen wie erniedrigend es war von mehreren hundert Anwesenden ausgebuht und beworfen zu werden? Egal. Da muss man durch.
Peter Tägtgrens Auftritte sind eigentlich durchwegs eine Bank in Sachen Energie und Härte. So natürlich auch vor der großen Kulisse, die sich zum friedliebenden Death Metal bangen versammelt hatte. „Fractured Millenium“ eröffnete die Hypocrisy Kreisch- und Gebolze-Stunde, die für alle DeathMetaller der Auftritt des Tages wurde. Auch wenn nicht alles hundertprozentig sauber aus den Boxen geschossen kam, war es doch der mit Abstand härteste Gig des Festivals. Darann konnten auch gelegentliche leichte Stimmaussetzter und Unsauberkeitenb im Sound nichts ändern. Spätestens „Roswell“ überzeugte wohl bis auf die Melodic Fraktion so ziemlich jeden. Fazit, gut gemacht, nächstes mal aber bitte mit Pain auftreten, dann wird’s noch viel geiler! (wäre dem Meister auch lieber gewesen)
Riesige Neugier warf der Auftritt der Altrocker Y & T auf. Schließlich ist es fast tausend Jahre her, dass die Herrschaften sich in unseren Gefilden blicken ließen. Das man von Bandboss Dave Meniketti und seiner Band keine maßgebliche Bühnenaktivitäten zu erwarten hatten war wohl jedem klar. Schließlich ist nicht jede Truppe so aktiv wie Dio oder die Scorpions. Man verließ sich ausschließlich auf die Wirkung der Klassiker aus der Frühphase von Y & T. Die Idee ging super gut auf und die Hoffnungen auf einen perfekt musikalisch inszenierten Gig ging ihren Weg. Die Zuschauer, die aus einer großen Anzahl älterer Jahrgänge bestand nahm jeden Song dankbar auf und geriet teilweise in ausufernde Extase-Phasen. Ich selbst hätte es gerne gehört, wenn ein oder zwei Songs vom 1990er Album „Ten“ gezockt worden wären. Selbst die ruhigeren Titel brachten keine Flaute in die Stimmung. Es war nur schade, dass es noch zu hell war um die Feuerzeuge anzumachen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass baldigst ein neues Album in Anmarsch ist.
Ein Auftritt der New Yorker Thrasher steht für Spass, Power und jede Menge posiutive Energien (nein nicht im Kübelbökschen Sinne). Blitz, D.D. und Co.’s Show war besonders da sie bereits für das letzte Jahr angesagt war, entsprechend ein voller Erfolg. Ein Umstand , den Blitz nutzte, um allen Fans zu erklären, dass er weder verstorben, noch sonst wie todkrank sei. na Gott sei Dank. Die Overkill Setlist, bot einige der erwarteten und von den Fans geliebten Standards wie “Elimination“ und “Hammerhead“ aber auch eher unerwartetes Material wie “Damned“. Die schon legendäre Spielfreude und Präzision überhaupt noch zu erwähnen, ist beinahe überflüssig und so war der Mob mehr als zufrieden als das Finale mit „In Union We Stand“ und dem unausweichlichen "Fuck you" eine Stunde real Power Performance beendete.
U.D.O. kann überhaupt nichts falsch machen. Diese Band mit ihrem charismatischen Frontman und Namensgeber Udo Dirkschneider sind die optimale Besetzung für jedes Festival. Ein jeder kennt fast alle Hits wie „Metal Heart“, „Balls To The Walls“ oder „Princess Of The Dark“. Damit ist der Mitgröleffekt von alleine gewährleistet. Und die Fans enttäuschten Udo nicht. Die neueren Songs gliedern sich nahtlos in die Setlist und verbreiten genau die gleiche ungestüme Stimmung wie die Klassiker. Von seiner Mannschaft aufs äußersten unterstützt, gibt Udo Gas ohne Ende. Tierisch aktiv fegen alle Mitstreiter der Hitze zum Trotz die Bretter blank. Udo immer in Fannähe und im obligatorischen Camouflage-Outfit krächzt mit seinem Organ ganze Wände und etwaige Festival-Müdigkeitserscheinungen nieder. Selbst Fans die nichts mit der Stimme des Szene-Originals anfangen können zollen beeindruckt ihren Tribut mit tosendem Applaus.
Ob Thin Lizzy eine glückliche Wahl waren um zwischen U.D.O. und Twisted Sister aufzutreten wage ich zu bezweifeln. (Ich NICHT!!! SBT) Sicherlich ist ihr Status unantastbar, aber ausufernde Stimmungslage bei U.D.O., ging deutlich in die Knie und etliche Gäste widmeten sich wieder anderen Dingen zu. Wichtig war zumindest der Aspekt das einige Kids erstaunt waren, dass „The Boys Are Back In Town“ nicht von Metallica stammt. Was soll ich große Worte schwingen, Thin Lizzy waren gut, nicht mehr und nicht weniger. Ihre Klassiker haben Musikgeschichte geschrieben und wurden von den Fans kräftig gefeiert. Aber auch hier fehlte die übliche Party-Festival-Stimmung auf der Bühne, wie es schon bei Y & T der Fall war. John Sykes ist ein echter Profi am Instrument und am Gesang aber es gab keinen „Aha-Effekt“. Vielleicht bin ich nur zu jung für diese Band. Außerdem gehen mir die ständigen Huldigungen an Phil Lynott bei jedem Auftritt dieser Band auf den Sack. Lasst es doch wenigstens damit langsam gut sein.
Schon lange vor dem ersten Ton gab es reichlich Gesänge, Rufe und ein heilloses Gedrängel vor der Bühne, um den einzigen (na ja, nicht wirklich) Twisted Sister Gig in Deutschland hautnah miterleben zu können. Als dann nach und nach die Band, zum ersten mal seit zwölf Jahren im Original Line-Up die Bühne betrat begann ein grandioser Auftritt der Entertainment-Crew. Das Publikum musste gar nicht erst erobert werden, sondern es feierte wie noch niemals zuvor beim Bang Yourt Head... und DAS will wirklich etwas heißen. Bereits die ersten drei Hammertracks: „What You Don’t Know“, “The Kids Are Back“ und “Stay Hungry“ brachten die Massen zum kompletten ausrasten. Grund genug gab es auch weiterhin: angefangen bei selten gehörten Tracks wie “Ride to Live – Live To Ride”, dem balladesken “The Price” oder auch “Come Out And Play” bis hin zu festen Größen a-la` “Under The Blade“oder “Knife In The Back“. Jeder Song kam unglaublich energiegeladen und frisch von der Bühne. Ein frühzeitiger Höhepunkt war das aus tausenden Kehlen gesungene „We’re not Gonna Take It“ das nach seinem regulären Ende immer wieder angespielt wurde. Die frenetischen Reaktionen beeindruckten offenbar auch die sichtlich gealterten Herren hinter dem Band-Gott Dee Snider. Sichtlich genossen sie ihren ungewohnten Status. So gebauchpinselt versprach Dee all seinen Freunden von diesem unglaublichen Land der geilen Festivals zu erzählen und bekannte das dieser Abend es mehr als nur wert war das Tuntenoutfit wieder anzulegen. Recht hat er. Was folgten waren weitere Hits wie “ I Wanna Rock“, bevor mit “ SMF“ ein echter Triumphzug durch das einsetzende Abschlussfeuerwerk beendet wurde. Wie immer viel zu früh.
Sven Bernhardt / Steve Burdelak - Pics: Sven Bernhardt / Steve Burdelak


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