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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CHINCHILLA

CHINCHILLA
Nager auf Powertrip
Die wackeren schwäbischen Wollmäuse von Chinchilla haben inzwischen ihren vierten Longplayer "Madtropolis" am Start und versuchen mit diesem in die vorderste Linie der deutschen Powermetaller vorzudringen. Mit ihrem frischen, nicht alltäglichen Sound, der mich ein wenig an die ollen Tank erinnert (s. auch CD-Review), sollte dies gelingen...
Via ISDN-Leitung konnte ich mich bei einem gut aufgelegten Udo Gerstenmeyer nach den bisherigen Resonanzen erkundigen. >>Tjo, bisher bekommen wir ganz ausgezeichnete Resonanzen. Besonders das Ausland ist von der Platte völlig begeistert, womit der alte Spruch mit dem Propheten und seiner Bedeutung im eigenen Land mal wieder zuträfe. Wir sind bei den diversen Soundchecks in Heavy Magazinen immer zumindest im vorderen Mittelfeld gelandet und in Ungarn sogar Platte des Monats geworden.<< Zumindest hat man es geschafft, ein durchdachtes und reifes Album abzuliefern, auf dem sich die diversen Line-Up-Wechsel nicht hörbar negativ ausgewirkt haben. >>Ach das war gar kein Problem. Ich habe direkt im Anschluss an unsere letzte CD "The Last Millennium" einen Cut gemacht, weil den anderen Jungs das von der Musikrichtung her nicht mehr zugesagt hat. Denen wurde das ganze zu hart und sie wollten mehr in die progressive Ecke. Aber da ich ja ohnehin der Hauptsongwriter bin und immer aus dem Bauch heraus gerade das schreibe, was ich fühle, konnte und wollte ich da nicht mitziehen. Ich habe das Material für "Madtropolis" beispielsweise innerhalb von vier Wochen geschrieben. Das entsteht alles während meiner kreativen Schübe in meinem Homerecording-Studio.<< Das hört sich nach wenig Einfluss für den Rest der Truppe an... >>Doch doch, die haben schon ihren Input, aber den eigentlichen kreativen Prozess mache mit mir allein aus. Ich kann ja auch schlecht nachts um drei den Rest zusammentrommeln, nur weil ich gerade eine Idee habe.<<
Sprichts und muss eine kleine Lachpause einlegen. >>Wenn ich dann ´was fertig habe,<< ergänzt der mit Worten gar nicht geizige Schwabe >>hole ich die anderen hinzu und sie entscheiden dann, ob noch etwas verändert werden soll. Häufig passt´s aber schon.<<
"Madtropolis" mit seinem Intro "Rise of Madtropolis" und dem Outro "Fall of Madtropolis" hört sich schwer nach Konzeptalbum an. Aber Udo wiegelt ab. >>Nee, eigentlich ist "Madtropolis" nur die konsequente Fortsetzung von "The Last Millennium", was ja auch kein Konzeptalbum war. Ich setze aber hier, da ich ja auch alle Texte schreibe, die damaligen Gedanken fort. Ich will mich aber nicht irgendwie aufspielen oder Vorgaben machen, sondern dazu anregen, sich mit unserer Musik und den Texten auseinanderzusetzen. Ich schreibe aber vorsichtig, quasi in einer Parabelform. Die Themen sind immer welche der jeweiligen Gegenwart, jetzt also eigentlich schon wieder Geschichte.<< Nimmt man Udo´s Linernotes hinzu fällt auf, dass immer wiederkehrend seine Gedanken um das Thema Krieg kreisen. Irgendein wahlweise eiskalt berechnender oder strunzdummer Führer, egal, ob er nun Diktator, Präsident oder Kanzler heisst, zettelt Kriege an und bringt Leid und Unheil unter die Menschen. Ist da eine Assoziation, die da lautet Madtropolis=Bagdad=Washington erlaubt ?
>> Diese Stadt kann es zu jeder Zeit und auf jedem Kontinent geben. Es gab ein Rom, es gab ein Berlin, es gab ein New York und es gab in Ägypten irgendeine Stadt (...Osterwelle, fahren Memphis ???-TKN)... Du musst es so sehen, dass es in jeder Epoche ein Madtropolis gab, die Metropole, das Zentrum, dass sich im Laufe der Zeit über den ganzen Kontinent verschiebt. Mal waren die Ägypter groß, mal die Italiener, mal wir (zum Glück nicht mehr), die Russen und jetzt sind´s die Amis. Alles ist immer im Fluss, sodass es niemals ein Land geben wird, dass dauerhaft die ganze Welt beherrscht. Das wäre ja auch schlimm, wir wären ja alle gleichgeschaltet.<<
Sein Wort in wessen-Ohr-auch-immer. Schwierig stelle ich mir aber bei dieser Ambitioniertheit in den Texten vor, nicht plakativ zu wirken. Udo lässt da Vorsicht walten... >>Ja, vorsichtig muss man natürlich sein. Man kann auch nicht so einfach jemanden an den Pranger stellen, dazu ist ja auch die Berichterstattung in den Medien viel zu einseitig.<< Wohl war ! >>Denk´ doch nur an die Berichterstattung jetzt während des Irak-Krieges. Die englischsprachige Berichterstattung unterscheidet sich doch eindeutig von der unsrigen. Oder wenn Du mal Leute fragst, die beispielsweise in den Staaten waren zu dieser Zeit. Die berichten von Menschenmengen, die gegen den Krieg auf die Straßen gegangen sind. Davon hast Du in den Medien nichts gesehen. Wir glauben immer noch, wir leben in einer Demokratie in der der einzelne etwas bewegen kann. Aber so ist es doch nicht, wir werden doch systematisch verdummt und beherrscht durch die Geldpolitik. Schau doch, was aus uns geworden ist. Wir waren mal die stärkste Wirtschaftsnation in Europa, kulturell und bildungsmäßig weit vorne. Und jetzt ? Überall bilden wir das Schlusslicht und wenn du dir die ganz junge Generation anschaust, glaube ich auch nicht, dass uns das wirklich weiterbringt. Heutzutage können die jungen Leute sich ja gar nichts mehr aufbauen, sie kriegen ja kaum noch die Chance, wenigstens ´ne Lehre zu machen.<<
Wirklich interessante Gedanken über die Udo noch einiges zu erzählen hatte und die belegen, dass wir es hier mit jemandem zu tun haben, der wirklich immens viel Überzeugung und Herzblut in seine Musik legt und überaus gewillt ist, etwas ´rüberzubringen und seine Zuhörer zum Denken, einem hohen Gut in unserer Gesellschaft, zu animieren. Nichtsdestotrotz musste ich natürlich nochmal nachhaken, wie es denn zum Engagement des Fast Eddie Clark kam, der ein (hörenswertes) Solo zu "When The Sand Darkens The Sun" beisteuerte. >>Ach, das war gar nicht schwierig. Wir waren vor zwei Jahren auf Tour mit Paul DiAnno und dessen Manager Lea Hart ist der Ex-Sänger von Eddie. Tja und Eddie, bzw. Motörhead waren schon immer Idole für unseren Basser Josh, für Artur unseren Keyboarder und für mich und eigentlich der Grund, warum wir Heavy Metal machen. Ich hatte dann die Idee, Eddie einfach mal anzumailen. Zuerst hat er´s für einen Witz gehalten, bei der zweiten mail hatter´s dann geglaubt und zugestimmt. So durften wir dann einen brutal netten Menschen kennenlernen, der superprofessionell arbeitet und ohne jegliche Starallüren daher kommt. Nicht obligatorisch für jemanden, der dort stand, wo er stand.<< Wobei das ja nun auch schon etwas her ist, wenn ich das mal so bescheiden anmerken darf. Aber egal, denn eine Bereicherung des Sounds ist´s allemal. Ein Sound überdies, den man auch gern mal live hören würde. >>Wir haben bis Mitte Juli jedes Wochenende Doppelshows geplant. Es sind jedoch Einzelgigs über ganz Deutschland verteilt, alles in allem wohl so an die 60 Shows. Zudem haben wir Angebote aus dem Ausland; Belgien, Dänemark, Schweden so die Kante.<<
Was mir noch aufgefallen ist, ist Eure schön gestaltete Website (www.chinchilla.rocks.de). Mir scheint, ihr habt da schon einen treuen Anhängerstamm, wie man dem Forum entnehmen kann. >>Wir haben mittlerweile über 230 Zugriffe jeden Tag. Ich denke, dass lässt sich sehen. Die Website gestaltet ein Freund von uns, der René. Der hat auch das Plattencover und das Booklet gemacht.
Der René macht das richtig gut. Das ist sehr zeitaufwendig, aber richtig geil. So ist das bei uns. Jeder engagiert sich mit seinem Können irgendwie für die Band sei es als Musiker, oder so wie René oder etwa wie Volker, unser Fahrer, der auch noch diverse Events für uns organisiert oder unser Merchandiser Rainer. Chinchilla bestehen also eigentlich aus acht Leuten.<<
Stichwort Chinchilla. Laut Duden handelt es sich hierbei um ein südamerikanisches Nagetier mit teurem Pelz/Wollmaus. Was hat das mit Metal zu tun ? Eigentlich nichts, wie auch Udo zu berichten weiß...>>Das Tier wird ja hier gezüchtet, damit irgendwelche reichen Tussen "schöne" Mäntel tragen können; damit ist man schon wieder in dieser Zweideutigkeit bezüglich der Sinnhaftigkeit des Lebens und des Todes. Und ausserdem wollten wir auch keinen normalen Standardnamen. Die Leute hören den Namen und denken darüber nach und vergessen ihn nicht mehr.<<
Gibt man allerdings den Suchbegriff Chinchilla bei google.de ein, wird man erschlagen mit Nagetierseiten...
http://www.chinchilla.rocks.de
TKN


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