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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ABOLISHER

ABOLISHER
Kein Song wie der Andere
Die Frage sei erlaubt, ob der amerikanische Metalunderground noch wirklich neue Impulse zu setzen vermag. Kaum eine Band, die in den letzten Jahren wirklich eigene Akzente zu setzen wusste, ohne nicht bereits alt hergebrachte Stile zu zitieren. Abolisher, ein Quartett aus Chicago, sind da anders. Auch wenn die Band bereits seit 1994 aktiv ist und wirklich nur absoluten Insidern ein Begriff sein dürfte, musikalisch ist das, was die Band auf ihrer 4-Track-EP "Lament The Season" bietet, ungemein eigenständig und mit einem hohen Wiedererkennungswert behaftet. Thrashige Rhythmen wechseln mit progressivmetallischen Breaks, Death Metal-Passagen und atmosphärischen Gothicparts. Und all das, ohne dass man Abolisher wirklich mit irgendeiner anderen Band vergleichen könnte.
>> Unsere Musik ist definitiv Metal, auch wenn ich sagen muss, dass wir sehr ambitioniert zu Werke gehen und eine breite Palette von Einflüssen, sowohl aus dem Metal- wie auch anderer Bereiche besitzen. << eröffnet Sänger Gitarrist Luis unser Interview. >> Unser Hauptaugenmerk liegt darauf gute Songs zu schreiben, die sehr dynamisch sind und leicht ins Ohr gehen. Ich finde, alle Metalfans können sich in unserer Musik wiederfinden, was sich auch bei unseren Konzerten zeigt, wo Fans von Dream Theater, Rush, In Flames oder Morbid Angel einträglich nebeneinanderstehen. <<
Sind das auch Bands, die du als musikalische Vorbilder Abolishers bezeichnen würdest?
>> Die Enflüsse der Band variieren sehr. Dazu zählen unter anderem Bands wie die frühen Metallica und Megadeth, Slayer, Iron Maiden, Morbid Angel, Carcass, Dio Led Zeppelin, Rush, Dream Theater, Paradise Lost oder Anathema. Und das sind nur ein paar, aber ich denke, anhand dieser Liste kann man ermessen, welch unterschiedliche Bands uns beeinflusst haben. <<
Und die alle irgendwie auch ihre Spuren in der Musik Abolishers hinterlassen haben. War diese musikalische Vielseitigkeit ganz bewusst von vorneherein so angelegt oder hat sich dieser Stilmix im Laufe der Jahre und der Entwicklung der Band so ergeben?
>> Das passierte auf ganz natürliche Weise. Wir sind Fans ganz aussergewöhnlicher Musik und versuchen daher auch Musik zu schreiben, die wir uns selbst kaufen würden. So fliessen unsere Geschmäcker natürlich von ganz alleine mit ein. Ganz am Anfang, als wir uns dessen bewusst wurden, haben wir uns natürlich schon gefragt, ob das eine gute Entwicklung ist und wir uns musikalisch so verändern sollten, dass wir problemlos in das musikalische Raster eines der Metalsubgenres passen würden. Das war aber nicht das, was wir wollten. Es gab und gibt viel zu viele Bands, die sich musikalisch immer wiederholen, ohne etwas Abwechslung in ihrer Musik zu bieten. Das schlimmste für uns wäre zu hören: "kennst du einen Song von Abolisher, kennst du alle". <<
Gegründet wurde Abolisher bereits im Jahre 1994, doch abgesehen von zwei Demos, der "Lament The Season"-EP und einigen Samplerbeiträgen ist die Band nie über ihren Undergroundstatus hinausgekommen. Gab es keine vernünftigen Vertragsangebote oder was waren die Gründe dafür, dass Abolisher über solch einen langen Zeitraum keine weitergehende Aufmerksamkeit erfahren haben?
>> Ich habe keines unserer älteren Demos je an eine Plattenfirma geschickt. Wir haben zwar immer gute Kritiken im Metalunderground bekommen, aber ich war immer der Meinung, dass diese Aufnahmen nie das wahre Potential der Band gezeigt haben. Daher habe ich einfach nicht genug Vertrauen gehabt, diese Aufnahmen an die Labels zu verschicken. Zurückblickend mag es sein, dass dies ein Fehler war, hätten wir dich zumindest einen Vertrag bei einem kleineren Label einfahren können. Kurz nach unserem zweiten Demo 1997 verliessen uns unser Originaldrummer und unser zweiter Gitarrist, was uns dazu zwang, nach geeignetem Ersatz Ausschau zu halten. Ich habe dann neben dem Gesang auch noch die zweite Gitarre übernommen, aber es dauerte bis 1999, bis wir einen neuen Drummer fanden. Wir haben dann spät im Jahr 2000 mit den Aufnahmen zu unserer EP begonnen, die aufgrund finanzieller Schwierigkeiten erst im März 2001 veröffentlicht wurde. Manchmal war es schon sehr entmutigend, aber all diese Erfahrungen haben uns nur mehr ermuntert, unsere Musik anderen zu Gehör zu bringen. <<
"Lament The Season" wurde im Jahr 2001 veröffentlicht. Wie alt waren die Songs bereits bei der Veröffentlichung und denkst du, dass sie auch heute noch repräsentativ für Abolisher sind?
>> "The Solemn Promise" datiert zurück bis ins Jahr 1997 und war der letzte Song, den wir mit unserem Originaldrummer geschrieben haben. Die anderen Songs wurden im Frühjahr 2000 geschrieben. Ich finde die Songs nach wie grossartig, auch wenn sie nicht mehr ganz unseren heutigen Standard repräsentieren. Natürlich gibt es stilistische Gemeinsamkeiten, aber wir haben uns seitdem stark weiter entwickelt, sowohl was das Songwriting als auch unsere Spieltechnik betrifft. <<
Gibt es zwischen dem Titel der EP und dem Artwork, dass Auszüge einer leicht verschleierten Weltkugel darstellt, eine Verbindung?
>> Es gibt eine Verbindung, die aber nicht so offensichtlich ist. Das Artwork mit dem Titel in Verbindung zu bringen ist daher schon ein ziemlicher Spagat. Ich finde aber, dass wir das ultimative Artwork gefunden haben, da es ein wenig mysteriös erscheint und sich deutlich vom Artwork anderer Metalbands abhebt. <<
Ich schätze mal, ihr habt im Laufe der Jahre noch sehr viel mehr Songs geschrieben. Wie würdest du diese Songs musikalisch umschreiben?
>> Unsere neuen Songs kommen vielleicht etwas eher auf den Punkt. Natürlich besitzen sie ihre Wendungen, aber diese fliessen besser ineinander und daher sind die Songs auch kürzer als in der Vergangenheit. Zudem sind sehr deutlich härter und intensiver und meine absoluten Abolisher Lieblingssongs bis zum heutigen Tage. <<
Neben seinen Thrash- und Doom Metal-Roots werden im Songwriting Abolishers auch immer wieder die progressiven Wurzeln der Band offensichtlich. Gibt es beim Songwriting einen besonderen Stil den ihr bevorzugt?
>> Unsere Einflüsse besitzen alle einen gleich hohen Stellenwert. Viele unserer Songs besitzen eine melodische Thrash-Basis, in die verschiedene Elemente integriert wurden. <<
Woher stammen die Latin-Einflüsse, die in "The Solemn Promise" zu Tage treten?
>> David und ich sind mexikanischer Herkunft, aber das war nicht die Grundlage dafür. Clint hat das Hauptriff in verschiedenen akustischen Versionen gespielt, von denen uns diese am besten gefiel. Ich mag spanische Musik, bin mir aber nicht sicher, ob diese sich in unserer Musik noch einmal wiederfinden wird. <<
"Lament The Season" ist ein sehr ungewöhnlicher Titel, den man eher einer Gothic Metal-Band zuordnen würde. Was hat euch also bewogen die EP so zu benennen?
>> Ich habe versucht, die Texte der drei Songs lyrisch miteinander zu verbinden. Wenn man sich die Texte durchliest wird man feststellen, dass sie alle miteinander verbunden sind. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass eine Gothic Metal-Band ebenfalls diesen Titel wählen könnte, denn unsere Texte sind denen einer Gothic oder Doom Metal-Band nicht unähnlich. Vielleicht verstärkt das diesen Eindruck noch einmal. <<
Gibt es musikalische Grenzen, die ihr mit Abolisher nicht überschreiten würdet?
>> Bewusst setzen wir uns mit diesen musikalischen Grenzen nicht auseinander. Wir werden immer eine Metalband sein, aber ich würde aussser Rap und Hip Hop nichts kategorisch ausschliessen. <<
Woher beziehst du deine Inspirationen für die Texte? Ziehst du es vor über eigene Erfahrungen zu schreiben oder schreibst du deine Texte lieber auf einer fiktiven Grundlage?
>> Ich ziehe es vor über Dinge zu schreiben, die ich selbst erlebt und erfahren habe. Das kann aber schon mal in Form einer fiktiven Geschichte geschehen. Ich möchte zudem über Dinge schreiben, die jeder nachvollziehen kann. Unsere Musik mag manchmal dunkel erscheinen, aber auf der anderen Seite ist sie auch sehr energiegeladen und voller Hoffnung und Inspiration. Diese Emotionenen sind nur ein Aspekt unserer menschlichen Existenz, wie unsere Texte ja auch solche Gefühle wie Verlust, Hass oder Hoffnung widerspiegeln. <<
Gab es nach der Veröffentlichung von "Lament The Season" schon Vertragsangebote für Abolisher?
>> Es gab Interesse, aber es war kein Angebot dabei, von dem wir sagen könnten, dass es akzeptabel gewesen wäre. Die Band ist unser ein und alles und daher warten wir lieber noch, bis wir das richtige Angebot bekommen. Wir würden gerne bei einem Label unterschreiben, dass an die Band glaubt und auch über die Möglichkeiten verfügt, die Band richtig zu promoten. <<
Können wir für die Zukunft mit der Veröffentlichung eines neuen Abolisher-Albums rechnen?
>> Momentan arbeiten wir an einer 3-Track-Promo, die hoffentlich Anfang 2003 fertig sein wird. Wir hoffen, mit dieser Promo ein Label für die Veröffentlichung eines kompletten Albums begeistern zu können. Sollte das nicht klappen, werden im Mai oder im Juni 2003 das Album selbst veröffentlichen. Wir haben seit "Lament The Season" genug neue Songs geschrieben, von denen wir denken, dass sie viel zu gut sind um nicht veröffentlicht zu werden. <<
Die amerikansiche Metalszene wurde in den letzten Jahren von Nu Metal dominiert, wobei der traditionelle Metal sehr auf der Strecke geblieben ist. Abolisher stammen aus Chicago, die früher durch eine Band wie Trouble repräsentiert und bekannt wurde und einiges an Ansehen genoss. Wie stellt sich diese Metalszene heutzutage in Chicago dar?
>> Was Bands angeht, ist die Szene wirklich in Ordnung. Allerdings gibt es nur noch wenige Clubs die Metalbands die Möglichkeit bieten dort aufzutreten. Viele der besseren Clubs lassen nur noch Rock- oder Nu Metal-Bands auftreten, was sehr frustrierend ist wenn man weiss, dass man mit diesen Bands den Boden wischen könnte, wenn man nur die Möglichkeit zu einem Auftritt geboten bekommen würde. <<
Gibt es Bands, die du hier besonders hervorheben würdest?
>> Avernus und Enforsaken wären da zu nennen. Avernus sind eine, der wie ich finde, besten amerikanischen Doom-Bands, während Enforsaken melodischen Death/Black Metal ähnlichen frühen In Flames spielen. <<
http://www.abolisher.net
Michael Kuhlen


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