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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ASSEMBLAGE 23

ASSEMBLAGE 23
Selbstbehauptung
Assemblage 23 und Tom Shear ist vom Fleck weg das geglückt, wovon viele Bands nur träumen können und was sich für sie wohl nie erfüllen wird: Erfolg zu haben. Und das in einem musikalischen Umfeld, in dem sich Newcomerbands die Klinke in die Hand geben und eben so schnell wieder gehen, wie sie gekommen sind. Auch Tom Shear musste anfangs mit dem Vergleich leben, VNV Nation als grösste Inspirationsquelle zum Vorbild gewählt zu haben, doch nach mittlerweile drei Alben, das Remix-Album nicht eingeschlossen, ist von diesen Vorwürfen wenig geblieben. Assemblage 23 haben von Album zu Album mehr und mehr an eigenem Profil gewonnen und selbst der Druck des "verflixten" dritten Albums, "Defiance", das häufig über "Make It" oder "Break It" entscheidet, hat keine Spuren bei Tom Shear hinterlassen. Dass Assemblage 23 nicht nur auf den Tanzflächen mittlerweile sehr gefragt sind, hat nicht zuletzt die Tour im Vorprogramm Diary of Dreams im letzten Jahr und der viel umjubelte Auftritt auf dem M´era Luna-Festival diesen Jahres bewiesen. Erstmalig setzte ich mich also per E-Mail mit Tom Shear in Verbindung, um ihm eine Reihe von Statements zum neuen Album und anderen Themen zu entlocken.
Wirft man einen intensiven Blick auf deine Homepage und die Info-Sektion, so findet man dort alle wissenswerten Informationen im Bezug auf Assemblage 23. Beinahe scheint es dabei fast so, als ob du es überdrüssig wärst, die üblichen Fragen nach der Bedeutung des Bandnamens und deinen musikalischen Einflüssen überhaupt noch zu beantworten.
>> Nun, natürlich ist es frustrierend, kontinuerlich im Laufe der Jahre immer wieder mit den gleichen Fragen konfrontiert zu werden, aber diese Info-Sektion war in erster Linie dafür gedacht, dass die Leute hier in gesammelter Form die Antworten auf ihre häufig gestellten Fragen erhalten. Du kannst aber sicher sein, dass ich explodiere, sollte ich in einem Interview noch jemals mit der Frage nach der Bedeutung des Bandnamens Assemblage 23 konfrontiert werden. (lacht) <<
Assemblage 23 haben mit jeder neuen Veröffentlichung mehr an Popularität gewonnen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mir Adrian Hates bei einen meiner Besuche im Label-Büro von Accession, eurem europäischen Label, zum ersten Mal Tracks von dir mit dem Hinweis vorgespielt hat, das Album für den europäischen Markt zu lizensieren. Belastet dich dieser zunehmende Erfolgsdruck, wenn du eine neue Veröffentlichung vorbereitest?
>> Natürlich verspüre ich einen gewissen Druck, aber um ehrlich zu sein, so ist der Druck, den ich mir selbst auferlege, sicherlich sehr viel grösser als der, den mir das Publikum entgegenbringt. Ich selbst bin mein schärfster Kritiker und so kommt der grösste Druck sicherlich von meinem eigenen Anspruch an mich selbst, mich stetig weiter zu entwickeln, ohne mich dabei ständig zu wiederholen. <<
Woher beziehst du die Inspiration für deine Texte? Ich denke, jeder kann einen Texte wie "Driven" nachvollziehen, wo du das ziellose Umherfahren mit einem Auto beschreibst, um die alltäglichen Probleme und Geschehnisse zu vergessen und zu verarbeiten.
>> Meine Texte stammen in der Tat mehr oder weniger aus meinem persönlichen Leben. Generell mag ich es aber nicht so sehr, meinen Texten eine spezifische Bedeutung zuzumessen, denn ich finde, dass jeder Song mehr wie eine einzige Bedeutung hat. Was "Driven" angeht, so muss ich dir zustimmen, allerdings es mag durchaus sein, dass jemand anderes diesen Text basierend auf seinen eigenen Erfahrungen wieder ganz anders interpretiert. Von daher will ich die Erklärung, die jemand anderes für einen meiner Texte vielleicht besitzt, durch meine Interpretation nicht ruinieren. Manchmal ist es aber auch so, dass ich die Interpretationen anderer sehr viel interessanter finde als das, was mich zum Schreiben dieses Textes animiert hat. <<
Dennoch, wenn man sich etwas intensiver mit den Texten zum neuen Album auseinandersetzt, so entsteht der Eindruck, dass du dich mit dem Prozess des Älterwerdens beschäftigst, der Veränderung des menschlichen Charakters mit zunehmendem Alter oder der Entfremdung innerhalb einer Partnerschaft.
>> Ich denke, jedes der behandelten Themen des Albums kann sich zu jeder Zeit auf das Leben eines Menschen beziehen. Aber ich denke, diese Interpretation verdeutlicht sehr gut, was ich gerade ausgeführt habe. Ich finde, dass ist ein sehr interessanter Interpretationsansatz, aber ein gänzlich anderer als der, den ich beim Schreiben der Texte hatte. <<
Wie definierst du im Zusammenhang mit dem Titel des Albums dann das Artwork, wo der Mensch scheinbar übermächtig dem Verlust der Menschlickeit, der Zerstörung und der fortschreitenden Technologisierung gegenübersteht?
>> Nun, das Cover basiert eigentlich mehr auf dem Gedanken, für die Dinge einzustehen, an die man wirklich glaubt: an die eigene Willensstärke und ähnliche menschliche Charakterzüge, weniger an die fortschreitenden Technologien. Das alles sind Themen, die ich mit Assemblage 23 immer wieder aufgegriffen habe und die mir als passend für dieses Album erschienen. <<
Was ist für dich die eigentliche Crux des Songwritings? Steht für dich die unbedingte Tanzbarkeit im Mittelpunkt des Songschreibens, die Atmosphäre oder die Einheit von Musik Text?
>> Definitiv die Einheit aus Text und Musik. Für mich ist es unwichtig, ob ein Stück für die Tanzfläche geeignet ist, ob es ein langsames Stück ist oder wie auch immer. Wichtig ist, dass sich Musik und Text ergänzen, so dass sie gut ineinander fliessen. Alles weitere überlasse ich dem Zufall. <<
Momentan arbeitest du an einem Soundtrack für einen Film mit dem Titel "The Good Thief". Was ist das für ein Film und wie ging diese Kollaboration mit dem Filmemacher vonstatten? Was war für dich das grösste Problem, wenn man an einem Soundtrack arbeitet?
>> Ich habe letzten Sommer an diesem Soundtrack gearbeitet, so dass er nun bereits fertig ist. Der Film wurde von jemandem realisiert, mit dem ich zusammengearbeitet habe, als ich noch als Video Editor gearbeitet habe. Wir beiden hatten die gleichen kreativen Ideen und einen ähnlichen Geschmack in Bezug darauf, wie der Film ausschauen sollte. Ein Jahr, nachdem ich gekündigt hatte, erhielt ich von ihm einen Anruf mit dem Hinweis, er hätte endlich einen Geldgeber gefunden und ob ich nicht daran interessiert wäre den Soundtrack zu schreiben. Ich hatte nie dergleichen vorher gemach und war daher sehr daran interessiert. Verglichen mit dem Schreiben eines Albums ist das eine völlig andere Arbeitsweise, da gebe ich dir vollkommen recht. Man muss sehr darum bemüht sein, die Balance zum Schaffen einer bestimmten Atmosphäre aufrecht zu erhalten, ohne diese dabei zu zerstören. Es war sehr viel schwieriger, als ich erwartet habe, aber es war eine tolle Erfahrung, die sehr viel Spass gemacht hat. Ich hoffe, dass ich in Zukunft noch mal die Gelegenheit bekomme, einen Soundtrack zu schreiben. <<
Du bist nicht nur dafür bekannt, ständig Remixe für andere Künstler zu machen, sondern lässt deine Songs im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern auch sehr gerne durch andere Musiker remixen. Selbst auf deiner Homepage findet man eine Sektion, wo man sich Songs herunterladen und selbst remixen kann. Wo liegt für dich der besondere Reiz andere Künstler zu remixen bzw. selbst remixt zu werden?
>> Die grösste Herausforderung beim Remixen liegt wohl darin herauszufinden, wie man einen fremden Track so adaptieren kann, um ihn einen gänzlich neuen Kontext zu setzen und somit zu einer eigenen Kreation werden zu lassen. Das ist manchmal sehr leicht, manchmal aber auch ein sehr schwieriger Prozess, der jedoch sehr befriedigend sein kann, wenn man den Remix beendet hat und aus dem Original einen vollkommen neuen Song gemacht hat. Selbst remixed zu werden stellt für mich keine Herausforderung dar. Ich mag es nur zu hören, was andere Musiker mit meinen Songs so anstellen. Es gibt eine Reihe sehr talentierter und kreativer Menschen. <<
Bist du noch an anderen künstlerischen Ausdrucksformen interessiert? Ebenfalls auf deiner Homepage findet sich ein Abschnitt, in dem Fans Gemälde und andere graphische Arbeiten in Bezug auf Assemblage 23 präsentieren können.
>> Aufgrund meiner Arbeit als Video Editor bin ich natürlich sehr an der visuellen Seite interessiert. Das ist mir sehr vertraut und in der Tat ist es so, dass das visuelle und das Audio-Spektrum einander sehr ähneln. Das Editieren eines Videos kommt dem Schneiden eines Songs sehr nahe. Das Komponieren einer guten Kameraeinstellung ist ähnlich wie ein guter Mix eines Songs, wo alle Instrumente gut ausbalanciert sind. <<
Du hast mittlerweile im Laufe der Jahre diverse Festivals und eine Tournee in Europa gespielt. Was hat dich dabei am meisten beeindruckt? Gibt es grundlegende Unterschiede zwischen einem europäischen und einem amerikanischem Publikum?
>> Ich finde nicht, dass es grössere Unterschiede zwischen dem Publikum in den USA und Europa gibt. Unterschiede gibt es vielmehr zwischen einzelnen Städten. Es gibt in den USA Städte, wo das Publikum richtig mitgeht und sehr laut ist, aber dann wiederum gibt es Städte, wo das Publikum sehr zurückhaltend und unterkühlt reagiert. Das unterscheidet sich nicht von Europa, zumindest nicht meinen Erfahrungen nach. <<
Es gibt das Gerücht, Assemblage 23 würden Anfang nächsten Jahres zusammen mit Icon of Coil auf eine gemeinsame Tour kommen. Kannst du dies bestätigen?
>> Ja, die Daten müssten auf meiner Homepage nachzulesen sein, wenn du dieses Interview veröffentlichst. Ich hoffe, ich werde viele deiner Leser dort treffen. <<
http://www.assemblage23.com
Michael Kuhlen


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