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MAGAZIN :: Index: 'Y' :: YNGWIE J. MAL ....

YNGWIE J. MALMSTEEN
Die berühmteste schwedische Gitarren-Ikone bläst zur Attacke
Das Ambiente, in dem Yngwie und seine reizende Frau April mich diesmal empfangen haben, war wesentlich nobler als die Abstellkammer-Variante des Backstage-Bereiches der Zeche Bochum. Im Hotel ´Ernst Excelsior´ am Domplatz in Köln, wo der Gast nicht mal den Knopf des Fahrstuhls selber betätigen muss (oder auch nur ansatzweise die Möglichkeit dazu bekommt), ging es rauf in eine helle und stilvolle Suite, in der Yngwie mir zuerst das Fotografieren genehmigte, alles mit Autogrammen versah, was ich ihm vorlegte und zu dem einen Drink einschenkte. Yngwie, im Gegensatz zum letzten Treffen stocknüchtern und die Ruhe selbst, hatte tierisch mit einem Jet-Lag zu kämpfen, da der Flug von Miami bis zu unserem Interview gänzlich ohne Schlaf ausging. Das neue Werk „Attack“ hinterließ bei mir einen leicht faden Nachgeschmack, mein Sänger-Favorit Mark Boals ist Line-Up-Geschichte, und ansonsten gab es noch einige wichtige Fragen zu klären, für die mir jeodoch zum Glück genügend Zeit zur Verfügung stand, da ich der letzte Interviewpartner des Tages war.
Mit dem letzten Album brachtest du uns „Rising Force“ zurück. Worin lag denn da der Sinn, wenn du jetzt mit einer völlig neuen Besetzung auftauchst?
>> Dafür gibt es eine sehr simple Erklärung. Yngwie Malmsteen ist Rising Force, Rising Force ist Yngwie Malmsteen. <<
Wenn es keine gravierenden Unterschiede gibt, warum hantierst du dann mit verschiedenen Namen?
>> Ich versuche mal eine lange Story kurz zu machen. Ich gründete eine Gruppe, die mich als Sänger, Lead-Gitarrist, Komponist, Band-Boss, Texter und als Träger aller anderen wichtigen Posten akzeptierte. Das war im Jahre 1978 und ich nannte sie Rising Force. Ich hatte ungefähr vier verschiedene Bassisten und genauso viele Schlagzeuger. Ich frage mich, wer dann wohl zum echten Line-Up gehört? Frag´ jeden, nur nicht mich. Mit 19 Lenzen zog ich in die Vereinigten Staaten, und schloss mich einer Band namens Steeler (die US-Variante mit Ron Keel am Mikrofon) an. Hierauf war ich ungefähr anderthalb Jahre lang bei der Formation Alcatrazz (hier sang Rainbow-Shouter Graham Bonnet und kein geringerer als Steve Vai griff in die Saiten). Danach wollte ich unbedingt eine Solo-Karriere in Angriff nehmen und daraus wurde Rising Force. Wer auch immer mit dabei war, und versteh´ mich jetzt nicht falsch, da ich nicht von oben herab klingen möchte, es war keine Band. Ich wollte mit dem Album „Alchemy“ einfach wieder unter dem Namen firmieren, den ich sozusagen als mein Projekt ansehe. Das ist so wie mit Rainbow. Ritchie Blackmore war Rainbow, wenn auch nicht im gleichen Ausmaße wie ich Rising Force bin. Ritchie schrieb lediglich seine Riffs und überließ den Rest der Band. So arbeite ich nicht, ich packe alles selber an. <<
Wie entstand die Zusammenarbeit mit Dougie White?
>> Unter uns, den Namen spricht man „Duuuugie“ aus und nicht Daggi, er ist nämlich Schotte. (Yngwie lässt noch einige schottische Sprüche vom Stapel, bis uns die Tränen aus den Augen schießen.) Als wir die Tour zum letzten Album „War To End All Wars“ machten, waren wir mindestens ein Jahr unterwegs und traten auch in London auf. Übrigens wurden die Studioaufnahmen den Songs des Albums nicht gerecht, aber live waren es echte Kracher. In London kam Dougie vorbei um mich zu besuchen und wir gingen erst mal auf ein Bier raus. So kamen wir ins Gespräch. Die Tour ging so lange weiter, bis ich restlos bedient war. Die Truppe hatte keine Puste mehr, und die Vibes waren verschwunden. Ich hing einfach ein bisschen ab, bis mein Manager mir steckte, dass er eine Tour über einen Zeitraum von einem Monat in Südamerika für mich gebucht hatte. Ich sagte ihm, dass ich keine Band hätte, aber er meinte, dass das nicht meine Sorge sein solle. Ich erinnerte mich an einen tollen Drummer, der mich schon mal angesprochen hatte, und Dougie fiel mir auch wieder ein. Beide waren sofort dabei. Derek Sherinian (Ex-Dream Theater) kenne ich schon eine ganze Zeit und unseren Bassisten auch. Das alles ging ratzfatz. <<
Damit kommen wir automatisch zu meiner nächsten Frage. Derek ist ja ein sehr beschäftigter Mann. Woher nahm er die Zeit für dich zu arbeiten?
>> Über den Zeitplan von Derek kann ich dir nichts sagen. Auf jeden Fall ging er mit mir auf Tour, die übrigens recht gut lief und danach spielte er noch mein neues Album ein. Der erste Musiker an Bord war Drummer Patrick Johansson, der ein absolut Wahnsinniger am Kit ist. Dougie überraschte mich mit seiner Mitarbeit an „Attack“, da er weitaus besser als erwartet arbeitete. Ich wusste, das er ein verdammt guter Sänger ist, aber er stellte alle meine Ziele in den Schatten. <<
Eins muss man dir ja lassen, egal welch´ großartiger Sänger deine Lieder eingesungen hat, sie haben alle ihren eigenen Stil behalten, aber dennoch erkennt man deine Handschrift. Es gibt immer diesen typischen „Yngwie“-Sound in den Hooklines und Refrains. Das ist sehr selten.
>> Klar! Ich mache eben alles selber. <<
Du hast einen Song mit dem Titel „In The Name Of God“ bedacht. Bist du selber ein gläubiger Mensch und inwieweit beeinflusst Gott deine Arbeit?
>> Ich glaube schon an eine höhere Sache, aber ich glaube nicht an eine einzige Religion. Religion und Gott sind nach meiner Ansicht zwei völlig verschiedene Dinge. Was Menschen im Namen Gottes alles tun ,ist manchmal erschreckend bis unfassbar. Das resultiert daraus, dass alle Religionen von den Menschen kreiert wurden. Es waren immer Menschen, die Lösungen für die Massen erfanden, die sie in Wirklichkeit selber nicht hatten. Es gibt einfach Sachen, die wir nie erfahren werden und das sollte man akzeptieren, sonst hat man ein Problem. Die Religion versucht nur dir eine Antwort auf alles zu verpassen. Das Lied ist ein kleiner Denkanstoss zu den Themen, die uns aktuell im Weltgeschehen zur Zeit betreffen, besonders in Hinsicht auf die weltweiten religiösen Spannungen. Das ist echt böse. <<
Du gehörst zu den wenigen Musikern, die ihren Fans kontinuierlich das geben, was sie hören wollen. Gibt es denn irgendeinen Faktor, der dieses Album gänzlich von den restlichen unterscheidet?
>> „Attack“ hat zumindest einen Hauch von frischem Atem. Die Songs decken ein weitaus breiteres Spektrum ab als gewöhnlich. „Freedom“ ist zum Beispiel völlig anders als der ganze Rest. Oder vergleiche mal „Rise Up“ mit „Stronghold“ und du wirst keine Gemeinsamkeiten entdecken. Sicherlich gibt es eine gewisse Erwartung an mich, von der ich allerdings nicht glaube sie immer zu erfüllen, da es stets neue Aspekte in meinen Kompositionen gibt. Zumindest sehe ich das so. <<
Worin besteht für dich ein Unterschied, wenn du ein instrumentales Stück schreibst im Vergleich zu einem Vocal-Track?
>> Da gibt es eigentlich nicht viel. Es geht immer um die Melodien. Wolfgang Amadeus Mozart sagte ma,l dass Musik Melodie ist und Melodie Musik. <<
Ich habe noch nicht das eigentliche Cover vorliegen, sondern lediglich einen Vorabdruck. Gibt es noch Probleme oder was ist der Grund für die Verspätung?
>> Das ist die Rohversion, und die andere Variante ist selbst mir noch nicht unter die Augen gekommen. <<
Du hast das Label gewechselt. Was ist passiert? Wollten sie dich ziehen lassen?
>> Ich habe in letzter Zeit eine Menge Sachen verändert. Management, Label und die Band. Irgendwann kommt eine Zeit für jeden, wo es heißt weiter zu ziehen, und alles hinter dir zu lassen. Wenn die Menschen um dich herum ihre Passion und ihr Feuer verlieren und in Selbstgefälligkeit verfallen, ist der Moment erreicht an dem man sich von ihnen trennen sollte. Ich bin eine sehr intensive Person, denn wenn ich etwas mache, dann nicht halbherzig, sondern mit ganzer Konsequenz. Bei mir gibt es keine faule Stunden. Einige meiner vorherigen Label haben definitiv ihre Arbeit nicht gemacht. <<
Bei der nächsten Frage muss ich erst mal etwas ausholen. Ich habe vor geraumer Zeit ein Interview mit dem Sänger der Band Stygma IV, Ritchie Krenmaier, gemacht. Wir sprachen über das Konzept, seine Musik mit einem klassischem Orchester zu verbinden. Er ist der Meinung, dass diese Konstellation nur bei deiner Arbeit mit dem „New Japanese Philharmonic Orchestra“ zum Album „Concerto Suite For Electric Guitar“ richtig funktioniert hat. Deine Arbeit sei perfekt, während er an den anderen Projekten immer etwas auszusetzen hatte. Einmal fehlte ihm die Dynamik, dann war die Chose zu klassisch oder man spielte - wie bei Metallica der Fall - völlig gegeneinander. Was ist dein Geheimnis?
>> Das kann ich dir genau sagen, da die Antwort sehr simpel ausfällt. Ich will jetzt nicht über andere lästern, sondern dir nur anhand der eben genannten Band das Beispiel erklären. Metallica gingen einfach mit einem tollen Orchester auf die Bühne und spielten genau so wie sie immer spielen. Sie trieben das Orchester in den Hintergrund. Das hat rein gar nichts mit klassischer Musik zu tun. Was sie getan haben, war klassisch verwandte Orchestrierung hinter ein Metal-Stück zu schieben. Das ist genau das, was alle Bands, die ich in dieser Hinsicht gehört habe, machen. (Erstaunlich für jemanden, der mir im letzten Interview gesagt hat, dass er seit Jahren nichts neues an Musik konsumiert) Ich ging hin und versuchte etwas komplett anderes. Ich wollte etwas Spezifisches für ein Orchester komponieren und war darauf bedacht, die jeweiligen Solo-Einlagen der Violine oder der Flöte mit der elektrischen Gitarre zu ersetzen. Ich stieg also in ihre Welt und nicht sie in meine. Da haben Metallica etwas verpasst und auch das Scorpions–Album war grausam. >>
Hast du schon mal Gedanken an ein Konzept-Album verschwendet?
>> Nein. Konzept-Alben schränken nur ein. Du kannst dich ja nur innerhalb des Kontextes bewegen, auch wenn andere, wie du eben gesagt hast, das genaue Gegenteil behaupten. Da besteht überhaupt kein Interesse. <<
Eine Frage, die mir schon länger auf der Seele liegt, betrifft deine Ferrari-Sammlung. Wie viele besitzt du eigentlich? Du bist ja als Fanatiker bekannt, du trägst das Pferd (Ferrari-Symbol) als fette Goldkette um den Hals und hast jede Gitarre mit dem Sticker beklebt, den du live gar nicht oft genug zeigen kannst.
>> Haha, ich muss dir die Illusion rauben, denn es sind ihrer nur zwei. Das ist einfach mein Ding, mein absolutes Lieblingshobby. <<
http://www.yngwie.org
Steve Burdelak


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