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MAGAZIN :: PINK FLOYD - ....

PINK FLOYD - die nächste (und vorerst letzte) Runde: Wiederveröffentlichungen von THE FINAL CUT & A MOMENTARY LAPSE OF REASON
"The Final Cut" und "A Momentary Lapse Of Reason" schließen nunmehr die Serie der Wiederveröffentlichungen von Pink Floyd-Remasters ab.
Erneut wurden die Original-Analogbänder als Grundlage des neuen Masterings von James Guthrie, Joel Plante & Bernie Grundman verwendet. Mit originalgetreuem Artwork ausgestattet, sind die 180g-Teile feine Ergänzungen der heimischen, innig geliebten Sammlung. Zumindest wenn - wie im Falle des Rezensenten - „The Final Cut“ ziemlich heruntergespielt wurde und "A Momentary Lapse Of Reason" mit grandiosem Thorgerson-Artwork gerahmt im Schlafzimmer hängt. Ich weiß, „so much for pathos“, aber Kunst vor dem Photoshop-Zeitalter konnte doch so bahnbrechend sein und wurde insbesondere von Pink Floyd und ihrem kreativen Netzwerk regelrecht zelebriert.

PINK FLOYD
THE FINAL CUT
Pink Floyd Records / Warner Music Entertainment

„The Final Cut“ wird als musikalisches Ereignis oftmals leider übersehen, kann gegen „The Wall“ oder „Animals“ zwar auch nicht an, ist aber schlichtweg ein weiterer Beleg für Waters’ Ausnahmestellung als Visionär, Komponist und Texter. Das letzte Waters-Werk mit Pink Floyd gebärdete sich als eigentlicher Soloritt: Wright war bereits nicht mehr dabei, Gilmour und Mason übten wenig (bis keinen) Einfluss aus, der Riss innerhalb der Gruppe vertiefte sich zusehends. Waters allerdings zog sein Ding einmal mehr durch, vielleicht gar konsequenter als je zuvor. Er nahm lieb gewonnene Fäden der Vergangenheit auf, führte „The Final Cut“ mit seiner ruhigen, introspektiven Klangwelt aber auch in gänzlich andere Regionen.

Konzeptionell und lyrisch stellte sich das 83er Werk hochpolitisch dar: >> „Should we shout, should we scream? What happened to the post war dream?" << Im Folgejahr des Falkland-Krieges, in Großbritannien zu Zeiten Thatchers geschrieben und in der (vorerst) letzten Dekade des Kalten Krieges angesiedelt, entpuppt sich „The Final Cut“ gerade heutzutage als tagesaktuell. Oder frei nach Tiamat: >> I am the Visionaire, follow me, if you dare. << Zudem wob Meister Waters erneut Querverbindungen zu persönlichen Dramen etwaiger Protagonisten ein, die bekanntlich nicht selten Erfahrungen, Gedanken und Gefühle des Songwriters reflektierten. >> „Do you remember me? How we used to be? Do you think we should be closer?” << Wo sich andere auf der Suche nach eindringlichen Worten verzetteln, traf und trifft Waters mit einfachen Schlüsselzeilen direkt ins Herz. Mit Akustikgitarre, wenigen Akkorden und grandiosen Passagen wie >> “Tell me true, tell me why was Jesus crucified, is it for this that Daddy died? Was it for you? Was it me? Did I watch too much T.V.? Is that a hint of accusation in your eyes?” << weiß der grandiose Komponist auch heute noch Schauer über (meinen) Rücken zu jagen.

Profane, aber doch bedeutsame Details: Klappcover und gefütterte Innenhülle als selbstredend gerne gesehene Begleiterscheinungen eines Albums, das es neu zu entdecken gilt.
PINK FLOYD
A MOMENTARY LAPSE OF REASON
Pink Floyd Records / Warner Music Entertainment

"A Momentary Lapse Of Reason" markierte dagegen eine Zäsur und erschien im September 1987 nach Jahren des Streits, gerichtlicher Auseinandersetzungen, verletzter Eitelkeiten und anwaltlichen Händereibens; die Rechnungen haben dem einen oder anderen Advokaten die Portokasse sicherlich mehr als gut gefüllt. Waters hatte es nicht geschafft die Band aufzulösen bzw. auflösen zu lassen, Gilmour suchte nach Orientierung. Wright stieß erst spät wieder hinzu und hatte so gut wie keinerlei Einfluss auf ein Album, das zu den verzichtbaren im Katalog der Band zählt. Denn: nett und gefällig sind im Zusammenhang mit Pink Floyd doch letztendlich arg negative Attribute. Der von Gilmour mit Hilfe diverser externer Songwriter (u.a. Patrick Leonard und Bob Ezrin) konzipierte, mit Drum-Machines und Samples experimentierende 11-Tracker klingt insbesondere in der Retrospektive wie ein aufgeblähtes, aber inhaltsarmes Relikt des 80er-(Mainstream)-Rocks. Selbst Gilmours gewohnt einnehmende Soli und das betörende, ikonische Cover können "A Momentary Lapse Of Reason" nicht vor seiner Durchschnittlichkeit retten. Da hatte „The Division Bell“ 1994 schon deutlich mehr Tiefgang, Klasse und emotionalen Zugriff zu bieten, aber das ist eine andere Geschichte...

Verschwiegen werden sollte allerdings nicht, dass auch Waters zu jener Zeit keine Sternstunden produzierte, sondern mit „Radio K.A.O.S.“ in gleichen Jahr ein Werk vorlegte, das ähnlich blutleer, emotionsarm und orientierungslos wirkte.

Klappcover (erneut: dieses Artwork!) und eine stabile, aber leider nicht gefütterte Innenhülle mitsamt Lyrics, die den Vorgängern ebenfalls bei Weitem nicht Wasser und Wein reichen können, sollen abschließend nicht unerwähnt bleiben.
http://www.pinkfloyd.com
CL.


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