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MAGAZIN :: GEOFF TATE, 0 ....

GEOFF TATE, 03.01.2017, ASCHAFFENBURG - COLOS-SAAL
ASCHAFFENBURG - COLOS-SAAL

03.01.2017
Seit der Trennung von Queensryche läuft es bei GEOFF TATE nicht gerade optimal. Die beiden Alben seiner neuen Combo Operation: Mindcrime ernten eher mäßige Kritiken und verkaufen sich nicht sonderlich gut. Um festzustellen, ob die laufende Akustiktour seiner abgeknickten Karrierekurve eine Kehrtwende bringt oder doch eher eine Verzweiflungstat ist, begeben wir uns an einem kalten Dienstagabend nach Aschaffenburg. In Sachen (Prog) Metal kommt man am Colos-Saal eh nicht vorbei, sei es Haken und Headspace im letzten Jahr oder Fates Warning und Pain Of Salvation in diesem. Im Vorfeld war zu hören, dass die Tour nicht sonderlich besucht ist, so dass die ca. 130 zahlenden Gäste am heutigen Abend bereits überdurchschnittlich einzuschätzen sind und zumindest für einen einigermaßen würdigen Rahmen sorgen.

Um Punkt Acht betritt die sechsköpfige Begleitband und anschließend der Meister himself unter frenetischem Beifall die Bühne, die keinerlei Dekoration bietet und dadurch ziemlich schmucklos wirkt. "Low budget" oder "Let the music do the talking"? Ein bisschen von beidem. Alleine die Anzahl der Musiker dürfte gewisse Personalkosten verursachen, wobei außer Scott Moughton von O:M nur blutjunge Burschen am Start sind, deren Engagement sicher nicht allzu kostspielig war. Die Jungs schlagen sich trotzdem achtbar und es ist durchaus reizvoll, tausendmal gehörte Queensryche-Klassiker in neuem Soundgewand - mit Kontrabass, Violine und Cajon - zu hören. Und Geoff? Der ist bestens aufgelegt und gut bei Stimme, auch wenn er die Texte teilweise von seinem Tablet ablesen muss. Zwischen den Songs unterhält er das Publikum mit witzigen Anekdoten, z.B. wie er beim Frühstück in Nashville plötzlich Johnny Cash gegenüber saß oder wie seine Mutter ihn als Kind mit auf die Arbeit in einer Nervenheilanstalt nahm, woraus später der Song ´Out Of Mind´ auf "Promised Land" entstand. Einen kleinen Seitenhieb auf seine ehemaligen Bandkollegen kann er sich nicht verkneifen, indem er betont, dass er sie zur Aufnahme eines Konzeptalbums überreden musste und "Operation: Mindcrime" - nach anfänglichen Schwierigkeiten - zum Megaseller avancierte. Wer will ihm eine gewisse Verbitterung verübeln, wenn man bedenkt, dass der Mann einmal Millionen von Alben verkauft hat und nun einen Megahit wie ´Silent Lucidity´ vor gut hundert Nasen zum Besten geben muss?
Die Setliste besteht bis auf ´The Fight´ von Operation: Mindcrime ausschließlich aus Queensryche-Nummern. Es geht los mit "Walk In The Shadows´, das überraschenderweise das einzige Stück von "Rage For Order" bleiben soll. ´Another Rainy Night (Without You)´ und ´Jet City Woman´ von "Empire" verursachen Gänsehaut pur, aber auch Nummern wie ´Some People Fly´ oder ´Blood´ von eher ungeliebten Queensryche-Alben wie "Hear In The Now Frontier" bzw. "Tribe" funktionieren im Akustikgewand besser als gedacht. ´Chasing Blue Sky´ ist sogar eines der Highlights, wohingegen das Arrangement von ´Take Hold Of The Flame´ gar nicht funktioniert. Dafür entschädigt ´The Lady Wore Black´, welches den Anfängen von Queensryche gewidmet ist. Den Abschluss bildet das "Operation: Mindcrime"-Doppel ´I Don`t Believe in Love´ und ´Eyes Of A Stranger´. Danach kommt man für das Dropkick Murphys-Cover ´I`m Shipping Up To Boston´ und ´Around The World´ von "Dedicated To Chaos" nochmals auf die Bühne. Somit wird insgesamt eine interessante Reise durch das Schaffenswerk von Geoff Tate dargeboten, von der eigentlich niemand enttäuscht sein dürfte.

Einen faden Beigeschmack hinterlässt die Tatsache, dass Herr Tate sich nach der Show leider nicht im Innenraum blicken lässt, um die große Nachfrage nach Autogrammen und Fotos zu bedienen. Anscheinend hat er seine neue Rolle doch noch nicht ganz gefunden...
Alex Fähnrich. - Pics: Alex Fähnrich


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