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MAGAZIN :: Vergessene Pe ....

Vergessene Perlen: ORACLE - SAME (1989)
ORACLE

SAME (46:21 min.)

CAMBAYÁ CLUB

Der Retroboom lebt unvermindert weiter, was zur Folge hat, dass mit fortschreitender Dauer der Kauzfaktor erhöht werden muss, um die nach echter Trueness dürstende Klientel befriedigen zu können. Tarot, New Light Choir oder Wytch Hazel seien hier nur als Beispiele für die zahlreichen Bands angeführt, die in den letzten Jahren nach dieser Maxime nach oben gespült wurden. Denn seien wir ehrlich: vielen dieser Veröffentlichungen fehlt die echte Klasse; insbesondere der "Gesang" fällt im Vergleich zum durchaus brauchbaren musikalischen Vortrag meist ab. Es geht offenbar bloß noch um Bedürfnisbefriedigung eines Marktes, der sich selbst als Underground versteht, dabei jedoch striktere Regeln als jeder Mainstream aufstellt, ohne sich um deren Einhaltung zu kümmern. Doch wer C sinnlos feiert, sollte dies auch mit B tun, zumal wenn es sich lohnt. Und Oracle, selbst schon als Nachklang der Originale, sind genau jene Vorstufe genannter Bands, klangen dabei jedoch 1989 schon deutlich reifer als diese. Ich entdeckte die Herrschaften erst zusammen mit den gleichnamigen US-Metal-Schergen und verhaftete umgehend den 2015er No Remorse-Rerelease, der in der besten aller Welten die Zielgruppe zur Raserei bringen sollte, zumal die Band aus Gibraltar (Schnappatmung, Japps, ich kann nicht mehr, ohGottohGott...) stammt. Denn wer nach dem Kauz sucht, findet ihn hier: ich für meinen Teil kann mir keine coolere Mischung aus Wishbone Ash (das episch erhabene "Never Want To Cry" orientiert sich gekonnt an "Argus"), AOR meets gemäßigten US-Stoff (Fifth Angel werden durch Foreigner zu einem "Fool For Your Love" ), 80ies Rush (die vertrackten "Power Windows"-Gesangslinien in "Teaser"), Ashbury und britischem Stahl vorstellen. Dabei legen Oracle hörbar Wert auf erlesene Qualität: ihr eklektischer Sound ist nicht nur geschmackvoll zusammengeklaubt, sondern auf sehr hohem spielerischem Niveau angesiedelt und äußerst selbstsicher komponiert. Und ja, auch Sänger Allan Alman brilliert hier in allerlei Lebenslagen, so etwa der epischen, Flamenco-Elemente aufgreifende Powerballade "Dreaming", die es zu Beginn mit Queensryche aufnehmen kann und schließlich in einen NWOBHM-Smasher umschlägt. Das echte Kunststück von Oracle besteht darin, eigentlich simpel gestrickte Stücke mit Langzeitwirkung garantierenden Arrangements zu versehen (der eingängige Doppelschlag "Back on The Road" / "Murder In The Streets"), die nicht zuletzt von der großartigen Riffvielfalt Peter Montegriffos leben (dessen Frau auch das naive und daher für alle Undergroundisten wertige Coverartwork entwarf). Und am Ende folgt mit "Killer Queen" noch eine alle Bandstärken bündelnde Hymne. Das Vinyl dürfte im Original wohl astronomische Preise erzielen...

8,5/10 PM.


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