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MAGAZIN :: Vergessene Pe ....

Vergessene Perlen: ORACLE - AS DARKNESS REIGNS (1993)
ORACLE
AS DARKNESS REIGNS (62:30 min.)
MASSACRE

Manchmal kann ich wirklich nicht verstehen, in welch perfider Weise gewisse Alben an mir vorbeinavigieren konnten. 1993, jenes Jahr, in dem dieses fantastische Werk erschien, hörte ich bereits eifrig Metal und las auch diverse einschlägige Publikationen, kann mich aber nicht erinnern, dass ich irgendwo eine die Segel adäquat aufblähende Lobeshymne auf "As Darkness Reigns" gelesen hätte. Es scheint nicht selten, als würden nicht wenige jener Szenehüter, die heute zu den "Früher war alles besser, und ich hab´s schon immer gesagt"-Marktschreiern gehören, dereinst selbst reichlich Grunge-Schmalz in den Ohren hatten... Oracle, vormals Prodigy, lizensierten dieses Album ein Jahr nach der eigentlichen VÖ als Demo (auf Kassette) für Massacre Records und erschufen so zwei Versionen (die Songreihenfolge wurde leicht verändert, die Produktion ist hier deutlich differenzierter) eines unsterblichen US-Metal-Klassikers. Führt man sich vor Augen, dass sich hier spätere Mystic Force (William Wren - voc) und Iced Earth (Brent Smedley - dr) ihre ersten Sporen verdienten, kann die Klasse des Albums nicht wirklich erstaunen. Warum aber war Papa bereit, die 30 Euro, die man für eine sehr gut erhaltene Kopie von "As Darkness Reigns" heute mindestens einplanen sollte, auf den Tisch zu legen? Nun, die Scheibe klingt (nicht zuletzt dank der knackigen, nie überladenen und ungeglätteten Produktion) 23 Jahre after the event noch immer absolut zeitgemäß, ohne dass die Tradition zu kurz käme. Irgendwo zwischen der vertrackten Interpretation harter Sounds von Fates Warning, der von Priest damals entdeckten und auf "Painkiller" ausgiebig zelebrierten neuen Härte (die dezenten Obertöne einiger Riffs in dem einfach nur SAUGEILEN Banger "Nightmares" oder dem nicht minder beeindruckenden "No Faith For The Liar"), dezent neobarockem Malmsteen-Gezocke (ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie Kent Smedley nach diesem Wunderwerk in der Versenkung verschwinden konnte - er haut in einer Stunde gefühlte 125 Riffs raus und erinnert so nicht selten an das Duo Denner/Shermann!) und beinahe thrashiger Härte ("Knights Of The Round Table") legten Oracle Songs hin, die wirklich JEDEN, nein, ABSOLUT jeden Fan anspruchsvollen Metals auch heute noch um den Verstand bringen MÜSSEN, verbinden sie Progressivität ("The Watcher"), Härte und Eingängigkeit doch so gekonnt und ungekünstelt, wie ich es selten vernommen habe (als Beispiel mag das alle genannten Stärken in 4 1/2 Minuten bündelnde "Paradise" herhalten). Jeder einzelne Musiker ist ein Ausnahmekönner, die Hooks sind bei aller unplakativen Zurückhaltung werthaltig, die Arrangements einfach nur atemberaubend spannend. Es gibt somit keinerlei triftigen Grund, sich nicht ab sofort auf die Jagd nach dem mit einem unfassbar großartigen Titeltrack wuchernden "As Darkness Reigns" zu begeben - außer, man besitzt es schon.

9,5/10 PM.


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