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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DREAM THEATER ....

DREAM THEATER, 18.07.2014, Gelsenkirchen – Amphitheater


Gelsenkirchen – Amphitheater

18.07.2014
Mein Dream-Theater-Fanatismus nahm bereits nach „Awake“ rapide ab. Die letzte Club- bzw. Hallenshow der Prog-Koryphären, die ich mir in meine Konzertkartenbücher kleben durfte, datiert zurück bis irgendwann Mitte der Neunziger, und selbst da zogen mich bereits eher meine Alltime-Faves Fates Warning im Vorprogramm. Nichtsdestotrotz: auf irgendeiner Festival-Bühne, vorwiegend in Holland oder Belgien, begegnete mir das Traumtheater auch in den Folgejahren immer wieder und die Alben wurden selbstredend alle brav und fleißig weitergesammelt. Keine Frage also, dass ich der netten Offerte von Target Concerts (Danke nochmals an dieser Stelle!) Folge leisten wollte, denn welcher Progger vermag eine Einladung zu einem Dream-Theater-Gig in einer der schönsten Freiluft-Locations in einheimischen Gefilden auszuschlagen? Eben.

Verglichen mit dem Rock-Hard-Fest mutete das Amphitheater im Nordsternpark in Gelsenkirchen zwar relativ locker gefüllt an, aber eine Band, die zu einer Einzelshow locker grob geschätzte zweitausend Menschen zieht, zumal parallel zum ’Night of the Prog’ an der Loreley, kann sich glücklich mit ihrer Anhängerschaft zeigen.
Das taten sie dann auch eindrucksvoll, denn Petrucci, LaBrie, Myung, Rudess und Mangini gaben ab Punkt 20 Uhr für satte drei Stunden (inkl. einer viertelstündigen Pause) ordentlich Vollgas und reisten durch weite Teile ihrer Diskographie, wenngleich die ganz frühen Sachen natürlich - und leider, leider - gleichwohl nicht zu erwarten waren. Im ersten Set konnte man den Zaubermusikern, bei tollem Sound, in den letzten Sonnenstrahlen eines gleißenenden Sommertages wunderbar auf die fliegenden Finger schauen, wenngleich die Videoprojektionen auch bei Tageslicht für den einen oder anderen abschweifenden Blick gut waren.

„The Enemy Inside”, „Along For The Ride“, „Trial Of Tears” (bekam ein intensives Gitarrenintro mit leichtem Gilmore- oder Rothery-Flair geschenkt), „The Shattered Fortress”, „On The Backs Of Angels“, „Enigma Machine“ (mit feinem Drum-Solo), “The Looking Glass” und „Breaking All Illusions” demonstrierten wahrhaft eindrucksvoll die Ausnahmestellung der Supertechniker, die trotz aller spielerischen Finesse mit viel Gefühl und dem entscheidenden Gespür für tragende Melodien aufwarteten. Ein Drummer mit enormer Spielfreude bzw. Spielwitz, ein Gitarrist als Chef im Ring mit reichlich Routine, Selbstsicherheit und Perfektion, ein Bassist ohne Minenspiel aber mit aberwitzigen Fähigkeiten an seinem Instrumet, ein Keyboarder der - neben unfassbarem Spiel - von unbeteiligt wirkend bis zum ’Schalk im Nacken’ alles an Repertoire zeigte sowie ein Sänger, der seine Position im Gefüge gefunden hat und tonal und den Ausdruck betreffend sicher und in sich ruhend wirkte: Dream Theater als Kollektiv sind das übermächtige Ergebnnis der individuellen, riesengroßen Puzzleteile, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Teil 2 des Sets, in der einsetzenden Dunkelheit und somit in den Genuss der sich nunmehr entfaltenden Lichtshow kommend sowie mit der eindrucksvollen Wirkung der Videoprojektionen einhergehend, konnte für meine Ohren dann noch deutlich mehr, gerade weil ein fetter „Awake“-Block mit „The Mirror“, „Lie“, „Scarred“, „Lifting Shadows Off A Dream“ und „Space-Dye Vest“ (mein persönlicher Lieblingstrack der US-Progster!!!) enorm zu packen wusste. Nach dem überlangen „Illumination Theory“ als regulärem Abschluss machten die Frickel-Koryphäen den Sack mit „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“-Kostproben zu. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass auch nur ein Fan nach „Overture 1928“, „Strange Déjà Vu“, „The Dance Of Eternity” und „Finally Free“ bzw. nach diesem großartigen Prog-Kino ohne Grinsen im Gesicht zum Parkplatz taumelte. Standing Ovations (des gesamten Auditoriums!) und laute Zugaberufe nach drei Stunden Vollbedienung sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache,oder?

Fazit: Progressive-Deluxe-Menü mit allerlei Gourmet-Gängen!
Christoph Lücker. - Pics: Christoph Lücker


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