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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DOOM SHALL RI ....

DOOM SHALL RISE VIII, 26. & 27.04.2013, Göppingen – Chapel (TAG 1)
Göppingen – Chapel

26.04.2013 (TAG 1)
Pünktlich zur Fahrt ins nördliche Baden-Württemberg stand, passend zur Stimmung vieler Doomster, ein Wetterumschwung an. Die im Vorfeld des Festivals getätigte Ankündigung, das Festival fände dieses Jahr zum letzten Mal statt, wurde von nicht wenigen Fans mit einer Träne im Knopfloch zur Kenntnis genommen. Trotz des noch während der Fahrt in die Nähe des Hohenstaufen einsetzenden Sauwetters (mit damit einhergehendem Temperatursturz von nahezu 20 Grad) sorgten diverse Spätentschlossene, die sich ihre Fahrkarte ins Glück an der Abendkasse erwarben, für geschlossene Reihen in der Chapel, sodass die Macher Frank und Jochen das Wochenende ob des ausbleibenden finanziellen Desasters genießen konnten. Den Organisatoren des Desertfestival sei bei dieser Gelegenheit ins Stammbuch geschrieben, dass die Entscheidung, ihr Event am selben Wochenende wie das Doom Shall Rise stattfinden zu lassen, an Sabotage grenzt. Survival of the fittest - Mentalität, wo man hinschaut. Die fittesten Doomer befanden sich an diesem Wochenende jedenfalls sicher nicht in der (Kommerz-) Kapitale. Die Vielfalt des DSR ist einfach unübertroffen, und auch wenn man nicht den Weg einer jeden Band mitgehen möchte, so bot das Festival doch in all den Jahren immer wieder Überraschungen und Neuentdeckungen (als Beispiele mögen Isole, Procession oder Mar de Grises genügen), die zeigen, dass Frank und Jochen eben nicht nur Doomfreaks sind, sondern auch ein sicheres Gespür für Qualität haben. (PM)

PETRIFIED hatten die Ehre das Festival eröffnen zu dürfen und nahmen diese Offerte dankend an. Die Sachsen mitsamt Dreaming-member suhlten sich knietief im klassischen, Riff-lastigen Doom und hatten vor allem mit skurrilen, im breitesten sächsischen Dialekt vorgetragenen Ansagen die Lacher im Sack. Die Freak-Meute bangte sich gepflegt warm…

VICTIMS OF CREATION zelebrierten ihre Form des Doom anschließend düsterer, kellertiefer, abgründiger. Pünktlich zum Release des Debüts „Existence“ via Cyclone Empire spielten die vier sympathischen Malteser ihre erste Auslandsshow. DoomDeath nahm die Besucher gefangen, dunkel und grabesschwer, gelegentlich mit Strahlen der Hoffnung versehen. Der baumlange Basser / Frontmann wusste sich mit seinem variablen Organ - von Growls bis glockenklar - perfekt den Stimmungen anzupassen. Definitiv ein Achtungserfolg! (CL)
Mit SERPENT VENOM rollte anschließend eine veritable Walze durch die Chapel. Die mit einer sludgigen Attitüde vorgetragenen Weisen waberten direkt vom Gehörgang in den Endddarm, von wo aus sie ohne viel Federlesens ins Beinkleid fuhren. Nach dem 2011er Kurzgastspiel im Vorprogramm Orchids haben die vier britischen Überzeugungstäter zwar kein neues Material an den Start gebracht, sich aber in Sachen Zusammenspiel durchaus noch einmal gesteigert. Auf der Bühne ging in Sachen Stageacting für Doomverhältnisse mächtig die Post ab – insbesondere Sänger Gaz und Gitarrist Roland ließen ihren nether parts freien Lauf und wurden an allerlei Ecken und Enden der Bühne gesichtet, wilde Gliedmaßenzuckungen inklusive. So erquickend die Darbietung auch war – in den letzten beiden Jahren sind den Songs leider noch immer keine Hooks gewachsen, sodass man sich schon ganz in die von Serpent Venom herauf beschworenen Stimmungen fallen lassen musste, um nicht den roten Faden zu verlieren. „Conjuration“ und gerade „Blood Of Serpents“ sind aber nach wie vor äußerst feine Hormonbeschleuniger. Schön auch die mit reichlich Cockney-Charme hingeschnodderten Ansagen… Gelungenes Happening.

Die transubstansiellen Schweden SIDEBURN lieferten der Stoner-Fraktion eine Vollbedienung. Einigen Herrschaften im Auditorium zu stadionrockig, waren die Doomherren für all jene, die ihren Katerkaffee zu den Klängen von The Sword herunterwürgen ein veritables Fest. Mit reichlich Testosteron inne Buxe und mit einem mächtig gute Laune verbreitenden Jani Kataja am Mikro (mit Chris Cornell-Vibes und extrem schickem weißem Outfit) entspann sich ein energie- und schweißschwangerer Gig, der vor der Bühne unter anderem bei Festivalorganisator Frank für immer neue Begeisterungsstürme sorgte. Zu den monströsen Riffs von „The Demon Dance“ wollte man sich aber auch tatsächlich die Birne an den Monitorboxen polieren, oder ganz einfach nur beschwingt durch die Chapel tänzeln. Die tonnenschweren Riffsalven wurden immer wieder kongenial in saumäßig groovende Songperlen überführt („Bring Down The Rain“), deren Refrains durchaus Fesselpotenzial besitzen. Gerade im Vergleich zu vielen anderen Bands entwickelte der viel Feeling transportierende Gig auch eine ganz besondere und willkommene Laut-Leise-Dynamik, die die eruptiven Parts noch intensiver von der Bühne dröhnen ließ. Flugs verhaftete ich derart überzeugt die beiden noch erhältlichen Alben und werde die Band in Zukunft sicher weiter im Auge behalten – eine der eingangs erwähnten Überraschungen. Spiritual Beggars mit dicken Klöten, das hier. Oder: schlicht geil!

Now for something completely different. Magsu Bathory, magsu EREB ALTOR. Magsu Bathory nicht, findsu den inzwischen zur eigenständigen Band gewachsenen Isole-Ableger doof. So einfach ist das Leben manchmal. Größer hätte der Kontrast zu dem vorherigen Vortrag kaum sein können: hier der bodenständige, nach Benzin riechende Auftritt Sideburns, dort die epische Warmkaltdusche der Quorthon-Verehrer. Für mich beschreiten Ereb Altor dabei den einzig gangbaren Weg und bieten anstatt tumber Coverversionen eigenes Material, das den Spirit des Szenevorreiters sowas von atmet, dass es fast schon stinkt – interessant ist dabei zu beobachten, wie die Edeltechniker ihr Spiel bewusst schnodderig gestalten, um die Attitüde Bathorys authentisch einfangen zu können. Damit einher geht natürlich auch viel mehr Theater als bei anderen Bands: Corpsepaint (lediglich Metalbärchen Bryntse kann dem Brimborium offenbar nix abgewinnen), große Posen und Gesten, hallende Chöre (wobei man es mit dem Einsatz von per Konserve eingespielten Heulereien streckenweise übertrieb) – aber wer nicht gerne ins Theater geht, hat auf Rockkonzerten eben auch nur bedingt seinen Spaß.
Ich für meinen Teil konnte dem repräsentativen Querschnitt durch die drei Alben (also auch einer schwarzmetallischen Abfahrt von „Gastrike“) verdammt viel abgewinnen. Wer Erhabenheit sucht, findet sie anno 2013 genau hier. Nach „The Wizard“ war dann fire evening, und die Seele ging definitiv valhallisiert aus dieser epischen Schlacht hervor. Total putzig auch, dass Bandkopf Crister im Anschluss an den Gig auf dem WC bei dem verzweifelten Versuch gesichtet wurde, sein Corpsepaint spurlos zu entfernen. Klappte nicht wirklich… Genervter Kommentar nach frenetischer Körperpflege: „Now I need a beer!“ Skål. (PM)

Victor Griffin’s IN-GRAVED sollten der krönende Abschluss des Tages werden (und waren es letztendlich meines Erachtens auch…), standen sich zu Beginn allerdings selber im Weg. Statt mit dem Publikum zu kommunizieren, statt richtig abzurocken, haderte der passionierte ’Biker for Christ’ eher mit seinem Equipment, dem Monitorsound und dem entsprechenden Techniker. Sei’s drum, mir missfiel eher der brutal laute Gesamtsound und - on top - die omnipräsenten, schon cheesigen und relativ einfältig komponierten Key(Hammond)sounds. Davon ab regierten aber die Songs und in der zweiten Sethälfte eine - vor immer müderem Publikum - immer furioser aufspielende Combo. Auf eine Place Of Skulls lastige Playlist oder ein Pentagram-Gedächtniskonzert mussten die Doomster selbstredend verzichten (hatte jemand damit gerechnet?), stattdessen stellte Griffin sein neuestes, sehr gutes Werk und einen losen Überblick über sein gesamtes Schaffen in den Fokus. Auch zwei Coverversionen, beide bereits auf Griffin-Outputs verewigt, wurden intoniert und avancierten zu Gig-Highlights: The Animals’ „Don’t Let Me Be Misunderstood“ und Jethro Tulls „Teacher“. Derartig beschwingt konnten wir zur Aftershowparty in die Kellergemäuer der Chapel traben… (CL)
Patrick Müller (PM), Christoph Lücker (CL) - Pics: Patrick Müller


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