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MAGAZIN :: Index: 'A' :: AUTUMN CLAN

AUTUMN CLAN
Positive Negativität
Keinesfalls als Abgesang an das Leben ist Autumn Clan´s erstes Album "Requiem To The Sun" zu verstehen, auch wenn der Titel des Albums manchem vielleicht etwas anderes suggerieren mag. "Requiem To The Sun" ist vielmehr die Auseinandersetzung mit den Dingen des täglichen Lebens, den gescheiterten Beziehungen, den Enttäuschungen, die jeder für sich hat erfahren und verarbeiten müssen, dabei stets Gefahr laufend, sich in Ausweg- oder Hoffnungslosigkeit zu verlieren, im schlimmsten Falle in Depressionen zu versinken. Doch in der Annahme und der Akzeptanz jener negativen Erfahrungen liegt genau die Botschaft des Clans, denn nur durch das Verstehen und die Verarbeitung dieser Erfahrungen kann man Kraft und Mut für eine positive Zukunft schöpfen. Und wo lässt sich dies besser bewerkstelligen als in der Gemeinschaft. In der Gemeinschaft von Fans einer Band, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht und die, wie Gitarrist Frank Baumann versichert, Musik für jedermann spielt.
Obwohl die Band bereits seit 1997 existiert, so dauerte es dennoch bis in das Jahr 2002, ehe mit "Requiem To The Sun" das erste Album der österreichischen Gothic Metal-Band erschien. Und das, obwohl der Band bereits früher eine Reihe von Vertragsangeboten vorlag. Dabei lag die Ablehnung weniger an der mangelnden Qualität der Angebote, sondern vielmehr am eigenen Anspruch der Band, zunächst einen eigenen Stil zu definieren, bevor man damit den Schritt an die grosse Öffentlichkeit wagen wollte. Ein mutiger und gewagter Schritt, der nicht von grenzenlosem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zeugt, sondern auch von der Schnellebigkeit des Musik-Business.
>> Selbstvertrauen haben wir ohne Zweifel, aber das ganze ist eher auf Erfahrung und Geduld zurückzuführen. Wir sind in den letzten vier Jahren verhältnismäßig viel herumgekommen und haben sehr viele Leute getroffen. Da bekommt man kompetente Tipps und interessant sind auch die unterschiedlichen Ansichten über alle Dinge, die im Musik-Business wichtig sind. Man muß auch alles was dazugehört ausprobieren und man kann dann selbst herausfinden und definieren, was gut und was schlecht für die Band ist. Wir wollen uns einfach sicher sein, dass, wenn wir etwas machen, es auch hundertprozentig das ist, was wir wollen. Wir haben uns stetig weiterentwickelt, haben keinen Bandwettbewerb und kein Konzert ausgelassen. Außerdem kommt da die Erfahrung aus der Zeit vor Autumn Clan noch hinzu. Man kann sich viel Ärger ersparen, wenn man alles so gut wie möglich durchkalkuliert, und so hat es etwas länger gedauert, bis wir unser Debüt herausbringen konnten. Gut Ding braucht Weile, und das Fundament muß stimmen, sonst ist man zu schnell enttäuscht und wirft das Handtuch. Für Debütanten sind wir eher alt. Wir sind alle Mitt- oder Endzwanziger. Vielleicht machen wir deshalb alles mit einer gewissen Sorgfalt und Vernunft. <<
Autumn Clan, alleine der Name der Band suggeriert Melancholie und Emotionalität, die sich dann auch in der Musik wiederfinden lässt. Sind diese Gefühlszustände die kreativen Antriebskräfte eurer künstlerischen Betätigung? Würdet ihr euch selber als melancholische und gefühsbetonte Charaktere en bezeichnen?
>> Bei uns spielt sich alles auf der Gefühlsebene ab. Melancholie und Emotionalität sind sehr starke Gefühle, und mit Musik können wir uns am besten ausdrücken. Wir sind sehr froh darüber, dass wir diese Möglickeit haben, das möchten wir nicht missen. Musik zu machen erweitert unseren Horizont, es erschafft bei uns Gefühle und Emotionen. Es beschehrt uns einen richtigen Kick. Noch dazu kommt das Gefühl das Zusammenhalts (Clan). Alle unsere Freunde sind mit der Zeit in der Versenkung verschwunden, auch die, mit denen wir früher Musik gemacht haben. Die sind heute alle verheiratet und haben zum Teil auch schon Kinder und haben ihr Musikleben komplett aufgegeben und somit auch ihre Träume. Wir sind die Einzigen, die durchgehalten haben. Heutzutage ist man im Leben total eingeschränkt, man ist in eine Form gepreßt und man muß Gesetze befolgen, egal, ob man damit einverstanden ist oder nicht. Natürlich muß eine gewissen Ordnung herrschen, aber mit der Zeit wird es immer offensichtlicher, das man versklavt ist. Musik zu machen ist für uns der Gegenpol. Es ist die einzige Möglichkeit für uns, unsere Kreativität und Freiheit auszuleben. <<
Musikalische Vorbilder Autumn Clan´s lassen sich schwer ausmachen, auch wenn manch voreingenommener Zeitgenosse sicherlich HIM herauszuhören glaubt. Doch die musikalischen Grundlagen der Band liegen nicht zuletzt auch aufgrund des Alters der einzelnen Bandmitglieder ganz woanders, wie ein Blick auf die musikalischen Hörgewohnheiten fernab des Gothic Metal-Genres, dargestellt auf der Homepage der Band, verrät.
>> Wir selbst ordnen uns gar nicht so sehr dem Gothic-Genre zu. Wir sehen uns auf einem schmalen Grat zwischen allen Metal-Stil-Richtungen. Das wollen wir noch ausbauen und mit "Requiem to the sun" haben wir den Grundstein dafür gelegt. Wir wurden früher mit Type O Negative und Dimmu Borgir verglichen, weil wir einen Crossover aus Black- und Gothicmetal spielten. Beeinflußt haben uns diese Bands kaum. Jeder von uns hört sich fast alle Musiksparten an, von allen Metal-Stilrichtungen bis Rock, Pop, Blues, Jazz und Elektronik, wobei aber der Mittelpunkt immer Metal ist. Jede Sparte birgt seine Reize und wir nehmen uns für unsere Musik das Beste heraus. Das heißt nicht, dass wir kopieren, sondern dass wir Atmosphären interessant finden, und diese dann auf unsere Songs zu übertragen versuchen. Unsere Lieblingsbands hängen auch oft von der Tagesverfassung und besonders von der Jahreszeit ab. Im Sommer ist bei uns oft Nu-Metal und Industrial in. Im Herbst und Winter gibt´s öfter Black- und Gothic-Metal im CD-Schacht, aber wir entziehen uns nicht bewußt einer Musikrichtung, die uns irgendwie beeinflussen könnte. Wir trachten sogar danach, uns soviel wie möglich anzuhören, da es soviel zu entdecken gibt. Wir fühlen uns völlig autark. Die Lieblingsbands auf der Homepage sind solche, die uns bei der schnellen Frage danach, schnell einfielen oder immer im Hinterkopf schweben, weil wir sie mit wichtigen Ereignissen verbinden, oder weil sie Begleiter bei wichtigen Dingen im Leben waren oder sind. <<
Laut Info waren eure ersten musikalischen Gehversuche geprägt von Death und Black Metal, doch lassen sich heutzutage im Sound Autumn Clan´s keine Spuren mehr davon ausmachen. War dies eine eher unbewusste musikalische Entwicklung im Laufe der Jahre oder schon eine bewusste Entscheidung?
>> Wir konnten uns mit der Zeit immer weniger mit Black- und Death-Metal und den Aggressionen, die oft in diesem Metal-Style vorhanden sind, identifizieren. Wir probierten eine Unmenge an Songs aus und zum Schluß, nach einer Selektion aus ca. dreissig Songs, blieben die Stücke ohne Blast-Beats, Growls und Gekreische übrig. Wir stellten dann fest, dass wir uns mit diesem "softeren" Material auch auf der Bühne wohler fühlten. Also haben wir uns auf diesen Stil festgelegt. Außerdem konnten wir die Musik gesangsdienlicher gestalten und uns auch dem Rock annähern. <<
Über welchen Zeitraum entsatnden die Songs, die sich dann letzten Endes auf "Requiem To The Sun" wieder finden?
>> Die meisten Songs entstanden über einen Zeitraum von ca. sechs Monaten vor dem Gang ins Studio. Die Hälfte war älteres Material, das auch schon zum Teil auf den Demos drauf war. Wir haben die alten Songs aber alle bearbeitet, neu arrangiert und auch neu getextet. Das war mit unserem neuen Drummer Mexx, der Anfang 2001 zu uns kam, möglich. <<
"Requiem To The Sun" - Totenmesse an die Sonne -, verbirgt sich hinter diesem Albumtitel die Idee der Vergänglichkeit allen Lebens, also auch die Vergänglichkeit des Ursprungs allen Seins?
>> Wir geben den Leuten mit dem Cover, dem Titel und den Songs einen Anstoss, genau über solche Dinge nachzudenken. Die Vergänglichkeit des Lebens, des Lichtes im Leben. Das Licht ist Symbol für das Gute, es besiegt die Dunkelheit, das Böse. Aber die Menschheit nähert sich immer mehr dem Sonnenuntergang. Jeder steuert zum Totenlied für die Sonne eine Note bei. Die Menschheit schreibt das Totenlied für das Licht im Leben. Es ist auch ein Hinweis darauf, wo wir uns befinden. Während eines Sonnenunterganges und während der Dämmerung ist es nicht hell und nicht dunkel. Wir sehen uns im Zwielicht, musikalisch wie auch im Leben. Wir haben alle nebenbei noch unsere "stinknormalen" Jobs, und es ist zeitweise schwer diesen Sprung von der Bühne hinter den Laden- oder Schreibtisch zu machen, und wie ein lebender Toter der "versklavten" Masse anzugehören. <<
Leider liegen mir keine Texte des Albums und auch auf eurer Homepage habe ich keinerlei Hinweise auf die Themen gefunden, die ihr zu verarbeiten sucht. Vielleicht kannst du ein paar der Themen umreissen, die ihr in euren Texten verarbeitet?
>> Die Texte sind sehr abstrakt und handeln von gescheiterten Beziehungen, Liebesschmerz bzw. -kummer und von langanhaltenden, kurzen oder nur augenblicklichen Gefühlszuständen, inspiriert vom Leben, Erfahrungen, Filmen oder Träumen. Weiters sind es zum Teil codierte Botschaften an bestimmte Menschen, die zu guten oder schlechten Zeiten in unserem Leben beigetragen haben. <<
Gibt es dennoch so etwas wie eine allgemeingültige Botschaft, die der Autumn Clan zu vermitteln sucht?
>> Leute, die auf den Geschmack unserer Musik kommen, werden fühlen, dass sie ein Teil des Clans sind. Sie werden zu unseren Konzerten kommen, die Augen schließen und mit uns zusammen "wegspacen". Wir machen Musik für jedermann, und wer sich genau damit befaßt wird aus dem, was negativ erscheint, positives ziehen können. Wir ziehen aus etwas Negativem Positives und das ganze nennen wir positive Negativität. <<
W.A.B. ist ein neues und bislang unbekanntes Label aus Österreich. Was hat euch bewogen, dort zu unterzeichnen, gerade auch vor dem Hintergrund, dass ihr vorher eine Reihe anderer Offerten abgelehnt habt?
>> Martin Wagner, der Label-Boss von W.A.B., hat unsere Laufbahn seit Anfang an mitverfolgt und ist mittlerweile nicht nur unser Chef, sondern auch ein guter Freund von uns. Er hat früher bei einer österreichischen Plattenfirma gearbeitet und hat sich dann Ende 2001 selbständig gemacht. W.A.B. ist also ein neues und frisches Label. Es ist mitten in der Entwicklungsphase, hat bis jetzt 4 Bands unter Vertrag und weitere werden folgen. Wir haben die Chance etwas mitaufzubauen und mit unserer Musik dazu beizutragen, dass diese neue innovative Firma ihren eigenen Stil bekommt. Für ein neues Label klappt alles mehr als zufriedenstellend und wir haben auch die künstlerische Freiheit, die wir vielleicht bei einem anderen Label nicht gehabt hätten. <<
Die österreichische Metal-Szene scheint dominiert von Bands, die dem Gothic / Doom Metal-Genre zuzurechnen sind. Was denkt Ihr sind die Gründe hierfür? Wie ist der Zusammenhalt dieser Bands untereinander?
>> Diese Bands aus dem Gothic-/Doom-Metal-Genre befinden sich eher in der internationalen Szene, als österreichische Bands mit Plattenvertrag (Jack Frost, Floodland, Vanitas, Daylight Torn, Edenbridge, Belphegor, Darkwell, Hollenthon etc.). Oft wissen österreichische Metal-Freaks zuerst gar nicht, dass die Band, die ihnen da gefällt, aus Österreich stammt. Meistens wird man in Österreich erst bekannt, wenn man durch Zeitschriften aus Deutschland re-importiert wird. Leider gibt´s in Österreich kein ordentliches Metal-Magazin und auch keine Unterstützung durch die Medien (außer kleine lokale Stadtradiosender). Der Underground wird von Bands dominiert, die sich im Kopieren von dem üben, was über den großen Teich schwappt. Auch das Publikum und die Kids sind da natürlich in Zeiten des SAT-Fernsehens viel von MTV und VIVA beeinflußt und meistens den Trends ergeben. In der Nachwuchsszene sind die "Nu-Metal"-Bands (so bezeichnet man den Hardcore und Punk derzeit) bei uns in der Überzahl. Diese Bands bekommen meistens keinen Deal, weil´s eh genug Besseres von den Amis gibt. Bei den düsteren Genres ist das anders, da kommen aus Österreich schon sehr eigenständige und innovative Sachen. Die besten Düsterbands kommen sowieso aus Europa, Europäer haben Gothic und Doom schließlich erfunden, oder waren Black Sabbath vielleicht Amis?? Neee!!!!! <<
Wien wird häufig eine gewisse Morbidität nachgesagt und auch österreichische Bands wie Pungent Stench kokettieren gerne mit dieser Stimmung. Empfindet ihr als Österreicher diese Morbidität ebenfalls so? Hat diese Stimmung evtl. sogar einen Einfluss auf euch als Band und eure Kompositionen?
>> Tja, die Wiener sind schon ein eigenes Volk, gleich wie wir Steirer oder auch unsere Kärntner. Jedes Bundesland hat seine eigene Stimmung, aber das ist sicher bei euch in Deutschland auch so. Man denke nur an die Bayern ... Wir sind oft selbst überrascht, wenn wir nach Wien kommen. Die Lebenseinstellung dort ist dem Gemütlichen zugetan. Da nimmt man sich kein Blatt vor den Mund, sagt seine Meinung und man wird auch gleich mit "Du" angesprochen. Mehr können wir dazu nicht sagen. Beinflusst werden wir durch die Wiener Mentalitäten nicht. Vielleicht ist es der "Wiener Schmäh", der sie für manche liebenswert macht, aber für andere unerträglich. <<
Erste Tourerfahrungen in Deutschland konntet ihr Anfang des Jahres bereits mit In Extremo sammeln. Wie waren eure Erfahrungen mit In Extremo und ihrem Publikum?
>> In Extremo haben ein sehr gemischtes Publikum. Deren Musik beinhaltet wirklich für jedermann etwas. Die Leute waren irrsinnig tolerant und sind von der ersten Sekunde an auch bei uns voll mitgegangen. In Extremo und Autumn Clan waren zusammen ein sehr tolles Package und wir haben uns auch sehr gut mit ihnen und ihrer Crew verstanden. <<
Gibt es bereits Pläne für eine eigene Tour?
>> Zur Zeit noch nicht. Wir spielen mehrere Konzerte in österreichischen Clubs und auf Festivals (Wiesen - Two days a week u. a. mit Slipknot, Korn, In Extremo, The 69 Eyes, Nickelback...). Vielleicht gibt´s im Herbst oder Winter eine Europatournee ... <<
http://www.autumnclan.com
Michael Kuhlen


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