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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DEVON GRAVES ....

DEVON GRAVES (Special-Akustik-Show), 01.12.2012, Köln - Halle am Rhein


Köln - Halle am Rhein

01.12.2012
DEVON GRAVES (PSYCHOTIC WALTZ, DEADSOUL TRIBE, THE SHADOW THEORY) schnallte sich die Akustische um, und zwar nicht nur als Support (wie seinerzeit bei der Dornenreich-Tour) oder für ein halbstündiges Special (wie beim Century-Media-Hofverkauf in 2010), sondern für eine komplette Show. Der “Verein Sozialistische Selbsthilfe Mülheim“ hatte ihn in die ’Halle am Rhein’ geladen und - so viel sei vorweg genommen - mit einem vollen Set keinesfalls zu viel versprochen, denn mitsamt einiger längerer Ansagen, Erklärungen und komödiantischer Mätzchen saß Mister Graves (Ihr wisst schon, the artist formerly known as Buddy Lackey…) nahezu zweieinhalb Stunden und für die Dauer von mehr als 25 (!) Songs auf den Bühnenbrettern. Das komplette Alleinunterhalter-Paket, quasi.

Sichtlich und zudem laut eigener Aussage reichlich nervös versuchte Devon ins Set und spielerischen Fluss zu finden. Gesanglich war selbstredend von Beginn an alles brillant, herausragend, ergreifend, wie sollte es bei einem derartigen Wundersänger auch anders sein? Die Akustische und sein Multi-Effektpedal forderten ihn da ganz anders, zumal diverse Songs auf der Playlist standen, die er noch nie live gespielt hatte (auch nicht mit DeadSoul Tribe) oder die aufgrund ihrer in der Ursprungsversion gänzlich anders gelagerten Arrangements extremes Umdenken erforderten. Der Wahl-Österreicher kündigte von Beginn an - und in Vorwegnahme zahlreicher Fuck-ups ;-) - zahlreiche Fehler an und sollte hiermit Recht behalten ;-), was diverse Fehlgriffe und die Suche nach dem richtigen Akkord verdeutlichen. ABER: that’s live, und zumindest mir und augenscheinlich vielen der geschätzten einhundert Anwesenden, darunter natürlich viele Waltz-Shirtträger, war dies offensichtlich vollkommen egal, war man doch einfach froh hier ein exklusives, authentisches, sympathisch-ehrliches Erlebnis geboten zu bekommen.
Unplugged-Versionen von PSYCHOTIC WALTZ-Kostbarkeiten („I Remember“ (logisch), „My Grave“ (ebenfalls zu erwarten aber immer wieder unfassbar und seit jeher einer meiner Faves) sowie die eher überraschenden „Hangin’ On A String“ und „Drift“), diverses DEADSOUL TRIBE-Material (von im Original schon eher akustisch geprägten Tracks wie „Time“, „Empty“ oder „Black Smoke And Mirrors“ bis hin zum ursprünglich eher opulent ausgestatteten und orchestrierten „Into The Spiral Cathedral“ reichte die alle DST-Alben einschließende Palette) und gar Songs vom "The Strange Mind Of Buddy Lackey"-Werk („Windsong“ (jaaa!!!) und „Just Like A Timepiece“) trafen auf zahlreiche glückselige Ohren. Doch damit nicht genug, denn auch einige Coverversionen brachte Devon zu Gehör. Auf die Hippie-Hymne „Imagine“ (John Lennon) oder Eagles’ „Hotel California“ hätte ich zwar persönlich gern’ verzichten können (wie wäre es stattdessen bei eventuellen Niederlande-Shows in 2013 mit Tulls „Hymn 43“, „My God“ oder „Budapest“?), aber der balladeske Rainbow-Klassiker „Catch The Rainbow“ oder Bowies „Space Oddity“ sowie die außerplanmäßige Elton-John-Zugabe „Rocket Man“ (zu welcher Devon gern’ eine Sonnerbrille im Disneyland-Stil aus dem Auditorium gereicht bekommen hätte; Kollege Ballnus konnte zwar mit einer Brille dienen, die aber als nicht zweckmäßig für Elton-John-Dimensionen abgelehnt wurde…;-)) hatten es aber in sich. „Tribute“ von Tenacious D wurde durchaus unterhaltsam ein wenig “verwaltzt“ („Long time ago me and Dan Rock...“ etc.), als weitere Highlights im eigenen Katalog gebärdeten sich beispielsweise das Medley „Cry For Tomorrow / Spiders And Flies“ sowie das von mir hochgeschätzte „Goodbye City Life“.

Darüber hinaus plauderte Devon ausgiebig über anstehende Pläne (z.B. dass er zukünftig über http://www.devon-graves.com neue Kompositionen und Material aus seinem Archiv kostenfrei bereitstellen werde und im Gegenzug auf Spenden der Downloader hoffe, anstatt seine Arbeiten einem Label zu übergeben, welches eh nichts dafür zahle und zudem noch alle Rechte kassiere…) oder ging spontan und mit ironischer Note auf Zwischenrufe ein. Beispiele gefällig? Einen Bier-lastigen „Anvil“-Zwischenruf kommentierte Devon mit „Yeah, that’s right, the next one is by a band called…Anvil“. Einen “King Diamond”-Einwurf konterte er dagegen locker im King-Falsett mit “Grandma... this will happen…not. Never.“

Den lange währenden Applaus am Ende des ungewöhnlichen Gigs hatte sich Devon Graves, dieser in der Tat aparte Künstler, redlich verdient. Dieser Event schreit einfach nach Wiederholung.
Christoph Lücker - Pics: Christoph Lücker


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