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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DISAFFECTED

DISAFFECTED
Es taut gewaltig
Eine Band, die rund neun Jahre out of order war, hat man nicht mehr wirklich auf dem Sender. Hinzu kommt, dass Portugal nicht wirklich das Land ist, welches bei uns in Sachen Metal groß im Fokus steht. Disaffected sind seit einiger Zeit wieder aktiv und haben vor einigen Monaten endlich wieder ein Album veröffentlicht, welches einen recht ansprechenden Eindruck hinterlassen hat. Es gibt also reichlich Themen, bei der Band nachzuhaken und wir hatten Gelegenheit, mit Drummer Octávio ein umfangreiches Gespräch zu führen.
Hallo Octávio, die Veröffentlichung von „Rebirth“ liegt schon einige Wochen zurück. Kannst du uns mal eine Zusammenfassung über die Resonanzen geben?

Octávio: >> „Rebirth“ ist ein Schritt weiter als „Vast“, unser erstes Album. Wir haben weitestgehend wieder da aufgesetzt, wo wir vor rund fünfzehn Jahren aufhörten. Auch wenn es altmodisch klingt, ist „Rebirth“ dennoch ein modernes Album geworden. Wir haben natürlich neue Elemente eingefügt, die es beim ersten Album nicht gab, zum Beispiel female voices. Wenn ich es insgesamt betrachte, dann sind die Resonanzen ziemlich ähnlich gut ausgefallen. <<

Kannst du uns was zum Albumprozess erzählen?

Octávio: >> Es war ein sehr langer Prozess. Da wir für gut zehn Jahre tot waren, hat nicht wirklich jemand etwas von uns erwartet. Wir hatten also alle Zeit der Welt, ein Album, auf das wir stolz sein würden, vorzubereiten. Wir hatten also die benötigte Zeit, Songs zu schreiben und das Album aufzunehmen. Wir haben dabei viele Monate mit der Detailarbeit verbracht. Am Ende waren wir sehr zufrieden und unser Produzent, Fernando Matias hat sehr gute Arbeit geleistet und viel Geduld bewiesen, insbesondere, weil er unser Streben nach Perfektion professionell ertragen hat. *lacht*. <<

Wie würdest du den Fans „Rebirth“ erklären und was darf er von diesem Album erwarten?

Octávio: >> „Rebirth“ ist ein über einstündiges Album, das Progressive Death Metal mit jazzigen, Tribal, Industrial-, groovigen und melodischen Elementen. Klingt vielleicht komisch, aber das beschreibt „Rebirth“ am besten. Man darf viele Drehungen und Wendungen erwarten und es hat nicht die typische Melodie-Strophe-Vers-Solo-Strophe-Struktur. „Rebirth“ ist ein komplexes Album, so dass man Zeit braucht, um sich vollständig reinzuhören, alle Elemente zu erfassen und zu verstehen. Die, die ein direkteres und in seiner Art und Weise offensichtlicheres Album bevorzugen, dürften mit „Rebirth“ nicht so viel anfangen können. <<

Die Band lag sozusagen gute neun Jahre auf Eis. Dann kam auf einmal wieder Bewegung in die Sache. Wie kam es dazu?

Octávio: >> In der Tat lag Disaffected, so wie du es so schön ausdrückst, zwischen 1997 und 2006 auf Eis. Der Grund war, dass nach den Aufgaben zu „Vast“ Gitarrist Sergio einen fast tödlichen Motorradunfall hatte. Er lag für eine lange Zeit im Koma und die Ärzte haben ihm nur eine geringe Chance eingeräumt, jemals wieder laufen oder sprechen zu können. Er hat sich bis 2005 erstaunlicherweise erholt und sprach davon, dass Disaffected wieder zum Leben erweckt werden soll. Da nicht mehr alle Musiker aus der „Vast“-Ära verfügbar waren, mussten neue Mitglieder gesucht werden. Bis dahin hatten wir Konzerte gegeben und uns mit Spaß an die Zeit von „Vast“ zurückerinnert, doch es kam immer wieder das Thema auf, ob wir nicht ein neues Album machen würden. Also hat jeder von uns angefangen, neue Aufnahmen zu machen und mit der Zeit entstand das sichere Gefühl, dass wir nach „Vast“ einen fähigen Nachfolger folgen lassen können. Wir haben also 2008 mit den Arbeiten zu „Rebirth“ angefangen und 3 Jahre hart daran gearbeitet. <<

Kommen wir zurück zum Album. Kannst du uns etwas zum Konzept hinter den Songs von „Rebirth“ erzählen?

Octávio: >> Die Songs befassen sich mit dem langen Weg, den wir von „unserem Tod bis zu unserer Wiedergeburt“ bereisten. Obwohl die Songs in einer metaphorischen Weise geschrieben sind, kann jeder die Lyrics auf seine eigene Weise und seinen eigenen Weg interpretieren und beziehen. Das Konzept, dass hinter dem Album steht, ist die Wiedergeburt der Band und beschreibt die Strapazen und die Enttäuschungen, die wir ertragen mussten, sowie den erforderlichen Willen und Glauben, um wieder zurückzukommen. <<
Welcher Song oder welche Songs haben eine ganz spezielle Bedeutung?

Octávio: >> Auf die eine oder andere Weise haben alle Songs eine besondere Bedeutung. Eine recht schwierige Frage, Robert. *lacht* Dennoch, wenn wir einen Song raussuchen müssten, dann würde die Wahl wahrscheinlich auf ’The Rebirth Of...’ fallen. Dies war der erste Song, den wir 2008 geschrieben haben, als wir unseren langen Weg zurück angetreten sind. Der Song bringt die guten Erinnerungen an den Neubeginn und unseren starken Willen zurück. Wahrscheinlich haben wir auch aus diesem Grund diesen Song für den Video-Clip ausgesucht. <<

Welche Ziele verbindet ihr mit dem Album? Konzerte spielen und Spaß haben?

Octávio: >> Wir fokussieren uns darauf, alle Shows zu spielen, die sich anbieten, damit wir das Album promoten können und die Leute erfahren, dass Disaffected wieder quicklebendig sind. Alle Konzerte, die wir bisher gespielt haben, waren großartig. Wir spielten auch auf dem Vagos Open Air – Portugals größtes Festival – zusammen mit AT THE GATESt, ARCH ENEMY, ARCTURUS, CORONER, OVER KILL und vielen weiteren Bands. Es war richtig super! Wenn wir alle Konzerte absolviert und Spaß gehabt haben, werden wir uns wieder an die Arbeit zu einem neuen Album machen. Wir haben bereits einige Ideen in Petto. Durch unsere lange Pause befinden wir uns gerade in einer sehr kreativen Stimmung. <<

Wie steht es mit euren Möglichkeiten, hier und da in Europa zu spielen?

Octávio: >> Wir arbeiten an diesem Thema, haben aber bisher nur Konzerte in Portugal und Spanien bestätigt. Wir hatten ein paar Anfragen für Shows in Mittel- und Nord-Europa, aber bisher ist noch nichts bestätigt. Hoffentlich schaffen wir es, auch mal nach Deutschland zu kommen, vielleicht gegen Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres. Das wäre genial! <<
Was können Fans von euch in den nächsten Jahren erwarten?

Octávio: >> Wir arbeiten hart daran, die verlorenen Jahre irgendwie aufzuholen und zu kompensieren. Wir sind sehr darauf konzentriert, so viele Gigs wie möglich zu spielen und ein neues Album aufzunehmen. Bisher läuft alles nach Plan, die Shows sind gut gelaufen und die Reviews zu „Rebirth“ sind gut ausgefallen. Wir sind daher zuversichtlich, noch ein paar Alben veröffentlichen zu können. Die Fans können von uns also erwarten, dass wir weiter zusammen hart daran arbeiten, unser Niveau zu halten und zu verbessern. <<

Mit der Musik verdient man leider nicht das große Geld. Mit welchen Jobs füllt ihr euren Kühlschrank?

Octávio: >> Danke schön. Tatsächlich kann man mit der Musik nicht genug verdienen, um den Kühlschrank zu füllen. In der Zwischenzeit haben wir natürlich normale Jobs. Carlos ist ein Road- und Tour-Manager für lokale Pop-Künstler, Gião arbeitet bei TAP – Air Portugal, Sergio ist Musiklehrer, Rodrigo betreibt eine eigene Druckerei und ich bin als Rechtsanwalt tätig. <<

Die Portugiesische Metal-Szene ist bei uns nicht besonders bekannt. Kannst du etwas Licht ins Dunkle bringen und uns ein paar lokale Hoffnungsträger benennen?

Octávio: >> Portugal hat eine feine Liste großartiger Metal-Bands, was nicht gleichbedeutend mit einer guten Metal-Szene ist. Die Finanzkrise hat einen großen Anteil an der Misere, denn die Konzerte sind recht spärlich besucht, weil sich die Leute das Geld für die wirklich großen Shows oder Festivals sparen. Darunter haben die kleinen und hoffnungsvollen Bands und Veranstaltungen schwer zu leiden. Es ist traurig, dass Konzerte, die damals noch 150 Zuschauer und mehr angezogen haben, heute nur noch 15 oder 20 Zuschauer anlocken. Hoffentlich können wir mit den Rettungsschirm-Maßnahmen überleben und die Sparmaßnahmen führen nicht dazu, dass die Metal-Szene auf der Strecke bleibt. Wer sich mit guten Bands aus Portugal auseinandersetzen möchte, der checkt doch bitte mal CONCEALMENT (moderner Prog-Metal), BEFORE THE RAIN (Doom), GROG (Grind), PARANORMAL WALTZ (Melodic Death Metal) oder TARGET 35 (Hard Core). <<

Meine letzte Frage bezieht sich darauf, welche Musik bei dir gerade so aktuell ist und Rotation in deinem Player genießt. Was hörst du gerade so?

Octávio: >> Da sind verschiedene Bands zu nennen. Da gehört zum Beispiel die aktuelle Veröffentlichung von AEONS OF HORUS dazu, aber auch die neue Scheibe von OVER YOUR THRESHOLD und FEAR FACTORY. Natürlich gibt es auch noch ältere Sachen, die immer wieder gehört werden. So zum Beispiel „Kaleidoscope“ von MEKONG DELTA – ein zeitloser, deutscher Klassiker, der nie an Aktualität verlieren wird, wie du auch im Hintergrund hören kannst. <<

Jep, die Untermalung macht richtig Spaß, so zum Beispiel ’Sabre Dance’! Bis hierhin vielen Dank für deine Zeit, ich bin soweit mit meinen Fragen durch. Du hast nun die Möglichkeit, ein paar persönliche Worte an eure Fans zu richten.

Octávio: >> Vielen Dank für die Gelegenheit zu diesem Gespräch. Wir schätzen es sehr und hoffen, dass der Obliveon weiterhin diese großartige Arbeit zur Unterstützung des Metals weltweit hält! Wir werden weiter hart arbeiten und nach vorne schauen und hoffen, bald auch die Möglichkeit zu bekommen, bei euch in Deutschland zu spielen. Bis dahin wünschen wir euch alles, ales Gute! <<

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolgt mit „Rebirth“.

Octávio: >> Danke für die coole Review! <<
http://www.myspace.com/disaffectedmetal
Robert Buder


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