Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'D' :: DYING HUMANIT ....

DYING HUMANITY
Das Death-Metal-Album des Jahres 2011 kommt aus Sachsen!
Harter Tobak mag manch einer bei dieser Überschrift denken, aber die Aussage darf natürlich gerne überprüft werden und ich wette, jeder wird für diesen Tipp dankbar sein! Mich hat es schließlich auch aus den Socken gehauen, als ich „Living On The Razor’s Edge“ erstmalig hörte. Bei so viel Lobhudelei war es dann natürlich oberste Rezensentenpflicht mal bei der Band nachzuhorchen, was es so um das Album herum zu berichten gibt.
Hallo und einen schönen Gruß nach Annaberg-Buchholz! Wie ist bei euch die Stimmung, nachdem die Rezensionen zu eurem neuen Album mittlerweile vollständig vorliegen dürften?

Kai: >> Hi, wir sind ganz positiv gestimmt. Der Großteil der Rezensionen ist gut bis sehr gut ausgefallen. Wir können uns also nicht beschweren. Hier und da gab es wegen ein paar Kleinigkeiten Punktabzüge, aber wir können es nicht jedem Recht machen und das wollen wir auch gar nicht. Wir bleiben unserer Devise treu. Entweder die Leute stehen drauf, oder eben nicht. Wir werden uns nicht verbiegen, nur weil vielleicht gerade etwas Anderes angesagt ist. <<

Nicht nur rein von der Bewertung her habt ihr meinen Geschmack voll getroffen, für mich gehört „Living On The Razor’s Edge“ zu den besten Death-Metal-Veröffentlichung des Jahres! Wie würdest du das Album mit eigenen Worten beschreiben?

Kai: >> Danke an dieser Stelle!!! Wir haben ziemlich viel Arbeit in das Album investiert und sind daher wirklich froh, wenn unser Schaffen in dieser Form honoriert wird. Eigentlich hatten wir schon vor unserem Studioaufenthalt ein ziemlich gutes Gefühl. Die Songs sind diesmal ziemlich eingängig geworden, doch insgesamt haben wir es geschafft unseren Musikstil trotzdem beizubehalten. Zudem haben wir nicht darauf verzichtet wieder ein paar Neuerungen einzuflechten. Das ist leider eine knifflige Gefühlssache, da man an so einem Punkt ganz schnell über sein Ziel hinausschießen kann. Das was wir am wenigsten wollen ist es nämlich unsere Fanbase zu prellen. <<

Welche Vorstellungen hattet ihr im Vorfeld, wie das Album klingen soll und inwieweit trifft das Endergebnis eure Ausgangsvorstellungen?

Kai: >> Wir wollten uns definitiv von dem derzeit angesagten “amerikanischen Sound“ differenzieren. Basierend auf diesem Nenner, den wir für uns gefunden hatten, verlief auch die Tonstudiosuche etwas zäh. Mit Jörg Uken und dem Soundlodge Tonstudio haben wir dann aber gefunden was wir gesucht hatten. Ich finde man hört einen Unterschied gegenüber Übersee und auf diese Weise können wir auch ein Stück zeigen, dass aus Deutschland ebenfalls guter, eigenständiger Metal kommt. Wir wollten sozusagen keinem Trend hinterher rennen und das ist uns wohl gelungen. <<

War es aufgrund der in den Lyrics verarbeiteten Themen die naheliegende Lösung, oder wie kam es dazu, dass ihr euch für ein Konzeptalbum entschieden habt?

Kai: >> Nein. Wir haben uns im Vorfeld schon auf ein Konzeptalbum geeinigt und dann darauf hin eine Story ausgearbeitet. Wir wussten vorab schon, dass uns ca. 11-13 Songs zur Verfügung stehen werden und haben die Geschichte dann auf 12 einzelne Kapitel herunter gebrochen. <<

Drogen, Gewalt, Missbrauch sind ja immer wieder gerne genommene Themen. Wieso auch bei euch und könnt ihr euch vorstellen, den Politiksumpf, der uns umgibt, auch mal thematisch aufzugreifen?

Kai: >> Es hat gut in die Story gepasst. Wir wollten kein surreales Konzept ausarbeiten, sondern mit Thematiken aus dem Alltag hantieren. Uns war es wichtig eine Geschichte zu erzählen, die in dieser Form auch wirklich passiert sein könnte, oder noch passieren kann. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in Zukunft mehr auf Politik eingehen und auch einmal den Blick in die Zukunft richten, jedoch haben wir derzeit noch keine genauen Pläne für unser nächstes Album. <<

Insofern ist der Titel des Albums absolut logisch, oder gibt es dazu noch mehr zu sagen?

Kai: >> Für das Album mit seinem Kontext empfinden wir den Albumtitel als recht zutreffend gewählt. Wir balancieren alle auf des Messers Schneide. Oftmals kann schon ein unbedeutend erscheinendes Ereignis oder eine Entscheidung schlimme Folgen haben und ein ganzes Leben in andere Bahnen lenken. Das versuchen wir mit unserem Konzeptalbum auszudrücken. <<
Um ein derart hochwertiges Album abzuliefern, müsst ihr ein ziemlich inniges Verhältnis zu euren Instrumenten haben. Wie oft wird geprobt und müsst ihr nicht auch anderweitig eure Brötchen verdienen?

Kai: >> Ja, das ist richtig. Wir sind alle schon um die 10 Jahre mit unseren Instrumenten am Werkeln. Ich persönlich spiele jetzt schon seit fast 12 Jahren Gitarre. Unsere Leidenschaft lässt nicht viel Zeit zum Entspannen, was nicht heißen soll, dass wir nicht gerne spielen. Um das Niveau zu halten, auf diese Geschwindigkeiten zu kommen und um die Spieltechniken zu beherrschen, müssen wir fleißig an unseren Instrumenten üben. Ich bin ganz ehrlich: Wir proben äußerst selten gemeinsam. Wir sind zum Beispiel 2009, trotzt vieler Shows, auf keine einzige Probe gekommen. Um die neuen Songs einzustudieren, sieht uns unser Proberaum momentan wieder häufiger. Marcus und ich gehen normal arbeiten und der Rest der Band besteht aus Studenten. Die Illusion, dass wir von unserer Musik leben können, haben wir leider schon vor langer Zeit verworfen. <<

Wie kam der Kontakt mit Bastardized zustande?

Kai: >> Das verlief ziemlich unspektakulär. Bevor wir mit den Arbeiten an „Living On The Razor´s Edge“ begonnen hatten, habe ich schon nach einem neuen Plattenlabel gesucht. Unser vorheriges musste die Arbeit aus privaten Gründen einstellen, und so standen wir ohnehin ohne Deal da. Wir hatten uns entschlossen, dass es das Beste für uns wäre, vorab schon ein Label zu finden, da wir so all´ unsere Energie in unser neues Album stecken konnten. Marco und Bastardized Recordings bekundeten dann ihr Interesse und so kam eigentlich alles zu Stande. <<

Kommen wir mal zu eurer Musik. Ich denke, viele Hörer sind vorher noch nicht mit euch in Berührung gekommen. Wie würdet ihr euch und eure Musik beschreiben, um das Interesse zu wecken?

Kai: >> In der Vergangenheit beinhalteten unsere Songs ziemlich viele fingerbrecherische Riffs. Besonders bei der aktuellen Scheibe habe ich diesmal Wert darauf gelegt, das Ego ein wenig zurück zu schrauben und mich mit dem Technikkram auf die Soli zu beschränken. Wir hatten immer die Möglichkeit mit irgendeiner Welle mit zu schwimmen und zum Beispiel in jeden Song drei Moshparts und sonst wie viele Breaks einzubauen, aber das wollten wir nicht. Wir sind unseren Vorstellungen und Zielen sehr treu geblieben und sind daher authentisch.
Zusammenfassend könnte man sagen: Dying Humantiy steht für ehrlichen, progressiv angehauchten, melodischen Death Metal!
<<

Mir fällt es schwer, einen Titel aus dem Album herauszuheben, abgesehen von den persönlichen Präferenzen. Insgesamt, und das spiegelt ja auch meine Bewertung wider, steht die Qualität der Songs durchgehend auf einem hohen Niveau. Gibt es dennoch Songs, die für dich eine besondere Bedeutung haben?

Kai: >> Für mich persönlich hat ’Clarity Of Mind’ eine besondere Stellung. Als wir ins Tonstudio gingen hatten wir 11 der 12 Songs vollkommen ausgearbeitet und ’Clarity Of Mind’ war zu diesem Zeitpunkt erst ca. 4 Minuten lang. Die Idee, die Titelmelodie vom Song ’Blinded’ wieder aufzugreifen, kam mir spontan während der Aufnahmen in den Sinn. Der ganze akustische Schlussteil ebenso. Das akustische Solo in den letzten Minuten habe ich sogar improvisiert. Der ruhige Mittelteil, welcher vom Bass gespielt wird, hat für mich ebenso eine besondere Bedeutung. Wir haben dem Instrument auf vorherigen Alben nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit geschenkt, daher ist dieser Song auch aus kompositorischer Sicht ein kleiner Quantensprung für uns. <<

Wie sind jetzt eure weiteren Pläne? Promotion ist klar, aber wie sieht es mit Auftrittsmöglichkeiten aus?

Kai: >> Leider müssen wir zur Zeit einen negativen Trend erkennen. Immer weniger Veranstalter sind bereit, die angemessenen Gagen für unsere Shows zu bezahlen. Wir reden hier stellenweise von Gagen, die nicht einmal die Ausgaben decken, die wir für die Anreise benötigen. Natürlich versuchen wir so viele Shows wie möglich zu spielen, aber mitunter ist es schon deprimierend mitzubekommen, wie wenig das, was wir machen, honoriert wird. Auftrittsmöglichkeiten an sich bieten sich viele, nur müssen wir leider zu oft abwägen, ob wir uns jeden Gig erlauben können. Unsere weiteren Pläne beinhalten auf jeden Fall, dass wir weiterhin unsere Fans bei Liveshows begeistern, neue Fans dazu gewinnen, im Sommer wieder ein paar Festivals spielen, nach dem einen oder anderen Sahnehäubchen für Shows grübeln und die Arbeiten an der nächsten Platte beginnen. Außerdem haben wir auch den Gedanken an eine Tour nicht verworfen. <<

Euch gibt es mittlerweile seit über fünf Jahren, wie würdet ihr eure Entwicklung beschreiben und wo wird es mit Dying Humanity in Zukunft hingehen?

Kai: >> Wir hatten im Februar unser 5-jähriges und aus unserem Blickwinkel ist noch kein Ende in Sicht. In unseren Anfangstagen haben wir manche Dinge noch recht impulsiv gehandhabt, mit voranschreitender Zeit wird alles durchdachter. Als Beispiel kann ich das Songwriting nennen. Bei unserem 1. Song haben wir alle wild drauf los komponiert und mittlerweile gibt es keinen Ton oder Beckenschlag mehr zu hören, der nicht mindestens zweimal überdacht wurde. Es gibt sozusagen einen roten Faden; zumindest aus unserer Sicht. *grinst* Auch das ganze Drumherum wird immer größer. Wir haben seit geraumer Zeit einen festen Mercher und seit kurzem ist auch ein fester Soundmann mit an Bord. Man könnte sagen, die Familie wächst stetig. Wir hoffen natürlich, es geht ganz nach oben, aber das haben wir nicht alleine in der Hand. <<

Vielen Dank für eure Zeit. Die abschließenden Worte an die Fans gebühren Dir!

Kai: >> Wir haben zu danken!!! Ein weiterer Dank geht an alle, die sich die Minuten genommen haben, um dieses Interview zu lesen und Dank all´ denen, die uns über die Jahre die Stange gehalten haben. Ohne euch wären wir nichts!!! <<
http://www.sicksational.de
Robert Buder.


[ Zurück zum Index: 'D' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler