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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DISMANTLED

DISMANTLED
Computerwelten
Dismantled wurden im Internet bereits seit einiger Zeit als Geheimtip der Elektroszene gehandelt und heftigst von den Plattenfirmen umworben. Alleine die Tatsache, dass sich so renommierte Labels wie Metropolis und Dependent, die sich massgeblich für die Erfolge von VNV Nation, Covenant oder Suicide Commando verantwortlich zeichnen, um den Newcomer bemühten zeugt von der Wertschätzung, die beide Labels Gary Zon, dem Mastermind von Dismantled, entgegenbringen. So ist das Debüt des gebürtigen Russen dann auch ein Album, das aufgrund seiner bedrohlichen Atmosphäre, vor allem aber aufgrund der vielschichtigen Komplexität der Kompositionen und einer Vielzahl musiaklischer Details neue Akzente zu setzen weiss. Häufig gezogene Vergleiche mit Frontline Assembly sind nachvollziehbar, doch gehen Dismantled in ihrer musikalischen Definition des Gebotenen noch weit darüber hinaus und rechtfertigen so den Status, der ihnen als Innovatoren des Genres vorauseilt.
Gary Zon, der unter anderem auch als Webdesigner tätig ist, sieht in der künstlerischen Auseinandersetzung mit seinen beiden Betätigungsfelder, sprich der Musik und dem Webdesign, dann auch durchaus Parallelen, die beiden zugute kommen.
>> Ich arbeite nicht hauptberuflich als Webdesigner, das ist nur ein Hobby von mir. Grundsätzlich gibt es aber Übereinstimmungen mit meiner Tätigkeit als Musiker, denn auch hier geht es darum, welches Design und welcher Stil am besten dazu geeignet ist, den Inhalt der Seite wiederzugeben. Das bedarf ähnlicher Fähigkeiten wie sie beim Komponieren von Musik benötigt werden, wenn es darum geht, die richtigen Sounds und den richtigen Stil zu finden. Ausserdem gibt es Ähnlichkeiten in der Hinsicht, dass es mein oberstes Ziel mit der Homepage war, durch ein populäres Netzwerk gehosted zu werden, als ich Webseiten für das Computerspiel "Quake" gemacht habe, was dann auch zutraf. Das war bei ähnlich, als ich versucht habe, mit meiner Musik bei Metropolis unterzukommen, was mir ebenfalls gelang. Ich war schon sehr überrascht, dass es für die Musik in der gleichen Art und Weise funktionierte, wie für die Website. Das kam schon sehr unerwartet. <<
Wie wichtig war das Internet für die wachsende Popularität Dismantleds?
>> Das Internet war extrem wichtig für mich, denn dies war die einzige Möglichkeit für mich, mit dieser Form von Musik in Berührung zu kommen. Von da an hatte alles, was mit meiner Musik zu tun hatte, einen Bezug zum Internet. Die ersten Kommentare, die ich auf meine Musik erhielt, bezogen sich auf die Songs, die ich als MP3´s ins Netz gestellt habe und von dort aus weiter verbreitet wurden, weil die Leute sich in verschiedenen Internetforen und Chatrooms darüber ausliessen. Ohne das Internet, denke ich, hätte ich erst gar nicht in Betracht gezogen, ein Musikprojekt zu starten. Ausserdem ist das Internet so etwas wie mein Lebensinhalt, denn die meiste Zeit sitze ich vor dem Computer und beziehe meine Informationen auch daher. Ich kann mir keine wichtigere Errungenschaft in der Geschichte der Menschheit vorstellen als den Computer und so unterstütze ich diese Technologie und ihre Zukunft. <<
Sowohl die Arbeit als Webdesigner als auch die musikalische Arbeit bedürfen der Kreativität und der Vorstellungskraft des schaffenden Künstlers. Fürchtest du manchmal um den Verlust deiner kreativen Ader?
>> Kreativität und Vorstellungskraft waren nie ein Problem für mich. Bereits in jungen Jahren verfügte ich im Übermass davon und ständig gingen mir, egal wo ich auch war, Ideen durch den Kopf. Das war nicht immer positiv für mich, denn Tagträumereien sind nicht immer der beste Weg, bestimmte Dinge zu erledigen. Ich glaube, der grösste Einfluss ist die Atmosphäre, die ich aus Filmen mitnehme, ihre Musik und ihre Umgebung, wie Licht, Atmosphäre und Ausstattung. Ich bekomme sehr viele Anregungen daher. Erst gestern habe ich ein Video für einen der Songs gemacht, die mir ständig im Kopf herumschwirren. Zudem habe ich eine Menge Ideen für visuelle Dinge, wie beispielsweise einen Film. <<
Gibt es gravierende Unterschiede zwischen dem, was deine Arbeit als Webdesigner bzw. als Musiker inspiriert?
>> In Bezug auf das Webdesign gibt es sicherlich Unterschiede. Beim Webdesign ist man auf einen bestimmten Code und das beschränkt, was man in Bezug auf die Bandbreite und die Funktionalität bei verschiedenen Plattformen damit anstellen kann. Das ist manchmal schon frustrierender als die Arbeit mit Musik, wo ich tun kann, was immer mir gerade in den Sinn kommt, ohne in eine bestimmte Schublade gepresst zu werden, die allen gefallen muss. Ich habe ein anderes Musikprojekt gestartet, DFEKTiV, was sehr abstrakt ist und wo ich nicht durch die gängigen Songstrukturen eingeengt werde, die ich für Dismantled benutze. Das ist wirklich sehr befreiend. <<
Ein häufig geäusserter musikalischer Vergleich ist der zu Frontline Assembly, beileibe nicht die schlechteste Referenz für einen Newcomer, doch gehen Dismantled in ihrem Wirken bereits beträchtlich darüber hinaus. Ehren dich diese Vergleiche oder empfindest du sie mir als Bürde?
>> Das ist eine zweischneidige Sache. Ich erinnere mich daran, dass ich, als mir zum ersten Male jemand sagte, dass meine Musik ihn an Frontline Assembly erinnern würde, sehr geehrt war. Nun sieht es aber so aus, als ob mir jeder unterstellt, ich würde nur Kapital daraus schlagen wollen. Die Wahrheit ist die, dass Dismantled als Experiment begannen, um aus Respekt und der Liebe dem Sound Frontline Assembly´s und dieser Art von Musik gegenüber etwas neues und völlig anderes zu erschaffen. Ich hätte diese Verbindung durchaus leugnen können, aber ich bin aufrichtig geblieben, da Frontline Assembly für mich die Basis waren durchzustarten und dies für mich auch ein grosser Lernprozess war herauszufinden, wie die Dinge funktionieren. <<
Woher beziehst du deine musikalischen Inspirationen? Bei der musikalischen Dichte, die jeder einzelne Track Dismantled´s ausstrahlt ist wohl davon auszugehen, dass die Arbeit an den einzelnen Tracks jeweils eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.
>> Meine Inspiration beziehe ich aus verschiedenen Quellen. Bei manchen der neuen Tracks, an denen ich gerade arbeite, sind dies eher persönliche Dinge, während die Tracks des Album noch stärker durch Literatur oder Filme beeinflusst wurden. Grundsätzlich ist es aber so, dass ich Texte schreibe oder über bestimmte Sounds nachdenke, die ich gerne verwenden würde. Von da entwickelt sich alles weitere automatisch. Da ich ziemlich faul bin, dauert es eine Weile, bis ich der Auffassung bin, dass der Song jetzt komplett ist, zumal so ein Song sehr viele unterschiedliche Schichten aufweist. Bei manchen Songs dauert es einen Monat sie zu schreiben bei anderen Wochen, aber ich bin in der Arbeit an einem einzigen Song immer ziemlich ruhelos. Manchmal bekomme ich die Inspirationen, um an einem anderen Track weiter zu arbeiten, anstatt den, an dem ich gerade arbeite, fertigzustellen. Das ist manchmal sehr schwer vorherzusagen. <<
Verfolgst du mit Dismantled eine politische oder soziale Botschaft, die du deinen Fans mit Hilfe der Musik und deiner Texte zu übermitteln suchst?
>> Es gibt bei Dismantled keine spezifisch politische Aussage, da ich nicht an die Politk glaube. Es gibt wohl eine generelle Botschaft im Hinblick auf den Zynismus und den Pessimismus, verbunden mit den negativen Seiten der menschlichen Natur. Jeder Song erzählt seine eigene Geschichte innerhalb eines bestimmten Rahmens, aber es gibt keine Botschaft, indem ich den Leuten erzähle, dass sie sich zu ändern hätten. <<
Distanz und Kälte sind das, was Dismantled atmosphärisch mit Hilfe ihrer Musik zum Ausdruck bringen. Betrachtest du diese Atmosphäre als Markenzeichen der Band, auch für die Zukunft, oder bezieht sich diese Gefühlskälte einzig auf das Debüt-Album?
>> Ich denke schon, dass dies auch für die Zukunft ein wichtiges Markenzeichen sein wird, allerdings auf eine andere Art und Weise, denn du wirst niemals den gleichen Sound zweimal auf einem Album hören. Mit jeder Stiländerung wird sich auch die Präsentation des Sounds ändern. <<
Distanz und Kälte sind auch Synonyme für einen emotionellen Zustand, der einhergeht mit der allgemeinen Atmosphäre des Albums. Ist davon auszugehen, dass du bei zukünftigen Veröffentlichungen vielleicht auch einmal auf eine "wärmere" und "emotionellere" Atmosphäre setzen wirst?
> Ich glaube schon, dass die Atmosphäre auf dem Album eine sehr emotionelle ist, denn es gibt sehr viele Streichersounds und Melodien, die du heutzutage nur selten in den gängigen Sounds anderer Industrialbands zu hören bekommst. Ich finde daher schon, dass das Album einen grossen Kontrast zwischen der harschen Botschaft ihrer Texte und der Musik aufweist. Es wird immer ein emotionales Element in der Musik geben, aber man wird abwarten müssen, wie sich das entwickelt. <<
Der Unterschied zwischen den "süssen" Melodien und den zum Teil recht harschen Soundscapes ist allgegenwärtig, doch auch hier scheint kein Raum für Emotionen zu sein. Wo finden sie demnach in den Songs statt?
>> Die meisten Emotionen wirst du immer zum Ende eines Songs hin finden, wenn es einen Break hin zu vollkommen anderen Sounds gibt. So entwickeln sich die Songs auch normalerweise, von Wut und Verärgerung ausgehend hin zu einer Art Erleuchtung, die dich emporträgt und befähigt, die Szenerie aus einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten. <<
Du benutzt sowohl im Umgang mit der Musik als auch bei der Programmierung von Websites Technologie. In einem Interview mit dem "Orkus" zeigst du gleichzeitig aber auch die Gefahren im Umgang mit diesen Technologien auf. Wie vermeidest du es, sich nicht zu sehr von diesen Technologien vereinnahmen zu lassen?
>> Ich glaube nicht, dass man sich dem entziehen kann, denn der Mensch ist es nunmal gewohnt, sich für sein Wohlbefinden bestimmter Werkzeuge zu bedienen. Ich finde auch nicht, dass dies falsch wäre, ist es doch ein Zeichen des Menschseins, damit umzugehen. Es kommt in der Hauptsache doch darauf an, sich dieser Dinge zu seinem Vorteil zu bedienen. Ich, zum Beispiel, ziehe es wenn möglich immer noch vor zu Fuss zu gehen anstatt mich transportieren zu lassen, was aber natürlich auch von der jeweilgen Situation abhängig ist. Wenn ich das Keyboard benutze, ziehe ich es vor, den Sequencer zu benutzen, als alle Parts mit der Hand zu erlernen. Technologie ist Teil unseres Lebens, sei es nun eher negativer oder psoitiver Natur, aber wir werden uns dem immer anpassen. Ich denke, man sollte die Technolgie nicht von vorneherein verteufeln, sondern als Werkzeug begreifen und benutzen. <<
Was ist deiner Meinung nach die grösste Gefahr des Menschen im Umgang mit der Technologie?
>> Die grösste Gefahr liegt darin, dass sie uns ausradieren könnte, Etwas, das man als natürliche Auslese bezeichnen könnte. Die Technologie verstärkt die menschlichen Ziele und wenn eines dieser Ziele Krieg und Zerstörung sind, erleichtert die Technologie die Erreichung dieses Zieles durch nukleare oder biologische Waffen. Davon geht wahrscheinlich die grösste Gefahr aus, zu wissen, dass die Menschheit mit einigen wenigen Knopfdrücken ausgelöscht werden könnte. <<
Du wurdest, bevor du in die USA emigrierest, in Russland geboren. Denkst du, dass deine Musik sich heute so anhören würde, hättest du Russland nicht verlassen können?
>> Wenn ich in Russland geblieben wäre, dann würde es Dismantled gar nicht geben. Ich wäre vielleicht niemals mit Computern und Frontline Assembly in Berührung gekommen; vielleicht wäre ich sogar niemals Musiker geworden. Vielleicht wäre ich einfach nur ein Pianist, so wie meine Mutter es gerne gesehen hätte, der jede Minute davon hassen würde. <<
Im Zusammenhang mit Dismantled fällt häufig der Begriff der musikalischen Innovation. Wo siehst du die Zukunft und die Entwicklung elektronischer Musik?
>> Das ist ganz schwer zu beurteilen. Ich finde, dass momentan keine grossartige Entwicklung innerhalb der Industrialszene festzustellen ist. Ich schätze, die Musik wird eher einfacher und clubtauglicher werden. Vielleicht solltest du aber auch besser jemanden anderes fragen, denn ich habe da eine sehr elitäre Meinung zu und mag auch nur wenige ausgewählte Bands wie Frontline Assembly oder Haujobb. Es gibt hier und da von anderen Bands mal gute Songs, aber da ist nichts dabei, von dem ich sagen würde, dass es bahnbrechend wäre und dazu angetan, es als meine neue Lieblingsband zu bezeichnen. Ich höre zur Zeit ohnehin wenig Industrial. Stattdessen widme ich mich lieber den Nine Inch Nails-CD´s, die ich besitze. Das ist vielleicht nicht der beste Weg, sich mit Musik zu beschäftigen, aber so bin ich nunmal. Wenn wirklich etwas gutes dabei ist, dann werde ich das schon rechtzeitig mitbekommen. Momentan klingt das Meiste aber ziemlich abgestanden. <<
Sind Dismantled bereits schon einmal live aufgetreten?
>> Bislang haben wir noch keine Shows gespielt, müssen uns diesbezüglich aber beeilen. Allerdings haben wir Probleme einen Platz zu finden, wor wir über können. Wir werden in jedem Fall versuchen, nächstes Jahr, wann immer möglich, ein paar Shows zu spielen, doch zunächst nur auf lokaler Ebene um herauszufinden, wie wir uns live so schlagen. <<
http://www.dismantled.org
Michael Kuhlen


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