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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DEATH ANGEL, ....

DEATH ANGEL, ACCU§ER, TORMENT TOOL, 09.07.2011, Essen - Turock
Essen - Turock

09.07.2011
Bei einem Konzertbesuch im Essener Turock komme ich irgendwie immer bei strahlendem Sonnenschein an. Diesen Satz kann ich wahrscheinlich für den Beginn zukünftiger Reviews abspeichern. Sonnig waren auch die Preise beim Merchandise, es gab Shirts ab 10€, für Shirts von Death Angel rief man 20€ auf.

Eröffnet wurde der Thrashabend von TORMENT TOOL aus Geislingen an der Steige, die lobenswerterweise viele Kilometer Anfahrt auf sich nahmen, um heute mal woanders als im deutschen Südwesten zu spielen. Trotz anfänglicher technischer Problemchen kam der Dampf ihres aktuellen Outputs „Dawn Of War“ gut auf die Bretter. Haare flogen und Sänger/Gitarrist Ullrich Haug wechselte ständig zwischen den drei Standmikros. Der Achtungsapplaus ging daher völlig in Ordnung. Die holprigen Ansagen erzielten keine Publikumsreaktionen, was Ullrich aber nicht weiter aus der Fassung brachte. Alberne Hüpfeinlagen, wie die vom Gitarristen, sollten unterbleiben. Erst recht, wenn man ein amtliches Slayershirt trägt... Die Songs dagegen waren zumeist im Upspeedbereich und knallten am Anfang besonders an die Hirnrinde. Leider war nach 35 Minuten schon Schluss, denn der letzte Song hätte ein gewisses „War Ensemble“ sein sollen. Torment Tool sind eine junge, aufstrebende Band, die sich behauptet. Ich würde sie mir wieder ansehen wollen.
Bei ACCU§ER ging’s dann schon professioneller zur Sache. Gut eingespielt mit souveränen Ansagen kamen sie live insgesamt schon mal transparenter als auf Platte. Bei Sänger/Gitarrist Frank Thoms und seiner Mannschaft hat der Zahn der Zeit Musiker und Haare verschwinden lassen, so hatten wir es heute Abend mit kurzen Haaren und ganz kurzen Haaren on stage zu tun. Die Performance wirkte recht statisch, wobei Basser Frank Kimpel mit seinen Sprüngen noch der Aktivposten war. Frank Thoms konnte durch seine Ansagen das Publikum zwar weiter nach vorn in die ersten Reihen bitten, überzeugte auch mit solider Handarbeit und suchte immer wieder mit stechenden Blicken den Kontakt zum Publikum, erreichte dieses jedoch nicht immer. Die alten Haudegen sind seit 1986 nie aus dem Underground empor gestiegen, aber sind nach der Re-Union 2008 jetzt wieder des Öfteren live unterwegs. Die Siegener bewarben ihr bald erscheinendes Album mit den neuen Tracks „Beneath Your Dignity“, „Desolate Shape“ und „Escape From The Oath“, eingeflochten in den Set mit älteren Songs, bei denen schon die Titel „Who Dominates Who“ und „Repent“ bei den Old-Schoolern klingeln müssten. Das Auditorium beklatschte jeden Song jedoch undifferenziert; offensichtlich waren alte und neue Stücke gleichermaßen unbekannt. Mit etwas mehr Enthusiasmus seitens der Band, insbesondere dem mit dem Bühnenboden verschraubten Oberhemd mit Flying V auf der linken Seite, dürfte sich in Zukunft daran etwas ändern lassen. Insgesamt ein nicht mehr als solider Auftritt.
Um kurz nach Zehn wurde den Anwesenden schlagartig klar, dass aller Glanz jedweder Vorbands elendig verblasst, wenn Death Angel loslegen und die Bühne schon beim Betreten demontieren. Einen derartig hohen Energielevel sucht derzeit im gesamten Genre seines Gleichen. Haare flogen mit Gitarrenhälsen kreuz und quer über die Bühne, so dass nach den Openern „I Choose The Sky“, „Evil Priest“ und “Buried Alive” schon mehr Action gebracht wurde, als bei beiden Supportbands zusammen. Trotzdem spielten die Bay-Area Thrasher durchweg unglaublich tight. Das musste sich herumgesprochen haben, denn das Turock war so gut gefüllt, dass man gerade noch bequem stehen konnte. Die schneeweiße ESP-Les Paul von Ted Aguilar stach auch optisch sehr ins Auge und man schmetterte mit „Mistress Of Pain“ vom ersten Album einen meiner persönlichen Faves. Nach „Seemingly Endless Time“ sprach Mark Osugueda zur Menge, viele Gesichter wiederzuerkennen und sagte die entscheidenden Worte: „What Can I Tell You, That I Haven’t Told You Before?“ Das Beifallklatschende Turock wurde von Mark mit „Always Best Location“ gelobt, bevor „This Hate“ von der aktuellen Scheibe „Relentless Retribution“ mit „Everyone On Stage Plays On This Album“ angesagt wurde. Auch komplexere Backingvocals von Rob Cavestany, der mir von allen Thrashklampfern derzeit am besten gefällt, gingen mit der Stimme von Mark mit Leichtigkeit harmonisch überein. Sind dies die beiden verbliebenen Ur-Mitglieder der Band, standen sie in Sachen Stageaction den Jüngeren in gar nix nach. Für Death Angel scheint im Moment jede Bühne zu klein zu sein. Es macht einfach riesigen Spaß, diese Band live erleben zu dürfen. Die Textzeile „Join Us Or Step Aside” im Titeltrack des aktuellen Albums bringt den derzeitigen Death Angel-Spirit wohl am treffendsten zum Ausdruck. „Purgatory“, das schnellste Ding von Iron Maidens „Killers“, wurde angespielt, um dann brutal in die von den Fans immer wieder geforderte Ballade „Veil Of Deception“ überzugehen. Durchdrehungswürdig. „Bored“ sollte der letzte Song des Sets gewesen sein, der im Mittelpart ein solch’ grandioses „Heaven And Hell“ im eins-zu-eins Dio/Black Sabbath-Style geschenkt bekam, dass die Anwesenden sich bis zur ersten Zugabe „Lord Of Hate“ nicht beruhigen konnten. “River Of Rapture” war heute der siebte Song vom aktuellen Album. Und die San Francisco Thrashmetaller haben einen so arschgeilen Backkatalog an Songs, dass es Klassiker wie „Kill As One“ und die meisten Kracher von „The Art Of Dying“ und „Killing Season“ nicht in die Setlist geschafft hatten. Der Anfang von „The Ultra-Violence” wurde wieder nur angespielt, bevor mit „Thrown To The Wolves“ nach 90 Minuten endgültig der letzte Song gedroschen war. Junge Nachwuchsbands können sich daran ein Beispiel nehmen. Für alle anderen liegt die Messlatte hoch…sehr hoch, denn Death Angel sind die Liveband der Stunde. Wenn man sie gesehen hat, kann man erfüllt sterben.
Joxe Schaefer - Pics: Joxe Schaefer


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