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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BANG YOUR HEA ....

BANG YOUR HEAD FESTIVAL 2010 - 1. Tag
Messegelände Balingen

16.07.2010
Ach ja, wir erinnern uns mit Wehmut, dass wir jahrelang behaupteten, dass das Bang Your Head Festival in Balingen das coolste Happening des Jahres sei. Doch seit einiger Zeit lassen Billing und einige Umstände vor Ort doch etwas zu wünschen übrig. Der Headliner ist wirklich keiner und viele andere Acts wiederholen sich auch ständig. Selbst Ripper Owens wurde in den letzten Jahren mit fünf verschiedenen Bands gesichtet. Das geht auf keine Kuhhaut mehr. Es scheint etwas am Veranstalter vorbeigegangen zu sein, dass die melodischeren Bands das Publikum am besten beherrschen (siehe letztes Jahr). Schon wird in diesem Jahr wieder die Härtner-Fraktion verstärkt. Und das obwohl bereits die Messe-Halle während des Festivals für richtig harte Metal-Bands genutzt wird. An sich eine gute Idee, aber man hätte dazu mehr Melodic-Acts auf die Festival-Bühne jagen sollen. Folglich blieb die große Besucherzahl aus. Einmal mehr Twisted Sister fand nicht jeder lustig, denn da fehlt mittlerweile der Überraschungseffekt. Für viele Camper war die Distanz vom Metal-Camp zum Festival-Gelände, circa zehn Kilometer (aber nur weil man die Leute um das Dorf herumgelotzt hatte, sonst wären es fünf Kilometer geworden) einfach nicht tragbar. Na, und das Essen auf den Gelände kann immer noch nicht überzeugen. All dies und ein Tag Regen sorgten für eine ungewohnt verhaltene Stimmung und fast gar keine Partylaune. Schön dass wenigstens auf verschiedenen Wegen sechs Mitglieder unseres Obliveon-Teams den Weg nach Balingen fanden. Diese Konstellation dürfte ruhig öfters in Erscheinung treten. Dies Jahr wurde das Festival vom Tode Ronnie James Dios überschattet, dem dieses Event gewidmet wurde. Das hieß, jede Band wurde angehalten einen Song des Meisters zu interpretieren. Bis auf wenige Ausnahmen kam der Großteil der Acts diesem Wunsch von Veranstalter Horst Franz nach. Auch in den Umbaupausen beschränkte man sich auf die Werke von Ronnie. Kann man machen, muss man aber nicht. Ich fand es ein bisschen zu viel des Guten, zumal noch fast jeder eine Story von oder über Ronnie brachte. Das hatten wir in ähnlicher Form schon auf dem Rock-Hard-Festival. Zumindest war die Auswahl der Cover-Tracks recht unfangreich. Ach übrigens, die Band Toxin war auch da aber die haben wirklich alle verpennt.... (SBk)

Den Auftakt (und dafür danke ich dem Herrn) machte mein Freund Günt Auschrat mit seiner Band The New Black. Es hat mich immer gewundert warum Günt immer und ewig backstage rumlungerte, aber niemals die Gelegenheit bekam mit seiner Thrash-Band Abandoned Gas zu gebe. Dafür klappte es jetzt mit der neuen Formation. Mit dabei Gitarrist Christof Leim (Chefredakteur vom Metal Hammer). Man sagt, dass dieser Promi den raschen Weg der Band geebnet hat (zum Beispiel ins Vorprogramm von AC/DC vor 60.000 Fans). Wen interessiert das? Mich nicht. Ich finde die Band einfach nur geil, heavy, spielfreudig und voll motiviert. Zudem freut es einen, dass sie mit guten Songs nicht geizen. Man offerierten dem Publikum das selbstbetitelte Debütalbum mit einer Mischung aus Black Label Society und Nickelback. Man sollte den Fronter Fludid nur warnen, dass er einer der wenigen Sänger ist, der seinen Gitarristen und Bassisten in Action nachsteht. Von The New Black können wir noch viel erwarten. Der perfekte Opener. (SBk)

Enforcer aus Schweden sind einfach nur lustig. Sie zelebrieren den einfachen Old-School-Metal, mit allen Klischees die man sich vorstellen kann. Das fängt beim peinlichen Outfit an, das ich aber schon passend finde und hört bei den Klängen von Iron Maiden, Riot und Exciter auf. Enforcer eben. Mit frischem Wind verzauberte man die Fans vor der Bühne, die alle Texte vom letzten Realease, „Diamonds“ auswendig konnten. Kaum zu glauben, dass dies erst die zweite CD der Band seit der Gründung aus dem Jahr 2004 ist. Man agiert relativ professionell auch wenn Shouter Olof Wikstrand einige Schwierigkeiten mit seinen Vocals auffährt. Die Burschen sind noch jung und können sich Zeit zum Lernen lassen. Für einen Spot am frühen Vormittag gerade richtig. (SBk)
Mit ihrem neuen Album „Hammer Of The North“ im Gepäck müssten Grand Magus auf dem BYH sicherlich ein leichtes Spiel haben. Letztendlich war es auch so, denn welche Band kann schon nachweisen, dass sie nach einem Kracher wie „Iron Will“ locker noch einen draufsetzen kann. Das Trio, bestehend aus Sänger/Gitarrist JB, Bassist FOX und Drummer Sebastian, hinterließ bei so manchem Festivalbesucher nur noch ein riesiges Staunen. Denn, wie die Band ihre Songs mit nur drei Instrumenten live erklingen lässt ist fast unglaublich. Die Set-List ließ aber eigentlich auch nichts anderes erwarten. Die geniale Mischung aus Doom- und klassischem Heavy Metal ist das was den Sound der Schweden ausmacht. Einfach genial. Egal welchen Song die drei spielten, ob „Kingslayer“, „Silver Into Steel“, „I, The Jury“, „Hammer Of The North”, “Iron Will” oder das abschließende “The Shadow Knows”, jeder einzelne Titel war und ist ein Volltreffer. Für mich waren Grand Magus definitiv ein Highlight des kompletten Festivals. (HF)
Die US-Thrasher Forbidden waren leider die einzige Thrash-Metal-Combo, die am gesamten Wochenende auf der Hauptbühne spielen durfte. Eigentlich schade, aber was soll’s! Fakt ist, dass das Quintett, genau wie schon bei ihrem letzten Abstecher 2008, das BYH wieder in Schutt und Asche thrashte. Nur mit dem Unterschied dass Frontmann Russ Anderson dieses Mal in einer wesentlich besseren Verfassung war als beim letzten Gig in Balingen. Fast jeder Ton passte wie die Faust auf´s Auge und bei Abrissbirnen wie „Chalice Of Blood“, „Step By Step“ oder „Through Eyes Of Glass” kann man die Rübe einfach nur kreisen lassen. Gänsehaut pur bekam ich dann bei der Ronnie James Dio gewidmeten Coverversion des Black Sabbath Klassikers „Children Of The Sea“. Forbidden coverten den Song nicht einfach nur, sondern drückten diesem ihren eigenen Stempel auf. Einfach geil!! Ach ja, und so wie es aussieht wird bald endlich ein neues Forbidden Album erscheinen, ich kann es kaum noch abwarten. (HF)
Kampfhosen-Look aus Schweden. Angeblich ist Sabaton eine der am meisten herbeigewünschten Bands für dieses Festival. Wollen wir das mal glauben. Sie machten dem Wunsch alle Ehre und legten einen denkwürdigen Auftritt hin. Professionalität pur. Allerdings mit jeder Menge Charme und Witz, die Fronter Joakim Brodèn mit einem Augenzwinkern versprüht. 1999 nahm die Power-Metal-Band die Szene in Angriff und setzt live auf Action und Melodien. Da kam die Runde vor der Bühne mächtig ins Schwitzen. „Coat Of Arms“ nennt sich das aktuelle Werk der Skandinavier, die sich 2006 im Vorprogramm von Edguy die deutschen Fanherzen erspielten. Mir waren die Songs der Band gar nicht geläufig, aber wer bei einem Track wie „Cliffs Of Gallipoli“ die Füße still halten kann, war hier eh falsch. (SBk) (Stimmt nicht, ich kann bei Sabaton nämlich alles still halten (außer evtl. ungläubiges Kopfschütteln (kein Bangen;-)), war aber trotzdem vor Ort am richtigen Platz, schließlich spielten Hades und Fates Warning...;-) - CL)
Wer hätte gedacht, dass LOUDNESS nach dem Krebstod ihres Schlagzeugers Muneteka Higuchi und einer ganzen Reihe schwacher, in Europa nicht veröffentlichter Alben noch einmal so auftrumpfen würden? Im Vorfeld als Special-Set angekündigt, enttäuschten die Mannen um die noch verbliebenen Originalmitglieder Minoru Niihara, Masayoshi Yamashita und Akira Takashaki samt Drummer zum frühen Nachmittag keinen der Anwesenden und boten eine Setlist, die es wirklich in sich hatte und nur auf die Frühphase der Band ausgerichtet war. Egal ob beim Opener „Crazy Doctor“, bei „Esper“ oder „Loudness“, die vier Japaner rockten Balingen mit einer Souveränität in Grund und Boden, dass die Frage erlaubt sein muss: „warum erst jetzt und nicht bereits vor 15 Jahren“? Akira Takashaki spielte die versammelte Riege der Gitarristen leicht und locker an die Wand und Sänger Minoru Niihara, früher oft als Schwachpunkt der Band kritisiert, zeigte nicht nur keine gesanglichen Schwächen, sondern heizte der Meute vor der Bühne zudem pausenlos ein und suchte ständigen Kontakt zum Publikum. Nicht wenige werden sich nach diesem furiosen und viel umjubelten Gig der Japaner entschlossen haben, sich LOUDNESS bei einem der Konzerte ihrer nachfolgenden kleinen Clubtour noch einmal anzusehen. (MK)
Ein weiteres Mal tauchten die Speed-Metaller aus Kanada auf der Balinger Bühne auf. Fronter Lips, immer bester Laune, hatte seine Meute schnell im Griff. Durch den Film „Anvil – The Story Of Anvil“ erlebt die Band gerade ihren zweiten Frühling und ruft das grandiose Material aus der Vergangenheit nochmals ab. Irgendwie komisch, dass die Canucks einen solch´ schweren Weg hatten. Doch vergessen ist „gestern“ und mit dem Best-Of-Set, mit den Songs der ersten Alben, konnte man das Kind schon schaukeln. Zudem sind sie mit ihrem dritten Auftritt in Balingen schon alte Eisen, die sich eine beharrliche Fanbasis erspielt haben. „Winged Assassins“, „School Love“ und „666“ sind nur drei von zehn hervorragenden Krachern, die Anvil zum Besten gaben, bis man mit den Hit „Metal On Metal“ die Bühne frei gab. (SBk)
Als „Lies“ erklang wanderte die hungrige Metal-Meute treu zur Bühne, um den Klängen von Jon Oliva`s Pain zu lauschen. Ich selber kann es nicht mehr hören. Den Star habe ich in den letzten Jahren so oft freiwillig, aber meistens auch nicht, sehen müssen, so dass es kein Happening mehr ist. Zumal ich wirklich die Tracks der eigenen Band vermisse. Von zwölf Liedern werden neuen "gecovert". „Rainbow In The Dark“ von Ronnie James Dio und acht Savatage-Klassiker. Dabei ist der erste Release der Band „Taj Mahal“ ein würdiges und extrem cooles Metal-Album. Anscheinend wiegen die ewiggestrigen Savatage-Fans mit ihrem Interesse die Sache auf. Schade. Und so kam ich nicht umhin „Edge Of Thorns“, „Hall Of The Mountain King“, Gutter Ballet“ und den ganzen Rest ein weiteres Mal zu ertragen. Welch´ Erholung war der neue Song „Festival“. Schön, dass Jon wenigstens einigermaßen bei Stimme war. (Nun ja, eher nicht, er quälte sich meines Erachtens eher recht bescheiden durch den Set... - CL). Trotzdem, Jon Oliva`s Pain mit Savatage-Cover-Tracks muss ich nicht mehr haben. (SBk)
Als einzige Frau im Redaktionsteam hatte ich dann die große Ehre die einzige Frau des BYH auf der Bühne zu besprechen. Eins sei vorher gesagt: DORO sind und bleiben eine supergute Live-Band und sind immer eine Bereicherung auf Festivals. Kein Wunder, bei der Auswahl an guten Songs kann ein schlechtes Konzert kaum zustande kommen. Die unangefochtene deutsche Metal-Queen Doro Pesch sorgte direkt von Beginn an für eine sehr gute Stimmung unter den Festivalbesuchern. Los ging es mit „You`re My Family“, an das sich dann direkt der Klassiker „I Rule The Ruins“ anschloss. Das Publikum fraß Doro förmlich aus der Hand. Die unzähligen Klassiker entfalteten erwartungsgemäß ihre Wirkung beim Publikum und man konnte auch dieses Mal sehen, dass Doro ihre Songs auf der Bühne lebt. Songs wie "Burning The Witches", "All We Are" oder "Running From The Devil" wurden von den Fans abgefeiert. Auch die Ballade "Für Immer" durfte natürlich im Set nicht fehlen. Auch Songs neueren Datums taten dem Auftritt keinen Abbruch und wurden vom Publikum ebenso bejubelt. Natürlich gedachte auch Doro der verstorbenen Metal-Legende Dio und widmete ihm einen Song, indem sie „Egypt (The Chains Are On)“ coverte, was tatsächlich eine Gänsehaut trotz der heißen Außentemperaturen erzeugte. Einziges Manko waren wieder einmal die Ansagen zwischen den Songs, wo doch viele die Augen verdrehten. Aber ansonsten musikalisch und showtechnisch wie immer eine brillante Vorstellung der Metal Queen und ihrer Band, die einfach Spaß machte und eine gute Stimmung im Publikum hinterließ. (SSO)

DARKANE boten den gewohnt rasanten Mix aus Thrash, Death und Modern Metal mit spieltechnischer Präzision und inkludierter Progressivität. Jedoch verloren sich gerade einmal grob geschätzte 300 Nasen in der Halle und ähnlich wie auf Platte blieb auch live abermals nicht viel hängen vom eruptiven Sound der Schweden. Fazit: vorbei rauschend. (CL)
Die Schweizer in der berühmten Star-Besetzung wollten es ein weiteres Mal wissen. Am meisten überraschte mich, dass sie den Auftritt-Spot vor Doro ergatterten. Kaum zu glauben. Sänger Marc Storace, Gitarrist Fernando von Arb und Basser Chris von Rohr hatten mit „Hoodoo“ ein neues Album im Sack, das in den Medien besser als der „Rock The Block“ gefeiert wurde. Und live wollte man ein Feuerwerk zünden. Jetzt mal ehrlich, Leute, Reunion hin oder her, aber „Rock The Block“ und die damalige Truppe mit Mandy Meyer an der Gitarre und Dominique Favez (Gitarre, Bass) im Line-Up war um Längen wuchtiger. Sie hatten auf der Bühne eine faszinierende, euphorisch-ansteckende Aura und satte Hits im Gepäck. Die aktuelle Variante mag zwar originaler sein, hat aber meines Erachtens ihr Pulver längst verschossen. Den einen oder anderen Song kann ich noch durchgehen lassen, aber die Party fand definitiv 2005 statt, als Krokus die Bühne in Brand steckten und im Publikum der Boden bebte. 2010 war es halt ein netter Auftritt alternder Männer. Nicht mehr und nicht weniger. (SBk)

Die Dänen von ARTILLERY haben den großen Vorteil massig gute Songs in der Hinterhand zu haben, egal ob alte Nummern wie „Terror Squad“, „By Inheritance“ und „Khomaniac“ oder aktuelle Kracher wie „10.000 Devils“. Zudem sorgte das Quintett für den (einzigen?) Pit des Tages. Wenngleich die Thrasher on stage (immer) etwas unkoordiniert und extrem hüftsteif wirk(t)en, so überzeugten sie dennoch mit sichtbarer Spielfreude und einer cleveren Setlist mit allen Bandhits. (CL)
HAMMERFALL waren für den Freitag als Headliner gesetzt und die Reaktionen des Publikums zeigten auch warum, denn die Band wurde vom ersten Ton an gnadenlos abgefeiert. Doch warum eigentlich? Die Schweden ließen es sich nicht nehmen jedes noch so erdenkliche Klischee einer Metal-Band bis zum Erbrechen auszukosten – alles „Brothers Of Metal“, is’ klar Mann - und schafften es dabei mühelos selbst Manowar in dieser Hinsicht alt aussehen zu lassen. Die Songs waren ohne Ecken und Kanten, vollkommen glatt gebügelt, die Ansagen von Sänger Joacim Cans hochnotpeinlich und das Stageacting von A-Z so dermassen durchchoreographiert, dass selbst das ZDF-Fernsehballet hier noch von den Schweden hätte lernen könnte. Dass das Songwriting Hammerfalls dabei nicht mal mittelprächtiges Niveau erreicht, fällt bei soviel Mittelmässigkeit kaum noch ins Gewicht. Die Coverversion von Rainbow´s „Man On The Silver Mountain“, die den zweiten Zugabenblock einleitete, habe nicht nur ich eher als Majestätsbeleidigung denn als Tribut an Ronnie James Dio empfunden. (MK)
Steve Burdelak / Michael Kuhlen / Christoph Lücker / Holger Fey / Susanne Soer - Pics: Steve Burdelak / Michael Kuhlen / Sven Bernhardt


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