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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ANNIHILATOR

ANNIHILATOR
Der Grimassen-König und Live-Berserker

Seit den Anfängen der Kanadier, die 1989 mit „Alice In Hell“, 1990 mit “Never Neverland“ und 1993 mit „Set The World On Fire“, dem Album, das ihnen den weltweiten Durchbruch bescherte, ein Hammer-Album nach dem nächsten auf den Markt geworfen haben, gehören sie zu meinen absoluten Favoriten unter den harten Bands. Der aus Toronto stammende Bandchef Jeff Waters, der das Metal-Flagschiff eher als Soloprojekt vermarktet, wechselte zwar sowohl öfter die Besetzung, als auch den Härtegrad der Musik, blieb sich aber letztendlich immer treu. Mitunter ein Grund, warum so viele Fans am Ball blieben. Zudem liefert Jeff oder sein Umfeld ständig neue Gerüchte und Ereignisse, die die Fans wie ein Schwamm aufsaugen. Sei es der Angriff auf Jeff’s Person durch seinen ex-Sängers Randy Rampage, der geklaute Song „In The Blood“, den Ted Bullet (ex-Thunderhead) sich angeeignet hat oder das Rekrutieren diverser Musiker aus befreundeten Bandkreisen. Hier die nackte Wahrheit.
Vor einiger Zeit hatte Ted Bullet, ex-Sänger von Thunderhead, einen Song, „In The Blood“, von dir geklaut und ihn auf seinem eigenen Album unter dem Titel „Blood“ veröffentlicht. Was ist aus dieser Geschichte eigentlich geworden?
>> Das ist eine witzige Sache gewesen. Als ich mir die beiden Songs zum Vergleich noch mal anhörte, war ich echt erstaunt, das jemand so etwas wirklich bringt. Außerdem hatte Ted sich nicht nur am Text sondern auch an den Noten und der eigentlichen Komposition bereichert. Die Geschichte ist aber noch nicht ausgestanden. Im Moment weiß ich den Stand der Dinge diesbezüglich gar nicht. Mein Co-Writer aus den Staaten, der ein guter Freund von mir ist, meinte, dass er sich der Sache annimmt. Er war so sauer, dass er dem Geschehen wirklich auf den Grund gehen wollte. Ich war gar nicht so beleidigt, fand es aber ehrlich gesagt nicht berauschend. Jetzt arbeitet mein Co-Writer für eine ziemlich große Firma, die sich die Sache angeguckt und herausgefunden haben, dass dieser Ted kaum Scheiben absetzt. Danach meinten sie, das es die Sache nicht wert sei, irgendwelche rechtlichen Schritte zu unternehmen. Ich will die Sache aber nicht auf sich beruhen lassen. Ich meine, jeder weiß, dass er meinen Song geklaut hat. Ich will auch kein Geld, aber irgendetwas muss noch passieren. Wenn du dir meine Platten anhörst, wirst du viele Einflüsse entdecken, und du findest ein AC/DC-Riff oder einen Slayer-Sound, aber du wirst nie erleben, dass ich etwas direkt klaue. <<
Lass uns mal über das neue Album reden. „Ultra Motion“ und „Cold Blooded“ sind wohl die härtesten und schnellsten Tracks deiner Karriere. Wieviel Einfluss hatte euer, mittlerweile nicht ganz so neuer Sänger, Joe Comeau, beziehungsweise die Tour mit Overkill?
>> Eigentlich schrieb ich nach der Tour mit Overkill neue Songs, so wie ich es immer mache. Bei den Songs, die mir nicht so leicht von der Feder gehen, nahm ich ein Band auf und schickte es zu Joe. Dann hat er seine Ideen erarbeitet und schließlich trafen wir uns und schrieben den Rest zusammen. So kommen die Overkill-Referenzen zustande, obwohl „Ultra Motion“ viel von Slayer hat. <<
Hat Joe’s Stimme dir neue Möglichkeiten in deiner Arbeit eröffnet?
>> Nein. Es war wie bei allen anderen Aufnahmen auch. Ich denke gar nicht erst über die Lyrics oder den Gesang nach, wenn ich schreibe. Ich versuche so zu komponieren, dass die Musik für sich alleine stehen kann. Joe ist der beste Sänger, der jemals in der Band war, denn er hat schon eine ganze Palette von Variationen drauf. <<
Es gab aber auch eine Menge Leute, die von den Songs begeistert waren, die du selbst gesungen hast.
>> Ach, weißt du, wenn du fünf verschiedene Annihilator-Fans nach ihren Lieblingssongs fragst, wirst du fünf verschiedene Antworten bekommen. Der eine mag die neuen Sachen, der nächste die Randy Rampage-Phase, und es kommt vor, dass Fans tatsächlich meine Stimme bevorzugen. <<
Was hat dich wieder zu der Zusammenarbeit mit Randy Black veranlasst und wie bist du zu eurem neuen Gitarristen Curran Murphy gekommen?
>> Randy kam zurück, als Ray Hartmann die Band verlassen wollte. Ray konnte keinen Urlaub für die damalige Tour bekommen. Außerdem kümmerte er sich die ganze Zeit um seinen Sohn. Er brachte mich auf die Idee Randy zurückzuholen, da er ja das ganze Material schon kannte. Er lebte zu dem Zeitpunkt in Berlin. Er lernte dort ein Girl kennen, als wir für die „King Of The Kill-Tour bei euch drüben waren. Mit ihm kam die Sache ziemlich leicht in die Gänge. Wir riefen ihn an und er wollte direkt dabei sein. Curran ersetzt Dave Davies, der schon fast von Anfang an dabei war. Dave hatte einen Autounfall und tierische Schmerzen. Er konnte sich auf der Bühne kaum bewegen und hatte deswegen nicht mehr so viel Spaß. Wir redeten über alles und wir sind immer noch gute Freunde, aber wir wussten beide, dass es so nicht mehr weiter gehen konnte. Curran ist jung, agil, ambitioniert und topfit. Er spielte Gitarre bei Nevermore. <<
Was ist Annihilator für dich, eine Solokarriere mit ständig wechselnden Mitarbeitern, oder eine Band?
>> Es wird wohl niemals eine richtige Band sein, was es ja auch noch nie war. Ich schreibe und komponiere die Lieder fast alleine und kümmere mich ständig um das ganze Geschehen in der Politik der Mannschaft. Was die Verträge oder das Business allgemein betrifft ist es allerdings mehr ein Soloprojekt. Was jedoch die Tourneen betrifft, da sind wir alle gleichberechtigt. Zumindest was die Finanzen betrifft und wie wir uns untereinander verhalten. Wir hatten immer sehr viel Spaß auf Tour. Das einzige Mal, das es Probleme gab, war mit Randy Rampage vor einigen Jahren. Das war eine ziemlich traurige Angelegenheit. Ansonsten sind wir fürchterlich „easy“ auf Tour und das merken auch andere Bands und Musiker, mit denen wir unterwegs sind, so wie Curran oder Joe. Joe hat jetzt zum Beispiel eine Band, bei der er Kreativität zeigen kann. Er war ein verstecktes Talent dessen sich niemand bewusst war. <<
Hast du jemals wieder von Randy Rampage gehört, so dass ihr den tätlichen Angriff auf dich habt besprechen können?
>> Wir waren ziemlich sauer auf Randy. Das hielt so ungefähr zwei Monate an und dann war es keine große Sache mehr. Ich habe ihm verziehen. Es gibt schlimmeres auf der Welt. Wir haben danach aber noch nicht wieder miteinander gesprochen. <<
Gibt es eine Chance, dass ihr, nach all der aggressiven Energie, die ihr in eure letzten Veröffentlichungen gesteckt habt, auch wieder einmal balladeske Songs wie „Phoenix Rising“ oder „Sounds Good To Me“ in Angriff nehmen werdet?
>> Ich will diesen Schritt für die Zukunft nicht gänzlich ausschließen, aber im Moment ist mir eher weniger nach ruhigen Sounds. Du musst das so verstehen, dass die Songs von den jeweilig früheren Album zu einer bestimmten Phase und Stimmung zu mir passten. Die Fans mögen immer noch viele Songs, bei denen ich einfach keine Lust mehr empfinde sie live zu spielen. Damals fühlte ich mich mit den Tracks verbunden, aber das ist lange her. Ich bin einfach etwas seriöser gegenüber meiner Musik geworden. <<
Gibt es eine generelle Aussage hinter dem Titel „Waking The Fury“?
>> Eigentlich nicht. Das Cover und der Titel waren Dinge, um die wir uns als letztes kümmerten. Es waren keine starken konkreten Ideen, aber als erst mal die Musik stand, passte alles echt gut zusammen. Viele Leute glauben immer an eine große Bedeutung hinter allem. Das ist hier nicht der Fall. Es sind einfach nur gute Gedankenstücke die zusammen passen. <<
Warum habt ihr euch denn für ein Foto auf dem Cover entschieden?
>> Das geschah eigentlich nur, weil ich keine bessere Idee zu einem Titelbild hatte. Das Release-Datum hing mir ziemlich im Nacken. Am Ende war ich wie wahnsinnig, etwas geeignetes zu finden. Ich war froh, dass wenigstens das Cover zustande kam. Wir haben damals für das „Refresh The Demon“-Album ein Video gedreht. Von diesem Video hatte ich noch ein Foto auf meinem Computer. Dieses Bild habe ich einfach als Hintergrund für das aktuelle Bandfoto genommen. Ich brauchte eben was schnelles, und das gefiel mir spontan. Ich sandte alles zum Label und zum Management und die fanden es toll. Ich hatte echt Glück. <<
Wie ist das „Feedback“ in Kanada auf deine Musik. Spielst du eine Rolle in der Szene?
>> Also die meisten Fans in Nordamerika stehen durch das Internet mit uns in Verbindung. In Kanada selbst haben wir schon seit ungefähr acht Jahren nicht mehr gespielt. Das einzige, was mir hier mit einem Label passieren könnte, ist, dass ich meine Rechte abgebe und die CD sowieso nicht in den Läden landet. Das ist reine Zeitverschwendung. Ansonsten haben wir schon einige Fans hier auf unserem Kontinent. Dennoch, trotz der zig tausend Hardcore-Fans sind wir eben nicht angesagt. <<
Du hast dir in Deutschland mittlerweile einen recht zweifelhaften Ruf erarbeitest, weil du dir bei anderen Bands immer wieder Musiker abwirbst. Wie stehst du zu der Anschuldigung?
>> Eigentlich habe ich nur im Jahre 2000 auf der Overkill-Tour und im Jahre 2001 auf der Nevermore-Tour diesen Schachzug getätigt. Aber was ich nächstes Jahr machen werde, ist mit Rush auf Tour zu gehen um mir dann Neal Peart zu angeln. Danach gehen wir sofort mit Metallica auf die Bühne und ich klaue James Hetfield. Angus Young wäre auch nicht schlecht und schon hätte ich meine „Supergroup“. Die Jungs sind nur zu mir rübergewechselt, da sie Annihilator als Gelegenheit betrachten um sich zu verwirklichen. <<
Viele Menschen bezeichnen dich aufgrund deiner Grimassen auf der Bühne auch als den „verrückten Gitarristen“. Wie siehst du dich selbst?
>> Ich bekomme öfter Kommentare von Fans, die der Meinung sind, dass ich zu viele alberne Fratzen ziehe, die angeblich nicht zu mir passen. Aber ich habe Spaß und die Leute sehen mir das an. Sie können es in meinen Gesichtszügen lesen. Und wenn einer mies drauf ist erkennt man das genauso. Ich versuche live immer sehr gut zu sein und gebe mein absolut Bestes. Ich glaube, selbst wenn die Fans nicht da wären, würde ich wie ein Berserker rumhüpfen, denn ich liebe meine Musik. <<
Ich denke mal, dass du dir diesbezüglich keine Sorgen machen brauchst.
>> Ich liebe Deutschland. Es ist einfach fantastisch hier. <<
Wie gehst du eigentlich mit dem ganzen Tournee-Stress um?
>> Es ist so, dass man schon mit einem guten „Package“ unterwegs sein sollte. Die Fans bezahlen teilweise extreme Eintrittspreise und wollen nicht einen Hauptact mit mehreren „Support-Bands“ sehen. Die Zuschauer verdienen halt zwei oder drei Top-Acts. <<
Das kommt darauf an. Wir hatten gerade Iced Earth hier, die alleine eine dreistündige Show hingelegt haben. Das vielleicht als kleiner Anreiz!
>> Na, ich werde niemals eine dermaßen lange Show spielen, haha. Danach könntest du mich wohl einliefern. Dieses Jahr habe ich gesagt, „egal ob wir Geld verlieren oder nicht, ich will zumindest zwei gute Begleitbands dabei haben“. <<

http://www.annihilatormetal.com
Steve Burdelak


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