Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'A' :: ALICE IN CHAI ....

ALICE IN CHAINS, 30.11.2009, München – Theaterfabrik


München – Theaterfabrik

30.11.2009
Totgesagte leben länger… Sicher eine im Falle von Alice In Chains angesichts des Drogen bedingten Ablebens von Ursänger Layne Staley leicht geschmacklose, aber dennoch treffende Feststellung. Dass die Band auch anno 2009, 14 Jahre nach ihrem letzten Album im alten Line up, mit dem neuen Sänger William DuVall (der halb so alt aussieht wie er tatsächlich ist) Relevantes zu sagen hat, bewies bereits das im Spätsommer erschienene, gutklassige Album „Black Gives Way To Blue.“ Dachten außer mir auch ca. 800 andere Nasen und füllten die Theaterfabrik mehr als ordentlich – im Saal tummelten sich, wie zu erwarten war, vorwiegend Herrschaften, die die 30er-Grenze entweder im Spurttempo in Angriff nehmen oder diese bereits gemächlich überschritten haben; genau jene Generation eben, die die Seattler „Grunge“-Institution (für mich trotz Soundgardens „Badmotorfinger“ immer die metallischsten aller Protagonisten des Holzfällerrocks, gewürzt mit einer dezent-geschmackvollen Doom-Note) seit geraumer Zeit begleitet. Im Vorfeld war die Spannung groß: welche Klassiker würden es in die Setlist schaffen, wie agil würde die Band auftreten? Letztmalig hatte ich Alice In Chains 1993 in Köln mit einem indisponierten, kommunikationsunfreudigen (oder vielleicht -unfähigen) Staley gesehen, dessen Lustlosigkeit merklich auf den Rest der Band ausgestrahlt hatte.

Nun, diesen bleibenden Eindruck wischten die Westküstler bereits mit den ersten, wohl abgemischten Tönen des grandiosen Openers „Rain When I Die“ beiseite: Mike Inez zauberte mit einem meterbreiten Grinsen mörderische Grooves aus seinen vier Saiten und schüttelte ausgiebig die Lockenpracht im Takt, Sean Kinney assistierte ihm verschmitzt lächelnd und effektiv hinter der Schießbude, Bandkopf Jerry Cantrell gab wie immer die coole Sau und zelebrierte schöne Licks sowie noch schönere Backingvocals, während sich DuVall ekstatisch um Mikroständer und Mitstreiter wand. Die Band ließ auch in Sachen Setlist nichts anbrennen und schickte gleich die „Dirt“-Großtaten „Them Bones“ und „Dam That River“ hinterher – man gab dem Mob, wonach er verlangte, und schon war der Abend gerettet, denn auch anschließend reihte sich Hit an Hit – „It Ain’t Like That“ (hell yeah!), „Again“ (neben dem verzichtbaren „Sludge Factory“ der einzige Song vom durchwachsenen 95er Album) und die aktuelle Großtat „Check My Brain“ (wie auch „Looking In View“ ein echtes Stimmungshighlight) heizten dem Publikum mächtig ein. Der Schwerpunkt lag jedoch weiterhin klar auf dem überlebensgroßen Bandklassiker „Dirt“, von dem man insgesamt sieben Songs zum Besten gab. Wohl dem, der ein solches Album in der Hinterhand hat.
Im Laufe des Konzerts griff DuVall des Öfteren zur (Rhythmus-)Gitarre und überließ Cantrell den Leadgesang (etwa im mittig eingestreuten, vom Meister als „Country & Western part of the show“ angekündigten Akustikset, in dessen Verlauf „No Excuses“ die besten Reaktionen erntete). Nach gut 90 Minuten und weiteren frenetisch gefeierten Klassikern wie „Nutshell“, dem nicht zwingend zu erwartenden „Love, Hate, Love“ (auch „Junkhead“ war eine echte Überraschung) sowie den metallischen Hymnen „We Die Young“ und „Man In The Box“ war dann erstmals Schicht im Schacht, bevor im Zugabenblock noch das unvermeidliche „Would?“ sowie das lautstark geforderte und mitgeträllerte „Rooster“ den Schlusspunkt setzten.

Einziger echter Kritikpunkt des Abends war der etwas gebremste Schaum, mit dem die Band soundtechnisch agierte; so brieten etwa Cantrells Gitarren auf recht lauer, zu wenig Höhen aufweisender Flamme, was Riffmonstern wie „We Die Young“ oder „Them Bones“ ein wenig an Durchschlagskraft nahm – mir persönlich fehlte wie bereits auf „Black Gives Way To Blue“ ein wenig der metallische Furor, der „Facelift“ und „Dirt“ unsterblich machte. So saß zwar beinahe jede der typischen Signature-Gesangsharmonien perfekt, ein wenig mehr asiger Punch hätte den Songs jedoch gut zu Gesicht gestanden. Ansonsten gab’s bis auf die knackigen Merch-Preise (wird aber wohl langsam normal…) nicht viel zu meckern – dass nicht alle meine Setlistwünsche erfüllt wurden („Bleed The Freak“ und „Sea Of Sorrow“ standen bei mir oben auf der Wunschliste) muss ich mit mir selbst ausmachen. Welcome back, Alice in Chains, hoffentlich folgen noch weitere Alben und Touren.

PS: in Ermangelung eines Fotopasses müsst Ihr auf visueller Ebene mit dem Tour-Flyer und einem aktuellen Promo-Pic der Seattle-Legende vorlieb nehmen...
Patrick Müller (Gastautor) - Pics: ---


[ Zurück zum Index: 'A' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler