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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CAMPING IM KE ....

CAMPING IM KELLER
Am Puls der Zeit …
Im wahrsten Sinne am „Puls der Zeit“ – so auch der Titel des Debütalbums der Leipziger Electro-Formation Camping im Keller – bewegt sich das Duo um Ron Schöne und Matt Stöckert mit seinem Erstlingswerk. Erfrischender, dennoch seine Retro-Wurzeln nicht verleugnend, bewegen sich die beiden Kellercamper musikalisch in EBM-Bahnen, wobei die musikalischen Wurzeln abseits der Electroszene dafür sorgen, dass Camping im Keller bereits jetzt sehr eigenständig klingen und mit einem hohen Wiedererkennungswert versehen sind. Das sah auch die Jury der Promofabrik so, die Camping im Keller mal schneller zum „Pick of the Month“ kürte und somit die Leistungen der Trekking-Fans würdigte. Folgendes Interview bringt noch etwas mehr Licht in das Leben der beiden Kellerkinder …
Nun, stellt euch doch am Besten erst einmal unseren Lesern vor. Wer zeichnet sich wofür innerhalb des Projektes verantwortlich?

Matt: >> Ich bin also der Matt, jener welcher Camping im Keller seine Stimme gibt. <<
Ron: >> Ich bin Ron, der Mann an der Technik… <<

Ihr kennt euch schon sehr lange. Wie lange denn genau?

Matt: >> Visuell schon länger wie greifbar, Ron hilf mir. <<
Ron: >> Na ja, wir sind uns in Leipzig schon öfter über den Weg gelaufen haben uns aber nicht wirklich „gekannt“. Erst im August 2008 hat er sich dann bei mir gemeldet und vorsichtig angefragt, ob ich denn mal einen Song von den „Jumblers“ remixen kann! Ich hab zugesagt und daraus ist dann unsere Freundschaft und später eben auch Camping im Keller entstanden. <<

Matt, was kannst du uns über The Jumblers verraten? Was für Musik verbirgt sich dahinter?

Matt: >> Das war ein Rockabilly-Projekt und lief von 1996-2008. Wir hatten sehr viel Spaß mit dieser Musik. Doch ich musste weiter und so haben wir good bye gesagt. <<

Und Ron, was kannst du uns über Deadbymusic und Lazy Bunch erzählen?

Ron: >> Lazy Bunch war meine Crossover Metal Band bei der ich vier Jahre gesungen habe. Die Band ist nach meinem Weggang 2005 zerbrochen und einige von denen machen jetzt in anderen Projekten weiter. Deadbymusic war dann als Nachfolgeband geplant, um meine Hörgewohnheiten zusammen zu führen. Also Musik bestehend aus vielen harten Gitarren und viel Elektronik. 1 Deadbymusic ist erstmal zu Gunsten von Camping im Keller auf Eis gelegt. <<

Wie lange seid ihr also schon auf musikalischen Pfaden unterwegs?

Matt: >> Meine ersten Erfahrungen mit Musik waren im Kinderchor in meiner Schule, dann kam die Rebellion gegen das Elternhaus, ich kaufte mir ne Gitarre und spielte in ’ner Punkband, dann The Jumblers, Born Cool und diverse Gastbespaßungen, auf die ich hier nicht näher eingehen will. <<
Ron: >> Ich war in den 90ern House und Techno-DJ, hab aber die ersten Musikstücke erst mit fünfundzwanzig selbst geschrieben. Seit dem aber unaufhörlich. <<

Und dann traft ihr euch bei Wodka und Apfelsaft? Was genau passierte da und wer trank den Wodka?

Matt: >> Natürlich tranken wir beide reichlich und … Upps, da war ein Lied fertig und ein Anfang geschaffen. <<

In Ron’s Studio entstand auch euer erster gemeinsamer Song „Ode an die Frauen“. Das klingt recht interessant. Worum genau geht es da?

Matt: >> Das ist ein Lied, welches durch Metaphern nur so lebt. Es geht um das Steuern im Meer der Wörter und dass man nur bei Frauen gut ankommt, wenn man(n) wortgewandt ist. <<

Und wie kam die Idee zustande, eine „Ode an die Frauen“ zu schreiben?

Matt: >> Wie das bei guten Ideen so ist. Sie kommen aus dem Nichts und dann schien der Stift von allein zu schreiben. Anlass war ein Buchladen der „Wörtersee“ hieß, fand ich total geil diesen Namen und dann dachte ich mir, was passiert denn, wenn man auf diesem „See“ rumschippert, usw. <<

Camping im Keller ist EBM /Elektro mit „liebevollen“ Texten, wenn ich das einmal so bezeichnen darf. Wer kam auf diese Idee?

Matt: >> Mit den liebevollen Texten? Das war ich, denn die meisten stammen aus meiner Feder und da ich im Moll lebe, kommen eben keine Texte von Blümchen und Bienen zustande, aber wir verweigern uns dieser Genre-Richtung und wir machen einfach elektronische Musik mit intelligenten Texten, eben INTELEKTRO. <<

Und wie kommt euer INTELEKTRO so bei der Audienz an?

Matt: >> Ich sage nur: Eine Band spaltet die Nation. Es ist schwer den Geschmack aller zu treffen, wollen wir auch gar nicht. Wem´s gefällt, der hört zu, wem nicht, bitte weitergehen. Der Idealfall wäre natürlich: coole Musik mit Hammer-Texten. <<
Ron: >> Aber auch unsere Kritiker bringen uns weiter. Diejenigen, die auf unserer Musik rumhacken und behaupten wir seien zu weich und zu melancholisch, die haben sich mit uns auseinandergesetzt und damit haben wir schon erreicht, was wir mit Camping im Keller wollen. <<

Als wir uns auf dem „Nocturnal Culture Night“-Festival in Deutzen trafen dieses Jahr, fiel der Spruch: „Camping im Keller - das ist nichts für Rockefeller". Welche Message verbirgt sich dahinter?

Matt: >> Na das Rockefeller niemals im Keller campen würde, ich schon. Zumindest ein, zwei Nächte. <<
2008 gab es eine erste Veröffentlichung von euch: „Zeltlagererinnerungen“. Sie ist bereits ausverkauft. Wird es da noch einmal Nachschub geben?

Matt: >> Wir rufen hiermit edle Gönner zur Spende auf. <<
Ron: >> Ok, ich gebe zu, so ganz ausverkauft ist sie noch nicht. Ich glaube ich hab noch ein, zwei Kopien in meinem Studio. Zugunsten unseres Debüt-Albums haben wir aber die Vermarktung bis auf weiteres eingestellt. Vielleicht wird es aber für unsere Fans eine Zweitauflage geben, welche zu unseren Konzerten erhältlich ist? Wer weiß, wer weiß. <<

Worum ging es thematisch auf dieser EP?

Matt: >> Wir suchten einen EP-Namen welcher zu uns passte und der die „jungen“ Jahre der Kapelle widerspiegelte. <<
Ron: >> Im Prinzip war uns zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass wir mehr von uns und Camping im Keller erwarten. Deswegen ist die EP auch schon als Momentaufnahme geplant gewesen. Im Übrigen ist diese EP die einzige Möglichkeit den Song „Ode an die Frauen“ noch zu bekommen. Andere haben wir in einer neuen Version mit auf „Am Puls der Zeit“ genommen. <<

Und nun ist euer Debütalbum seit Ende Juli veröffentlicht. Wie lange habt ihr daran gewerkelt?

Matt: >> Ich denke ein dreiviertel Jahr, oder Ron? <<
Ron: >> Na ja, eigentlich haben wir die Platte nicht wirklich konzeptioniert und geplant. Wir haben einfach wie verrückt Songs geschrieben und dann kam das Angebot von Electric Tremor Dessau und wir haben die Ergüsse in ein Paket namens „Am Puls der Zeit“ gequetscht. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass wir im August einjähriges hatten und die Produktion von „Zeltlagererinnerungen“ ungefähr drei Monate gedauert hat, kann ich Matts Aussage nur unterstreichen. <<

Trefft ihr euch regelmäßig zum Musizieren?

Matt: >> Natürlich!!!! Wir sehen uns regelmäßig und rufen uns aller paar Tage an. Wir können gut miteinander auch ohne schwul zu sein, Klasse was? <<
Ron: >> Mittlerweile treffen wir uns wieder öfter zum Musizieren. Als Matt im Frühjahr dieses Jahres auf großer Reise war, war das Ganze natürlich ein schwieriges Unterfangen. <<

Euer Pressetext zum aktuellen Longplayer „Am Puls der Zeit“ ist ja auch recht witzig aufgebaut. Wer zeichnet sich dafür verantwortlich?

Matt: >> Den verdanken wir Electric Tremor. Haben sie echt gut gemacht, Respekt. <<

Wie würdet ihr selbst die Musik auf „Am Puls der Zeit“ beschreiben?

Matt: >> Es ist ein Abriss über Camping im Keller von den Anfängen bis heute und ich verspreche nicht zu viel wenn ich sage, man hört diesen Reifungsprozess bei jedem einzelnen Lied. <<
Ron: >> Die Unterschiedlichkeit in den einzelnen Stücken sollte aber nicht als „Suche nach einer festen Stilistik“ missverstanden werden, sondern ist bei uns Programm. Die Suche nach dem perfekten Song treibt uns durch die elektronische Musik wie der Jäger nach dem nächsten Mammut oder der Sammler nach der nächsten, größeren Beere. Aus diesem Grund haben wir uns auch nicht EBM auf die Fahne geschrieben, sondern: „elektronische Musik“. Dies lässt uns Freiheiten die uns die Schublade „EBM“ nicht gelassen hätte. <<

Zehn Tracks befinden sich darauf, die meisten auch mit dem Thema „Liebe“ und „Herzschmerz“. Wer schreibt die Texte bei euch?

Matt: >> C´est moi. <<

Was inspiriert euch? Sind es Geschehnisse aus dem Alltag, aus dem privaten Umfeld oder eher fiktive Begebenheiten?

Matt: >> Wie schon erwähnt lebe ich des Öfteren im Moll und das spiegelt sich natürlich in den Texten wider. Ich habe einen hohen Tribut gezahlt auf meinem Weg der Individuation. Es gab meistens mehr Schmerz als Freude. Wenn es andersherum wäre, würde ich wahrscheinlich Volksmusik machen. <<
Der Titel „Kind der Vergewaltigung“ scheint ein äußerst heikles Thema zu behandeln. Was genau verbirgt sich hinter diesem Track?

Matt: >> Dazu äußere ich mich nicht!!! <<

Titel Nummer drei heißt „M“. Wer oder was ist „M“?

Matt: >> „M“ steht für Michelle und das ist ein kleines unschuldiges Kind, welches erst vergewaltigt wurde und dann in irgendeinen Tümpel landete. So, jetzt ist es raus. Dieses Lied beschreibt das Ganze aus der Sicht des Täters. Es steht gegen alle Triebtäter. <<
Ron: >> Ursprünglich hieß der Song auch „Michelle“. Da die Produktion aber genau in diese Zeit fiel und der Täter noch nicht gefasst war, haben wir uns für das weniger erkennbare „M“ entschieden.
Dieser Song ist im Übrigen der Einzige der von irgendeiner Prüfbehörde den „Explicit“- Stempel bekommen hat. Er ist in Downloadshops also nur für Menschen ab 18 Jahre erhältlich. <<


„Stolz“ und auch „Mut zum Ich“ gehen vom Titel her in die Richtung Selbstbewusstsein. Liege ich da richtig?

Matt: >> „Stolz“ eher nicht, der behandelt den falschen Stolz im Menschen, wenn er es nicht gelernt hat zu reden und sich bei jeder konstruktiven Kritik gleich persönlich angegriffen fühlt.
“Mut zum Ich“, das sagt doch schon der Titel, oder? <<


„Interessant“ klingt auch sehr spannend. Was ist so interessant in „Interessant“?

Matt: >> Das man erst mit etwas Unangenehmen oder Schlimmen konfrontiert werden muss, eh man aufwacht und den wirklichen Wert des Lebens zu schätzen lernt. <<

Da wir gerade von „Interesse“ sprechen. Gibt es neben der Musik auch noch andere Vorlieben, Tätigkeiten, die ihr gern macht?

Matt: >> Ich bin ein großer Trekking-Fan und wandere extremst gern durch Feld und Flur mit Zelt und Rucksack und so. Da krieg ich den Kopf frei und die Ideen sprießen nur so. Ich bin aber kein Rüdiger Nehberg. <<
Ron: >> Da ich mich Anfang des Jahres entschieden habe, Berufsmusiker zu sein und ich mit „DBM-Records“ mein eigenes kleines Indie-Label habe, bleibt eigentlich nicht viel Zeit für andere Dinge. <<

„Baby ich lieb dich“ ist doch mit Sicherheit einer Freundin von euch gewidmet, oder?

Matt: >> Na sicher, was denkst du denn. Viele Personen oder Ereignisse werden von uns in Wort und Ton für die Ewigkeit festgehalten. Wir standen nur einen Moment mit runter gelassener Hose da, diese für immer. Eiskalt servierte Rache, nicht wahr? <<

Wurde der Song „Abschiedlich“ bewußt als letztes Stück auf der Scheibe gewählt? Von wem wird Abschied genommen?

Matt: >> Von diversen Verhaltensmustern meinerseits. Ich bin eine Stufe weiter nach oben geklettert und da lässt man schon mal Dinge zurück, die nicht bereit sind sich „mitzuverändern“. <<
Ron: >> Matt´s Wortschöpfung „abschiedlich“ hat ganz gut gepasst als Ending für die CD. Wer aber genau hinhört wird erkennen, dass dies nicht wirklich der letzte Song ist. Hab ich jetzt was verraten? Verdammt! <<

Euer Label ist DBM-Records und der Vertrieb läuft über Electric Tremor. Wie kam da der Kontakt zustande?

Ron: >> Eigentlich war die CD gar nicht wirklich geplant, zumindest zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Electric Tremor Dessau kamen irgendwann nach einem leicht missglücktem Online-Voting, wo von außen manipuliert wurde, auf uns zu und boten uns die Herstellung und den Vertrieb einer CD an. Wir haben natürlich sofort zugesagt weil Electric Tremor Dessau ja kein unbekannter Name in der Szene ist. Bei Electric Tremor Dessau sind wir zwar die Exoten zwischen all dem Geknüppel, aber das war wohl auch so geplant. Die wissen halt was gute Musik ist. <<

Wie schaut es zukunftstechnisch gesehen bei euch aus? Ist schon neues Material in Arbeit? Sind Live-Gigs geplant?

Matt: >> Wir sind momentan ein schier unerschöpflicher Quell und die Musen küssen uns, dass es nur so eine Art ist. Live sind wir auch dran. <<
Ron: >> An Live-Auftritten mangelt es noch ein wenig da ich nicht unbedingt der beste Booker bin. Also, wer einen guten Booker kennt, der hinter unserer Musik steht und uns gut verkaufen kann, Mail an: kellercamping@gmx.de. Was das Musikalische betrifft, liegen bei mir schon wieder mindestens vier Songs auf Halde und warten darauf, von Matt oder mir besungen und fertig produziert zu werden. Bei Matt wird es ähnlich aussehen. <<
http://www.myspace.com/kellercamping
Lucy von Leibnitz (www.promofabrik.de)


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