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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CASTLE ROCK - ....

CASTLE ROCK - Kultfestival vom Fan für den Fan
Kaum ein anderes Festival der deutschen Festivallandschaft ist in den letzten beiden Jahren dermaßen mit Lob überhäuft worden, wie das "Castle Rock"-Festival in Mülheim / Ruhr. Dabei liegt das Erfolgsgeheimnis dieses kleinen aber feinen Festivals auf der Hand: Schloß Broich, ein mittelalterliches Schloß mit Burg-Charakter direkt im Herzen Mülheims als Veranstaltungsort, zivile und vor allem faire Preise und ein musikalisches Programm, das sich perfekt in die mittelalterliche Atmosphäre des Schlosses einpaßt. Eng verbunden ist dieses Festvial vor allem aber mit einem Namen: Michael Bohnes, seines Zeichen Mitarbeiter des städtischen Kulturbetriebes der Stadt Mülheim, der das Festival ins Leben gerufen hat und es sprichwörtlich aus der Sicht des Fans für den Fan organisiert, im Vorfeld der Veranstaltung weitestgehend ganz alleine, um dann erst während des Festivals weitere Unterstützung u.a. durch Mitarbeiter des Kulturamtes und weiterer Helfer zu erfahren. Und der Erfolg gibt Michael Bohnes recht, denn war das Festival bereits im letzten Jahr ausverkauft, so zeichnet sich auch dieses Jahr ein ausverkauftes Festival ab, so daß am Tage der Veranstaltung die Kassenhäuschen außer für den Umtausch von Gutscheinen geschlossen bleiben. Abgesehen von der festivaleigenen Reputation strahlt der Erfolg des "Castle Rock, trotz aller immer wieder zu überwindenen Schwierigkeiten politischer Natur, natürlich auch auf die Stadt Mülheim selbst ab. Eine Werbeeffekt, den sich die Stadtväter in zunehmenden Maße zu Eigen machen sollten. Mit Michael Bohnes, dem "Mr. Castle Rock", unterhielt ich mich über den Ursprung des Festivals und wagte einen Blick hinter die Kulissen der Festivalorganisation, das am 20. Juli diesen Jahres über die Bühne gehen wird.
>> Wir haben uns hier im Kulturbetrieb die Gedanken gemacht haben, entgegen dem allgemeinen Zyklus Sommerprogramme der Stadt einzusparen, das Programm in diesen Monaten wiederzubeleben. Bestandteil dieses Programms sollten dann auch ein oder zwei Festivals mit überörtlicher Aussttrahlung sein. Die Konzeption ist so entstanden, daß, wenn man im Schloßhof steht, sich überlegt, was am Besten paßt. Folk, Mittelalterrock, Gothic, das ist die beste Location dafür. Ein altes Schloßgemäuer und diese Musik, das paßt wie die Faust auf´s Auge. <<
Stand, nach den Erfolgen der letzten beiden Jahre jemals eine Vergrößerung des Festivals und ein damit verbundener Wechsel der Location zur Debatte?
>> Ich denke, die Namensgebung des Festivals und auch der Veranstaltungsort sind fest miteinander verbunden. Das Problem bei einem Festival über zwei Tage ist die fehlende Infrastruktur um das Schloß Broich herum. Vielleicht liesse sich bei einem Bauern ja ein Zeltplatz einrichten, aber man darf auch nicht vergessen, welcher Aufwand dann dahinter steckt. Das fängt mit einem möglichen Shuttle-Service an und ist zudem sehr kostenintensiv. Außerdem ist das "Castle-Rock" eigentlich eine Ein-Mann-Geschichte. Das kann ich alleine dann kaum noch bewerkstelligen. <<
Das Line-Up aller drei Festivals hat sich immer aus Bands der Gothic-Szene sowie Mittelalterbands zusammengesetzt, wobei diese auch immer als Headliner aufgetreten sind. Fiddler´s Green im ersten, Subway to Sally im letzten Jahr, dieses Jahr in Extremo. Wirst du diese musikalische Konzeption beibehalten?
>> Ich möchte nicht ausschließen, daß es vielleicht in zwei Jahren auch mal einen Headliner aus dem Gothic-Bereich geben wird. Ich bin natürlich bestrebt als Headliner Bands zu bekommen, die einen gewissen Zuschauerzuspruch haben und ich habe bislang fast ausschließlich deutsche Bands eingeladen. Ich weiß nicht, ob die Bands, die ich mir als Headliner vorstellen könnte, nicht schon wieder eine Nummer zu groß wären.Bands wie Lacrimosa oder Project Pitchfork zum Beispiel. Man muß immer sehen, was machbar ist. Wenn dieses Festival wirklich irgendwann mal zum Kultfestival wird, wovon ich eigentlich fest überzeugt bin, weil es einfach in sich stimmig ist und man "Value for Money" bekommt, dann könnte man überlegen, ob das Publikum auch in Kauf nehmen würde, für manche Acts einen höheren Eintrittspreis zu bezahlen. Der Eintrittspreis, mit dem ich kalkuliere, ist schon an der untersten Grenze. <<
Wie finanziert sich dieses Festival? Fließen auch Gelder aus dem offiziellen Kultur-Etat der Stadt Mülheim in das Festival?
>> Ich bin damals mit der Maßgabe angetreten, daß sich das Festival ausschließlich aus Eintritts- und Sponsorengeldern selbst trägt. Vom Kulturetat ist bislang kein Pfennig da hinein geflossen. <<
Bislang beschränkt sich das Festival alleine auf die Außenanlagen des Schlosses, doch gäbe es mit der "Tecklenburger Kammer", einem etwas größerem Gewölbe innerhalb des Burggebäudes, die Möglichkeit, weitere zusätzliche Räume für mögliche Verkaufsstände anzumieten. Hast du in diese Richtung schon mal Überlegungen angestellt?
>> Da habe ich mir eigentlich noch keine Gedanken drüber gemacht. Ich miete das Schloß ja auch nur an und bin letzten Endes froh, wenn rund um so ein altehrwürdiges Schloß nichts weiter passiert. Sicher könnte man das Festival noch mit zusätzlichem Begleitprogramm bereichern, aber das ist auch alles wieder eine Frage der Organisation und des Personalaufwandes. Letzten Endes ist dies aber auch ein Festival vom Fan für den Fan, und das, was ich persönlich von einem Festival erwarte, bekomme ich im Schloß Broich. Ich bekomme einen stimmigen Eintrittspreis, humane Getränke- und Imbißpreise und ein gutes Programm. Klar, es gibt immer Sachen zu verbessern. Unglücklich sind immer die langen Umbaupausen. <<
Das Festival steht und fällt alleine mit dir, und alle Entscheidungen triffst du alleine in Personalunion. Das ist doch sicherlich ein Haufen Arbeit, der alleine nur schwer zu bewerkstelligen ist.
>> Am Tage des Festivals selber werden natürlich Aufgaben verteilt, aber bis das soweit ist, mache ich alles. Von der Gestaltung der Eintrittskarte, bis hin zur Plakatgestaltung. Das hat natürlich den Vorteil, daß ich, wenn alles bei mir zusammenfließt, nicht auf andere Leute angewiesen bin und somit Fehler vermeiden kann. Wenn Fehler passieren, und die passieren immer, wenn man viel arbeitet, brauche ich nur mir selber in den Hintern zu treten. Und ganz ehrlich, eigentlich gehört dieses Festival gar nicht zu meinem reinen Aufgabengebiet. Es ist viel Spaß an der Freud. Nur so etwas mit soviel Enthusiasmus zu machen, da hätte ich wahrscheinlich auch nicht so den Spaß dran. Für mich ist dieses Festival natürlich auch eine Gelegenheit, mal aus dem grauen Büroalltag wegzukommen und den Kopf frei für andere Sachen zu haben, mein Hobby also mit dem Beruf zu verbinden. <<
Kannst du bei aller Verantwortung für das Festvial den Tag der Veranstaltung dann überhaupt geniessen?
>> Ich bekomme vom Festival immer sehr wenig mit, weil ich am Tage des Festivals als Ansprechpartner natürlich immer zur Verfügung stehen muß. <<
Auch die Bandauswahl liegt ausschließlich in deinen Händen, wobei du ganz offensichtlich das richtige Händchen für ein zugkräftiges Line-Up zu haben scheinst. Anders läßt es sich wohl kaum erklären, daß sich bereits jetzt, gut acht Wochen vor Beginn des Festivals, wieder ein ausverkauftes Haus abzeichnet und am Tage des Festivals keine Karten mehr verkauft werden. Wie entscheidest du, welche Band beim "Castle Rock" auftritt?
>> Ich würde natürlich nie eine Band einladen, die mir persönlich nicht gefällt. Natürlich reflektiere ich bei der Bandauswahl auch wirtschaftliche Interessen. Was nützt es, wenn eine Band, die mir persönlich gut gefällt, nur fünfzig Leute bringt? Ich habe ja meinem Arbeitgeber gegenüber die Verantwortung, daß sich dieses Festival rechnet. Ich habe aber einen sehr breit gefächerten Musikgeschmack und nehme mal daher für mich in Anspruch, daß ich beim Casting der Bands eine gute Auswahl treffe. Es gibt aber auch so viele Bands, die gerne hier spielen würden. Wenn ich diese Liste jetzt mal so im Geiste durchgehe, dann sind wir für die nächsten beiden Jahre schon ganz gut besetzt. Ich denke, daß wir als Festival mittlerweile so gut etabliert sind, auch wenn es erst das dritte Festival ist dieses Jahr, daß wir irgendwann auch ausverkauft sein werden, ohne daß das Line-Up bereits hundertprozentig feststeht. Wir können mittlerweile auf eine gute Mund-zu-Mund-Propaganda setzen, aber so richtig erklären kann ich es mir auch nicht, warum das Ganze so gut gestartet ist. Allerdings weiß ich, daß wie in sofern etwas exklusiv sind, weil es in NRW kein vergleichbares Open Air gibt. <<
Was ist das Besondere am "Castle Rock", das sich deutlich von anderen Festivals unterscheidet?
>> Ich glaube, das "Castle Rock" ist ein Festival, das mit sehr viel Liebe und Herzblut organisiert ist. Auch wenn der Begriff des "Festivals vom Fan für den Fan" sehr abgedroschen erscheinen mag, denke ich, daß die Leute so etwas auch wirklich bei uns bekommen. Das macht sich nicht zuletzt an den Eintritts- und den Imbißpreisen fest. Es sind aber auch die Betreuung im Vorfeld des Festivals oder die Aktivitäten im Internet. Dadurch, daß jede Anfrage bei mir ankommt, wird auch jede Anfrage beantwortet, und zwar möglichst zeitnah. Ich glaube, die Leute spüren einfach, daß sie hier für ihr Geld etwas Gutes bekommen. Man muß aber auch sagen, daß, angefangen bei der Gastronomie bis hin zum Ordnungspersonal, alle verinnerlicht haben, was ich haben möchte. Ich kann zum Beispiel überhaupt nicht auf eine Security, die meint, sie wären die Herrgötter. <<
Bist du nach Beendigung eines Festivals selbstkritisch genug, mögliche Fehler oder organisatorische Defizite einzugestehen und Dinge, die verbesserungswürdig erscheinen, im nächsten Jahr zu ändern?
>> Ein perfektes Festival wird es niemals geben. Es gibt immer Kleinigkeiten, die verbesserungswürdig sind. Alle Dinge im organisatorischen Ablauf, die verbesserungswürdig sind, die sollen auch verbessert werden. Ich strebe natürlich bei allem den höchstmöglichen Professionalisierungsgrad an. Letztes Jahr waren zum Beispiel die Absperrgitter vor der Bühne nicht ausreichend. Das sind alles Dinge, die das Publikum aber gar nicht so mitbekommt. So lange ich das Festival mache, habe ich einen Einfluß auf die Getränke- und die Imbißpreise, und die sollen in einem möglichst vernünftigen Rahmen bleiben. <<
Gibt es ein Feedback der Bands auf das Festival?
>> Wenn ich das Feedback des letzten Jahres nehme, dann wären alle Bands gerne wieder gekommen. Explizit hatte ich Bewerbungen von Janus und Eisheilig, die wieder spielen wollten, Diary of Dreams, denke ich, würden auch immer wieder gerne wiederkommen. Ich habe mir aber auch zur Maxime gemacht, nicht ein über das andere Jahr dieselben Bands einzuladen. Die Leute sollen sich an die Location, nicht aber die Bands gewöhnen, denn sonst läuft sich so etwas irgendwann aucht tot. <<

Line-Up für das Festival vom 20. Juli:
- Technoir
- Lost Belief
- The Dreamside
- Zeraphine
- Schandmaul
- Letzte Instanz
- In Extremo
http://www.kulturbetrieb.de/castlerock/2002/index3.htm
Michael Kuhlen


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