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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BE’LAKOR

BE’LAKOR
DARK MELODIC DEATH METAL FROM DOWN UNDER
Be’lakors zweites Album „Stone’s Reach“ ist schon jetzt eines der MeloDeath Metal-Highlights des Jahres 2009 für mich. Da führte kein Weg an einem Interview mit den Jungs aus Melbourne vorbei, die uns ihre „Step-by-step“-Strategie nicht nur am Beispiel des Songwritings sondern auch anhand ihrer Vetriebs-Idee erläuterten.
Da wahrscheinlich die meisten unserer Leser mit dem Namen Be’lakor nicht viel anfangen können, gebt uns doch bitte mal einen kurzen Abriss eurer Historie. Und was der Name eigentlich bedeutet.
>> Danke für das Interview Stephan! Wir sind eine Melodic Death Metal-Band mit einigen Doom und Progressive-Einflüssen aus Melbourne in Australien. Wir existieren seit 2004 und haben in 2007 unser Debüt-Album mit dem Titel „The Frail Tide“ auf den Markt gebracht. Unser zweites Album „Stone’s Reach“ wurde im Juni diesen Jahres (2009) veröffentlicht. Der Name Be’lakor hat keine besondere Bedeutung – es ist der Name eines fiktiven Charakters, der uns allen gefiel. <<

Wie ihr schon sagtet, stammt euer Debüt „The Frail Tide“ aus 2007. Es war damals eine Eigenproduktion und führte euch zu dem heutigen Deal mit Prime Cuts Music, der allerdings nur im heimischen Australien gilt. Gab es keine Angebote von Major Companies, die euch einen weltweiten Vertrag offeriert haben?
>> Wenn wir von Plattenverträgen oder Deals reden, die beinhalten, dass das Label in das Album und die Produktionskosten investiert, dann haben wir kein solcher Art gestaltetes Angebot erhalten. Ich denke, diese Art von Abkommen sterben auch aus und das zeigt, wie unprofitabel das Musikgeschäft alter Prägung für Major Labels geworden ist. Wir haben aber einige Verhandlungen mit europäischen Labels über Lizenz- und Vertriebsdeals geführt. Hier können wir vielleicht schon in naher Zukunft ein Ergebnis verkünden. Prime Cuts war für die Arbeit hier in Australien die perfekte Wahl und nun arbeiten wir daran auch international voran zu kommen. <<

„Stone’s Reach“, euer aktuelles Album ist viel mehr als eine übliche Melodic Death Metal-Scheibe. Der Hörer bekommt fantastischen melodischen Death Metal a la Dark Tranquillity mit Keyboards undPiano geboten, die Atmosphäre aufbauen und dezente Highlights setzen ohne den Sound zu überfrachten, melancholische Passagen der Marke Novembers Doom, nur ein wenig schneller gespielt und progressive Ideen, die auch von Opeth stammen könnten. Allerdings ist es kein Sammelsurium dieser drei Bands, sondern besitzt einen eigenen Sound. Woher bezieht ihr eure Einflüsse, wie würdet ihr selbst euch beschreiben und wohin soll die Reise gehen?
>> Wir ziehen unsere Einflüsse aus vielen verschiedenen Dingen und jedes einzelne Mitglied von Be’lakor hat da durchaus andere Vorlieben. Du hast natürlich Recht, wenn du sagst der klassische Melodic/Doom/Progressive Death Metal habe uns beeinflusst, aber unsere Einflüsse sind weiter gefasst. Die Qualitäten und Stilmittel, welche dieses Genre ausmachen – nämlich dramatische, kraftvolle und melancholische Melodien – können problemlos auch in anderen Musikgenres gefunden werden. Auf dieser Basis würde ich generell unsere Musik beschreiben. Uns hat es immer angetrieben Musik mit diesen Ausprägungen zu komponieren, während es niemanden von uns interessiert, ob dies nun X oder Y Metal ist. Was unsere Zielrichtung angeht: Wir haben keinen großen Plan nach dem wir vorgehen, die Kommentare und Reaktionen unserer Fans und Hörer hinterlassen natürlich auch Eindrücke, aber bei einem kreativen Vorgang wie dem Songwriting halte ich es für das Beste, das sich das Ganze natürlich und völlig frei entwickelt. <<

Habt ihr eine besondere Vorgehensweise beim Songwriting? Es scheint mir, das der typische „3-Minuten-Song“ nicht euer Ding ist.
>> Ja, irgendwie hat sich schon eine bestimmte Vorgehensweise beim Komponieren entwickelt. Meistens ist es so, dass ein Track Stück für Stück entwickelt wird, Riffs mit denen wir nicht 100%ig zufrieden sind werden umgestellt bis wir glücklich damit sind und der Song wird so lange bearbeitet bis alle Melodien und Chords passen. Die Länge der Lieder ist dabei nicht vorgegeben, es ergibt sich einfach als Notwendigkeit. Ich glaube nicht, dass es möglich ist, einen Song nur auf der Grundidee aufbauend zu entwickeln. Damit er gleichbleibend interessant für den Hörer klingt, muss er unter verschiedenen Blickwinkeln bearbeitet werden. Beispiel: Du schreibst eine Melodie, die dir gut gefällt, aber du kannst sie ganz einfach leicht modifizieren, sie mit verschiedenen Chords ausprobieren oder auch eine andere Harmonie dazu packen. Auf diese Weise kann eine einzige Idee drei bis vier Minuten füllen um sie komplett musikalisch auszudrücken. <<

Abgesehen von den schon angesprochenen Song-Qualitäten gibt es noch weitere positive Aspekte auf „Stone’s Reach“ über die ich gerne mit euch plaudern würde. Etwa die Texte, denn es scheint mir Be’lakors Lyrics sind durchdachter als der übliche Schmarrn. Kannst du uns eine paar Anhaltspunkte geben worüber ihr schreibt?
>> Oberflächlich betrachtet sollen die Texte der Richtung des Songs folgen. Üblicherweise erzählen sie eine Art Story oder Fabel und beschreibt einen fiktionalen oder historischen Charakter oder Geschehnis, welchen/s wir für interessant genug halten. Insofern enthalten die Lyrics oftmals Themen und Ideen, die Bezug zu eben dieser oder jener Geschichte haben. Obwohl die Texte auf „Stone’s Reach“ viele Konzepte beinhalten, dreht sich das zentrale Thema um die Zeit, ihr Ziel und ihre Endgültigkeit. Ich bin sicher, dass man mit einem kleinen bisschen tiefergehender Beschäftigung die Texte ungeheuer trostlos finden wird. Aber einige Leser würden vielleicht eine gegensätzliche Schlussfolgerung ziehen, was davon abhängt woraus man seinen Trost bezieht. <<
Das Coverartwork als auch sämtliche Photos im Booklet hinterlassen den Eindruck als seien sie mit viel Liebe zum Detail und einer gewissen Vorliebe für Melancholie ausgewählt worden. Wo habt ihr die Ideen dazu her und wie habt ihr sie ausgesucht?
>> Um die Bilder zu bekommen, die wir haben wollten, haben wir mehrere Monate auf der Internetseite http://www.deviantart.com verbracht und Hunderte von Photos und Bildern durchgesehen. Du hast mit deiner Annahme, dass wir dabei sehr selektiv waren absolut recht. Nachdem wir eine Auswahl getroffen hatten mussten wir mit den Künstlern Kontakt aufnehmen um nach seiner/ihrer Erlaubnis zur Verwendung fragen. Die Qualität der Kunstwerke im Booklet geht nicht zuletzt auf die unglaubliche Großzügigkeit der Künstler zurück, die uns geholfen haben. Letztendlich hätten wir uns einen Kauf oder eine Lizenzfreigabe von so vielen qualitativ hochwertigen Bildern nie erlauben können. Wir sind den Künstlern und auch Deviant Art, welches sich als wunderbare Ressource erwiesen hat, sehr dankbar. Jedes einzelne Werk wurde von uns aufgrund seiner Relevanz zum Album-Thema oder den einzelnen Texten als auch der generellen ästhetischen Qualität ausgewählt. <<

Wie ist die momentane Situation im Bandlager nachdem ihr gerade eine neue CD veröffentlicht habt? Werdet ihr weltweit nach einem Deal suchen? Das Album so viel als möglich live promoten und gibt es die Chance vielleicht einen größeren Act zu supporten? Gibt es da bestimmte Bands die ihr dafür favorisieren würdet?
>> Wir sind nicht auf Teufel-komm-raus hinter einem weltweiten Major Deal her. Wenn wir in Europa beheimatet wären, hätten wir wahrscheinlich höhere Erwartungen, aber im Moment sind wir sehr realistisch, was wir als australische Band erreichen können. Der derzeitige Plan sieht vor, Lizenz bzw. Vertriebsdeals für die wichtigsten Bereiche der Metalwelt zu erhalten. Für Europa sieht es – wie wir vorhin schon erläuterten – sehr gut aus und die USA und Asien, insbesondere Japan, werden danach unsere Prioritäten sein. In der Zwischenzeit werden wir das Album so gut als möglich online und durch Musikmagazine wie Terrorizer oder Legacy promoten. Was den Support großer Bands angeht, so hätten wir natürlich Interesse daran, was sich aber hier in Australien als nicht so einfach gestaltet. Es gibt einfach zu wenige Möglichkeiten für lokale Bands einen internationalen Act auf Tour zu begleiten. Es ist sogar so, dass die internationale Szene hier in Australien sehr durch Vetternwirtschaft geprägt ist – was es sehr schwer macht auf eine Tour zu kommen, wenn du nicht die richtigen Leute kennst. Nachdem wir das also abgehandelt haben: Ein Support für Bands wie Dark Tranquillity, Opeth oder Amon Amarth wäre fantastisch. Ein echtes Anliegen wäre es uns, eine dieser Bands am besten in Europa oder den USA zu begleiten. <<

Was treiben die Mitglieder von Be’lakor sonst so wenn sie nicht proben oder neue Stücke schreiben? Ich gehe davon aus, dass ihr Jobs für das tägliche Überleben habt?
>> Ja, alle von uns arbeiten oder studieren. Die Beschäftigungen reichen dabei vom Lehrer an einer Primary School, Bauingenieur, Rechtsanwalt, Einzelhändler für Industrie-Zubehör, und Student der Ingenieurwissenschaften. Metal zu machen ist in Australien ein aussichtsloser Weg um finanziell über die Runden zu kommen – und ich denke alle von uns sind daran interessiert unsere Karrieren irgendwie voranzutreiben. Proben finden zweimal die Woche statt. Unsere Hobbies sind sonst sehr verschieden, aber Dinge wie Computerspiele, TV-Dokumentationen und Lesen gehören sicherlich zu den Beliebtesten. <<

Möchtet ihr noch etwas ergänzen? Hier ist eure Chance!
>> Danke an Dich Stephan und das Obliveon für die Unterstützung und das Interesse an unserer Musik. Einen besonderen Dank an unsere deutschen Leser – wir haben gerade in den letzten Wochen ein enormes Interesse und ein tolles Feedback von unseren deutschen Freunden erhalten. Hoffentlich bekommen wir die Chance bald einmal für euch zu spielen. Keep it metal! <<
http://www.myspace.com/belakor
Stephan Becker


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