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MAGAZIN :: Index: 'A' :: AETERNITAS

AETERNITAS
Gothic Musical
Einen ganz besonderen Leckerbissen in Form eines Musicals namens „Rappacinis Tochter“ servieren uns Aeternitas, eine Band, die seit zehn Jahren die Gothic-Szene bereichert. Ich halte hier eine DVD in meinen Händen, die sicher nicht nur einmal in meinem Player gelaufen ist. Nach der ersten Begeisterung bin ich gespannt, was sich weiteres hinter den Kulissen verbirgt – und hoffe es hervorzerren zu können.
Begonnen hat das Ganze ja als ein kleines Familienprojekt, das sich zu einer Band formte. Ich habe gelesen, dass ihr seit euren ersten Auftritten viel Wert auf eine authentische Bühnenshow gelegt habt. Hat allein dieser Wunsch einer vollständig künstlerisch durchdachten Performance Aeternitas gegründet?

>> Nein, eigentlich nicht. Genau genommen haben wir zu Beginn noch gar nicht an eine Bühnenperformance gedacht. Aeternitas war zunächst eher ein CD Projekt, das ich zusammen mit meiner Frau und einigen Gastmusikern auf die Beine gestellt habe. Was aber schon zu Anfang ein fester Bestandteil unseres Wirkens war, war der Wunsch nach Umsetzung komplexer Werke und vielfältiger musikalischer Strömungen. Dies haben wir als erstes mit der Vertonung eines Requiems vorgenommen. Nach der CD Veröffentlichung und der positiven Resonanz haben wir uns dann Gedanken um eine Live Umsetzung gemacht und eine richtige Band zusammengestellt. Bei den anschließenden Auftritten haben wir begonnen, theatralische Elemente in der Bühnenshow zu integrieren. <<

Die Weiterentwicklung zu einem richtigen Bühnenstück war ja deutlich abzusehen. Habt ihr vor zehn Jahren schon in direkter Weise an etwas Vergleichbares gedacht?

>> Das wäre vermessen zu sagen, dass wir seit zehn Jahren auf dieses Ziel hingearbeitet haben. Wann genau mir die Idee kam, es mit einem eigenen Bühnenstück zu versuchen, kann ich nicht mehr genau sagen. Ich vermute dass es kurz nach Fertigstellung der Musik zu unserem zweiten Album „La Danse Macabre“ war, aber noch vor dessen Release. Das wäre dann ca. vor sechs Jahren gewesen. Zu dieser Zeit reiften sicher in mir die Überlegungen zu dem nächsten Schritt in Richtung Musical. <<

Das Stück war scheinbar (und völlig zu Recht) ein voller Erfolg, letztes Jahr hattet ihr unzählige Auftritte, nicht zuletzt allein vierzehn Shows in Hamburg, wo auch schließlich die DVD aufgenommen wurde – und es geht nach der Sommerpause weiter. Werdet ihr weiterhin Musicals produzieren oder birgt eine „normale“ Konzertveranstaltung noch ihren eigenen Reiz?

>> Mit „Rappacinis Tochter“ werden wir ab Herbst 2009 bis weit nach 2010 noch Auftritte haben. Solange das Interesse von dem Publikum da ist, werden wir das Musical auch noch weiter aufführen. Ich denke aber, dass alle aus der Band Lust verspüren, zwischendurch mal einige „normale“ Konzerte zu geben. Dahinter steht der Wunsch, sich ab und zu aus den festen Formen des Musicals zu befreien und einfach mal die Bühne zu rocken. Das wäre für alle sicherlich ein großer Spaß. <<

An dem Stück „Rappacinis Tochter“ haben ja etliche Leute auf vielfältige Weise mitgearbeitet. Wie verhält sich das nun, wer zählt zu der Band Aeternitas, und wer ist speziell für dieses Musicalereignis mit ins Boot geholt worden?

>> Zur Band Aeternitas zählen wir die Musiker, die das Musical auch live begleiten, als auch einige der Darsteller/Sänger – neben mir wären das Oliver Bandmann und Alma Mathar. Speziell als Gastsänger und Darsteller sind dann noch diverse Künstler an der Bühnenumsetzung beteiligt. Außer kommen viele Beteiligte aus dem kreativen und technischen Team hinzu, wie z.B. unsere Regisseurin Sandra M. Heinzelmann, die von Anfang an bei der Entstehung des Stückes mitgewirkt hat, aber auch Co-Komponist Tilman Kracke, der uns unterstützt hat sowie weitere Mitwirkende für Kostüm, Bühnenbild, Maske, Licht- und Tontechnik. <<
Die Geschichte von Rappacini wurde von Nathaniel Hawthorne geschrieben. Wie seid ihr denn ausgerechnet darüber gestolpert?

>> Auf die Geschichte bin ich durch einen alten Spielfilm aufmerksam geworden, „Twice-Told Tales“. Ein Horrorschinken aus den 60ern, in dem drei Kurzgeschichten von Hawthorne als Episoden verfilmt wurden. Eine davon – Rappacinis Tochter – gefiel mit besonders gut. Zu dieser Zeit war ich bereits auf der Suche nach einem geeigneten Stoff zur Umsetzung eines Musicals und dabei wollte ich mich auf eine literarische Vorlage stützen. Diese Geschichte bot mir dabei alles, wonach ich gesucht hatte: Eine historische Rahmenhandlung mit einer überschaubaren Figurenkonstellation und eine wissenschaftlich-mystische Grundstimmung mit einem tragischen Verlauf. <<

Ein Musicalkonzept hat, glaube ich, noch gar nicht vorgelegen. Erzählt mir doch mal was über die Umsetzung der Geschichte in die Musicalwelt. Alle Songs dazu selbst zu schreiben, an den richtigen Stellen zu inszenieren, das Bühnenbild zu erschaffen… - das war sicher sehr aufwendig.

>> Zunächst mal sollte „Rappacinis Tochter“ unser nächstes Album werden, also ein Gothic Musical Album. Erst als weiterer Schritt wollten wir uns um eine Umsetzung auf der Bühne kümmern. Letztlich kam es dann doch genau anders herum. Wir fingen also an, aus der Kurzgeschichte ein Bühnenkonzept zu entwerfen. In diesem Stadium kam bereits Sandra M. Heinzelmann zum Team und mit ihr habe ich das Konzept zu Ende gebracht. Dann haben wir mit der eigentlichen musikalischen Umsetzung begonnen, also die Titel und Texte anhand unseres Konzepts komponiert. Nach der Fertigstellung der Musik und der Texte haben wir uns an die Aufnahmen für die CD gemacht. Während dessen nahmen auch die Pläne zur Umsetzung auf einer Bühne immer konkretere Formen ein. Doch genau die Vorbereitungen der Live Version kamen mit der CD Produktion immer mehr ins Gehege. Denn die Umsetzung auf der Bühne nahm immer größere und komplexere Formen an und war vor allem so zeitaufwendig, dass wir den Abschluss der CD Produktion erst einmal nach hinten stellen mussten, da die Termine für die Premiere schon fest standen. D.h. die Musikproben und die Schauspielproben wollten koordiniert werden, dazu das Bühnenbild entworfen und auch gebaut werden. Das gleiche gilt für die Kostüme und das Lichtdesign. Und für alle Posten mussten wir geeignetes Personal finden, die uns mit unserem verhältnismäßig kleinen Budget unterstützten. Da es unser erstes Musical ist, das wir in Eigenregie auf die Beine gestellt haben, hatten wir auf allen Gebieten auch keinerlei Erfahrungen, auf die wir uns stützen konnten, sondern mussten alles mit Learning-by-Doing erlernen. <<
Das Ergebnis ist einfach perfekt, das Stück wirkt sehr rund im Gesamtbild. Aber gab es Stellen, an denen ihr auch mal nicht weiter gewusst habt? Woran habt ihr wirklich „geknabbert“?

>> Das freut mich, aber für uns wird das Stück wahrscheinlich nie perfekt sein, da wir immer weiter an Feinheiten arbeiten. Schon während des Schreibprozesses haben wir von einigen Titeln bis zu fünfzehn Versionen ausprobiert, bis wir zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kamen. Auch bei den Proben kam es immer wieder zu Änderungen, die erst nötig wurden, als wir miteinander in einer Szene agiert haben. Außerdem ist uns auch die Resonanz unseres Publikums wichtig. So haben immer wieder Kleinigkeiten verbessert, die auf Anregung des Publikums kamen. Dies sind besonders Stellen und Punkte, bei denen die Verständlichkeit der Handlung verbessert werden kann. Und selbst jetzt entdeckt man bei den Proben oder live immer wieder Feinheiten in seiner Figur und Darstellung, die man bisher noch nicht gesehen hat. <<

Hattet ihr vorher schon die Möglichkeit, Bühnenerfahrung im Theater-Bereich zu sammeln?

>> Vereinzelt ja, d.h. die meisten unserer Darsteller haben auf unterschiedliche Weise schon in Theaterstücken oder Musicals mitgewirkt. Den Rappacini Darsteller und Aeternitas Sänger Oliver habe ich z.B. bei meinem eigenen Mitwirken in Musical-Amateurproduktionen in Lübeck kennen gelernt. <<

Ihr seid 2008 mit dem „deutschen Rock- und Pop-Preis“ ausgezeichnet worden, das war doch sicher ein absolutes Highlight für euch. Habt ihr mit einer derart positiven Resonanz gerechnet?

>> Das war in der Tat eines der Highlights des Jahres, wobei die Bühnenpremiere und der sich einstellende Erfolg des Stückes im gleichen Jahr auch schon überwältigend waren. Bei diesem Preis handelt es sich ja um einen Kritikerpreis, d.h. eine Fachjury hat über die Preisvergabe entschieden. Somit hat es uns schon erfreut, dass auch Fachleute unsere Arbeit zu würdigen wissen und uns mit dem Preis ausgezeichnet haben. <<

Tragt Ihr euch schon mit dem Gedanken an das nächste Projekt? Bei einem solchen Erfolg wäre es sicher verzeihlich, sich noch ein weiteres Jahr ausschließlich dieser Show zu widmen, aber habt ihr trotzdem schon eine neue Idee?

>> Solange es wachsendes Interesse an „Rappacinis Tochter“ gibt, werden wir damit natürlich weitermachen und versuchen, den Lohn für viele Jahre Arbeit zu genießen. Ansonsten habe ich so einige neue Ideen. Welche davon jedoch das Licht der Welt, erst recht das Theaterlicht erblicken werden, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. <<

An dieser Stelle möchte ich euch noch einmal zu eurem wohlverdienten Erfolg gratulieren. Man merkt, dass die Beteiligten wirklich alles gegeben haben und dass das ganze Stück mit viel Liebe in die Welt gesetzt wurde. Vielen Dank für die Bereicherung und auch vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview genommen habt.
http://www.rappaccini.de
Ramona Richard


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