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MAGAZIN :: Index: 'A' :: A SPELL INSID ....

A SPELL INSIDE
LOGINSIDE
Pünktlich zum zwanzigjährigen Bestehen der Elektro-Wave Band A Spell Inside erscheint ein weiteres hörenswertes Album, das den Namen „Loginside“ trägt. Im Verlauf ihrer Karriere hatten die Jungs aus Neuss mit vielen Komplikationen zu kämpfen, wovon eine das Erscheinen dieses nun langersehnten Albums um geschlagene neun Monate verzögerte. Wie dem auch sei, jetzt konnte es endlich veröffentlicht werden, und ich bin gespannt, was mir die Bandmitglieder über sich verraten.
Wie oben bereits erwähnt, ist euer Album durch technische Probleme ein wenig später auf den Markt gekommen als geplant. Was ist da passiert?
>> Leider wollte unser Computer nicht so wie wir wollten und hatte sich entschieden, mal eben so seinen Geist aufzugeben. Dadurch ging die Arbeit von ca. zwei Wochen verloren. Solange lag unser letzter Backup zurück. Klingt jetzt vielleicht nicht so dramatisch, war’s aber, da wir eh im Zeitplan mächtig hinterher waren. Der Computer-Crash hat uns dann endgültig zurückgeworfen. Also haben wir zusammen mit unserem Label kurzerhand umdisponiert und entschieden den VÖ von „Loginside“ ins nächste Jahr zu verlegen. Für unsere Fans war’s nicht ganz so dramatisch – immerhin durften sie sich über die „Essential“ freuen, die wir auf die Schnelle zusammengeschustert haben. Ja, und dann haben wir die Zeit natürlich noch genutzt und sind noch mal von Grund auf an die Songs ran gegangen. Mit ein bisschen Abstand hatten wir das Gefühl, dass wir bei dem einen oder anderen Stück vielleicht ein bisschen zu weit gegangen sind, zu pur und trocken produziert hatten. Wenn man die Zeit vor und nach dem Crash zusammen zählt, haben wir ungefähr neun Monate an „Loginside“ gearbeitet – solange wie noch an keinem Album. Das eigentliche Songwriting und Arrangieren sogar noch außen vor gelassen. Das ist alles schon vorher passiert. Alles in allem muss man sagen, dass es wahrscheinlich so kommen sollte. <<
Ihr seid seit zwanzig Jahren im Buisness und in dieser Zeit hat sich ziemlich rasch euer Erfolg abgezeichnet. Seid ihr mittlerweile soweit, dass ihr euch durch eure Musik finanzieren könnt oder ist das noch ein erstrebenswertes Ziel?

>> Schön wär’s. Aber davon sind wir noch weit entfernt – wie viele andere Bands im übrigen auch. Wenn du nicht einer der wenigen ganz großen Acts bist wie VNV oder Mesh, kannst du von der Musik alleine nicht leben. Und auch für die Etablierten ist das ein hartes Brot. Der Markt ist eben seit ein paar Jahren eingebrochen, es wird viel aus dem Netz gesaugt und illegal kopiert – die Auswirkungen sind mittlerweile auch in der Szene spürbar. „Loginside“ wurde z.B. auf einer russischen Seite innerhalb von zwei Wochen über 4000 Mal downgeloaded – und das ist nur eine von vielen illegalen Pages. Da bringt’s auch nichts dagegen anzugehen. Denn für jeden Link, den du sperren lässt, kommen zwei neue hinzu. Insofern bleiben wir da cool. Trotzdem ist es leider so, dass wir selbst eine ganze Menge Geld in die Band stecken. Wenn man beim Equipment up to date sein will, ist das teuer. Von den Labels einmal ganz zu schweigen, die kaum noch was verdienen. <<

Einfach hattet ihr es in der Vergangenheit ja nicht. Nach dem ersten großen Durchbruch ging die Plattenfirma Discordia, bei der ihr ja unter Vertrag wart, pleite, und ich denke, das hat einige Unannehmlichkeiten mit sich gebracht. Was hat euch dazu bewogen, vor Jahren die Plattenfirma Triton zu verlassen, bei der ihr danach untergekommen seid?

>> Triton war ein großer Fehler. Aber wir waren zu diesem Zeitpunkt einfach zu gutgläubig. Das hat uns dann gut und gerne fünf Jahre gekostet. Und eine Menge schlechtes Image bei Vertrieben und den Medienpartnern eingebracht. Im Endeffekt waren wir aber selbst daran schuld. Denn Triton ging aus dem kümmerlichen Rest von Discordia hervor. Allerdings waren die entscheidenden Leute nicht mehr an Bord und auch viele namhafte Bands hatten das Label verlassen. Trotzdem haben wir uns überreden lassen, zwei Releases zu machen, die mehr oder weniger unbemerkt im Raum verpufften, uns aber eine Menge Zeit und Energie gekostet haben. Es hat dann bis 2004 gedauert bis wir uns auf Dark Dimensions wieder neu aufgestellt hatten. Wir hatten zwischenzeitlich sogar schon überlegt, uns aufzulösen, weil eben überhaupt nichts bei rum kam. So gesehen sind wir eigentlich erst seit fünf Jahren wieder so richtig am Start. <<

Wie kam es zu der Trennung vom Gitarristen?

>> Oh, das sind aber olle Kamellen, auf die du da anspielst. Da muss ich mal in meiner Erinnerung kramen, denn die Trennung liegt mittlerweile über zehn Jahre zurück. Ich glaube, irgendwie war der Punkt erreicht, wo man einfach nicht mehr zusammen gepasst hat. Und für Klaus, so hieß der Mann an der Gitarre, war die Musik auch irgendwann nicht mehr so wichtig. Also haben wir einen Cut gezogen und haben seitdem als Duo weiter gemacht, wodurch wir natürlich wesentlich elektronischer geworden sind. <<
Eure Konstellation zeigt auch weiterhin weder Gitarren noch Bass oder Schlagzeug auf. Mal abgesehen von der Tatsache, dass elektronische Musik natürlich die Schwerpunkte auf anderen Dingen liegen hat, warum habt ihr euch endgültig von diesen klassischen Musikinstrumenten gelöst?

>> Na ja, so ganz gelöst haben wir uns davon nicht. Gut, einen echten Bass oder ein echtes Schlagzeug hatten wir nie. Aber es gibt zahlreiche Songs, in denen eine Gitarre vertreten ist, wenn auch manchmal stark verfremdet. „These Days“ auf „Vitalizer“ ist so ein Song und auf der neuen Platte kann man auch deutliche Gitarren-Riffs finden wie z.B. bei „Reveal“ oder bei „Your Eyes“. <<

Würdet ihr sagen, dass durch die Labelwechsel euer Stil merkliche Veränderungen aufgezeigt hat?

>> Ich glaube, die Stilwechsel waren labelunabhängig. Da machen wir schon unser eigenes Ding und da lassen wir uns auch nicht rein reden. Im Grunde ist es die konsequente Weiterentwicklung, mit modernen Mitteln schöne Songs zu komponieren. Die Melancholie, die einprägsamen Melodien und die Refrain-Sicherheit sind typische A Spell Inside-Elemente, die wir immer beibehalten werden, weil das unser Verständnis von zeitgemäßer Pop-Musik ist. <<

Ihr singt eure Texte auf deutsch und auf englisch, was ich sehr angenehm finde. Wie kommt es, dass ihr euch nicht auf eine Sprache festgelegt habt?

>> Deutsch ist immer eine ganz besondere Herausforderung. Zum einen weil du dir echt genau überlegen musst, was du da schreibst, weil’s eben jeder versteht. Zum anderen weil sich Deutsch ganz anders singen lässt. Das ist dann immer ziemlich spannend. Wir entscheiden auch meist erst ganz zum Schluss, welcher Song des Album der deutschsprachige wird. „Stärke 10“ hatte zum Beispiel ursprünglich einen englischen Text. Aber in Deutsch kam der dann viel cooler rüber. Grundsätzlich ist es aber schon so, dass wir uns als englisch sprachige/singende Band sehen. Immerhin sind gut fünfundneunzig Prozent unserer Songs auf englisch. Insofern ist das mehr zu einer lieben Gewohnheit geworden, einen deutschen Song einzubringen, die wir sicher auch in Zukunft beibehalten werden. <<

Es heißt, die neue Scheibe sei „das Beste, was diese Band je gemacht hat“. Als Macher steht man seinen eigenen Werken meist etwas kritischer gegenüber als der einfache Hörer. Stimmt ihr diesen Worten ohne Widerspruch zu?

>> Natürlich (grinst). Nee, im Ernst, es freut uns natürlich sehr, dass es sich nach dem ganzen hin und her gelohnt hat. Wir haben echt eine Menge Zeit und Arbeit rein gesteckt. So viel, dass du irgendwann gar nicht mehr weißt, wo du stehst. Da fehlt dann einfach die nötige Distanz. Entsprechend nervös waren wir dann, als die ersten Kritiken anstanden. Das ist immer der Moment der Wahrheit. Umso schöner, dass sich alle so einig waren, was die Qualität des Albums angeht. Jetzt mit ein bisschen Abstand und den positiven Resonanzen im Rücken sind wir schon mächtig stolz, was wir da mit „Loginside“ abgeliefert haben. Wird schwer, das noch zu toppen. Vielleicht sollten wir genau jetzt aufhören, sonst enden wir noch wie Depeche Mode (lacht). <<

Welche „Oldies“ liegen euch denn nach wie vor am Herzen?

>> Du meinst jetzt „Oldies“ aus unserer Feder? Hm, lass mal überlegen. Ein Song, den wir immer noch live spielen ist z.B. „Boundary“ vom 96er Album „Visions From The Inside“. Vom Songwriting sicher einer unserer Besten und wir überlegen auch, ob wir das gute Stück noch einmal gehörig frisieren und auf unser nächstes Album packen. Im Alter gehen dir ja mehr und mehr die Ideen aus und dann fängst du eben an, von dir selbst zu klauen ... (lacht). Vom selben Album ist bei mir noch „Days Of The Grace“ ein „all time favorite“, den ich immer wieder gerne höre, weil er einfach eine ganz besondere Stimmung hat und immer noch richtig gut klingt, obwohl wir ihn damals mit ganz einfachen Mitteln produziert haben. Alles was danach kommt, fällt bei mir nicht mehr unter die Kategorie „Oldie“. <<

Zwanzig Jahre Erfahrung, wie sieht man seine damaligen Anfänge im Rückblick? Wie würdet ihr selbst euren Werdegang in eigenen Worten beschreiben?

>> Der Weg war sehr steinig und sehr schnörkelig. Ich glaube, wir hätten einfach ein paar Entscheidungen anders treffen müssen. Wenn wir „Discordia“ rechtzeitig verlassen hätten und an ein gutes Label geraten wären, wer weiß, wo wir dann heute stünden. Aber einfach, wär ja auch irgendwie langweilig, oder!? <<
Das stimmt wohl… Na denn, vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt und weiterhin viel Erfolg!
http://www.aspellinside.de
Ramona Richard


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