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MAGAZIN :: Index: 'J' :: JETHRO TULL, ....

JETHRO TULL, 25.06.2009, Datteln - Sportzentrum


Datteln - Sportzentrum

25.06.2009
Nachdem ich Jethro Tull nun schon seit mehreren Jahren nicht mehr live gesehen hatte, kam mir ein Konzert in der Nachbarstadt Datteln natürlich sehr gelegen. In der Halle angekommen, konnte zunächst festgestellt werden, dass der Veranstaltungsort „Sportzentrum Datteln“ seinem Namen alle Ehre machte und das Konzert tatsächlich in einer – nicht umgebauten – ehemaligen Turnhalle stattfand, in der an diesem Abend saunaartige Temperaturen vorherrschten. Die Halle war jedenfalls mit ca. 1.500 Zuschauern ordentlich gefüllt und die Stimmung dem Altersdurchschnitt (geschätzte Mitte 40) entsprechend locker.

Den Anfang machte die französische Pianistin und Sängerin Saori Jo, die – nur in Begleitung eines Gitarristen – mit ihrem Singer/Songwriter-Stil ein wenig an Tori Amos erinnerte. Insgesamt war es zwar ganz nett, aber etwas unspektakulär. Richtig gut, weil weniger eintönig, wurde es nur bei einem Song, bei dem Saori Jo und ihr Gitarrist von den Jethro Tull Mitgliedern Ian Anderson, David Goodier und Doane Perry auf der Flöte, dem Bass und den Drums begleitet wurde. Das Publikum teilte meine Zurückhaltung jedoch nicht und bedachte Saori Jo mit ausgiebigem Applaus.

Jethro Tull selbst legten das Tour-Motto „40th Anniversary Tour“ an diesem Abend sehr eigenwillig aus. Anstelle der erwarteten Best-of-Vorstellung nahm die Band das 40jährige Jubiläum zum Anlass, das 1969er Album „Stand Up“ nahezu komplett zu spielen, was bei den meisten Anwesenden – mich eingeschlossen – eher zu Verwunderung als zu Begeisterung führte, auch wenn es sicherlich interessant war, neben Standards wie „Bouree“ oder „A New Day Yesterday“, selten Gespieltes wie „Jeffrey Goes To Leicester Square“ oder „We Used To Know“ live zu hören.
Neben dem erwähnten „Stand Up“-Album wurden in den ersten zwei Dritteln des Sets nur noch einige Titel des Debüts „This Was“ gebracht. Erst im Schlussdrittel des Sets verließen Anderson und Co die 60er Jahre, mit „Heavy Horses“ und dem üblichen Auszug aus „Thick as a Brick“ kreuzten Tull kurz die 70er. Mit „Farm On The Freeway“ aus dem Jahr 1987 schaffte sogar nur ein einziger Song aus den 80ern den Weg in die Setlist, die 90er Dekade wurde komplett außen vor gelassen. Insgesamt verblieb die Stimmung des Publikums während des gesamten Konzerts zwar gut, aber nicht gerade überschwänglich. Für den kurzzeitigen Stimmungshöhepunkt sorgte ausgerecht ein Schlagzeugsolo im Mittelteil von „Dharma For One“. Als jedoch am Ende des Sets mit „Aqualung“ und „Locomotive Breath“ (wie immer als einzige Zugabe) die beiden größten Hits der Bandgeschichte dargeboten wurden, war anscheinend für die meisten Zuschauer der Abend gerettet.

Neben der doch etwas durchwachsenen Setlist sorgte vor allem die „Gesangsleistung“ von Mastermind Ian Anderson für Befremden beim Verfasser dieser Zeilen. Zwar ist bekannt, dass Herr Anderson nach mehreren Stimmbandoperationen gesanglich schon lange nicht mehr an alte Zeiten anknüpfen kann. Mittlerweise quält er sich jedoch bei nahezu jedem Ton, so dass immer mehr eine Art Sprechgesang vorherrscht und eine richtige Melodieführung gar nicht mehr möglich erscheint. Wenigstens war die Band jedoch musikalisch, wie gewohnt, eine Klasse für sich. Es ist immer wieder ein Genuss, insbesondere Gitarrist Martin Barre (mal wieder mit höchst eigenwilliger Frisur) live zu erleben und auch der Chef selbst ist wenigstens auf der Querflöte weiterhin tadellos. Insgesamt blieb für mich leider die Erkenntnis, dass es sich in Zukunft wohl nicht mehr lohnen wird, sich eine meiner Lieblingsbands nochmals live anzuschauen. (PS: es sei denn die nächste „Anniversary-Tour“ konzentrierte sich auf die „Benefit“- und „Aqualung“-Phase mit nahezu komplett dargeboten Werkrückschauen…;-) – CL)
Christian Gröning (Gastautor) - Pics: Christoph Lücker


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