Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'C' :: CASTLEROCK 20 ....

CASTLEROCK 2009 - 03. – 04.07.2009 Mülheim, „Schloss Broich“
Mülheim, „Schloss Broich“

03. – 04.07.2009
Das „Castle Rock“ feiert runden Geburtstag: Zehn Jahre, und erstmals in der zehnjährigen Geschichte dieses Festivals fand das „Castle Rock“ über zwei Tage statt. In einer sich stetig wandelnden Festivallandschaft sind zehn Jahre ohne Frage eine Ewigkeit, aber auch Beleg dafür, dass Veranstalter Michael Bohnes und sein Team über all die Jahre gute und ehrliche Arbeit leisten. Hier darf der Fan noch Fan sein, ohne dass man als Besucher den Eindruck bekommt, durch überzogene Eintritts- oder Getränkepreise über den Leisten gezogen zu werden. Seit Jahren das gleiche, erfolgreiche Konzept der beeindruckenden Veranstaltungskulisse, und seit Jahren die gleichen freundlichen Gesichter an den Getränkeständen. Das „Castle Rock“ war und ist ein familien- und fanfreundliches Festival, das sich grösster Beliebtheit erfreut und selbst gegen solche Publikumsmagneten wie „Bochum Total“, das abermals am gleichen Wochenende stattfand, mit einem ausverkauften Haus bestehen kann. Wie beliebt das „Castle Rock“ ist, zeigt die zudem die Wahl der „Orkus“- und „Zillo“-Leser, die das Festival jeweils mit zu den beliebtesten zehn Festivals des Landes gewählt haben. Auch wenn sich das musikalische Konzept im Laufe der Jahre etwas verändert hat, erstmals gab es keine Band der Mittelalterfraktion auf dem „Castle Rock“, so trägt das Publikum diese Entwicklung mit und mit Bands wie EPICA, GOTHMINISTER oder EISBRECHER sind als Gesamtpaket mindestens ebenso attraktiv, wie SCHANDMAUL oder SUBWAY TO SALLY. Und mal ehrlich, bei welchem Festival der „Schwarzen Szene“ lässt sich mit schöner Regelmässigkeit die Oberbürgermeisterin der Stadt blicken um ihre Verbundenheit mit der „Schwarzen Szene“ zu bekunden.
Abgerundet wurde das Festival durch diverse Verkaufs- und Merchstände der teilnehmenden Bands, und auch der kulinarische Bereich war gewohnt gut. Doch genug der Worte, einen „Herzlichen Glückwunsch“ auch von unserer Seite aus. Auf die nächsten zehn Jahre ...
Ob es eine gute Idee war, dass die METALLSPÜRHUNDE am Freitagabend ihren Set mit „Böses Wetter“ begannen, während bereits die Gewitterwolken dunkel und bedrohlich über dem Ruhrgebiet standen? Eher nicht, denn nur wenige Minuten, nachdem die Schweizer ihren Auftritt begannen, gingen sinnflutartige Regenfälle nieder und Mühlheim versank im gefühlten Weltuntergang. Zuckende Blitze, krachender Donner ... solche Urgewalten machten nicht nur einen Auftritt der Schweizer unmöglich, sondern stellten auch eine reale Bedrohung des Publikums dar, so dass der „Castle Rock“ erst mal unterbrochen werden musste. Und auch hier muss man den Veranstalter samt Security ein Lob zollen, denn die Räumlichkeiten des Schlosses wurden geöffnet, so dass die Fans sich im Trockenen in Sicherheit bringen und Schutz vor dem Unwetter finden konnten. Nach einer guten dreiviertel Stunde hatte sich das Wetter zumindest soweit beruhigt, dass an eine Fortsetzung des Auftritts zu denken war und die METALLSPÜRHUNDE ihren Set fortsetzen konnten. Das Publikum hatte mit dem Gemisch aus Electro-Klängen und harten Gitarren sichtlich Spass und die Wetterverhältnisse hatten eh dafür gesorgt, dass Publikum und Band noch näher zusammenrückten. Als der Regen dann wieder stärker wurde, traten wir, vollkommen durchnässt, nach gerade überstandener Bronchitis den Heimweg an. VAN CANTO und GOTHMINISTER müssen daher leider ohne eine Besprechung auskommen.
Am Samstag hatte sich das Wetter wieder beruhigt und das „Castle Rock“ konnte bei sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen reibungslos über die Bühne gehen.
Der Opener DO NOT DREAM aus Oldenburg betrat die Bühne und begeisterte die schon zahlreich erschienenen Fans. Der Mix aus Gothic Rock und Metaleinflüssen, untermalt mit Violinenklängen und mittelalterlichen Elementen hörte sich recht eingängig an, nur die Stimme der Sängerin Tina klang an manchen Stellen recht dünn und bisweilen etwas angestrengt und nervend. Das Songwriting war solide, doch wirkliche Höhepunkte liessen sich in dem gut einstündigen Set kaum ausmachen. Über Geschmäcker lässt sich ja bekanntlich nicht streiten, doch DO NOT DREAM müssen sich songschreiberisch und auch vom Stageacting her gewaltig steigern, will man mehr als nur regionale Erfolge feiern.
Nun betrat der erste Höhepunkt des Tages den Schauplatz: MONO INC. Bisher kannte ich nur die CD´s und hatte die Band noch nicht live erleben dürfen. Ich war sehr angetan von der charismatischen und überaus sympathischen Bühnenpräsenz des Frontmanns Martin Engler, der sehr ausdruckstark seine Songs zum Besten gab und wie ein Wirbelwind über die Bühne preschte. Ungewöhnlich gut auch das Drumsolo der hübschen Drummerin Katha Mia, sieht man Frauen doch eher seltener an den Drumsticks. Das engagierte Auftreten der Hamburger übertrug sich auf die Zuschauer und auch Basser Manuel Antoni und Gitarrist Carl Fornia konnten mir ihrer spielerischen und showtechnischen Performance rückhaltlos überzeugen. Alles in allem ein großartiges Bühnenspektakel, was die sympathischen Hamburger im „Schloss Borich“ ablieferten. Dies wurde frenetisch von den Fans der Combo gefeiert und erste Zugabe-Rufe hallten verdientermassen über den Schlosshof.
Die zweite Überraschung des Tages kündigte sich mit den Dresdnern BELOVED ENEMY an. Zwar hatte ich schon einige Kostproben der Band hören dürfen und war schon sehr beeindruckt von der außergewöhnlichen Stimme des Vokalisten DEAD L-VIS, aber dass er solche Entertainment –Qualitäten besitzt, hätte ich nicht gedacht. Vom Gesang und der Stimmfärbung her erinnerte DEAD L-VIS sehr an Glen Danzig, wobei die Power und die Lautstärke, mit der er sang, ein Mikro eigentlich überflüssig machte. Der Mann mit den ungewöhnlichen Tattoos und Piercings ist ein echter Hingucker und überzeugte nicht nur durch witzige Ansagepassagen, sondern durch seine gesamte, sehr an einen Hardcore-Shouter erinnernde Bühnenpräsenz. Gitarrist Peter Kafka, der neuerdings ergänzt wird vom ehemaligen Jesus on Extasy-Klampfer Chai Deveraux, hatte an diesem Nachmittag übrigens Schwerstarbeit zu verrichten, ist er doch auch bei LACRIMAS PROFUNDERE, die nachfolgend auftreten sollten, für den Bass zuständig. Großartig war das Prince- Cover „When Doves Cry“, das leider nur von den wenigsten erkannt wurde. Klasse Auftritt einer durch und durch sympathischen Band.
LACRIMAS PROFUNDERE, die oberbayerischen Dark Rocker lieferten eine solide und in allen Belangen professionelle Show ab, in deren Mittelpunkt Sänger und Frauenschwarm Roberto Vitacca stand, der stimmlich einmal mehr voll überzeugen konnte. Die Band ging durchweg engagiert zu Werke, überzeugte durch eine spielstarke Leistung aller fünf Musiker, und doch sprang der Funke auf das Publikum irgendwie nicht so wirklich über. Lag es am Songwriting, an zuviel Gepose seitens der Gitarrenfront, in der Peter Kafka auch an der Sechssaitigen eine überzeugende Vorstellung lieferte oder an den guten Auftritten von MONO INC. und BELOVED ENEMY, dass das Stimmungslevel nicht ganz gehalten werden konnte? LACRIMAS PROFUNDERE enttäuschten nicht, aber vielleicht war die Erwartungshaltung auch einfach zu hoch.
Bevor EISBRECHER den Schlosshof zum Toben bringen sollten, gab es eine Ansprache der Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und des Veranstalters Michael Bohnes zum runden Geburtstag des „Castle Rocks“, die von vielen als etwas langatmig empfunden wurde, zum Schluss aber in Jubel endete, als versichert wurde, dass das „Castle Rock“ 2010 ebenfalls wieder über zwei Tage gehen würde.
Jetzt war es Zeit abzufeiern mit EISBRECHER. „Checker“ Alexx, der vorher ein ausgiebiges Sonnenbad im Backstagebereich bei Wein, Weib und Gesang genoss, betrat die Bühnenbretter und die Stimmung war direkt beim ersten Song „Kann denn Liebe Sünde sein“ auf Skala 10. Gut abgemischter Sound und tolle Songs, die zum Mitfeiern und Tanzen animierten, begeisterten den ausverkauften Burginnenhof und dass der Checker nicht nur Autos testen kann, sondern auch ein exzellenter Frontmann ist, der den Publikumskontakt sucht und mit schlagfertigen Ansagen zu glänzen weiss, bewies er mit diesem Auftritt nachhaltig. Nicht minder engagiert Bassist Oli Pohl, der mit leicht psychotischem Blick sein Instrument bearbeitete und im Verbund mit Gitarrist Noel Pix zu den weiteren Aktivposten EISBRECHERs an diesem Nachmittag gehörte. Cooler Gig der Bajuwaren, die ihren zunehmenden Beliebtheitsgrad mit dieser Show fraglos steigern konnten.
Symphonic und Melodic Metal-Anhänger kamen nun auf ihre Kosten. Die charismatische Frontfrau Simone Simons der Band EPICA zog noch mehr Publikum in den Innenhof des Schlosses und es war rappelvoll vor der Bühne. Leider machten Soundprobleme am Anfang der Show der Band etwas zu schaffen, und auch der Einstieg in den Set war mit den langen progressiven Parts nicht sonderlich glücklich gewählt. Der wechselseitige Gesang zwischen den Growls von Mark Jansen und Simone Simons bot zwar viel Abwechslung, doch lässt sich nicht verhehlen, dass EPICA in Sachen Songwriting, verglichen mit Bands wie Nightwish oder Within Temptation, eher im Mittelfeld der Goth Metal-Liga spielen, denn in der Spitzengruppe. Zu wenige Refrains mit Ohrwurmcharakter und zu viele ausufernde Instrumentalparts sorgen bei den Holländern dafür, dass kaum etwas im Ohr hängen bleibt. Den Fans gefiel es dennoch und so rechtfertigten EPICA ihren Status als Co-Headliner.
Die APOKALYPTISCHEN REITER mussten aufgrund anderweitiger Verpflichtungen dann leider ohne uns durch Mülheim reiten.
Das elfte „Castle Rock“ findet am 2. und 3.Juli 2010 erneut im „Schloss Broich“ hat und jede Wette, dass Michael Bohnes auch im nächsten Jahr ein schlagkräftiges Line-Up auf die Beine stellt.

Weitere Fotos findet Ihr in der Foto-Galerie.
Petra Kuhlen / Michael Kuhlen - Pics: Michael Kuhlen


[ Zurück zum Index: 'C' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler