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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CHAINREACTOR

CHAINREACTOR
Monotones und verzerrtes Gestampfe
Jens Minor gründete das Projekt Chainreactor im Jahre 2008. Vorab experimentierte er in seiner Frühphase mit diversen Musikgenres wie Electro, Techno, Drum’n’Bass und Hardcore. Wie es zum Label kam, warum er sich von "Spawn of anguish" zu Chainreactor umtaufte, welche Tipps und Tricks er beim Musizieren drauf hat und was es mit dem "hypnotisiertem Kaninchen" auf sich hat, verrät uns Jens im folgenden Interview.....
Das Projekt Chainreactor ist noch ein sehr junges. Stelle dich unseren Lesern doch bitte kurz vor?

>> Also, zu meiner Person: Ich heiße Jens, bin achtundzwanzig Jahre alt und lebe in Düsseldorf. Aufgewachsen bin ich in der Nähe von Siegen. Ich bin Atheist und Misantroph, aber trotzdem eigentlich ein ganz Lieber. Zu Chainreactor: So ganz jung ist das Projekt ja eigentlich nicht. Als ich damals meine ersten musikalischen Gehversuche startete und diese später dann auch online präsentierte tat ich das bereits unter dem Namen Chainreactor. Damals hab ich noch viel experimentiert und war dabei meinen Sound zu finden. Hierbei liess ich mich von vielen Bands und Künstlern unterschiedlichster Kategorie beeinflussen. Aber der Schwerpunkt lag damals wie heute auf harter, monotoner und absolut tanzbarer Musik. <<

Deine ersten musikalischen Schritte liegen im Bereich des Techno, Drum’n’Bass und Hardcore. Wie kamst du letztendlich darauf, dich in der Sparte Techno-Industrial festzulegen?

>> Im Bereich Hardcore-Techno gibt es noch Unterkategorien namens Industrial-Hardcore und Darkcore. Diese klingen eigentlich dem heute in der Schwarzen Szene so definierten Industrialsound gar nicht so fremd. Es gibt tatsächlich Stücke von Acts wie Miro, Face Hoover oder Marc Arcadipane, die klingen dem Sound von Suicide Commando sogar sehr ähnlich. Oder zum Beispiel The Horrorist feierte anfänglich auch große Erfolge in dieser Szene und fand erst später seinen Weg zu "unserem" Industrial. Einige Stücke vom holländischen Act Catscan hätten, wenn man es nicht besser wüsste, auch beispielsweise von Xotox oder SHNARPH! sein können. Jedenfalls hier eine längst überfällige Lücke zu schließen, zumindest musikalisch, könnte einer der Gründe sein, warum ich mich auf diese Sparte festgelegt habe. Andererseits bin ich selbst auch immer auf der Suche nach Musik, die mich mitreißt und nach vorne pusht. Da findet man sowohl im Hardcore, Hardtechno oder eben auch im Industrialbereich immer wieder sehr gute Einflüsse. Letztendlich ist harter verzerrter Sound gepaart mit einem kräftigen Beat und einer Portion Groove sowie einer bösen und kalten Ausstrahlung für mich immer noch der Sound, der mich am besten packt und deshalb versuche ich auch genau das umzusetzen. Wie man diesen Sound am Ende jetzt nennt, überlasse ich gerne den Anderen! <<

Was sind für dich die Unterschiede zwischen Industrial und Techno?

>> Naja, von dem Begriff Industrial gibt es schon zu viele unterschiedliche Ansichten und Meinungen. Viele glauben ja auch, dass das, was ich mache nichts mit Industrial zu tun hat. Das ganze musikalisch zu definieren ist echt schwierig, da ständig neue Trends, Einflüsse und Begriffe ins Spiel gebracht werden. Ich selbst bezeichne meine Musik, wenn ich gefragt werde, am liebsten als Industrial-Techno, weil es das Ganze irgendwie am besten auf den Punkt bringt. Szenemäßig betrachtet gibt es da allerdings schon größere Unterschiede. Ein so genannter "Gothic" würde nie zugeben, dass er sich streng genommen auf einer Technoparty befindet. Andererseits sind die Ängste der Technoleute vor der Schwarzen Szene aufgrund der optischen Erscheinung noch viel größer. Es ist eigentlich schade, da beide Szenen viel voneinander lernen könnten. Zum Beispiel. haben in der Technowelt Drogen einen viel zu hohen Stellenwert, da interessiert sich von den meisten Leuten kaum jemand für die Musik, die er da gerade hört. Auf den schwarzen Industrialpartys hingegen scheinen viele DJs noch nicht die Vorteile des DJings erkannt zu haben, in dem man verschiedene Stücke ineinander mischt, um so eine eigene Dynamik auf die Tanzfläche zu bringen, was die Tänzer eher davon abhalten würde nach dem Ende jedes zweiten Stückes panisch von der Tanzfläche zu fliehen, um dann fünf Minuten später beim nächsten guten Lied dort wieder zu erscheinen. Da wird auf beiden Seiten leider viel Potential verschenkt. <<

Anno 2008 machtest du auf verschiedenen Compilations unter dem Pseudonym Spawn of Anguish auf dich aufmerksam. Warum hast du dich als Musiker in Chainreactor umgetauft?

>> Durch mein Interesse für die Schwarze Musikszene und auch um einen Schnitt zum Sound von Chainreactor zu machen, gründete ich das Projekt Spawn of Anguish, welches einen größeren EBM-Einfluss hatte. Nach einiger Zeit näherten sich beide Projekte musikalisch aber immer näher an, so dass nach dem Signing bei ProNoize eigentlich klar war, dass nur eines der Projekte überleben konnte. Da bekam Chainreactor den Vorzug, da der Name besser zum Sound passte und nicht so plakativ böse war.

2009 erfolgte dann auch gleich das Signing auf ProNoize. Wie kam es dazu?

>> Ich hatte Ende letzen Jahres mal beim ProNoize-Chef Frank D’Angelo via E-Mail angefragt, wo ich meine Demos denn hinschicken könnte. Als kleinen Teaser hatte ich da noch einen Link zu meiner MySpace Seite rein gebracht. Diese drei oder vier Tracks hatten ihn wohl so überzeugt, dass die offizielle Demo gar nicht mehr notwendig war und ich direkt die Zusage bekam. Das kam für mich dann auch ziemlich überraschend. <<

Anfang Juni erschien nun dein Debüt-Album „X-tinction“ Wofür steht der Albumtitel?

>> Primär steht der Titel für die Selbstauslöschung der Menschheit, die wohl gewiss ist, falls die Spezies Mensch nicht noch gewaltig an sich arbeitet und es endlich schafft, nicht immer an ihrem eigenen Anspruch zu scheitern. Diese Grundthese war bei vielen der verwendeten Samples auf „X-tinction“ auch entscheidend für deren Auswahl; mal von der Wirkung auf die Musik abgesehen. Außerdem wollte ich mich dem Titel auch mit dem Projekt Spawn of Anguish anschließen, indem ich einige der alten Spawn-Sachen jetzt unter Chainreactor veröffentliche und damit das alte Projekt quasi auslösche. Ein weiterer Grund ist wohl die Schreibweise mit X, da der Buchstabe X in der Szene sehr beliebt zu sein scheint und ich damit auch an einige Acts erinnern wollte, die mich mit beeinflusst haben, wie z.B. Xotox oder Noisuf-X. Es ist also auch ein klares Statement an die Szene. <<
Wie ist es für dich, dein erstes eigenes Album in den Händen zu halten?

>> Wie für jeden Künstler, denke ich mal, war es ein bewegender Moment. Die ganze Arbeit von zwei Jahren liegt nun in meinen Händen. Es war aber auch eine Art Erleichterung, da es schon immer eines meiner Ziele war, ein eigenes Album herauszubringen. Dieses Ziel kann ich jetzt auf meiner Liste abhaken. Jetzt kann ich nur hoffen, dass es auch den gewünschten Erfolg hat. <<

Wie zufrieden bist du mit den ersten Resonanzen seitens der Presse?

>> Also bei der Rezension vom „Orkus“ war ich schon echt überwältigt, weil die genau das aussagt, was ich mit dem Album erreichen wollte. Die anderen sind auch nicht schlecht, alles recht solide, würde ich sagen. Ich finde es schade, dass einige Kritiker, die offensichtlich ein grundsätzliches Problem mit beatorientierter Maschinenmusik haben, sich da ein wenig zu unsachlich äußern, aber was will man machen. Es ist und bleibt halt nicht jedermanns Geschmack und das ist auch OK. Die Reaktionen seitens der Hörer sind jedenfalls fast alle sehr positiv und das finde ich persönlich am wichtigsten. <<

Auf „X-tinction“ gibt es fünfzehn Tracks zu hören. Einer fetter als der andere. Volle Power sozusagen. Sind dies all deine bisherigen Tracks oder ist dies eine Auswahl aus viel mehr Songs, die du schon geschrieben hast?

>> Es ist ein „Best of“ der letzten zwei Jahre, würde ich sagen. Es gab schon so an die fünfundzwanzig Songs, die für das Album in Frage gekommen wären, aber ich wollte ein kompaktes Erscheinungsbild. Das heißt, die Songs sollten auch schon zueinander passen, weshalb ich auch auf einige melodie- und synthielastigere Stücke verzichtet habe. Monotones, verzerrtes Gestampfe hat da eindeutig den Vorzug bekommen und genau das soll man auch mit dem Namen Chainreactor verbinden. <<

Warum fütterst du die Hörerschaft gleich mit fünfzehn Tracks? Meinst du nicht, zehn oder elf Tracks hätten für den Anfang gereicht?

>> Warum nicht fünfzehn? Nur weil die meisten Bands immer zehn oder elf Stücke auf ein Album packen, muss ich das doch nicht auch so machen, nur weil es den Konventionen entspricht. Ich hatte fünfzehn Stücke, die meiner Meinung nach drauf mussten und auf die ich auch ungern verzichtet hätte. Ich hatte als Musiker bisher halt einen hohen Output und der will eben raus. <<

Deine Musik lässt sich mit den Begriffen Powernoise, Industrial und Techno gut umschreiben. Es gibt in diesen Genres immer mehr Newcomer. Was meinst du, wie kann man sich von all den vielen neuen Bands und Projekten hervorheben?

>> Es ist eben nicht besonders schwer, sich mit diversen gängigen Musikprogrammen zu beschäftigen und dabei ein bisschen Krach zu erzeugen. Ich finde es auch gut, dass jeder sich dadurch und eben durch das Web 2.0 präsentieren kann, aber es kann nicht heißen, dass alles, was da im Moment so aufkommt, auch gut ist. Zunächst sollte die Idee halt originell sein und das heißt eben nicht zum 83. Mal das „Fight Club“-Sample zu benutzen und darunter eine 08/15 verzerrte Bassdrum zu legen. Der Funke muss überspringen. Da kommt dann eben auch noch die Qualität der Produktion ins Spiel. Dabei ist es auch wichtig, Erfahrungen in anderen Musikrichtungen gesammelt zu haben und wenigstens ein paar Basics über Compressoren, Verzerrer und vor allem über die Abmischung zu wissen. Wenn man das einigermaßen beherrscht und es dann noch schafft einen eigenständigen Sound zu kreieren, ohne zu sehr den vorherrschenden Trends und Klischees nachzulaufen, hat man gute Chancen sich behaupten. <<

Wie sieht es bei dir mit dem Songentstehungskonzept aus?

>> Ein Song besteht bei mir aus einer Grundidee, meistens einen gut laufenden Beat und noch ein paar Elementen, die dazu passen. Das kann ein Sample sein oder ein abgefahrener Sound oder eben eine düstere Hintergrundatmosphäre. Wenn alles zusammen passt, wird daraus ein Arrangement gebaut, welches eher progressiven Charakter hat, also hier eher techno-inspiriert. Mehr ist es im Prinzip nicht. Es dauert eben nur manchmal ziemlich lange bis man mal eine Grundidee hat, von der man glaubt, dass sie funktionieren kann. <<

Es gibt einige fetzige Samples in deinen Songs. Wo findest du diese?

>> Das ist unterschiedlich. Viele Samples findet man auf speziellen Internetseiten wie es sie zu hunderten gibt. Ein paar sind auch, wie man vielleicht erraten kann, von den deutschen Audiospuren einiger mehr- oder weniger bekannter Filme. <<

Kam es auch schon einmal vor, dass du ein Sample gehört hast und gleich eine Idee zu einem Song hattest?

>> Meistens finde ich ein gutes Sample und überlege dann zu welcher meiner Grundideen und Beatgerüste das wohl ganz gut passen würde und dann probier ich es aus. Manchmal passt es und manchmal eben nicht. Dann kann es auch schon mal vorkommen, dass ein Sample monatelang bei mir herumliegt, bevor ich dann eine Grundidee finde, zu der es passen könnte und dann findet es doch noch Verwendung. <<
Woher kenne ich den Sample vom Titeltrack „X-tinction“. Der kommt mir wirklich sehr bekannt vor.

>> Ich finde es immer interessanter, wenn man das nicht verrät sondern selber versucht darauf zu kommen oder es irgendwann mal durch Zufall wieder erkennt. Das macht für mich auch ein wenig den Reiz beim Sampling aus. Ich verrate mal soviel: Man sollte es etwas mehr im asiatischen Raum suchen. <<

Die Klänge ballern förmlich aus den Boxen. Darf man fragen, welches Programm du zum Musik machen benutzt?

>> Natürlich darf man das. Ich benutze zum Programmieren und Arrangieren hauptsächlich die Roland MC 909 Groovebox. Ein Gerät, was leider in Kreisen elektronischer Musikanten sehr oft unterschätzt wird. Die Bedienung ist vielleicht etwas komplizierter als bei anderen Hardwaregeräten oder vergleichbaren Softwareprogrammen, aber wenn man sie beherrscht, hat man einen Freund fürs Leben. Allerdings ist das die rein grooveboxbasierte Programmierung nicht zu empfehlen, wenn man beispielsweise mit Gesangsspuren arbeitet. Aber da habe ich auch noch so manche Geheimwaffe. <<

Die Musik ist eindeutig für die Clubs geschrieben, stimmt’s?

>> Auch, aber nicht nur. Ich finde, man kann Musik, die einen nach vorne pusht und einem ein Kribbeln in den Bauch treibt, auch gut beim Autofahren oder beim Fensterputzen hören. Entscheidend ist, dass die Musik einen unterstützt bei dem, was man gerade tut. Es ist mit Sicherheit keine Musik zum Entspannen, das stimmt. Aber man kann sie benutzen wie eine starke Tasse Kaffee am Morgen, die einen durch den Tag bringt. <<

Die Songtitel lesen sich allesamt sehr spannend. Jedoch ist außer dem einen oder anderen Sample kein Text zu hören. In welcher Verbindung stehen also die Titel zum jeweiligen Song?

>> Das ist oft eine reine Bauchentscheidung. Meistens haben die Stücke ohne Sample einen gewissen Arbeitstitel. Wenn sie dann fertig sind höre ich sie mir noch einmal genau an und versuche mit dem Gehörten Assoziationen aufzubauen. Vielleicht sind das ja manchmal nur Hirngespinste, aber so manch einer sagte mir z. B. schon, dass er sehr gut verstehen kann, warum ich einen Song "Constructed Memories" oder "Schwarzkupfer" nenne. <<

Besonders interessiert mich, wie du auf den Titel „Hypnotisiertes Kaninchen“ gekommen bist. Erzähle uns doch einmal mehr davon.

>> Na ja, ich hatte das Sample und die dazugehörige Musik und suchte nun nach einem passenden Titel. Aber da fiel mir einfach nichts Treffenderes ein als "Hypnotisierte Kaninchen". Warum ich das Sample überhaupt ausgewählt habe, kann ich auch sagen: Es zeigt sehr gut auf, wenn man sich selbst oder seine Sache zu ernst nimmt, man irgendwann der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Man sollte sich also niemals zu ernst nehmen, das kann böse nach hinten losgehen. <<

„Das Urteil“ ist nicht zufällig abgeleitet von Franz Kafka? Beim Lauschen der Samples kommt mir die Verfilmung dieses Buches in den Sinn.

>> Nicht wirklich. Ich habe Kafka wie die meisten wahrscheinlich in der Schulzeit lesen müssen, konnte aber nie wirklich einen Bezug zu seinem Werk herstellen. Das Sample ist aus einem älteren Film in dem es mehr um Reue des Protagonisten für seine Taten und das Scheitern der eigenen Existenz geht. Diese Selbsterkenntnis kommt einem Urteil über sein eigenes Leben gleich. <<

Mit „Schwarzkupfer“ liegt ein sehr experimentelles Stück vor, welches schwer zu verdauen, aber irgendwie genial ist. Was kannst du uns zu diesem Track erzählen? Er erinnert schon sehr an alte Sonar-Klamotten oder auch an Winterkälte....

>> Es ist neben "Incendiary" auch das älteste Stück auf dem Album. Ich wollte seinerzeit einen Track machen, der einen erst abschreckt, dann jedoch immer mehr in seinen Bann zieht. Es ist reine Faszination an maschinell erstelltem Krach, der durch einen sehr langsamen stampfenden Beat erst seine ganze Kraft offenbart. Wie eine Dampflok die langsam in Fahrt kommt und je schneller sie wird, alles aus dem Weg räumt, bis sie schließlich nicht mehr aufzuhalten ist. Ich denke, es ist ein passender Abschluss für das Album geworden. <<

Gibt es Personen, die dich beim Komponieren beeinflussen, seien es Musiker, Helden oder Schriftsteller?

>> Es sind zu viele, um sie alle aufzuzählen. Es sind auch nicht unbedingt bestimmte Personen. Es sind oft einzelne Werke verschiedener Künstler, seien es Musiker, Filmemacher oder Schriftsteller. Eigentlich sind es alle Werke, die dem Menschen mit all seinen Fehlern einen Spiegel vorhalten und ihn als egozentrisches, triebgesteuertes, machthungriges Tier entlarven und ihn damit von seinem hohen Ross herunterholen, dass er eben nicht mehr glaubt, er sei die Krone der Schöpfung. <<

Könntest du dir auch vorstellen, mal einen Sänger mit ins Boot zu holen oder allgemein andere Musiker?

>> Ja, wobei Chainreactor mein ganz persönliches Ding ist. Falls ich mich aber doch bald mal dazu entschließen sollte live aufzutreten, werde ich mir dafür noch ein wenig Unterstützung holen. Ich arbeite gerne mit anderen Musikern zusammen, aber diese Erzeugnisse wird man wohl nicht auf einem Chainreactor-Album hören können. Man sollte jedoch niemals nie sagen. <<

Welche Rolle spielt in deinen Augen heutzutage das Internet. Du selbst besitzt „nur“ eine MySpace-Seite und hast keine „normale“ Website. Meinst du die Web 2.0 Portale wie Facebook, Myspace, Youtube, Last.FM & Co reichen heutzutage aus, um als Künstler im Web präsent zu sein?

>> Das Internet, und gerade hier das Web 2.0, erleichtert jedem Künstler die Außendarstellung ganz enorm. Im Prinzip ist jeder, der sich dort präsentiert, ein Künstler, sei es nun ein Musiker, ein Model oder ein Hobbyphilosoph. Jeder, der etwas zu sagen hat, präsentiert sich im Web. Eigentlich eine wunderbare Sache, nur besteht die Gefahr eben, dass jeder nur noch von sich selbst redet und nicht mehr den Blick auf sein Umfeld wirft. Es wird sich wohl in den nächsten Jahren zeigen, wo das Ganze hinführt. Ich persönlich weiß jedenfalls genau, was ich dem Internet zu verdanken habe, denn ohne hätte ich mit Sicherheit kein Album herausgebracht, da ich als eher zurückhaltender Typ ohne große Kontakte wohl kaum die Chance dazu bekommen hätte. Eine eigene Website ist in meinen Augen eher nur noch so ein Statusding, etwas um sich noch besser und noch cooler zu präsentieren. Notwendig ist das allerdings nicht. Ich sehe dahingehend zur Zeit auch keinen Bedarf. <<

Wie eben von dir schon kurz angeschnitten, wie schaut es bei dir mit Live-Auftritten aus? Wird man dich zukünftig zu Gesicht bekommen?

>> Ja wie gesagt, es ist etwas geplant, allerdings bin ich mir über die Art der Live-Präsentation noch nicht ganz im Klaren. Ich halte nicht viel von diesem Playback-Auftritten bei denen man einfach nur sein Zeug runterspielt und dazu ein bisschen durch die Gegend hüpft. Ich würde gerne richtige Live-Elektronik machen, jedoch sind mir unglücklicherweise einige Daten der Songs auf „X-tinction“ abhanden gekommen, was es mir schwer macht, diese zu rekonstruieren... von einer Live-Performance gar nicht mal zu sprechen. Spätestens beim zweiten Album werde ich aber von Anfang an auch auf Live-Auftritte hinausarbeiten und allerspätestens dann wird man Chainreactor auch live sehen können. <<

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit deinem Debüt-Album.
Hast du ein paar letzte Worte für unsere Leser auf Lager?

>> Das meiste habe ich wohl schon gesagt. <<
http://www.myspace.com/chainreactorxxx
Lucy von Leibnitz (www.promofabrik.de)


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