Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'A' :: AMORAL

AMORAL
Finnland sucht den Metal-Star
An kaum einem Album scheiden sich wohl momentan derart die Geister, wie an dem aktuellen Machwerk der finnischen Band Amoral. Ging es auf den ersten Alben eindeutig in Richtung des technisch, melodischen Death Metals, so werden auf „Show Your Colors“ deutlich ruhigere Töne angeschlagen. Es kommt nicht häufig vor, dass eine Band in so kurzer Zeit eine so radikale Wandlung vollzieht und damit Gefahr läuft, es sich mit einer Menge alter Fans zu verderben. Eine weitere für unsere Breiten eher ungewöhnliche Tatsache ist auch, dass mit Sänger Ari Koivunen der Gewinner der finnischen Ausgabe von „Deutschland sucht den Superstar“ verpflichtet wurde. Was bei uns wohl auf generelle Ablehnung stossen würde ist aber in einem Land, in dem Heavy-Metal gesellschaftlich deutlich mehr Akzeptanz erfährt, kein große Sache. Die Finnen ticken da eben etwas anders. Gitarrist Ben Varon stand Rede und Antwort und entpuppte sich als angenehmer Gesprächspartner, welcher auch mit eher kritischen Fragen keine Probleme zu haben scheint.
Hey Ben, wie geht’s? Hoffe alles läuft gut.

>> Hey, ja alles bestens. Ich komme gerade von einer Probe mit der Band. Wir werden morgen eine kleine Festival-Show spielen. <<

Euer neues Album ist ja jetzt seit Mai auf dem Markt. Wie haben die Fans darauf reagiert? Ich meine vor allem die Fans der vorherigen Alben.

>> Gelinde gesagt, recht unterschiedlich. Natürlich gibt es eine Menge alter Fans die den neuen Sound hassen. Sie hätten sich wohl gewünscht, dass wir mit Death Metal und Growl-Gesang weiter gemacht hätten. Anderseits haben auch viele dem neuen Album eine Chance gegeben und haben Spass damit. Es ist schon großartig gerade von alten Fans zu hören, dass sie das Gefühl haben, dass Amoral genauso zu klingen haben und wir nun unseren eigenen Weg gefunden haben. <<

Wie würdest du „Show Your Colors“ in ein paar Worten beschreiben? Welche besondere Bedeutung hat das Album für Amoral?

>> Ein Wagnis, gross, eingängig und einfach gut. Dieses Album hat auf verschiedene Weise eine besondere Bedeutung für uns. Auf der einen Seite ist es wie ein neuer Anfang, bei dem wir der Welt Stück für Stück beweisen, dass wir eine so einschneidende Veränderung durchziehen können. Wir hatten zum ersten Mal die absolute Freiheit mit dem Songmaterial zu tun und zu lassen was wir wollten. Zusätzlich waren wir nicht durch den Gesang eingeschränkt. Der melodische Gesang gibt den Songs einfach mehr Tiefe, denke ich. Ob das Album nun ein Erfolg wird oder nicht, wir sind verdammt stolz darauf. <<

Was sind die musikalischen Haupteinflüsse für Amoral und welchen Stil bevorzugst du persönlich?
>> Als wir vor zehn Jahren mit der Band anfingen, waren es vor allem Bands wie Pantera, Metallica, Sepultura und Megadeth. Du verstehst schon, eben die „Grossen“ des Heavy Metal. Dann kam Death- und Black Metal dazu und später eher progressive Sachen. Für uns als Band waren das eben die Haupteinflüsse zu der Zeit. Natürlich hat jedes Bandmitglied auch seine persönlichen Vorlieben. Meine sind z.B. der Hard Rock und Heavy Metal der 80er, währen unser Drummer Juhana eher auf technischen Metal steht. Meine Lieblingsband sind über die Jahre die gleichen geblieben und Guns n‘ Roses sind immer noch die coolste Band, die ich je gehört habe. <<

Wer ist bei euch hauptsächlich für das Schreiben der Songs verantwortlich? Wie kam es dazu, dass Amoral weg vom Death Metal, hin zu mehr Heavy- und Power Metal entwickelt haben?

>> Das Songschreiben war bei uns schon immer Sache der Gitarristen, als die von mir und Silver. Anders als bei der Absicht eher melodischen Gesang zu verwenden, war die Veränderung der Musik keine geplante Sache oder geplante Stilveränderung. Die Rock-Elemente kamen eben von Album zu Album immer mehr durch und ich denke, es war einfach die natürliche Konsequenz auf „Reptile Ride“. Seitdem es Amoral gibt haben Silver und ich immer die Songs geschrieben und die Einflüsse verarbeitet, die uns eben gerade beschäftigt haben ohne dabei einen großartigen Plan zu machen. <<

Hattet ihr nicht die Befürchtung, dass viele alte Fans sich, aufgrund der stilistischen Veränderung, von der Band abwenden würden?

>> Nun, das ist wohl unausweichlich und viel Fans haben dies bereits getan. Aber das ist OK für uns. Wir versuchen nicht irgendwem zu gefallen. Uns ist wichtig, dass wir uns selbst treu bleiben. Wenn dir der neue Sound nicht gefällt, kaufe die CD eben nicht. Wenn du die ersten drei Alben hast, gut! Wir werden immer noch viel von dem alten Material live spielen und Ari singt dabei genauso gut, wenn nicht besser als Nico. <<

Jetzt mal eine Frage, die euch wohl schon sehr oft gestellt wurde. Warum hat Niko Kalliojärvi die Band verlassen?

>> Nach seiner Aussage war es einfach fehlende Motivation die dazu führte, dass er sich entschloss die Band zu verlassen. Wir sind immer mit hundertzehn Prozent bei der Sache. Er wollte es etwas leichter angehen lassen. Hier und das mal etwas Musik machen, Songs zu Hause schreiben und abhängen. Also nichts persönliches und auch kein großes Drama. Wenn jemand nicht mit uns Schritt halten kann oder will muss er eben zu Seite gehen, wir wollen uns jedenfalls nicht ausbremsen lassen. <<

Euer neuer Frontman Ari Koivunen gewann die finnische Talentshow „Idols“. In Deutschland ist es mehr als ungewöhnlich, dass jemand eine solche Show gewinnt indem er Metal-Songs performt. Wie sieht das in Finnland aus?

>> Nun, ich habe mir die Show nicht angesehen und gebe eigentlich einen Scheiß auf die Show. Allerdings ist Metal hier so populär, dass man einen solchen Wettbewerb gewinnen kann indem man Songs von Stratovarius und Whitesnake zum Besten gib, was eigentlich ziemlich cool ist. Ich weiss nicht, ob es nach Ari noch andere mit Metal-Songs versucht haben, aber bei ihm hat es geklappt. <<
Wie kam Ari zu Amoral? Habt ihr vorher schon zusammen gearbeitet?

>> Eigentlich haben wir nur zusammen gesoffen (lacht). Ari war bereits eine Weile ein Fan von Amoral. Er war auf ein paar unserer Gigs und endete jedes mal mit uns bei den Aftershow-Partys. Also kannten wir ihn und wussten, dass er gut drauf ist. Als Ari die Gerüchte erreichten, dass Niko ausgestiegen war, kam er zu mir und wollte wissen was da dran sei und ob er es vielleicht mal bei uns versuchen könnte. Es war eine ziemlich lockere Sache. <<

Wann werden wir Amoral auf Europatour sehen?

>> Bald hoffe ich! Gerade jetzt, wo wir uns unterhalten ist unser Booking-Agent dabei Termine und Locations in Europa ausfindig zu machen. Wir können es kaum erwarten wieder in den Bus zu steigen und auf Tour zu fahren. Vor allem mit dem neuen Line-Up. <<

Sonst irgendwelche besonderen Pläne für die Zukunft?

>> Gigs spielen, Songs schreiben! „Business as usual“ eben. Das Album ist gerade in den Staaten erschienen und wir auch diesen Monat in Japan raus kommen und wir hoffen, dass es sich lohnt. Wir hoffen auch hier auf eine Tour. Bis dahin haben wir noch eine Menge Auftritte hier in Finnland und fangen auch langsam an, Material für unser nächstes Album zu schreiben. <<

Dann danke für das Interview. Hat wirklich Spass gemacht.

>> Wir danken auch. Und hoffentlich treffen wir und bald mal auf ein Bier! <<
Jan Edel


[ Zurück zum Index: 'A' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler