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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DOOM SHALL RI ....

DOOM SHALL RISE VI, 17.04. & 18.04.2009, Göppingen - Chapel


Göppingen - Chapel

17.04. & 18.04.2009,
Nachdem das Veranstalter-Team um Jochen Fopp und Frank Hellweg 2008 eine Festival- Pause ausgerufen hatte, bat man 2009 nun gottlob wieder zum allmächtigen Veitstanz. Die Zwangspause hat scheinbar Wirkung gezeigt, denn die rund 450 Freaks in der prall gefüllten Göppinger „Chapel“ zeigten sich hungrig nach Doom jeglicher Spielart. Den Opener EXTORIAN verpassten wir jedoch aufgrund eines scheinbar endlosen Staus auf der A8. Mein Konzerttag startete somit mit LORD OF THE GRAVE. Die Mischung aus Stoner, Sludge und Doom Rock mit ultratief gestimmten Gitarren, viel Gedröhn und äußerst bescheidener, räudiger vokaler Rohheit brachte meinen Festival-Motor jedoch nicht auf Touren. Die mit Exotenbonus aus Peru angereisten REINO ERMITAÑO konnten trotz einiger Holprigkeiten bei den Arrangements und im Zusammenspiel zwar durchaus gefallen, und wenn Frontfrau Tania Duarte Melodiebögen zu spannen versuchte, war – trotz einiger tonaler Unzulänglichkeiten – alles im grünen Bereich, ihre krächzende, schreiende Stimmführung bereitet mir jedoch gar in der Nachbereitung ein echtes Schaudern. Fazit: durchwachsen. SHEVER mussten krankheitsbedingt absagen, also ging’s weiter mit der ersten wirklich überzeugenden Band des Tages: GRIFTEGARD (ex-The Doomsday Cult). Purer Schwermut a la Skepticism paarte sich mit epischen Gitarrenharmonien, verziert von rauen, aber dennoch mit Epik und Melodien einhergehenden Gesangslinien, die von einem üppig beleibten Crematory-Double dargeboten wurden ;-). Jener Thomas Eriksson agierte hinter einer Kanzel (Pfarrer of Doom? ;-)) und verstärkte somit die religiöse Analogie bzw. Affinität, die dem Doom und seiner fanatischen Anhängerschaft jeher nachgesagt wird. (CL)
Wie immer schieden sich an den britischen Veteranen PAGAN ALTAR die Geister. Während Meister Lücker sich ob der Sanges„künste“ von Terry Jones mit gen Himmel gekräuselten Zehnägeln abwandte (Stimmt genau, Pagan Altar sind angeblich Kult. Warum? Fragt mich nicht, das hat sich mir bis heute nicht erschlossen (ähnlich ergeht es mir übrigens auch mit Combos wie Brocas Helm, Manilla Road oder Cirith Ungol). Die Stimmung im Auditorium brodelte zwar, und nachdem sich die Engländer warm gespielt hatten, zündete der musikalische Mix aus Doom Rock, NWoBHM, rudimentären Folk-Elementen, viel Kauzigkeit und einigen Thin Lizzy-ähnlichen Twin-Gitarren durchaus angenehm, aber die Gesangsleistung empfand ich in der Tat als erschreckend schwach. Ohren malträtierend… - CL), verharrte ich trotz der dank seiner nasalen Färbung tatsächlich äußerst gewöhnungsbedürftigen Darbietung des Frontmanns immer faszinierter vor der Bühne. Der tief in den Siebzigern verwurzelte kauzige Sound entfaltete im Laufe der Zeit eine immer stärkere Sogwirkung, der sich ein Großteil des Publikums nicht zu entziehen vermochte. Pagan Altar hoben sich mit ihrem feingliedrigen, hochmelodiösen und von Jethro Tull-artigen Folk-Einflüssen durchsetzten traditionellen Heavy-Rock jedenfalls wohltuend von den das diesjährige DSR beherrschenden grobschlächtigen, atonalen Riffwänden der jüngeren Generation ab und boten zudem perfekt inszenierte Unterhaltung. Zudem kann man von Stimme und Outfit Terry Jones’ halten was man will, aber ein souveräner, allürenfreier Frontmann ist er allemal; dass mit Doom-Ikone Rich Walker eine nicht minder legendäre Aushilfe an der Seite des gewohnt technisch brillierenden Alan Jones aufriffte, erhöhte den ohnehin schon hohen Kultfaktor zusätzlich. Tight und mit trotz aller Routine maximaler Ausstrahlung zelebrierten die Herrschaften dann auch diesen von Terry Jones als mutmaßlich letzten Gig der Bandkarriere angekündigten Auftritt. Songkometen wie „Lords of Hypocrisy,“ „The Aftermath“ oder das mit einem unglaublichen Riff gesegnete „Sentinels of Hate“ nahmen die Anwesenden mit auf einen Ritt durch die Musikgeschichte und beförderten den Stimmungspegel im Laufe der Zeit in den Orbit. Am Ende dieses grandiosen Gigs donnerte denn auch tosender Applaus durch die Chapel und der eine oder andere hatte angesichts der Aussicht, dass man diese allemal außergewöhnliche Band vielleicht nie wieder wird sehen dürfen eine Träne im Knopfloch. Was sich inzwischen aber wieder erledigt hat, denn im Oktober kann man Pagan Altar auf der zweiten Ausgabe des Hammer of Doom in Würzburg bewundern. (PM)

Die Amis von REVELATION wurden als Headliner gesetzt und überzeugten in der Besetzung John Brenner (vocals/guitars), Steve Branagan (drums) and Bert Hall Jr. (Bass) zunächst einmal als äußerst spielfreudige und technisch versierte Truppe; nicht umsonst hing dem Trio jahrelang das Etikett „Rush des Doom“ nach. Die Setlist setzte sich sowohl aus Tracks des aktuellen „Release“-Albums als auch diversen älteren Schmankerln der Bandhistorie zusammen und zumindest der Autor dieser Zeilen verbuchte Revelation mit ihren vertrackten und mit diversen Breaks und feinen Soli bestückten Kompositionen - neben Griftegard - als eindeutige Sieger eines in seiner Gesamtheit leider wenig begeisternden ersten Festivaltages... (CL)
Samstag. Ein kompletter Tag im Zeichen des Doom. PROCESSION eröffneten jedoch ohne unser Beisein, denn unser feister Restaurantbesuch zog sich dann doch in die Länge. Lecker, aber halt leider auf Kosten der ersten Band, die Ohrenzeugen zufolge einen tollen, traditionellen Doom-Job hingelegt hat. (CL)

Die schon lange in der Szene herumgeisternden SYRACH, deren drittes vollwertiges Album „A Dark Burial“ im Juli erscheinen wird, konnten zunächst mit einer optisch imposanten und akustisch sehr kraftvollen Darbietung auf sich aufmerksam machen. Sänger Ripper Olsen (hö…) röhrte die Muskel-bepackten Kompositionen, die insbesondere dank eben jener Vocals eine räudige Doom-Death Schlagseite besitzen, unbarmherzig ins Auditorium. Die Herren Captain 8 und Gjedda an den Sechssaitigen konnten durchweg mit schönen Harmonien glänzen, allerdings machte sich nach etwa der Hälfte des Gigs dann doch gepflegte Langeweile breit – zu eintönig, mit zu wenigen Breaks aufwartend plätscherten die Songs schließlich dahin. So kann man den Norwegern eine gelungene Performance durchschnittlicher Songs zugestehen, was unter dem Strich aber niemanden wirklich vom Hocker reißen konnte. (PM)

TORTURED SPIRIT zeigten sich gegenüber dem recht schwachen Gig beim ersten “Days Of Doom”-Festival stark verbessert, wenngleich Reverend Odd in diesem Leben wahrscheinlich nicht mehr zu einem guten Sänger mutieren wird ;-). Der extrem an diverse Maryland-Doomer angelehnte Sound des Trios, das somit gut in das damalige Raster des seligen Kultlabels Hellhound gepasst hätte, wurde beim Abschlusstrack gar von einem Gastauftritt von Revelations John Brenner an der zweiten Klampfe verfeinert.
BLACK SHAPE OF NEXUS waren krachig und brachial. Ultra-krachig und ultra-brachial sogar. Finster und monolithisch. Garstig und abgründig. Ihre Ausbrüche wurden von meditativen Zwischenspielen unterbrochen, welche die doomigen Noise-Eruptionen umso heftiger erscheinen ließen, zumal diese von infernalischem Kreischen und leidvollen Growls begleitet wurden. Für die einen eine intensive, glückselige Erfahrung, für andere (wie den Autor dieser Zeilen) nur zwei bis drei Songs hinweg zu ertragen. Man liebt diese Extremität oder verdammt sie. Ich entschied mich für Letztgenanntes. Raus aus der Chapel… (CL)

Trotz des vorhergehenden (von einigen zur spirituellen Offenbarung erhöhten) Krachs von Black Shape of Nexus wollte sich mir aufgrund der durchwachsenen Darbietungen der Briten auf ihren bisherigen Veröffentlichungen ebenfalls nicht so recht erschließen, warum LAMP OF THOTH von vielen Fans wie die Heilsbringer empfangen wurden. Allerdings war ich anfangs recht angetan von dem, was nunmehr an meine Lauscher drang. Kauzige, im klassischen Rock und Doom der 70er verwurzelte Mucke darf von jemandem, der Pagan Altar mag schließlich nicht prinzipiell verschmäht werden. Wie gesagt, anfangs konnte die durchaus charismatische Combo um den theatralischen The Overtly Melancholic Lord Strange mit der Bandhymne „The Lamp of Thoth“ oder dem Banger „Oath Sworn on the Ashlar Stone“ auch durchaus überzeugen. Putzig auch, wie die zierliche Lady Pentagram ihrem Drumkit nach Strich und Faden die Felle verdrosch. Leider konnte man die anfangs durchaus vermittelte Begeisterung nicht durchweg erzeugen, was auch hier mit zunehmender Spielzeit (mit Ausnahme vom feist riffenden „You Will Obey“) am Mangel an inspirierten Breaks und abwechslungsreichem Songwriting lag. Schade eigentlich, denn fast hätte man mich zum Fan konvertiert…

Mit den Schweden SEMLAH betrat danach eine von vielen DSR-Jüngern kultisch verehrte Legende die Bretter: Wilbur Eriksson hat sich diesen Status durch sein Wirken bei den großen Count Raven erworben, und der Schwede punktete im Laufe des Festivals weiter durch seine sympathische Art. Nicht selten wurde er angeregt plaudernd und ein Bier verhaftend mit seinen Fans gesichtet – vorbildlich. Und auch musikalisch steht der Mann nach wie vor für Qualität. Sowohl auf den beiden Longplayern als auch auf der Bühne hinterließen Semlah einen hervorragenden Eindruck. Im mit Powerdoom nicht eben klotzenden Billing sorgte man für eine mehr als willkommene Abwechslung, und auch in punkto Ausstrahlung und Performance ließ man wenig anbrennen. Gitarrist Tomas Johnson ist schon aufgrund seiner Körpergröße, geschätzte 2,30m, eine imposante Erscheinung, und auch sein treibendes Riffing ließ keine Wünsche offen. Sänger Johan „Joleni“ Nilsson bestach durch eine äußerst angenehme, humorvolle Ausstrahlung und bot trotz seiner stimmlichen Limitierungen wenig Angriffsfläche. Und dass Wilbur sämtliche Doom-Posen aus dem FF kennt wird niemand im Ernst bezweifeln. Zudem luden Songs wie „Axioms of Life“ oder „Havoc“ mit grandiosen Breaks und Riffs immer wieder zu gepflegt doomigen Hüftwacklern ein – Schön! (PM)

OMEGA MASSIF kamen den zahlreichen DSR-Freaks, denen es anscheinend gar nicht extrem genug zugehen kann (siehe auch Black Shape Of Nexus), genau recht. Instrumentaler, doomiger Postcore mit Isis-Schlagseite, dargeboten auf einer von nur einem weißen Strahler spärlich in Szene gerückten Bühne (und somit quasi in der Dunkelheit zelebriert) und von Kollege PM als Kunststudenten-Sound abgekanzelt. Es stellten sich daher vor Ort 3 Möglichkeiten: Omega Massif lieben (das taten viele), hassen (da gab es einige) oder gelangweilt und gleichgültig vor der Halle pausieren und Smalltalk halten (ebenfalls einige inklusive meiner Wenigkeit). (CL)
Die, inzwischen zu Maryland-Doom Anbetern mutierten, VOODOOSHOCK hatten die undankbare Aufgabe, den schmerzlichen Ausfall der aufgelösten Warning kompensieren zu müssen, was Ihnen nicht ansatzweise gelingen konnte. Nun wird Szeneveteran Uwe Groebel in diesem Leben nicht mehr zum Entertainer oder überragenden Sänger, zu allem Überfluss gelang der Band der Einstieg in den Set mit „Marie’s Sister’s Garden“ und „Feeding Flames with Letters,“ beide vom eigentlich starken 2007er Album „Marie’s Sister’s Garden“, aber auch so überhaupt nicht, was nicht zuletzt an dem unterkühlten, wenig charismatischen Auftreten der Band gelegen haben dürfte. Die Stimmung verharrte denn auch kurz über dem höflichkeitsapplausigen Gefrierpunkt, bevor mit dem wunderbaren „Please Let All Truth in Your Heart“ die Aufholjagd eingeläutet wurde, die mit groovigem Tanzstoff der Sorte „Fountain of Freedom“ denn auch deutlich bessere Reaktionen hervorrief. Endlich regierte der gepflegt anrührende Bluesdoom, und das war auch gut so. Durchwachsen.

Mit dem Auftritt von LORD VICAR wurde das ganze Dilemma des diesjährigen DSR deutlich: Spielten in den letzten Jahren auf den letzten Positionen meist gestandene Acts mit diversen Veröffentlichungen in der Hinterhand, so verströmen die Skandinavier lediglich dank der Count Raven/Vitus- und Reverend Bizarre-Vergangenheit von Sänger Chritus sowie Gitarrist Peter Stallgeruch. Zwar ticken beim DSR die finanziellen Uhren zum Glück etwas anders, aber insgesamt ist das doch zu wenig, auch wenn man sagen muss, dass die Veranstalter echt mal wieder Pech hatten (Absage Warning und die kurz darauf folgende Saint Vitus-Tour). Wenn man jedoch sieht, dass Death Row im Oktober beim Hammer of Doom und Candlemass ihre „Epicus Doomicus Metallicus“-Jubiläumsshow nächstes Jahr eben beim KIT spielen, dann spricht die Bände. Natürlich kann es sich das DSR aufgrund seines familiären Underground-Charakters nicht leisten, solche Bands eigens zu engagieren. Nichtsdestotrotz werden die Fans in Zukunft wohl genauer hinschauen, welche Gigs und Festivals sie beehren werden; dieses Jahr zehrte man jedenfalls sehr vom eigenen Kultstatus. Aber Ehre, wem diese auch gebührt. Lord Vicar machten ihre Sache gut, ihr ursprünglicher Doom (weit eingängiger als die meist ausladenden Reverend Bizarre-Epen) wusste mit ohrwürmeligem wie „Born of a Jackal“ oder „Last of the Templars“ vom guten Debüt „Fear No Pain“ durchaus zu überzeugen, die Stimmung war im oberen Lautstärkebereich, die Band engagiert und authentisch. Den Leuten gefiel’s, die Sache ging auf, aber ich kann auch auf die Gefahr hin, als Nörgler zu gelten, nicht verleugnen, dass ich mir für das nächstjährige DSR gerade angesichts der in Süddeutschland mit immer hochkarätigeren Billings aufwartenden Konzertszene wieder mehr Qualität wünsche, denn dieses Jahr hatten etwa die zur gleichen Zeit tourenden Mourning Beloveth oder insbesondere Isole hochklassige Veröffentlichungen in der Hinterhand. (PM)

WINO als krönender Abschluss, doch trotz seines Legendenstatus hatte sich die Halle bereits merklich geleert. Zwei Tage Doom kosten also Kraft. Wino wirkte nervös, legte mit furioser Energie los und überzeugte mit enormer Spielfreude. Auf dem Programm standen dabei nicht nur Songs seines neuesten Werkes „Punctuated Quilibium“, sondern auch einige Tracks aus seiner Diskographie bis hin zu The Obesessed. Wino (als Band) zollten ihren Seventies- und Psychedelic-Einflüssen Tribut und verblüfften im Laufe des Sets mit diversen spontanen Improvisationen und ausgedehnten Soli, wobei sich speziell Clutch-Drummer Jean Paul Guster als äußerst kompetentes, spieltechnisch versiertes und filigranes Trommelwunder mit ungeheurem Punch präsentierte. Laut war es obendrein, Motörhead-laut sogar. Und gut dazu, wobei ich mich ansonsten Patricks Resümee anschließen kann, denn obschon es - allein wegen der vielen bekannten Doom-Fratzen vor Ort – ein äußerst nettes Wochenende war, ließ die Qualität des Billings, im Vergleich mit allen Vorjahren, doch leider zu wünschen übrig. Vielleicht liegt es aber auch nur an unseren eher traditionellen Doom-bzw. Power Doom-Geschmäckern… (CL)
Christoph Lücker (CL), Patrick Müller (PM, Gastautor) - Pics: Christoph Lücker


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