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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ABSU

ABSU
Okkulte Geschichtsstunde
Die Entstehung einer Gleichnamigen, ja das bloße Vorhandensein einer Selbstbetitelten sollte nach allgemeinem Dafürhalten ein echtes Ereignis sein, historisch gerechtfertigt und das Ergebnis für sich selbst sprechen. All das mag mag für eben dieses Album der texanischen Black Metal-Legende zutreffen. Bandchef Proscriptor persönlich widmete sich den Fragen rund um ein Stück Bandgeschichte, das für manch einen, der die Band längst ad acta gelegt hatte, durchaus eine Überraschung war. Nicht zuletzt dürfte das vor allem daran liegen, dass Proscriptor und Co. nach landläufiger Meinung besser sind als je zuvor. Während man also zurückschaut, blickt man nach acht vergangenen Jahren seit Tara mit Enthusiasmus nach vorn.
Hi Proscriptor! Eure Selbstbetitelte hat keine schlechten Chancen in den Kreis der Alben des Jahres aufgenommen zu werden. Wie siehst Du das? Hast Du so etwas kommen sehen? Was führte überhaupt zu dieser Selbstoffenbarung?

Proscriptor: >> Hi! Zunächst einmal besten Dank für´s Kompliment. Die Idee für ein selbstbetiteltes Album war eigentlich bereits seit einigen Jahren mein Ziel, sogar noch vor „Tara“. Dann kam die Situation mit dem neuen Line-Up und einer neuen Vision von ABSU, so dass es nun wirklich Sinn machte. <<

Totgesagte leben länger. Acht Jahre sind ins Land gegangen, in denen man mehr oder weniger nichts von ABSU gehört hat. Nun ist ABSU wieder da, stärker als zuvor vielleicht. Wie kam es dazu?

>> Eine ganze Reihe Anzeichen gab es damals schon, dass ABSU langsam zerfiel, so gegen Ende 2001. Offen gestanden hatte ich die Band vier Monate lang verlassen, als ich mich um das Audit bei Slayer gekümmert habe. Als ich dann zurückkam, verließ Equitant die Band, im April 2002. Wie auch immer, wir entschieden erneut, als Trio weiter zu machen, Equitant nun am Bass, weil wir einen neuen Gitarristen hatten: Kashshapxu. Wie bereits erwähnt, gab es schon damals die Idee mit diesem Album. Als wir aber mit den Arbeiten daran begonnen hatten, passierte eine kleine Tragödie. Bei einem Unfall brach ich mir das Handgelenk. Die Ärzte waren damals nicht besonders optimistisch, dass ich jemals wieder Schlagzeug spielen würde. Letzten Endes wurden die Arbeiten am Album eingestellt. Nach der Reha habe ich allerdings wieder mit Spielen angefangen, und ironischer Weise geht das besser als je zuvor. Anschließend war ich nicht untätig und in mehreren Projekten und mit anderen Bands beschäftigt, außerdem noch als Vater, weswegen ich mich vier Jahre lang überhaupt nicht um ABSU gekümmert habe. <<

Und wie kam es zur Wiederbelebung?

>> Im Frühling 2007 habe ich mich deswegen an den Gitarristen und Songwriter Aethyris McKay gewendet. Shaftiel und Equitant hatten kein Interesse an einer Wiederauflage von ABSU. Er erwähnte Vastator, der eine gute Besetzung für Shaftiel wäre. Vastator blieb allerdings nur 6 Monate, bis November 2007 und verließ die Band dann aufgrund von musikalischen Differenzen. Nichtsdestotrotz hat er zu vier Songs auf dem neuen Album beigesteuert, wofür ich ihm dankbar bin. Am Tag nach seinem Weggang haben Aethyris und ich unseren Langjährigen Kollegen Zawicizuz (Infernal Oak / Rape Pillage & Burn Fame) für Vastator rekrutiert und vor ein paar Monaten dann Ezezu (Panzram) um das Line-Up zu vervollständigen. Ich kann Dir sagen, dass wir nun eine sehr fruchtbare Arbeitsatmosphäre haben. <<
Wie setzt sich vor diesem Hintergrund das Album zusammen?

>> Die Songs stammen mehr oder weniger aus der Feder der jeweiligen Gitarristen. Letzten Endes geht die Hälfte der Tracks auf unsere aktuellen Bandmates Aethyris und Zawicizuz zurück, während die andere Hälfte von Shafttiel und Vastator stammt. Ich denke, das ergibt auch die gute Mischung über das ganze Album gesehen. <<

Wie gestaltete sich das Songwriting über die Entwicklung bei der Besetzung unterschiedlich?

>> Als Aethyris und Vastator dazu kamen, wusste ich, dass wir nicht nach dem gleichen Schema vorgehen würden, das wie mit Shaftiel und Equitant gefahren sind. So lange, wie ich Aethyris kannte, das bedeutet zunächst als Drummer, erst später als Gitarrist, noch bevor er zur Band kam. Er zeigte mir sein Können an der Gitarre, und ich war ziemlich beeindruckt von seiner Technik. Als dan Vastator die Band wieder verließ, waren wir noch immer in Schreiblaune, und wir hatten noch ein paar Songs fertig zu stellen, bevor wir überhaupt ins Studio konnten. Glücklicherweise sprang Zawicizuz ein, was uns eine Menge Zeit gespart hat, in dem er zwei volle Songs zum Album beisteuerte, die unglaublich gut sind. <<

Abgesehen von der Kombination von Material, das aus verschiedenen Perioden stammt – welchen Einfluss meinst Du hat der lange Zeitraum auf die Scheibe gehabt.

>> Bevor ich mir im Juni 2002 das Handgelenk gebrochen hatte, war eigentlich geplant, die Scheibe ziemlich hastig aufzunehmen, eben bevor geplant war, in den Niederlanden und Schweden das nächste Melechesh-Album „Sphynx“ aufzunehmen. Die Reha nach dem Unfall dauerte zunächst vier Monate. Und es wäre wahrscheinlich keine gute Idee gewesen, ein solches ABSU-Album gehetzt aufzunehmen. Ich bin der festen Überzeugung, das Ergebnis wäre lange nicht so gut gewesen, wie heute. Grundsätzlich war es wohl eine gute Sache, eine Auszeit zu nehmen, ohne Bedauern. <<

Da gibt es auch eine Reihe von Gastmusikern auf “ABSU”. Kannst Du uns etwas dazu erzählen? Wie war die Aufgabenverteilung?

>> Nun, die Parts für die Vocals stammen zunächst einmal von mir. Für das, was ich geschrieben habe, brauchte ich verschiedene erzählende Charaktäre, mich ausgenommen. Und die sind Mindwalker (The Firstborn), Nornagest (Enthroned) and Vorskaath (Zemial). Mein Ex-Bandkollege Ashimedi von Mekechesh hat den Text zu drei Songs auf dem Album beigesteuert. Blasphemer performt die herausragenden Soli bei „Girra´s Temple“ und „Night Fire Canonization“. Auf Equitant geht das Instrumental am Ende des Albums zurück, David Harbour (Ex-King Diamond) spielt das Synthie-Solo auf „Our Earth Of Black“ und Michael Harrisspielt einige exzellente Soli auf den Tracks „The Name Of Auebothiabathabaithobeue“ und „Those Of The Void Will Re-Enter“. Abgesehen vom Gesang hatten alle die Freiheit, Ihre Parts selbst zu schreiben und aufzunehmen. Natürlich haben wir hinterher ein paar Takes gelöscht und nur die viel versprechendsten genommen. Ich muss sagen, jeder, der zu dem Album beigesteuert hat, übertraf meine Erwartungen bei Weitem. Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden. <<
Habt Ihr dann eigentlich ein festes Line-Up?

>> Offiziell ist das Line-Up so stabil, wie es ist´. Das Wort „Session-Musiker“ existiert nicht in unserem Vokabular, was ich für positiv halte. In den 90ern gab es enige Probleme, einen permanenten 4. Bandmember zu halten. Also haben wir jedesmal, wenn wir auf Tour gingen, Mezzadurus (Blood Storm) genommen. Uns ist es besonders wichtig, ein stabiles, dauerhaftes Line-Up zu haben, da die perfekte musikalische Chemie auf funktionierender Kommunikation basiert. <<

Hast Du jemals daran gedacht, wie es wäre, ABSU in der alten Besetzung wiederzubeleben?

>> Offen gestanden habe ich vier Jahre lang darauf gewartet, dass das Telefon klingelt und entweder Shaftiel oder Equitant dran wären und dort weitermachen wollen würden, wo wir mit „Tara“ aufgehört haben. Das ist aber niemals eingetreten, also habe ich mich in der Zeit um mein Label Tarot Productions gekümmert und zwei Projekte mit Equitant (Equimanthorn und Starchaser Network) gemacht und war als Session-Musiker bei einer Reihe von Bands in dieser Gegend. Tarot Productions ist übrigens nicht nur ein Label, sondern gleichzeitig ein In-House Mastering-Studio, das Bands bei der Post-Produktion ab dem Moment unterstützt, wenn die Platte oder Demo aufgenommen und abgemischt ist. Na ja, darum habe ich mich ebenfalls gekümmert. Momentan konzentriere ich mich ausschließlich auf ABSU und Tarot Productions. <<

Wenn ich mich recht entsinne, bist – wenn auch knapp – kein direktes Gründungsmitglied von ABSU. Wie kommt es, dass Du heute als Bandkopf die Fäden in den Händen hältst?

>> Das ist richtig, ich kam ganz genau am 10. Juni 1992 dazu. Letzten Endes bin ich langsam in die heutige Rolle hineingewachsen. Grundsätzlich brauchten wir als Band einen Fokus, und ich denke, ich war es, der genau das mitgebracht hat. Während sich der Black Metal allgemein entwickelte und ausbreitete, wollte ich eine eigene Sparte schaffen, das, was heute als Mythological Occult Metal bezeichnet wird. So kam es, das wir uns inhaltlich auf Magie, verschiedene klassisch-mythologische Elemente konzentrierten, musikalisch allerdings sind wir eine Mischung aus Black Metal, Death Metal, Thrash Metal, Heavy Metal und Progressive Rock. Nun sind es nahezu fast 20 Jahre später… Zwar bin ich geradezu ein Tyrann, wenn es um meine Sichtweise in Richtung lyrischer Ideologie der Band geht. Wenn es aber ans Komponieren und Arrangieren geht, liefert jeder den gleichen Input. In der Gruppe sind wir, auch wenn ich sozusagen der Sprecher bin, gleichwertig. <<

Was glaubst Du, was ABSU von anderen Bands unterscheidet?

>> Im Prinzip ist ABSU keine Band, die sich um Schwarz-Weiß-Themen schert, die rund um den Planeten geistern. ABSU beschäftigt sich mit Magie und der mythologischen Übertragung in Richtung Wissenschaft und Geschichte. Man könnte uns mehr oder weniger als eine bildende Band bezeichnen. <<

Was glaubst Du, warum gerade Black Metal eine Möglichkeit ist, das auszudrücken?

>> Die Kadenzen und Akzentuierungen jedweden extremen Metals drücken den esoterischen, lyrischen Inhalt und Ideologien aus. So, wie ich der verstehe, ist ABSU eine Form der Chaos-Magie, da ich glaube dass man damit beides, subjektive Erfahrungen und objektive Realitäten verändern kann, das obwohl darüber diskutiert wird, dass Chaos-Magie auf paranormalem Wege funktioniert. Unterbewusst formuliert bin ich nicht eins mit der heutigen Welt, wenn ich ABSU-Texte verfasse. <<
Was fällt Dir zu Kris Verwimp ein, der das Cover designed hat?

>> Das habe ich schon oft gesagt, und ich sage es wieder: Kris Vervimp ist ein abs(u)-olutes Genie wenn es darum geht, meine Konzepte und Ideologien dahinter in ein Cover umzusetzen. Er realisiert meine Ideen am allerbesten. Die Idee in diesem speziellen Fall basiert auf meiner Vorstellung, dass die Absu oder auch Hölle geografisch gesehen oben beginnt, was als „Ebene der grenzenlosen Portale“ bekannt ist. Das Cover ist ein Kompendium aus sumerischer Mythologie und Mystizismus verschlüsselt in physischer und nicht-physischer Esistenzebene. <<

Was hat sich nun nach der Veröffentlichung von ABSU geändert?

>> Als ich damals zum ersten Mal über die Selbstbetitelte nachgedacht habe, war das nicht als Neuanfang geplant, weil die Voraussetzungen andere waren, die Bandbesetzung eine andere und so weiter. Nun ist es ein neues Kapitel für ABSU, es fühlt sich wirklich wie eine Reinkarnation. Nicht nur wegen dem neuen Line-Up, aber auch sonst ist wesentlich mehr Enthusiasmus mit dabei und mehr mystische Oberhoheit als jemals zuvor. <<

Wo wir gerade bei Reinkarnation sind, hat ein solches Konzept in Deinem Leben Gültigkeit? Was ist Unsterblichkeit für Dich?

>> Ich halte Unsterblichkeit nicht für eine unbegrenzte Zeitdauer, sondern für eine Form der Zeitlosigkeit. Grundsätzlich gehört damit die Unsterblichkeit auch den jetzt Lebenden. <<

Wie geht es nun in diesem Jahr für Euch weiter?

>> Das Ziel ist es, in diesem Jahr so viele Shows wie möglich zu spielen. Anfang 2010 werden wir uns gewissenhaft darauf konzentrieren, am nächsten Album zu arbeiten, es wird also nicht noch einmal acht Jahre dauern, danach… an dem Album arbeiten, was dann kommt. <<

Besten Dank für das Interview und alles Gute!

>> Danke für das Interview! Wir freuen uns wirklich darauf, Euch in Deutschland diesen Sommer zu sehen. Checkt unsere MySpace-Seite für Tourdaten. Praise Mythological Black Metal! <<
http://www.myspace.com/absu
Michael Gorray


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