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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ANIMA VIRUS

ANIMA VIRUS
Wirbelsturm der Emotionen
Heute geht es um eine Band, die meiner Meinung nach einen absoluten Meilenstein in der dunklen Szene setzen wird. Ich unterhalte mich mit Aurelio, welcher mit seinen beiden Bandmitgliedern Lucy und Deneb von Anima Virus gegründet hat, eine Band, die schon seit 1996 existiert und mit ihrem aktuellen Album die sehr facettenreiche Platte „End oft he Eden“ fabrizierte, die auch nach dem zwanzigsten Mal Hören noch nicht „ausgehört“ ist.
Euch gibt es, wie oben erwähnt, schon seit 1996. Was hat euch dazu bewogen, die Vorgängerband The Vacuum aufzulösen und einen Neustart hinzulegen?

>> Zu dieser Zeit haben sich einfach zu viele Probleme angesammelt, und nicht zuletzt durch persönliche Bedürfnisse wurde diese Band aufgelöst. Es war ein Projekt, bei dem die verschiedenen Einflüsse der einzelnen Mitglieder, die diese Band damals gegründet haben, einen ziemlich buntscheckigen Sound hervorgebracht haben. Wie auch immer, dieses Experiment war auf jeden Fall sehr nützlich, um all die technischen und ausdrucksstarken Möglichkeiten für die Zukunft von Anima Virus auszuloten. <<

Die doch etwas tiefergreifenden musikalischen Einflüsse, angefangen von Bauhaus über The Cure bis hin zu Depeche Mode, schlagen sich sehr deutlich in euren Songs nieder, ohne dass man über geklaute Passagen stolpert. Was bedeutet euch die Musik, mit der ihr euch inspirieren lasst? Verbindet ihr viel damit?

>> Vielleicht ja, um die leitende und sehr schwere Atmosphäre nahe derer zum Ender der 70er Jahre hin, die durch soziale, politische und ökonomische Gründe entstand, nachempfinden zu können. Aber auch Themen, die mit einer gewissen Entfremdung bis hin zu der eigentlichen Bedeutung der Verwirrung tief in den Schatten verbunden sind , hat uns unserem eigenen Wesen nähergebracht. <<

Unter anderem ist ja auch ein Cover des berühmten 80er Song „The Killing Moon“ von Echo & The Bunnymen vertreten. Trägst du dich mit dem Gedanken, öfter mal eine Neuinterpretation mit auf die Scheibe zu packen?

>> Ja, ganz sicher. Ich bin sehr glücklich darüber, die Möglichkeit zu einer Neuinterpretation gewisser Stücke nutzen zu können, die mein Leben verändert haben. Ich arbeite daran, neue Covers vorzubereiten, aber ich werde dir nicht mehr über die Künstler verraten. Das bleibt eine Überraschung… <<
Es wird gesagt, du beziehst deine Texte zum Teil aus zeitgenössischer Literatur – welche Werke genau haben dir da den Leitfaden gegeben?

>> Viele Schriftsteller, Philosophen, Poeten und Künstler. Die griechische Literatur, Archäologie, Anthropologie und Philosophie sind meine Leidenschaft. Ich liebe es, eine Analyse über Caravaggio zu studieren oder die Briefe von Ronsard an Giordano Bruno zu lesen, oder Auszüge, die ich mir aus „De Rerum Natura“ zusammengestellt habe. In diese Richtung geht das. <<

Eure Musik klingt im Gesamtkonzept sehr verschachtelt und unheimlich kreativ – gerade das Stück „Zdzislaw Beksinski“, das ja eine Hommage an den verstorbenen Künstler ist, erinnert mich sehr an Bauhaus. Ist es die Kunst, die der Künstler schuf, oder seine Geschichte, die dich so sehr fasziniert hat, dass du ihm ein Meisterstück moderner Musik gewidmet hast?

>> Das Stück entstand aus beiden Motivationen heraus. Er hatte ein gepeinigtes und hartes Leben, und seine Arbeiten reflektieren das. <<
Neben der Musik und der Lyrik, die Du so sehr verehrst, gibt es noch andersgeartete Einflüsse (vom Leben, dem Zuhause, persönliche Tragödien…), die einen Teil deiner Musik ausmachen?

>> Da gab es jetzt keine grossartigen Vorkommnisse. Dennoch habe ich die Schwere und die Präsenz der Stimmung meiner Seele gespürt. Im Endeffekt denke ich zu der Zeit, als die Zeit schonungslos weiterging. Als ich diese Sensation entdeckte, dass wir in einer unheimlich korrupten Welt leben, die das repräsentiert, was wir aus uns gemacht haben, und dass wir diesen Wirbelsturm der Emotionen tatsächlich überleben. <<

Aurelio, du kommst, wenn ich richtig informiert bin, aus Italien. Hier in Deutschland ist die dunkle Szene ja doch sehr präsent, wie sieht es dort aus?

>> Ja, mir ist bekannt, dass die Gothic–Szene in Deutschland sicher viel beträchtlicher ist als in Italien, aber wir haben jetzt keinen neuen “obskuren Planeten” entdeckt. In Italien ist die Szene schon sehr viel kleiner, was auch einige Probleme aufkommen lässt. <<
Bist Du in Deiner Heimat auch schon gut bekannt?

>> In gewissen Kreisen bin ich bekannt, zum Beispiel in Bereichen wie Journalismus oder bei diversen Kunstkritikern, von welchen ich exzellente Zustimmung bekomme. Ich bin sehr stolz auf diesen guten Ruf, den ich mir mit meiner harten Arbeit verdienen konnte. Wir sind mittlerweise eine Art „Kultband“ geworden. Ich möchte meine Kreativität jedoch nicht nur in der Zeit erweitern, sondern auch im Raum. Berühmt in gewissen Kreisen zu sein, hat nicht immer etwas mit Qualität zu tun. Über diesen Tellerrand möchte ich hinaus. <<

Das Booklet dieser CD „End Of The Eden“ ist ja auch von euch mitgestaltet – inwiefern habt ihr da eure Finger drin?

>> Ich habe den Inhalt des Booklets ein bisschen erweitert in dem Versuch, Atmosphäre und Musik zusammenzuführen. Und für diese Arbeit verdient auch meine Freundin Claudia Anerkennung, denn sie hat die Photos gemacht und ist für die Artwork zuständig, auch Promo-, Artwork und solche Sachen. <<

Gibt es noch andere Projekte neben Anima Virus, denen ihr euch aktuell zugewendet habt, oder plant ihr etwas in dieser Richtung? Vielleicht auch eine Zusammenarbeit mit anderen Bands?

>> Aktuell arbeite ich ausschliesslich an dem Anima Virus Projekt, aber für einen späteren Zeitpunkt habe ich schon geplant, zurückzugehen und mich meinen alten Projekten zu widmen. <<

Ist eine Tour geplant, auf der man Euch auch einmal Live erleben kann?

>> Ja, ich hoffe bald! Über die Anima Virus Daten und Tourneeplanungen könnt Ihr Euch jederzeit informieren, wenn Ihr die Seiten http://www.myspace.com/animavirus oder http://www.decadancerecords.it besucht. <<

In diesem Sinne hoffe ich, auch einmal in den Genuss zu kommen, euch auf der Bühne zu sehen und danke Euch dafür, dass Ihr euch die Zeit genommen habt.
http://www.myspace.com/animavirus
Ramona Richard


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