Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'D' :: DORO, 13.12.2 ....

DORO, 13.12.2008 ISS Dome, Düsseldorf
Doro
Arch Enemy
Leave`s Eyes
Holy Moses

ISS Dome, Düsseldorf

13.12.2008
Warum bin ich mit 42 Jahren noch immer beim "Obliveon"? Geld hat von uns schliesslich noch keiner gesehen. Natürlich der pure Spaß am Rock `n` Roll, oder? Sicher! Aber was ist, wenn der Spaß zum Ärgernis wird? Wie das? Nun, da gibt es die alten Heroes auf die man sich freut, wenn ein Interview auf dem Plan steht. Und dann antworten sie auf deine Fragen zum Teil gar nicht, nur einsilbig oder völlig desinteressiert, falls das Interview überhaupt stattfindet. Manche Termine platzen bis zu drei mal. Und das ist der Zeitpunkt wann wir aufhören nachzufragen. Bei den Konzerten kann es dir passieren, dass du trotz vorheriger Akkreditierung vor Ort (manchmal hunderte von Kilometern von zu Hause weg) gar nicht mehr auf der Gästeliste stehst. Das macht richtig Spaß. Doro sollte schon lange vor ihrem 25jährigem Bühnenjubiläum interviewt werden, doch dann kam die Anfrage ob es Face to Face beim Gig stattfinden könnte. Prima. Also fuhr ich an dem Samstag, direkt nach der Arbeit los, da die Show um 17 Uhr ihren Anfang finden sollte. Man hat halt eine Menge vor, allein um das Mega-Event des 20jährigen Bühnenjubiläums zu toppen. Rund um den Dome fegte ein eisiger Wind mit einer gefühlten Temperatur von Minus Zwanzig Grad. Ich wanderte zum VIP-Eingang. Herzlich willkommen, hier sind sie richtig. So der freundliche Ton an der Pforte. Innen am Counter verwies man mich auf den Haupteingang. Herzlich willkommen, hier sind sie richtig, klärte mich der burschikose Security-Mensch auf. Am Counter verwies man mich auf die Kasse. Es gab derer vier. Als ich die richtige fand, gab es den Presse-Pass. Endlich angekommen suchte ich einen Verantwortlichen der mir sagen könne, wo der Pressetermin stattfinden würde, denn das Interview wurde schon per Email im Voraus wieder abgesagt. Meine Suche blieb im Gewirr des Metal-Marktes absolut erfolglos. Ich bewegte mich zum Innenraum, den ich aber nicht betreten durfte. Man verwies mich auf die Pressetribühne. Von dort aus konnte ich aber keine Fotos machen. Dürfte ich sowieso nicht, sagte eine alte Bekannte die ich zufällig traf (und die für die Gästeliste zuständig war), da ich keinen Fotoausweis verlangt hätte. Jetzt mache ich diesen Job schon elf Jahre und mußte noch nie, außer bei den großen Festivals, extra nach einem Foto-Pass fragen. Und wenn du einen Pass bekommst darfst du nicht blitzen. Stellt Euch mal das mittlerweile auf jedem Gig völlig irre Szenario vor. Als akkreditierter Medienerstatter darf man allerhöchstens die ersten drei Lieder des Stars ohne Blitz fotografieren, während hinter dir hunderte von Digtalkameras und hochauflösende Handys das ganze Konzert über eine wahre Blitzgewitterorgie stattfinden lassen. Einen Fotopass im nachhinein zu bekommen, stellte sich heraus wie die Suche nach dem heiligen Gral und dabei hatte meine Frau sich zu Weihnachten extra eine Digitalkamera für mich vom Mund abgespart und mir heute feierlich mit den Worten, daß wir ja erwachsen seien, ich die Kamera bestimmt heute unbedingt gebrauchen könne und Heilig Abend eben nichts mehr bekommen würde, übergeben. Wären das geile Pics geworden. Die Fotos, die ihr hier vorfindet, wurden eben von der Pressetribühne gemacht, denn den Innenraum durfte ich tatsächlich nicht betreten um mit meinen Freunden zu feiern. Alle Berichterstatter mußten oben bleiben. Welch ein Witz.
Doch das Beste kommt noch. Der Presse-Bereich war eigentlich der Teil der Halle, für den die Fans mehr Geld für ein Ticket bezahlen mußten (10 Euro extra), um bessere Sitzplätze zu ergattern. Genau diesen Fans wurde der Zutritt jetzt verweigert. Doch Doro-Fans sind nicht unbedingt alles-akzeptierende Teenies. Hier standen richtige Kanten, die ihr Recht einforderten und sich mit der Security anlegten, so dass es fast zum Eklat gekommen wäre, wenn nicht Sabina Classen im Namen von Doro (wie peinlich) für Ruhe gebeten hätte. Man wolle ja eine tolle Party feiern und Betroffene könnten sich am Merchandise-Stand für ihr bezahltes "Mehr-Geld" einen Patch abholen. Nur dass die Leute keinen Patch für zehn Euro haben wollten, sondern ihr Geld oder den Sitzplatz. Was letztendlich aus dieser Story wurde entzieht sich meiner Kenntnis. Ich mußte ja arbeiten. Ein weiteres Problem, das viele Fans hatten, war die Tatsache, dass der ersten Single "Celebrate" ein Sticker beilag, den man am heutigen Tage am Merchandise-Stand gegen ein Überraschungs-Geschenk eintauschen konnte. Fehlanzeige. Keine Geschenke vor Ort. Zumindest betrat Boxerin Regina Halmich pünktlich die Bühne, bat nochmal für einige Sachen um Verständnis und sagte Doro und die bevorstehende Party an.

Die fing dann erstmal ganz sachte, nicht in Sachen Musik, aber in Sachen Zurückhaltung der Fans, an, denn der brachiale Thrash-Sound von Holy Moses mit der bösen Sabina Classen am Mikro war nicht unbedingt jedermanns Ding. Eigentlich reagierte kaum ein Fan auf den Sound der deutschen Combo und es gab allerhöchstens Höflichkeits-Applaus. Ich muß selber zugeben, daß mir seit "Master Of Disaster" aus dem Jahre 2001 kein Track der Aachener zu mir durchgedrungen ist. Einzig und allein Sabina gab optisch und action-mäßig den Ton an, während ihre Backing-Band (außer Ferdy) dezent den Hintergrund abwanderte. Vielleicht war der Band die Halle noch zu leer um sich zu verausgaben. Nach einer anständigen halben Stunde war das Happening erledigt und man muß wirklich zugeben, daß Gastkeyboarder Ferdy Doernberg ordentlich dazu beigetragen hat, dass das Publikum zumindest ansatzweise auf die Band reagierte. Er ist halt auf der Bühne eine Frontsau.
Warum müssen bei solchen Gigs die Umbaupausen immer so unnötig lang sein? Schon mal gemerkt, dass auf dem "Bang Your Head"-Festival in Balingen solche Dinge in zehn Minuten erledigt werden und das bei 30° Celsius im Schatten? Leave`s Eyes mit Frontfrau Liv Kristine und ihrem agilen Gatten Alex Krull ist, im Gegensatz zu Holy Moses, schon von einem ganz anderen Format. Diese deutsch-norwegische Symphonic Rock-Formation bietet klaren Engelsgesang von Liv, gepaart mit den Growls ihres Gatten. Auch an dieser Stelle muß man ganz klar sagen, dass die mittlerweile etwas mehr gefüllte Halle kaum begeistertes Publikum aufwies. Da war Doro mit ihren Gast-Bands von dem 20jährigem Jubiläum besser bedient. Was nutzt es dem Zuhörer, dass Doro mit allen Bands befreundet ist, wenn die musikalische Ausrichtung nicht passt. Auch die Songs dieser Band sind mir nicht geläufig und berührten mich nicht wirklich. Dennoch war der Gig recht professionell und das Outfit der Fronterin eine Augenweide.
Die letzte Vorgruppe war die Knüppelcombo Arch Enemy mit Fronterin Angela Gossow in ihren Reihen. Mittlerweile war die Halle mit circa 8.000 Fans gefüllt, die aber 13.000 Besucher fassen kann. Das amchte den Streit um die Plätze auf der Pressetribühne umso unverständlicher. Obwohl mehr Stimmung in die Bude kam, geriet der Ball noch immer nicht richtig ins Rollen. Der schwedische Melodic-Death Metal mit den Female-Vocals aus Köln gefiel mir allerdings von allen bisherigen Auftritten am besten. "Nemesis" und "We Will Rise" werden zum besten gegeben, doch das Gros der Songs kam vom aktuellen Longplayer "Rise Of The Tyrant". Man muß den gesamten Vorbands Respekt zollen sich für ihre Freundin vor einem undankbaren Publikum zu präsentieren, aber für das dreißigjährige Bühnenjubiläum empfehle ich ein bißchen mehr Rock `n` Roll und gewöhnlichen Old-School-Metal.
Etwas nach 20 Uhr, Regina ist gerade von der Bühne gedackelt, beginnt dann ein Videospektakel, das für meinen Geschmack etwas zu lange dauert. Dafür sind der monströse Bühnenaufbau und die Showeffekte vom Feinsten. Doro begann mit treffsicheren Klassikern und sofort war der Mob in Bewegung. Leider war die erste Ansage gleich wieder ein weiterer Dämpfer für den Abend, denn Altmeister Udo Dirkschneider sagte den Abend ab. Doch Doro hatte noch mehr Gäste versprochen und so machte Bobby Blitz von Overkill den Auftakt. "Always Live To Win" ballert ins Publikum, aber Bobby ist kaum auszumachen. Es gab noch den obligatorischen Balladen-Teil und dann durften die ehemaligen Rhein-Fire-Girls tanzen. Ex-Voodoo X Meister Jean Beauvoir kam für einen Track auf die Bretter und war unschlagbar. Der nächste große Clou war der Auftritt aller Frontfrauen der Vorgruppen plus einigen Mitgliedern von Girlschool sowie der Sängerin von After Forever, Famke Janssen. Wären das geile Bilder geworden hätte ich im Fotograben gestanden. Unwiederbringlich, aber der Hormonhaushalt war eh durcheinander. Ärger hin, Ärger her, alles ist für mich vergessen wenn Doro "Love Me In Black" anstimmt. Mein absoluter All-Time-Favorite der Düsseldorferin. Gänsehaut pur. Und um die Ausschüttung von Endorphinen nicht abbrechen zu lassen, kam ex-Nightwish-Fronterin Tarja Turunen auf die Bühne und sang gleich zwei Balladen, von denen die zweite von ihrem eigenem Album stammt. Hier kann Doro gleich doppelt glänzen. Derartigen Gesang hätte ich ihr niemals zugetraut.
Für "East Meets West" werden Guitar-Hero Axel Rudi Pell und der Kopf von Grave Digger, Chris Boltendahl, auf die Bühne gebeten. Der erste komplette Ausraster findet im Publikum statt. Eine wirklich gelungene Performance. "Breaking The Law" muß die Grande Dame des Metal alleine vorführen, da, wie eingangs gesagt, Uns-Udo mit Abwesenheit glänzt. Als die beiden Scorpions-Recken Klaus Meine und Rudolph Schenker die Bühnenbretter erklimmen glühen die letzten Drähte durch. Der Saal kocht über. "Big City Lights" und "Rock You Like A Hurricane" betäuben Herz und Seele. Wie geil!!! Schade, dass Doro den Text von "Big City Nights" nicht kann als Klaus ihr das Mikro ins Gesicht hält. Ein Hauch von Unprofessionalität. Doch Klaus ist Gentleman und kaschiert sofort. Das gleiche gilt später für Warrel Dane von Nevermore, der auch nicht weiß, was er singen soll. Sehr schade. Jetzt ist es Zeit für Warlock in Original-Besetzung. Die Wartezeit des Umbaus wird mit unsäglich schrägem Sound überbrückt. Das ist Terror ohne Gnade. Keine Ahnung, wer sich was dabei gedacht hat. Basser Frank Rittel fehlt, aber ansonsten ist wieder 1986. Irgendwie kam mir dieser Auftritt vor fünf Jahren positiver vor. Nicht, dass die Jungs nicht alles gaben, aber der Überraschungseffekt war verflogen. "Burning The Witches" und "True As Steel" konnten allerdings dann doch überzeugen. Der letzte Gast war ein mir unbekannter Gitarrist aus dem ehemaligem Ostblock. Seinen Namen habe ich aber leider vergessen. Zur Abschlußparade mit Konfetti und Raketen kamen noch mal alle Gäste außer den Scorpions auf die Bühne und feierten mit "All We Are" das Grande-Finale. Rückblickend war dieser Abend nicht ganz so gelungen wie das Happening vor fünf Jahren. Die Bands waren unbedachter ausgewählt und die Organisation war unter aller Sau. Und dennoch ging das Gros der Fans beglückt nach Hause.
Steve Burdelak - Pics: Steve Burdelak


[ Zurück zum Index: 'D' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler