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MAGAZIN :: Index: 'J' :: JABBERWOCK

JABBERWOCK
Ein neuer Komet am Elektro-Rock-Himmel
Nachdem sich die französische Band bereits mit einem Debut etabliert hat, haben sich die drei Bandmitglieder wieder einmal zusammengesetzt, um einen treibenden Tonträger entstehen zu lassen. Das ist ihnen sehr gut gelungen – aber das reicht uns nicht. Wir wollen mehr wissen, also haben wir sie einfach gefragt.
Hey Leute! Zuerst einmal ein großes Kompliment. Dieses Stück Musik ist wirklich ungewöhnlich – auf eine sehr erfrischende Art und Weise.

Lena: >> Danke! Wir freuen uns, dass Dir unser zweites Album gefallen hat! <<

Was hat euch darauf gebracht, diese Art Musik zu machen? Ich meine, Electro, Rock und Punk sind nicht unbedingt einfach unter einen Hut zu bekommen.

Lena: >> Es ist insofern einfach, wenn du machst, was du wirklich machen willst. Wir mischen einfach all unsere musikalischen Einflüsse zusammen, ohne großartig darüber nachzudenken, ob wir eine ganz spezielle Art von Musik machen oder damit ein besonderes Publikum ansprechen - und das ist das Ergebnis! <<

Euer Name wird im Zusammenhang mit anderen großen Bands wie Nine Inch Nails oder Ministry erwähnt – was denkt ihr über dieses Arrangement?

Corrado: >> Damit komm ich absolut klar! Dennoch haben wir viele weitere Einflüsse, was sich von Batcave (Siouxsie …) über Electro (Aphex Twin…) bis hin zu Shoegazing (My Bloody Valentine…) und einigen anderen rein experimentellen Bands (Laurie Anderson…) erstreckt. Jabberwock ist ein Frankensteinmonster – erschaffen aus all diesem. <<

Die Texte beschreiben die Schattenseiten des menschlichen Denkens – Dinge, die man normalerweise nicht ins Rampenlicht rücken will, da sie Schwäche und Fehler aufweisen. Beschreibt ihr hier eine persönliche Entwicklung?

Lena: >> Jeder Mensch hat seine “dunkle Seite”. Es ist nicht immer einfach, die Kontrolle darüber zu behalten, aber als zivilisierte Menschen müssen wir das. Kunst, in jedweder Form, erlaubt uns, uns sehr frei darzustellen. Und das tut einfach gut! <<

Vor der Auskopplung von “Sweet Limbo” habt ihr ja schon ein Debut auf den Markt gebracht – was denkt ihr, habt ihr verändert? Wo habt ihr euch vielleicht weiterentwickelt oder die Thematik eurer vorhergegangenen Arbeit vertieft?

Xavier: >> "Sweet Limbo" hat zwar die gleiche Energie wie das erste Album, aber vielleicht ist es ein wenig melodischer und atmosphärischer geworden. Zudem haben wir hart am allgemeinen Konzept des Albums gearbeitet, während das erste eher als ein Experiment anzusehen ist. <<

Welche Tracks auf diesem Album zieht ihr persönlich vor, und warum?

Corrado: >> Mein Favorit ist “Confusion”. Vor allem, weil es nicht einfach ein für sich alleinstehender Track ist, sondern die gesamte Thematik des Albums gut zusammenfasst. Die Texte beschreiben den Limbo perfekt, und die Musik ist eine Mixtur aus wilden Schreien und einem melodischen Chorus. <<

Lena: >> Ich kann kein einzelnes Stück benennen. Mich berühren sie alle. <<

Xavier: >> Meine bevorzugten Songs sind Song eins bis vierzehn. <<
Wenn ich ehrlich bin, “Faith” hat mich ein wenig zum Lächeln gebracht. Um eine Stelle zu zitieren: “Feeling alone and depressed, we will open up our hearts” –dieser Kritikpunkt ist ein sehr beliebtes Thema in unserer Genration und nicht zuletzt in der Szene. Denkt ihr, dass Glaube zumeist aus Schwäche und Unvollkommenheit heraus entsteht?

Corrado: >> Das ist nicht unbedingt genau das, was wir mit diesem Song rüberbringen wollten. Wir möchten nicht den Glauben anderer Menschen kritisieren. Eher möchten wir darauf aufmerksam machen, dass manche Leute sich die Schwäche und das Elend anderer zunutze machen, um sie in ihren Organisationen reinzuziehen. Sie verstecken ihre wirklichen Absichten hinter dem Glauben, den sie für die notleidenden Menschen erfunden haben, um sie damit zu kontrollieren. <<

Lena: >> Ja, jeder, der nach einer eigenen Identität sucht oder einen Grund zum Leben braucht, kann sich irgendeiner Organisation anschließen. (Religion, Politik, Kultur…) <<

Mein absoluter Favorit auf eurem neuen Album ist “Illusions” – es erinnert vom musikalischen her ein bisschen an Aphex Twin, was mir gut gefallen hat. Wolltet ihr mit diesem Song die Flucht aus der Realität (oder Drogenkonsum) kritisieren? Manche Textpassagen scheinen mir recht eindeutig.

Corrado: >> Wir möchten, wie gesagt, nichts kritisieren. Ich denke nicht, dass wir in der richtigen Position sind, Menschen oder ihr Verhalten zu verurteilen. Wir wollen eher beschreiben, was wir sehen oder fühlen, ohne eine unumstößliche Haltung einzunehmen. Es ist Sache der Hörerschaft, so etwas zu beurteilen, wenn sie das möchten. In diesem Sinne ist „Illusions“ eine vorsichtige, poetische Beschreibung, wie man sich manchmal aus der herben Realität herausflüchten kann. Und die Art, wie du dir eine Vorstellung oder Geschichte von dir selbst erschaffst, kann auch eine abhängige Form haben. <<

Lena: >> Die Texte unserer Lieder haben oft eine zweite Bedeutung. Wie Corrado schon sagte, wir stellen eine Metapher dar, die man auf viele Arten auslegen kann. Es kommt immer darauf an, auf welche Art man sich damit verbunden fühlt… <<

Was wollt ihr den Leuten mit “Sweet Limbo” auf den Weg geben?

Lena: >> “Sweet Limbo” ist nur eine Beobachtung der Komplexität des menschlichen Geistes. Wir beschreiben unsere Empfindungen darüber. Und dann macht jeder sein Ding draus… <<

Xavier: >> Ich denke, „Sweet Limbo“ ist eine Art Startschuß für eine Selbstbeobachtung der Leute, um in ihren Schlafzimmern vor dem Spiegel loszutanzen. Das ist wesentlich sinnvoller als eine Psychoanalyse! <<
Bitte, erzählt mir etwas über eure weiteren Pläne!

Corrado: >> Zuerst einmal planen wir so oft wie möglich aufzutreten. Die Zeit hatten wir nicht, während wir an dem Album gearbeitet haben, wir gieren danach zurückzukommen und wieder auf der Bühne zu stehen! Als nächstes… wir versuchen uns an einem Projekt in unserem MySpace Blog, bezogen auf das Limbo – Universum. Ich kann noch nichts genaueres sagen, da es in etwa einem Monat erst entstehen soll, aber checkt regelmässig unsere MySpace Seite, und ihr werdet es rausfinden! <<

Könnt ihr euch mit eurer Musik schon finanzieren oder was macht ihr, um eure Existenz zu sichern? Bitte gebt uns doch mal einen Einblick hinter die Kulissen!

Corrado: >> Nicht wirklich! Unsere oberste Priorität ist es, uns mitzuteilen, ohne uns vom Kommerz behindern zu lassen. Ich persönlich arbeite tagsüber mit Computern, das ist für den Mr. Jekyll in mir - und nachts verwandle ich mich dann in einen dunklen Musiker, das ist mein Mr. Hyde. <<

Lena: >> Ich arbeite als Schauspielerin. Eine Schauspielerin bin ich auch mit Jabberwock, und das gibt mir die besten Rollen, die ich mir wünschen kann. <<

Xavier: >> Ich bin auch tagsüber am Computer – also genauso ein Dr. Jekyll & Mr. Hyde. <<

Habt ihr euer Booklet selbst entworfen?

Corrado: >> Ja, wir wollten visuelle Spannung, Beengung und Wut auf einem klaren Hintergrund zusammenführen. Unsere Absicht war es, mal etwas Anderes zu versuchen und ein klassisches Cover zu vermeiden. Also hatte ich die Idee mit diesen einfachen deformierten Zeichnungen, die so ein bisschen an sie Flugsicherheitsbroschüren erinnern und den Betrachter durch die Tatsache, dass sie sehr klar gezeichnet sind, beunruhigen. <<

Eine letzte Frage: Jabberwock – der Name wurde durch das Buch “Alice through the looking glass” berühmt – habt ihr euren Namen wirklich aus diesem Buch?

Corrado: >> Exakt. Das ist schon eine Weile her! Ähnlich dem Jabberwock´schen Gedicht ist unsere Musik ein Handkoffer, gefüllt mit einer Mischung verschiedener Einflüsse, die etwas Neues und Originelles erschaffen haben. <<

Also ist eure Musik ein diabolischer Tritt in den Hintern der normalen Leute – ich danke euch für eure Zeit!

Lena: >> Super – Danke! <<
http://jabberwock.free.fr
Ramona Richard


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