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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BLACK HEAVEN

BLACK HEAVEN
Negativ ist so vieles...
...zum Beispiel auch das neue Album von Black Heaven. Nein, das ist nicht etwa eine Beleidigung, sondern eine Tatsache! Denn so heißt das sechste Studioalbum von Black Heaven – Mastermind Martin Schindler wirklich! Warum ausgerechnet dieser Name das Album so schön beschreibt, was Routine in Songwriting für Martin bedeutet und warum er nicht allzu viel von Religion, Gott und der heutigen Welt hält, verrät er im Folgenden.
Hallöchen, Martin! Und, wie läuft dein sechstes Studioalbum bis jetzt? Immerhin ist das Scheibchen jetzt auch schon fast zwei Monate alt!

>> Wie die Verkaufszahlen bisher sind, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, da der Labelchef gerade mit seiner Band in den USA auf Tour ist und ich noch keine Rückmeldung bekommen habe. Die Reaktionen, die mich direkt erreicht haben, sei es durch E-mails, Gästebucheinträge, Rezensionen oder ähnliches, sind aber sehr positiv und das freut mich natürlich. <<

Warum hast du eigentlich ausgerechnet den Namen „Negativ“ für dein neues Album gewählt? Kannst du unseren Lesern kurz erklären, um was sich „Negativ“ genauer dreht?

>> Dieses Album ist im Gegensatz zu „Kunstwerk“, welches auch seine lichten Momente hatte, sehr düster ausgefallen. Durch den Oberbegriff „negativ“ will ich die Songs außerdem in einen philosophischen Kontext stellen, nämlich von bedingungslos negativer Weltanschauung, die sich schließlich auch als Lebenseinstellung offenbart. Mir geht es dabei um die Urgründe der menschlichen Natur, sozusagen die letzte Wahrheit auf welche sich alles Handeln und jede Sinnsuche bezieht. „Negativ“ soll kein wertender Begriff sein, sondern eine Positionierung im religiösen und philosophischen Zeitgeschehen. Die Songs handeln von dieser Einsicht und den Schwierigkeiten die sich daraus ergeben, also z.B. impliziert „negativ“ die Ablehnung einer übersinnlichen Autorität wie Gott, oder einer höheren Ordnung, die alles was existiert im Wesen zusammenhält, und im Bewusstsein absoluter Einsamkeit zu leben bringt viele Möglichkeiten mit sich, aber auch viele schmerzliche Erfahrungen. <<

Wie gesagt, „Negativ“ ist dein sechstes Album. Entwickelt sich da so was wie Routine, wenn man solang im Geschäft ist? Hast du ein bestimmtes Muster, wie die Recordings, Studiosessions und das Songwriting ablaufen?

>> Ja, Routine stellt sich auf jeden Fall ein. Das hat Vorteile für mich, weil ich Songs und Ideen relativ schnell nach meinen Vorstellungen umsetzen kann, aber es birgt auch die Gefahr, dass die kreativen Momente stagnieren können. Deshalb versuche ich meine Arbeitsweise immer etwas zu variieren oder neue Elemente in die Musik einzubringen. Songwriting und Produktionen entstehen fast immer in meinem eigenen Studio und zum Teil sogar gleichzeitig. Diese Art und Weise hat sich bei mir über die Jahre eingestellt und ich fahre ganz gut damit. <<

Warum hast du das Intro „MMVIII“, also 2008, getauft? Dass das was mit unserem jetzigen Datum zu tun hat, kann ich mir ja auch noch denken... Willst du in „Negativ“ vielleicht die Gegebenheiten unserer Gegenwart beschreiben?

>> Das Intro ist einfach die Einleitung für das Black Heaven-Album im Jahr 2008 und soll in die Atmosphäre der Thematik einführen. Das Album im Ganzen behandelt Dinge wie Zeitgeist und Gesellschaftskritik nicht erstrangig. <<
„Leiermann“, einer der Tracks auf „Negativ“, ist ja ein wunderschönes klassisches Stück von Franz Schubert. So hundertprozentig passt er zwar nicht zum Gesamtkonzept des Albums, aber er ist einfach toll! Was hat dich dazu bewegt, ausgerechnet ein klassisches Stück und dann ausgerechnet dieses mit drauf zu packen?

>> Danke für das Kompliment. Ich finde natürlich schon, dass der Song sich sehr gut in den Kontext integriert, denn sonst hätte ich ihn nicht dort platziert. Inspiriert dazu wurde ich letztendlich als ich den Film „Winterreise“ gesehen habe und der Protagonist sich am Ende des Films ans Klavier setzt und dieses Lied anstimmt. Die Gedanken welche in dem Song vermittelt werden, sind oft auch meine Gedanken und ich sehe den „Leiermann“ als Metapher für eine große Abwärtsspirale im Wechselspiel von Wahnsinn und Tod. <<

Mir gefallen die Lyrics vom Titeltrack „Negativ“! Aber was oder wen meinst du, wenn du singst: „Bloß weit weg von all dem Elend / von all dem Grau und dem Gestank / hier atmet man die großen Lügen / hier macht das Leben alt und krank“?

>> Ich kommentiere die Lyrics eigentlich ungerne… der Song „Negativ“ greift viele Charaktereigenschaften unserer Gesellschaft auf, die meines Erachtens in eine seelenlose Mittelmäßigkeit führen. Angefangen vom Jugendwahn über portioniertes Stadtleben bis hin zu unserem kapitalistischen Wirtschaftssystem, welches uns das Blut aus dem Körper saugt und uns mit leeren Versprechungen zurücklässt. <<

Du singst im selben Track „doch keine Zuflucht werd ich finden / und keinen Jesus von Nazareth“. Meinst du damit soviel wie, dass wir keine Chance haben, irgendwie Hoffnung zu schöpfen? Bist du eigentlich gläubig? Also, was hältst du so von Glaube und Kirche? Meiner Meinung nach widersprechen sich diese beiden Begriffe des öfteren...

>> Die einzige Hoffnungsquelle, bzw. die einzige Alternative als Ausweg aus den Zwängen unserer Gesellschaft die den Menschen vorgesetzt wird, ist der Weg sich dem christlichen Glauben zuzuwenden. Das missbillige ich. Darüber hinaus lehne ich Kirche und Religion aus verschiedenen Gründen prinzipiell ab. Menschen sind allerdings so veranlagt, dass sie diesen metaphysischen Rückhalt brauchen, der ihnen Kraft und Hoffnung gibt. Ich denke, solange der Mensch sich in seinem Bewusstsein nicht weiterentwickelt, mit seiner naturgegebenen Verantwortung in der Welt und seiner existentiellen Einsamkeit nicht zurechtkommt, wird es Religionen geben, an die sich die Menschen klammern können. <<

Welche musikalischen Vorbilder und Einflüsse hast du eigentlich? Bei Black Heaven fallen des öfteren Vergleiche mit Blutengel, L’âme immortelle“ und Unheilig an...

>> Ich bin schon so lange dabei, dass ich einfach nur noch mein Ding durchziehe und mich persönlich in der Kreativität weiterentwickeln will. Wenn andere Bands Ähnlichkeiten mit Black Heaven haben, stört mich das nicht weiter, solange sie individuell genug sind. <<
Das Artwork ist ziemlich schön! Im Booklet hast du angegeben, dass Mira Lob dafür verantwortlich ist. Könnte man sie schon von irgendwo her kennen?

>> Ja, ich bin auch nach wie vor sehr begeistert vom Artwork. Mira ist eine Illustratorin die auch viel auf anderen Gebieten macht und sich jetzt erst nach und nach mit CD-Artworks beschäftigt. Für mich hat sie außerdem das Sepia-Album „Goodbye Tristesse“ layoutet, welches auch fantastisch geworden ist. Sie versteht es einfach, sich in eine Sache hineindenken zu können und die Gedanken des Künstlers wunderbar umzusetzen. Ich werde auf jeden Fall auch in Zukunft mit ihr zusammenarbeiten. <<

Ist sie auch auf die Idee mit dem Poster gekommen? Ich find´s echt toll, dass du dich um deine Fans kümmerst, indem es ein Poster, Bonustracks und eine Multimediasection gibt!

>> Das finde ich auch sehr wichtig, zumal noch dazukommt, dass der Musikmarkt völlig am Boden ist und man den Fans schon einiges bieten muss, damit sie ein Album kaufen. Das Poster war meine Idee, aber Mira hat es natürlich brillant umgesetzt. <<

Hast du mit dem Poster irgendwas ausdrücken wollen? Es schaut ein bisschen danach aus, als würdest du Jesus nachspielen, so mit diesem heiligenschein-mäßigen Ding um den Kopf, den blutenden Wunden, etc. ...

>> Naja, natürlich steht das Poster in direktem Bezug zum gesamten Albumkonzept. Es ist nicht nur die Pose oder die blutenden Wunden, sondern alle Details im Booklet, im Cover und im Poster hängen zusammen und bilden die grafische Grundlage des Albums. Zusammen mit der Musik soll eine entsprechende Atmosphäre vermittelt werden. <<

Wie schaut´s bei Black Heaven eigentlich so mit Liveauftritten aus? Bist du oft „on stage“? Und was waren für dich die schlimmsten, bzw. lustigsten Ereignisse?

>> Black Heaven war bisher immer ein reines Studioprojekt und momentan wird es wohl auch erstmal so bleiben. <<

Apropos live: Gehört Tina jetzt zur Band oder ist sie wirklich nur Unterstützung? Wie machst du das dann live? Ist Tina dann jedes Mal dabei???

>> Ich betrachte Black Heaven als Soloprojekt von mir, aber Tina unterstützt mich gesanglich bei jeder Veröffentlichung, deshalb ist sie auch Teil des Projekts. <<

Willst du den Fans durch das Album etwas mit auf den Weg geben?

>> Das Album beinhaltet sehr viel von meiner Betrachtung dieser Welt und zum anderen finden sich dort Songs, die sehr persönlich gehalten sind und meine Gefühlsebenen offen legen. Bei der Art Musik die ich mache war es immer so, dass sich die Fans oft sehr gut mit den Songs und den Inhalten identifizieren konnten. Das gibt mir immer ein gutes Gefühl und zeigt auch, dass man sich mit den Alben auseinandersetzt. Wenn es sich mit diesem Album ähnlich verhält, bin ich sehr zufrieden. <<

Dann mal Dankeschön für die Antworten und weiterhin viel Erfolg mit Black Heaven und „Negativ“!

>> Auch ich habe zu danken… <<
http://www.black-heaven-project.de
Katharina Bauer


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