Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'D' :: DWAALSPOOR, 0 ....

DWAALSPOOR, 01.11.2008 Rotterdam „Baroeg“
Rotterdam, “Baroeg”

01.11.2008
Oorchach
Die Weisse Rose
Foresta die Ferro

Einen unbeschwerten Abend bei einem Neofolk-Konzert zu erleben scheint nach den Vorkommnissen um das Camerata Mediolanense-Konzert in Freiburg (Schweiz) ja leider nicht mehr die Regel, umso erfreulicher, dass der Abend in Rotterdam friedlich und ohne Einflussnahme fehlgeleiteter Wirrköpfe über die Bühne gehen konnte. „Dwaalspoor“ ist eine Veranstaltungsreihe mit Konzert- und Tanzabenden, die an diesem Abend drei Bands geladen hatte und im altehrwürdigen „Baroeg“ inmitten eines kleinen Parkes in der holländischen Hafenstadt stattfand. Gut einhundertfünfzig Besucher hatten ihren Weg nach Rotterdam gefunden, ein grosser Teil davon aus Deutschland, die sich diesen Abend bei einem Eintrittspreis von nur 10 € nicht entgehen lassen wollten. Ein Verkaufsstand war auch vorhanden, nur Band-Merchandise suchte man leider vergeblich. Nicht wenige der im Military-Look gekleideten Besucher übrigens, die die grosse Deutschlandkarte, die zur Dekoration im Foyer des Clubs hing, am liebsten mit nach Hause genommen hätten.
Den Auftakt machten OORCHACH aus Litauen, ein Ein-Mann-Projekt, das mit seiner Mischung aus Ritual-, (Martial)Industrial- und Dark Ambient-Elementen durchaus auf Wohlwollen der Zuschauer stiess. Auch wenn die Performance des Frontmannes ein wenig hektisch und sein ganzes Auftreten auf und vor der Bühne etwas hyperaktiv wirkte, musikalisch konnte der Auftritt, der durch Videosequenzen ergänzt wurde, durchaus überzeugen. Ansonsten krankte der Auftritt halt, wie bei so vielen Bands dieses Genres, an Dynamik. Logisch, wenn der Musiker die Hälfte der Zeit an irgendwelchen obskur aussehenden Gerätschaften hantiert, die auf einem Tisch auf der Bühne liegen und offensichtlich der Klangerzeugung dienen. Unter dem Strich war der gut fünfundvierzigminütige Auftritt ein guter Einstieg in diesen Konzertabend.
Nach einer kurzen Umbaupause folgte DIE WEISSE ROSE, unterstützt von Marcel P. und Foresta di Ferro, die leider über weite Strecken des Konzertes mit einer unzulänglichen PA zu kämpfen hatten, so dass die rechte Box phasenweise komplett ausfiel oder der Sound nur sehr verzerrt aus den Boxen kam. Musikalisch war der Auftritt von Thomas Bojden und seinen Mitstreitern hingegen erneut brillant und basierend auf dem Konzept der Deutschen Widerstandsgruppe gegen das Regime Hitlers tief bewegend. Vor allem dann, wenn Auszüge des Todesurteils verlesen werden und die düstere Atmosphäre der Stücke mit dieser aufwühlenden und geschichtlich so bedeutungsvollen Thematik miteinander verschmelzen. Auch an diesem Abend wurden die bereits von Myspace bekannten Songs wie „The Grass Is Always Greener“ oder „At The Doorsteps“ gespielt, wobei es langsam an der Zeit für die Veröffentlichung des ursprünglich bereits für Mai angekündigten Debüt-Albums wäre, bevor die Erwartungshaltung ins Unermessliche steigt.
In nahezu gleicher Besetzung, ergänzt allerdings durch Industrial-Legende John Murphy an Percussions, übernahmen FORESTA DI FERRO das Kommando und wurden freudig begrüsst. Es folgte ein gut fünfzigminütiger Auftritt und ein Stilmix aus italienischem Canzone, harschen Industrial-Elementen und neufolkloristischem Gitarrenspiel, dargebracht von Thomas Bojden, das einige der Anwesenden zu einem netten Tänzchen verleitete und dafür sorgte, dass die Halle das ganze Konzert über gut gefüllt war. Das Engagement von Marco liess keine Wünsche offen und so zerriss er mittels theatralischer Gesten seine Texte, während im Hintergrund Ausschnitte eines Filmes liefen, der offensichtlich von den Kreuzzügen der Tempelritter im Mittelalter inspiriert wurden. FORESTA DI FERRO ernteten den meisten Applaus des Abends. Ein Beleg dafür, wie populär die Band in Holland offensichtlich ist.
Während das Gros der Zuschauer sich nun noch zum nachfolgenden Tanzabend bei der Beschallung durch zweier DJs hingab, zog es uns nach diesem beeindruckenden Abend durch düstere Nebelschwaden wieder heimwärts.
Michael Kuhlen - Pics: Michael Kuhlen


[ Zurück zum Index: 'D' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler