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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DAS SCHEIT

DAS SCHEIT
Das Geheimnis von Frankfurt ... oder war es doch Twin Peaks?
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Band „Das Scheit“ und deren Musik bis zum Erhalt des aktuellen Albums nicht kannte. Was ich dann hörte war wirklich prima und ich finde, dass hier mal wieder eine gute deutsche Gothicmetalband den Musikzirkus bereichert. Ich denke, ich bin kein Einzelfall und einige unserer Leser wissen nicht was sie da gerade verpassen. Um etwas mehr über die Band aus Hessen zu erfahren stellte sich Sascha, seines Zeichens Gitarrist, Bassist und Bediener der Synthies bereitwillig meinen Fragen und erzählte ein bisschen über die Band und das immerhin schon vierte Album „So Far From God ... So Close To You“.
Wie und wann habt Ihr „Das Scheit“ gegründet und seid Ihr noch in der Ursprungsbesetzung unterwegs?

>> Die Band wurde bereits 1996 gegründet. Damals erstmal aus Fun, um ein bisschen drauf los zu jammen, da die Gründer in ihren anderen Bands sehr unzufrieden waren. Schnell stellten wir fest, dass genügend Ideen da waren und so entstand, nachdem wir uns erst auf Coverversionen einschossen, das erste Album. Von der Gründerbesetzung sind jedoch nur noch Sänger Clint und ich übrig. <<

Welchen Hintergrund hat Euer doch etwas ungewöhnlicher Bandnamen „Das Scheit“?

>> Der Name stammt aus der TV-Serie „ Das Geheimnis von Twin Peaks“, eine mystische Geschichte von David Lynch, sehr abgedrehter Stoff. Es drehte sich um einen mysteriösen Mord in einer Kleinstadt in Alaska! Eine durchgeknallte alte Dame lief mit einem Holzscheit im Arm durch den Wald, welches sie als Orakel benutzte um Hinweise auf den Mörder zu finden. Wir fanden das cool, waren Fans der Serie und somit liehen wir uns diesen Namen, da er sich auch nicht in eine bestimmte Schublade stecken ließ. Wir wussten damals ja auch noch nicht in welche musikalische Richtung das Ganze letztlich gehen wird. <<


Habt Ihr vorher schon in anderen Bands gespielt?

>> Sicher, das Meiste waren aber regional agierende Bands und es gab das ein oder andere Album in Eigenproduktion, die anderen heutigen Mitstreiter kamen erst im Laufe der Jahre hinzu. Bekannteste Band war vielleicht die unseres Live-Drumers Ulf, er spielte bei der Prog-Metal-Band Sanvoisen. Unser damaliger Live-Drumer Alex Landenburg schwang in letzter Zeit die Stöcke für Annihilator, At Vance und jetzt aktuell Mekong Delta. <<

Welche Einflüsse bezieht Ihr in Eure Musik mit ein, gibt es musikalische Vorbilder?

>> Es gibt sicher einige Vorbilder, wobei sie uns aber nicht wirklich gezielt beeinflussen. Ich glaube jeder der Musik macht, ist eher von Stimmungen und Musik die er aktuell gerne hört beeinflusst. Das kann man jetzt aber auf ein Genre nicht festlegen. Vielleicht ist es ein Mischmasch aus Gothic, Metal, Pop, Electro aber auch zum Beispiel Movie-Soundtracks! <<

Wer ist bei Euch verantwortlich für das Songwriting und Komponieren, oder entstehen die Songs im Proberaum als Teamwork?

>> Die ersten Ideen entstehen meist bei mir zu Hause. Für gewöhnlich versorge ich Sänger Clint mit Songgerüsten, nach denen er seine Melodien und Lyrics ausarbeitet, sie mit mir dann wiederum arrangiert. Im Proberaum oder Studio kommt dann noch eventuell ein Input der Anderen hinzu, das ist von Song zu Song unterschiedlich. So lief das bei „So Far From God…“ ab, mal schauen wie es in Zukunft wird, wobei: never change a winning team, haha. <<

Seid Ihr ausschließlich Musiker oder habt Ihr Euch auch ein beruflich „bürgerliches“ Standbein geschaffen?

>> Unser Drummer und Gitarrist sind hauptberuflich Musiker, sie sind z. B. als Lehrer tätig. Sänger Clint muss nach einem Berufsunfall nicht mehr arbeiten. Bleibe also ich, der noch freiberuflich nebenbei als Physiotherapeut arbeitet. So sind wir aber alle flexibel und die Band nimmt natürlich diesbezüglich den größten Teil in unserem Leben ein. <<

Euer neues Album „So Far From God … So Close To You“ ist ja ein Konzeptalbum. Hattet Ihr von Anfang an ein Konzeptalbum geplant oder ist es durch Zufall zu einem geworden?

>> Es war nicht geplant, aber so richtig Zufall war es ebenfalls nicht. Nachdem die ersten Songs fertig waren, stellten Clint und ich fest, dass sich die Thematik immer wieder ähnelte, zwangsläufig verfolgten wir den Faden und das Ganze fügte sich wie ein Puzzle zusammen. <<

Ein Album über die verschiedenen Phasen der Trauer zu schreiben ist ja nun nicht alltäglich. Wie kam es zu dieser Idee? Begründet sich diese Thematik auf selbst durchgemachte Erfahrungen?

>> Ja, im Prinzip handelt das Album von persönlichen Desastern, die wir damals selbst durchlebten. Deshalb drehte sich wohl auch alles darum. Allerdings ist die Story offen genug, um sie nicht nur an einer Sache festmachen zu können. <<

Welche Aussage wollt Ihr mit dem Titel machen?

>> God steht im Zusammenhang mit dem Albumtitel für DICH selbst. Nach einer gescheiterten Beziehung z. B. dreht sich alles in Deinem Kopf um unbeantwortete Fragen. Du bist ganz weit weg von den wesentlichen Dingen und schaust nicht nach vorn! Mit God ist gemeint, weit weg von dem zu sein, was Dich als eigenständiges Individuum eigentlich ausmacht. Alles dreht sich um Problematiken, die man in so einer Situation eigentlich hinter sich lassen sollte um wieder nach vorne schauen zu können. God könnte auch für die nicht vorhandene Hoffnung in dem Zusammenhang stehen. <<

Wie wichtig ist für Euch Religion, egal welche?

>> Ich kann da nur für mich sprechen. Religion hat keine Bedeutung für mich. In solchen Situationen hab ich mir bisher immer selbst geholfen oder Freunde taten dies. Ich habe allerdings kein Problem damit, wenn andere Menschen glauben. <<
Denkt Ihr, der Glaube an Gott kann den Menschen helfen mit Trauer umzugehen oder eher das Gegenteil bewirken, dass man sich von der Religion abwendet?

>> Das glaube ich definitiv und wenn dies der Fall ist, dann bin ich damit einverstanden wenn Menschen Religion „praktizieren“. Jedem das Seine. <<

In einigen Eurer Texte fühlt man pure Hoffnungslosigkeit den nächsten Tag heile überstehen zu können. Denkt Ihr, dass dies momentan ein Spiegel unserer Gesellschaft ist, dass Hoffnungslosigkeit den Alltag regiert?

>> Soweit habe ich unsere Lyrics nie gedeutet. Generell handeln sie von eigenen Erfahrungen oder Geschichten die man erlebt hat. Allerdings hast Du schon Recht, wenn man sieht welchem Leistungsdruck jeder heute ausgesetzt ist. Wenn man die Nachrichten sieht, kann man nicht viel Positives erkennen. Ich würde aber nicht Alles schwarz malen. Letztlich bin ich der Meinung, dass jeder sein Schicksal selbst in der Hand hat. Depressives Lamentieren bringt Dich nicht weiter! Um auf die Beine zu kommen, musst Du die Probleme anpacken und bewältigen – zumindest nach einer Weile. <<

Um noch mal auf Einflüsse in Eurer Musik zu sprechen zu kommen. Ihr habt in die Thematik des neuen Albums zwei Coverversionen eingebaut. Wie seid ihr auf die Idee gekommen ausgerechnet einen Song der Hip Hop Formation Rödelheim-Hartreim zu covern? Welchen Bezug habt Ihr ansonsten zu Hip Hop, seid Ihr anderen Musikstilen gegenüber offen?

>> Wir haben eigentlich gar keinen Bezug zum Hip Hop, haha. Wie bereits erwähnt sind wir jedoch offen allen Musikrichtungen gegenüber und das Album auf dem „Keine ist“ von Rödelheim Hartreim zu hören ist, hat eine Menge guter Songs. Sänger Clint besitzt die Scheibe und schlug den Song als Cover vor, da er textlich optimal ins Konzept passte. Ich war da anfangs sehr skeptisch. Als wir die Nummer aber arrangierten und das erste Mal zusammen spielten, war uns schnell klar, dass der Song rockt! <<

Was hört Ihr so in Eurer Freizeit?

>> Clint hört sehr viel Popmusik, von Madonna über Aguilera und außerdem ist er ein großer The Cure-Fan. Unser gemeinsamer Nenner sind dann aber doch Bands wie NIN. Ich bin außerdem ein großer Fan von Movie-Soundtracks. Komischerweise lasse ich mich auch sehr viel von Filmen inspirieren. <<

Ebenso das hervorragende Cover von „Because The Night“ von Bruce Springsteen und Pattie Smith im Original, was sich in das Album perfekt einfügt, lässt aber die Frage offen, wie Ihr ausgerechnet auf einen Song aus den 70ern kommt?

>> Den Song mochte ich schon als Kind, wenn ich ihn im Radio hörte. Ich finde er ist einfach ein Klassiker, dem wir unseren Anstrich geben wollten. Bisher gab es ja eher Technoversionen. Mit den zwei Gastsängern bekam er noch mal eine besondere Note und wir sind wirklich stolz auf unsere Version. <<

Das könnt Ihr auch sein, mir gefällt die Version schon genauso gut wie das Original. Musikalisch werdet Ihr bei „Because The Night“ von zwei Gastmusikern Jape Perätalo und Michelle Darkness (To Die For und End Of Green) unterstützt. Schon alleine das Pseudonym Michelle Darkness zeigt ja, dass ihr trotz aller Traurigkeit in Euren Songs doch eher humorvoll agiert. Aber wie kam es zur Zusammenarbeit mit den Beiden?

>> Nun, das Pseudonym hat er nicht von uns. Wir lernten beide durch das gemeinsame Touren nach unserer letzten Scheibe „Superbitch“ kennen und blieben in Kontakt. Als ich anfing den Song zu arrangieren, schickte ich den Jungs eine Demoversion, woraufhin sie spontan zusagten mitzumachen.
Vor allem mit Jape pflegen wir außerdem eine enge Freundschaft. In drei Wochen werden Clint und ich wieder mal nach Finnland fliegen um ihn und die anderen Verrückten von To/Die/For zu besuchen <<


Mit welchen weiteren Künstlern würdet Ihr gerne mal zusammenarbeiten?

>> Interessant wäre es mit Künstlern wie Trent Reznor, Peter Tätgren oder Clint Mansell (klasse Movie-Soundtracks) zusammenzuarbeiten. Clint würde wohl gerne mal ein Duett mit Robert Smith zum Besten geben ;) <<

Ihr geht ja jetzt auf eine kleine Clubtour und ich hoffe, dass ich Euch live und in Farbe in der Bochumer Matrix erleben darf. Nun macht mal Werbung für Euch und erzählt doch mal, wie ein Livegig bei Euch aussieht, warum es sich definitiv lohnt sich eine Show von Euch anzusehen? Worauf darf sich das Publikum freuen?

>> Ich glaube wer Gefallen am neuen Album findet wird live auch nicht enttäuscht sein. Erste Reaktionen der Fans belegen, dass der Sound noch intensiver rüberkommt. Natürlich haben wir auch ein paar kleine Gimmicks fürs Auge an Bord. Alles verraten darf man ja hier auch nicht ;-) DAS SCHEIT sind definitiv, trotz vieler moderner Soundeinflüsse, eine Rockband und somit wird es eine ROCKSHOW geben!!! Ist das Werbung genug? Haha. Clint und ich waren kürzlich übrigens auf ein Queen-Konzert eingeladen. Ich muss schon sagen, die alten Männer haben uns ganz schön den Hintern versohlt mit ihrer Show. So sollte eine Rockshow sein!!! <<

Mit welchen Erwartungen geht Ihr auf die Tour?

>> Wir freuen uns auf die Bands mit denen wir zusammenspielen und natürlich in erster Linie auf die Fans. Das neue Album bescherte uns bereits jetzt viele, neue Freunde, die uns das erste Mal live erleben werden. Und auf die Leute, die wir schon kennen und uns seit Jahren die Treue halten, freuen wir uns sowieso. <<

Was meint Ihr, vor was für einem Publikum werdet Ihr spielen? Werden es eher Fans aus der Gothic-Szene oder der Metal-Szene sein? In welcher „Szene“ fühlt Ihr Euch zu Hause?

>> Ich glaube beide Lager werden gleichermaßen vertreten sein, jedoch mit Schwerpunkt auf Schwarzkittel ;). Ich glaube wir sind der Gothicszene doch etwas näher, was auch die Reaktionen der Presse belegen. In reinen Metalmagazinen kamen wir nicht immer gut weg, haha. Aber das nehme ich nicht zuuu ernst. Was zählt sind die Menschen und die Reaktionen, die einem live entgegengebracht werden. <<

Wird es nächstes Jahr weitere Livetermine geben, vielleicht eines der größeren Festivals, oder begebt Ihr Euch direkt wieder ans Songwriting für ein neues Album?
Welche weiteren Ziele habt Ihr Euch für die Zukunft gesteckt?

>> Auf alle Fälle wird es eine Menge Termine geben. Wir halten derzeit Ausschau nach einer passenden, ausgedehnten Tour und sind auch bemüht um die von Dir angesprochenen Festivals. Mit dem letzten Album „Superbitch“ waren wir gute zwei Jahre unterwegs, allerdings wird das nächste Album nicht so lange auf sich warten lassen. Wir fangen schon jetzt an Ideen zu sammeln und werden parallel zu den Liveaktivitäten Songs schreiben. Es gibt dann noch Einiges zu erzählen ;) <<

Gut, dann nehme ich das mal als Einladung für weitere Interviews. Das wäre es allerdings für heute von meiner Seite. Ich bedanke mich für die Beantwortung der Fragen und wünsche Euch weiterhin viel Erfolg und hoffe, es gibt noch einiges von Euch auf die Ohren.

>> Das hoffe ich doch auch ;) Vielen Dank für das Interview<<

http://www.dasscheit.de
Susanne Soer


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